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Julia 🐾Nero
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 16
heute 17:57

Unterschätzte orthopädische Einschränkungen durch Hundegeschirre?

Ich wollte Nero ein neues Geschirr kaufen und habe mich ein bisschen mit der wissenschaftlichen Lage zum Thema Hundegeschirr beschäftigt. Und die Erkenntnise sind sehr ernüchternd. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen schränken alle Geschirre die Schulterbewegung ein. Auch komplett ohne Zug ändern Hunde, die ein Geschirr tragen das natürliche Gangbild, verlagern das Gewicht und die Einschränkung der Schulterbewegung wirkt sich auf Ellbogen und Fußwurzel aus. Überraschend war für mich, das beliebte Y-Geschirr schränkt die Schulter mehr ein, als das klassische Brustgeschirr, auch Norweger Geschirr genannt. Wenn man sich mit richtigen Zuggeschirren auseinander setzt ist auch ersichtlich wieso, das Y-Geschirr liegt großflächig direkt auf der Schulter auf. Das Geschirr ist irgendwie zu einem Symbol für Tierschutzkonformität und zum Lifestyle Produkt geworden. Viele Leute, die ihren Hund am Halsband führen ziehen ihm trotzdem ein Geschirr an (wird ja auch oft als Set verkauft). Auch im Freilauf tragen Hunde das Geschirr. Warum? Für einen leinenführigen, abrufbaren Hund scheint ein Halsband, eine Retrieverleine oder sogar eine Kette die orthopädisch gesündeste Option zu sein. Zumal viele Hunde Geschirre auch gar nicht mögen. Für spezielle Trainingszwecke oder Sportarten gibt es extra Geschirre, die werden aber ausschließlich für die Arbeit getragen und für die Freizeit ausgezogen. Was meint ihr dazu?
 
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Sabine
Beliebteste Antwort
heute 17:05
Wieso braucht dein Hund einen Tracker, wenn er doch hört, warum musst du sie finden? Würde mich interessieren.
Die Frage ging zwar nicht an mich, aber grundsätzlich wäre es enorm hilfreich, wenn bei all den Hunden, die immer verloren gehen, z.B. jetzt zu Silvester, Tracker dran wären. Selbst wenn diese Hunde sonst zuverlässig gehört haben, sind es halt Tiere und keine Maschinen.
 
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Liane
heute 14:33
An der Leine zu zerren ist ungesund für die Knochen und Gelenke des Hundes. Dabei ist es völlig egal, ob sie an einem Halsband oder an einem Geschirr ziehen. Die Schräglage, die asymmetrische Abnutzung und die Daueranspannung ist das Problem, nicht der Druck am Körper. Hunde haben ausgeprägte Halsmuskeln. Sie sind nicht vergleichbar mit denen des Menschen. Außerdem verfügen sie nicht wie wir über ein Schlüsselbein, sondern haben zusätzliche Halsmuskeln zur Stabilisierung des Kopfes am Rumpf. Es ist daher einer der stärksten Körperteile des Hundes.
 
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Petra
heute 14:53
Unsere Judy kommt aus dem Tierschutz. Sie hat am Anfang lange ein Sicherheitsgeschirr ein Halsband und einen Tracker getragen. Sie war ein Angsthund und die Sicherheit war mir wichtig. Mittlerweile ist sie 4 Jahre bei uns und bekommt das Geschirr nur noch im Urlaub oder in fremden Umgebungen und vor allem an Silvester an
 
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Katja
heute 14:53
Polli läuft zu 99% ohne Leine und dann meist mit Halsband. Mein Freund möchte nicht, dass sie nackt läuft… ich selber bin öfter nackt und dann mit Retrieverleine draußen.
Das Halsband hat aber auch gut leserlich Name und Telefonnummer drauf… für den Fall der Fälle geht das schneller als Chip auslesen! Auch da Polli Fremden gegenüber sehr distanziert ist…

Geschirr gibt’s nur, wenn‘s nötig ist, so z.B. beim Segeln -> wenn der Hund wider Erwarten über Bord geht, muss ich sie a) im Wasser sehen (Geschirr ist leucht-orange!) und b) sicher greifen können!

Seit kurzem ist sie auch im Wald konsequent mit Geschirr unterwegs, da da der Tracker dran ist. Seitdem der Wolf bei uns ist, möchte ich zu jeder Zeit sehen, wo Hundine gerade ist!
Nachteil: sie kommt doch ab und an mal mit dem Geschirr auf halb acht wieder oder letztens mit einem halben Baum im Geschirr -> das verhakt sich halt doch öfter mal irgendwo im Unterholz!😳
Aber durch den Tracker + remote zuschaltbare Beleuchtung, ist Hängenbleiben zwar nicht schön, aber ich finde sie!🤗

Bin immer großer Fan von „nur so viel wie absolut nötig“!
Hundine hört und da brauch ich nix, an dem ich „Rumziehen“ kann…
Wundert mich nicht, dass das auch nicht gut ist…
 
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Liane
heute 15:58
Polli läuft zu 99% ohne Leine und dann meist mit Halsband. Mein Freund möchte nicht, dass sie nackt läuft… ich selber bin öfter nackt und dann mit Retrieverleine draußen. Das Halsband hat aber auch gut leserlich Name und Telefonnummer drauf… für den Fall der Fälle geht das schneller als Chip auslesen! Auch da Polli Fremden gegenüber sehr distanziert ist… Geschirr gibt’s nur, wenn‘s nötig ist, so z.B. beim Segeln -> wenn der Hund wider Erwarten über Bord geht, muss ich sie a) im Wasser sehen (Geschirr ist leucht-orange!) und b) sicher greifen können! Seit kurzem ist sie auch im Wald konsequent mit Geschirr unterwegs, da da der Tracker dran ist. Seitdem der Wolf bei uns ist, möchte ich zu jeder Zeit sehen, wo Hundine gerade ist! Nachteil: sie kommt doch ab und an mal mit dem Geschirr auf halb acht wieder oder letztens mit einem halben Baum im Geschirr -> das verhakt sich halt doch öfter mal irgendwo im Unterholz!😳 Aber durch den Tracker + remote zuschaltbare Beleuchtung, ist Hängenbleiben zwar nicht schön, aber ich finde sie!🤗 Bin immer großer Fan von „nur so viel wie absolut nötig“! Hundine hört und da brauch ich nix, an dem ich „Rumziehen“ kann… Wundert mich nicht, dass das auch nicht gut ist…
Wieso braucht dein Hund einen Tracker, wenn er doch hört, warum musst du sie finden? Würde mich interessieren.
 
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Yvonne
heute 16:20
Ich habe in mehreren Videos gesehen und auch erklärt bekommen, warum Norweger-Geschirre gar nicht gehen und Führgeschirre in Y-Ausführung wesentlich besser, als ein Norweger sind. Der querliegende Brustgurt sieht schon offensichtlich optisch einschränkender aus.

Ich packe hier mal zwei (drei) interessante Videos rein, wo man das m. M. n. sehr gut sehen kann.

Hund in Bewegung:
https://youtu.be/Dc8tHqIZJC4?si=uylrgckN9D8rQJEm

Halsband oder Geschirr Teil 1:
https://youtu.be/G5hBs85gSdM?si=4v1UMq3qXCwJfar9

Halsband oder Geschirr Teil 2:
https://youtu.be/M8uycblXfnY?si=qS3BhZ1mpOwM-xDZ

Meine Hunde laufen nur mit Halsband. Videlle ist das Geschirr egal, aber Dobby hasst es und läuft dann wie ein geprügelter Hund, wenn er das an hat.
Ich habe für meine Hunde Y-Geschirre, falls sie mal am Fahrrad an der Leine laufen oder sie im Urlaub an der Schleppleine sind.
Sie tragen also äußerst selten ein Geschirr.
 
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Arinka
heute 16:37
Mein Hund hasst Y-Geschirre. Ich habe schon Unsummen ausgegeben für alle möglichen Modelle und auch Maßanfertigungen.
Sie lässt sich nur ihr Sattelgeschirr ohne Probleme anziehen und läuft damit auch lockerer als mit allen anderen. Mein Vater, der schon älter ist, nutzt es hauptsächlich, da er gut damit zurecht kommt.

Ich nutze immer öfter Halsband, nur bei längeren Wanderungen ist ein Y-Geschirr am Hund. Eher zu meiner eigenen Beruhigung.

Ich glaube, man sollte viel öfter auf den Hund als Individuum hören.
 
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Katja
heute 16:56
Wieso braucht dein Hund einen Tracker, wenn er doch hört, warum musst du sie finden? Würde mich interessieren.
Damit ich sehe, wo sie unterwegs ist… und eventuelle Abwege/blöde Ideen im Ansatz stoppen kann.

Außerdem um sie im Zweifel aus einem Unterholz zu befreien, wenn sie doch mal festhängen sollte. Kommt, wie gesagt, ab und an vor, da wir auch abseits der Wege unterwegs sind.

Und, schlussendlich, um schlimmstenfalls die Überreste zu finden, sollte sie doch mal auf einen schlechtgelaunten Wolf treffen… hoffe aber, dass Letzteres nie passiert!!!
 
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Sabine
heute 16:57
Kannst du mal bitte eine Studie angeben, auf die du dich beziehst? Teilweise finde ich Studienergebnisse fragwürdig. Das z.B in dieser Studie verwendete Geschirr zum Thema " Ziehen" Shih et al., Front Vet Sci 2021;8:735680 sitzt einfach nur gruselig. Ich frage mich, ob man wirklich bei den inzwischen vorhandenen unglaublichen Mengen an Geschirrvariationen sagen kann, dass "alle" die Schulterbewegung einschränken? Und wurden dabei auch maßangefertigte berücksichtigt? Oder muss man eventuell nur lange suchen, bis man ein optimales findet? Wir haben bisher dieses sehr spezielle Geschirr von Hundenerd https://www.hundeshop.de/hund/hundegeschirr/nylongeschirr/hundenerd-v2-hundegeschirr.html. Grundsätzlich ist ein leinenführiger Hund besser mit Halsband bedient, die überwiegende Mehrheit von mir bekannten HH benutzt das Geschirr aber wegen Ziehens oder wegen der Schleppleine. Kombinutzung Schleppleine mit Halsband schließt sich m.W. wiederum aus oder gibt es da neuere Erkenntnisse? Cooper hat das Geschirr wegen seines Jagdtriebs, er wäre ansonsten am Halsband komplett leinenführig und ich würde mir gerne das Geschirr sparen. Ich ziehe es ihm nur immer wegen der Verletzungsgefahr beim Spiel mit anderen Hunden aus.
 
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Kirsten
heute 17:05
Spannendes Thema.

Eine gute Ausrüstung zu finden, empfinde ich für meine Hündin als gar nicht mal so leicht. Das erste Geschirr, ein Sicherheitsgeschirr (schwarz), haben wir auf Empfehlung des Tierschutzvereins gekauft. Mit diesem Geschirr zeigte Mira deutliche Einschränkung in der Bewegung, die bereits für ungeübte Augen deutlich zu sehen waren. Das hat sie auch überhaupt nicht gerne angezogen.
Übliche Geschirre mit Standartmaßen (hellbraun) sitzen bei ihr immer zu dicht hinter den Beinen. Das Huntergeschirr schien ein gutes Match zu sein. Nach ein paar Mal Tragen verweigerte Mira 2-3 Meter aus der Haustür das Weiterlaufen komplett.
Von den drei Geschirren (siehe Fotos) habe ich mich komplett verabschiedet.

Ihre aktuellen Geschirre lässt Mira sich gut anziehen, hilft dabei mit und ich sehe kein Verhalten, aus dem ich auf Probleme mit dem Geschirr schließen kann.
Ganz ideal sitzen bei ihr Geschirre leider trotzdem nie.
Ihr Brustbein steht vorne deutlich bevor, nach unten hin läuft die Brust sehr spitz zu. Für einen optimalen Sitz ist ihre Anatomie maximal schlecht.
Ich kann nur nach „so gut wie möglich“ schauen und damit sind die meisten herkömmlichen Marken sowieso raus. Gemessen an ihrer Körpergröße sind die verwendeten Riemen ebenfalls oft zu breit.

Wenn die Hunde so schön mitlaufen und eh überwiegend im Freilauf sind, wie beispielsweise bei Yvonne, sehe ich auch keinen Grund ein Geschirr dranzupacken.

Was mache ich allerdings mit einem Hund, der eine Jagdgranate ist und eine Historie von sowohl nach vorne, als auch rückgerichteten Verhalten in Hundebegegnungen hat?
Auch wenn sie unheimlich cool geworden ist, gibt es manchmal eben doch Situationen, in denen sie mit ordentlich Karacho in die Leine gehen kann. Im Bezug auf die Ausrüstung muss ich damit kalkulieren, dass ich diese Situationen nicht komplett ausschließen kann.
Was möchte ich da in Kauf nehmen? Die Folgen des Hundes der mit ordentlich Wumms am Halsband in die Leine knallt? Oder geringe, mögliche Bewegungseinschränkungen.
Auf mögliche Einschränkungen zu sensibilisieren, ist sicherlich sinnvoll. Gleichzeitig muss ich für meine Hündin aber auch abwägen, welche Probleme sich mit der Alternative, also durch das Halsband zeigen.

Der Thread regt mich an darüber nachzudenken, ob es im Fall meiner Hündin sinnvoll wäre, ihr das Geschirr in der Zeit, in der sie eh üblich im Freilauf ist, abzunehmen 🤔
Ergibt das wohl in unserem Fall Sinn, vom Nutzen/ Aufwand?

Die Studien fände ich auch interessant, die letzten, die ich im Kopf habe, zeigten methodische Schwächen, geringe Stichprobengröße, oder mangelnden Alltagbezug. Weitere Forschung ist sicher interessant. Vielleicht habt ihr da ja schon Neueres an der Hand, als ich früher gefunden habe?
 
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Sabine
heute 17:05
Wieso braucht dein Hund einen Tracker, wenn er doch hört, warum musst du sie finden? Würde mich interessieren.
Die Frage ging zwar nicht an mich, aber grundsätzlich wäre es enorm hilfreich, wenn bei all den Hunden, die immer verloren gehen, z.B. jetzt zu Silvester, Tracker dran wären. Selbst wenn diese Hunde sonst zuverlässig gehört haben, sind es halt Tiere und keine Maschinen.