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Britta
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Anzahl der Antworten 58
zuletzt 25. März

Herzstillstand in Narkose - junger Hund

Guten Morgen zusammen, Unser knapp 5-jähriger ParsonRussel Terrier war gestern zum Zahnsteinentfernen unter Kurznarkose. Bei der Einleitung war ich dabei, das Medikament wurde langsam injiziert. Bei der Hälfte wurde er sehr unruhig und zappelig, dann schlief er vermeintlich ein. Er wurde in den OP Raum getragen. So wie ich es verstanden habe, hat er dort angekommen bereits einen Herzstillstand gehabt. Die Tierärztin konnte ihn mit einer Adrenalin-Injektion ins Herz retten. Ich bin so dankbar, dass das gelungen ist 🙏🏼 Hat sowas schon mal gehört, erlebt? Das Herz wird nun kardiologisch untersucht Termin ist leider erst in zwei Wochen. Habe überall herum telefoniert. Von meinem Gefühl her, vermute ich aber eher, dass er das Medikament nicht vertragen hat. Direkt davor wurde unser herzkranker Senior ebenso behandelt. Er war direkt topfit. Ich freue mich über Ideen, Hinweise… Liebe Grüße - Britta
 
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Ker
25. März 08:02
Es gibt mittlerweile kombi DNA Tests ( diverse labors) bei denen um 200 Gendefekte/Krakheiten/Mutationen in "einem Rutsch" , also nur mit einer Probe getestet werden können. Also eine kleine und auch recht günstige( 150€rum) möglichkeit um vieles auszuschliessen und bestätigen, also es ist nicht mehr nötig einzeln auf die "gängigsten" testen zu lassen ...Viele Gendefekte sind schon lange nicht mehr Rassespezivisch... 🤗
Ja, ich weiß, das kommt halt durch die Einkreuzungen in der Zucht. Sie klärt das doch alles noch. Aber zunächst macht sie erstmal den kompletten Check und Herzultraschall und DANN kann sie mit den Ärzten sprechen was an weiteren Untersuchungen/Gentest Sinn machen könnte.
 
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Britta
25. März 08:09
Wichtig ist ja auch, dass Du für zukünftige Eingriffe weißt, worauf man achten muss. Es kann ja im Laufe seines Lebens durchaus mal zu einer Verletzung oder Erkrankung kommen, wo dann MRT, CT oder OP notwendig werden und dafür ist eine Narkose nunmal unumgänglich. Und wenn er "nur" eine Unverträglichkeit auf ein bestimmtes Mittel hat, gäbe es ja Alternativen. Die gibt es ja auch bei Hunden mit MDR1-Defekt oder anderen Gen-Defekten.
Ja, das ist mir auch sehr wichtig. Habe auch schon eingetragen in seinen Pass was vorgefallen ist.
 
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Britta
25. März 08:10
Es gibt mittlerweile kombi DNA Tests ( diverse labors) bei denen um 200 Gendefekte/Krakheiten/Mutationen in "einem Rutsch" , also nur mit einer Probe getestet werden können. Also eine kleine und auch recht günstige( 150€rum) möglichkeit um vieles auszuschliessen und bestätigen, also es ist nicht mehr nötig einzeln auf die "gängigsten" testen zu lassen ...Viele Gendefekte sind schon lange nicht mehr Rassespezivisch... 🤗
Danke, das werde ich im Hinterkopf behalten…
 
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Christine
25. März 11:54
Das ist wirklich ein schlimmes Erlebnis und was für ein Glück dass alles gut ausgegangen ist! Es gibt tatsächlich Hunde die kein Ketamin vertragen und daran sterben können. Bei Spitzen ist es bekannt dass sie keine ketamin-narkose bekommen dürfen, weil sie dieses Medikament nicht verstoffwechseln können. Ich weiß nicht wie es bei Parson Russel ist. Ich würde immer eine Intubationsnarkose vorziehen da sie einfach sicherer ist.
Meine Hunde haben bisher immer Narkosen unter Monitoring bekommen, also wie bei Menschen

Diese Narkosen sind zwar teurer, aber wesentlich risikoärmer.
 
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Sina
25. März 16:44
Ich finde es gut, dass es diesen Thread gibt, denn es ist eine Mahnung an alle, die immer noch glauben eine Injektionsnarkose reicht völlig aus.

Letztendlich ist wohl einfach eine seltene Nebenwirkung eingetreten, über die man ja auch immer aufgeklärt wird.
Meist kann dem durch Inhalationsnarkose und Monitoring vorgebeugt werden, wenn die Werte plötzlich drastisch abfallen. Durch alleinige Injektion ohne Überwachung merkt man es aber leider erst, wenn es zu spät ist.

Positiv ist natürlich die schnelle Reaktion der Tierärztin, und dass sie es geschafft hat, ihn wiederzubeleben. Ihr hattet viel Glück.

Dass man bei einer jungen, gesunden Hund natürlich mit so etwas nicht rechnet, kann ich nachvollziehen, etwas schwieriger allerdings, dass ihr auch euren alten, herzkranken Hund habt so behandeln lassen. Aber ich denke, ihr habt da nun auch schmerzlich draus gelernt und hattet doppelt Glück.

Das Herz würde ich jetzt natürlich auch vorsichtshalber untersuchen lassen, sehe jetzt aber nicht den akuten Notfall, den anderen hier sehen.
Solange er jetzt fit ist und keine Anzeichen von Schwäche zeigt, wird der Termin in zwei Wochen ausreichen.
 
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Britta
25. März 16:56
Ich finde es gut, dass es diesen Thread gibt, denn es ist eine Mahnung an alle, die immer noch glauben eine Injektionsnarkose reicht völlig aus. Letztendlich ist wohl einfach eine seltene Nebenwirkung eingetreten, über die man ja auch immer aufgeklärt wird. Meist kann dem durch Inhalationsnarkose und Monitoring vorgebeugt werden, wenn die Werte plötzlich drastisch abfallen. Durch alleinige Injektion ohne Überwachung merkt man es aber leider erst, wenn es zu spät ist. Positiv ist natürlich die schnelle Reaktion der Tierärztin, und dass sie es geschafft hat, ihn wiederzubeleben. Ihr hattet viel Glück. Dass man bei einer jungen, gesunden Hund natürlich mit so etwas nicht rechnet, kann ich nachvollziehen, etwas schwieriger allerdings, dass ihr auch euren alten, herzkranken Hund habt so behandeln lassen. Aber ich denke, ihr habt da nun auch schmerzlich draus gelernt und hattet doppelt Glück. Das Herz würde ich jetzt natürlich auch vorsichtshalber untersuchen lassen, sehe jetzt aber nicht den akuten Notfall, den anderen hier sehen. Solange er jetzt fit ist und keine Anzeichen von Schwäche zeigt, wird der Termin in zwei Wochen ausreichen.
Danke, für deine ehrliche Antwort! Ich habe es tatsächlich nicht hinterfragt, da es ja eigentlich verglichen wurde „ähnlich wie bei einer Magenspiegelung beim Menschen“. Jetzt im Nachhinein habe ich erst erfahren, dass die Narkose bei einer Kastration ziemlich ähnlich ist.
Das war ziemlich naiv - aber klang absolut plausibel.

Wir haben draus gelernt und werden Narkosen/Eingriffe natürlich nicht mehr so machen lassen.

Ich frage mich, warum werden solche Narkosen von den TÄ noch gemacht? Und warum so stark narkotisieren nur für den Zahnstein? Die Belastung des ganzen Systems ist ja nicht so hoch wie bei einer OP mit Naht und so weiter.

Das geistert so durch meinen Kopf 🙈
 
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Sina
25. März 17:54
Danke, für deine ehrliche Antwort! Ich habe es tatsächlich nicht hinterfragt, da es ja eigentlich verglichen wurde „ähnlich wie bei einer Magenspiegelung beim Menschen“. Jetzt im Nachhinein habe ich erst erfahren, dass die Narkose bei einer Kastration ziemlich ähnlich ist. Das war ziemlich naiv - aber klang absolut plausibel. Wir haben draus gelernt und werden Narkosen/Eingriffe natürlich nicht mehr so machen lassen. Ich frage mich, warum werden solche Narkosen von den TÄ noch gemacht? Und warum so stark narkotisieren nur für den Zahnstein? Die Belastung des ganzen Systems ist ja nicht so hoch wie bei einer OP mit Naht und so weiter. Das geistert so durch meinen Kopf 🙈
Warum das noch so gemacht wird, kann ich nur vermuten.
Es ist halt die "alte Methode" und hat sich für viele Tierärzte Jahrzehntelang bewährt, also belässt man es dabei.

Für lückenloses Monitoring braucht es ja auch extra Personal, das ist in einer einfachen Praxis oft nicht vorhanden.
Die neuesten Geräte sind natürlich auch teuer und viele (Stamm)kunden wahrscheinlich auch nicht Willens das doppelte zu bezahlen, wenns ja auch günstig und einfach geht.

Andere Besitzer würden aufgrund der höheren Kosten vielleicht gar keine Zahnsanierung vornehmen oder in eine andere Praxis gehen.

Den Tierärzten selbst kann man da wahrscheinlich auch keinen Vorwurf machen.

Ich würde für eine OP mit Narkose vorsichtshalber immer in eine Klinik gehen, da weiss man dann in der Regel, dass alles nötige an Equipment und Personal vorhanden ist.
 
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Britta
25. März 18:02
Warum das noch so gemacht wird, kann ich nur vermuten. Es ist halt die "alte Methode" und hat sich für viele Tierärzte Jahrzehntelang bewährt, also belässt man es dabei. Für lückenloses Monitoring braucht es ja auch extra Personal, das ist in einer einfachen Praxis oft nicht vorhanden. Die neuesten Geräte sind natürlich auch teuer und viele (Stamm)kunden wahrscheinlich auch nicht Willens das doppelte zu bezahlen, wenns ja auch günstig und einfach geht. Andere Besitzer würden aufgrund der höheren Kosten vielleicht gar keine Zahnsanierung vornehmen oder in eine andere Praxis gehen. Den Tierärzten selbst kann man da wahrscheinlich auch keinen Vorwurf machen. Ich würde für eine OP mit Narkose vorsichtshalber immer in eine Klinik gehen, da weiss man dann in der Regel, dass alles nötige an Equipment und Personal vorhanden ist.
Es ging mir auch nicht um Vorwürfe. Der TÄ bin ich sehr dankbar, dass der kleine Kerl hier quicklebendig ist und ziemlich unzufrieden mit der verordneten Ruhe.
Dennoch schwebte die leichte Narkose in meinem Kopf…