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Verfasser
Luisa
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 28
heute 11:04

Welpe an das Stadtleben gewöhnen

Wir wohnen mitten in der Stadt, umgeben von sehr belebten Straßen. Unser kleiner Welpe (12 Wochen) ist hier sehr überfordert und hat Angst vor dem Trubel. Er ist aber auch erst seit einer Woche frisch bei uns und kannte es bisher nicht… Habt ihr Tipps? Wie war es bei euch? ☺️ LG
 
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Steffi
15. Feb. 09:51
Vielen Dank, das verstehe ich und das ist ja auch völlig richtig. Wir sind noch Anfänger, was das Welpenthema betrifft. Wir hatten vorher einen erwachsenen, schon älteren Hund adoptiert, aber der war sehr unkompliziert und in einer ganz anderen Lebensphase. Bei uns Zuhause fühlt sich unser Welpe schon ganz wohl. Er kommt hier auch zur Ruhe, braucht manchmal Hilfe dabei, aber es klappt, dass er viel schläft. In seinen Wachphasen spielt er viel mit uns, bekommt Suchspiele, Leckmatten und knabbert alles mögliche an (was ja aber auch normal ist in dem Alter) 😅 Da hab ich mir auch schon Tipps geholt, versuchen es immer auszutauschen mit anderen Kauartikeln/Spielzeugen, wobei es in unserem Fall wahrscheinlich wirklich gut ist, wenn wir mit einer Trainerin zusammenarbeiten würden. Am Freitag haben wir schon einen ersten Termin, sie kommt zu uns nach Hause und kann uns hoffentlich gut beraten. ☺️ Wir sind ein Paar und ich bin aktuell Zuhause, sodass ich sehr viel Zeit für ihn habe. Er frisst gut und kann sich fast immer gut draußen lösen, wir tragen ihn immer zu seiner Stelle , danach möchte er aber auch direkt wieder rein. In den belebteren Zeiten zwischen 16-18 Uhr ist er draußen zu überfordert, da gehen wir zwar kurz raus, aber da passiert das Lösen meistens danach in der Wohnung…
Das hört sich doch schon ganz gut an😃..Michi hatte den Tipp gegeben, einen möglichst 'sicheren' Löseplatz in der Nähe des zu Hauses zu finden und zu etablieren ( wenn ihr den Platz gefunden habt, jedes Lösen dort mit einem Markerwort und viel positiver Emotion loben (.z.B...Pipiiii 😃😃😃🎉) Für Jetzt, in den von Dir beschriebenen besonders turbulenten Zeiträumen, aber auch für Phasen, wenn es mal schnell gehen soll, z.B. wackelige Verdauung, in der Nacht, Silvester.
Für Unfälle in der Wohnung, kauft euch einen Enzymreiniger, damit werden alle Gerüche beseitigt, so dass Wauzi sich nicht selber eine Pipi-Stelle drinnen merkt.
 
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Susanne
15. Feb. 10:28
Strassensicherheit ist meiner Meinung nach extrem wichtig. Es gibt ja überall auch 30iger Zonen. Vielleicht solltest du da anfangen zu üben. Die Übung bei der Überquerung der Strasse bringt auch deinem Hund mit der Zeit Sicherheit und dann können belebtete Strassen dazu kommen.
 
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Nicole
15. Feb. 11:23
Ich habe jetzt nicht gesehen, was für einen Hund du hast, aber wenn er in eine Tasche passt und er das okay findet bzw man ihn dran gewöhnen kann, würde ich ihn halt damit durch die Stadt transportieren und immer öfter dann erkunden lassen. Erst in ruhigen Gegenden.
So habe ich das damals mit meinem Welpen gemacht (der allerdings keine Probleme mit Stadt hatte). Ichvwar generell wegen Arbeit und Co jeden Tag mehrere Stunden in der Stadt unterwegs und weil der kleine Sammy ja noch gar nicht so viel und schnell laufen konnte, warver entweder in meiner Jacke oder in der Tasche. So hatte er den Trubel trotzdem, aber gleichzeitig Schutz um sich herum. In seinem Fall war die Tasche aber wie gesagt hauptsächlich Transport, damit ICH schneller voran komme. Als er dann älter wurde und auch mehr lief, haben wir die gar nicht mehr genommen. Je nach Hund müsste man diesen Schutz dann vielleicht auch nach und nach wieder abbauen. Oder das passiert automatisch mit wachsender Sicherheit des Hundes.

Edit: Achja! Wie die anderen schon sagten. Generell immer viel Zeit und Ruhe einplanen für alle Wege. Durch meine Hunde habe ich gelernt, nicht mehr so zu hetzen und mich selbst auch zu regulieren. Meine jetzige Hündin reagiert total auf meinen Stress und dreht dann auch auf und reagiert skeptisch auf alles mögliche 😳
 
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Johanna
15. Feb. 11:47
Wo kommt denn euer Hund her, und wie war seine Prägungszeit? Ich würde erstmal in ruhigen Strassen üben und den Hund von weiter entfernt den Trubel anschauen lassen. Dabei den Hund beschützend umrahmen ( mit Armen oder Beinen ). Nicht zwingen es auszuhalten sonst kann sich die Angst verfestigen. Ich bin keine Trainerin, aber so wurde es mir von Trainern in den Angstphasen unserer Hunde empfohlen und es hat prima geklappt.
Ich würde den Hund nicht unbedingt umarmen.
Natürlich darf man den Hund damit nicht alleine lassen, aber wenn ich den Hund umarme und evtl signalisiere, dass ich selbst Angst habe und mich an ihn festhalten muss, wird es ggf. noch schlimmer…
Ein Trainer wird sicher helfen können, evtl auch ein souveräner Hund der mitgeht.

Bis das entspannter ist, würde ich wahrscheinlich mit dem Hund 5 Minuten raus fahren (wenn er Auto fahren kann).
 
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Karo
15. Feb. 12:42
Seit ca. zwei Wochen lebt Gizmo, ein Chihuahua-Welpe (ca. vier Monate alt), bei mir. Wir wohnen direkt an einer Hauptstraße in der Kölner Innenstadt. Wir haben bereits viele unterschiedliche Situationen erlebt,
z. B. Baustellen, Autos, viel Verkehr und viele Menschen.
Ich bin selbst noch im Lernprozess und schaue immer, wie es ihm geht.

Letzte Woche war ich mit ihm beim Gottesdienst. Ich saß etwas weiter hinten und Gizmo schlief ganz entspannt auf meinem Schoß. Gestern sind wir an einer Karnevalsband vorbeigekommen. Mit etwas Abstand haben wir uns das Ganze angeschaut. Er war interessiert und ruhig.

In lauten oder unruhigen Situationen habe ich ihn meistens im Rucksack, vor allem weil er sehr klein ist und schnell friert – er ist eine richtige Frostbeule. So ist er geschützt und kann trotzdem alles in Ruhe wahrnehmen. Wenn wir im Park oder in ruhigeren Gegenden sind, lasse ich ihn an der Leine laufen. Danach geht es wieder zurück.
Den Rucksack trage ich oft vorne, damit ich ihn sehen kann und direkt merke, wie es ihm geht. Meistens schaut er neugierig raus, und ich spüre schnell, wenn ihm etwas zu viel wird. Wir lernen gerade gemeinsam, Schritt für Schritt.
 
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Babs
15. Feb. 12:48
Ich würde zu Hause anfangen. In die Hocke gehen, Hund in die Höhle zwischen den Beinen holen, sanft vorne an der Brust festhalten und mal schauen, was er schön findet und ihn beruhigt, aber neutral bleiben. Der Unterschied zum hochnehmen ist im Wesentlichen, dass er mit den Pfötchen auf dem Boden bleibt und mehr Möglichkeiten hat zu zeigen, was er mag und was er nicht mag. Gleichzeitig bietet die Höhle Schutz. Einfach eine Lösung erarbeiten, die er draußen sehr gut nutzen kann. Wird es zu viel, suchen die Kleinen gerne Schutz. Dann in die Höhle nehmen und gemeinsam die Außenwelt beobachten. Wenn er wieder raus möchte um die Umgebung zu erkunden, kann er lernen, da er immer noch einen Sicherheitsanker hat. Ich würde auch die Zeiten sehr kurz halten und Zeit zum verarbeiten geben. Auch mal Spielen, um Stress abzubauen ...
Ich bin mit Newton jeden 2. Tag für 5-10 Minuten zu einem Baumarkt gefahren. Mal in den Einkaufswagen gesetzt und habe ihn gefahren, mal Eisen aufeinander geschlagen, über verschiedene Untergründe laufen lassen... war ihm etwas unangenehm, hatte er immer einen Rückzugsort zwischen meinen Beinen. Dann wieder nach Hause und verarbeiten lassen.
 
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Sylvia
15. Feb. 13:23
Ich würde den Hund nicht unbedingt umarmen. Natürlich darf man den Hund damit nicht alleine lassen, aber wenn ich den Hund umarme und evtl signalisiere, dass ich selbst Angst habe und mich an ihn festhalten muss, wird es ggf. noch schlimmer… Ein Trainer wird sicher helfen können, evtl auch ein souveräner Hund der mitgeht. Bis das entspannter ist, würde ich wahrscheinlich mit dem Hund 5 Minuten raus fahren (wenn er Auto fahren kann).
Ich meinte eher umrahmen und Sicherheit geben. Nicht bedauern. Wenn Autos unvermeidbar dicht an uns vorbei fahren mussten, habe ich sie zwischen den Beinen geparkt und die Hand vor ihre Brust gelegt. So konnte ich zusätzlich panisches Ausweichen verhindern. So war‘s gemeint😊
 
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Michelle
heute 11:04
Bei uns war es ähnlich. Oskar kannte mit 15 Wochen noch gar nichts, wurde bei Züchter nur drinnen gehalten. Anfangs die ersten 4-5 Wochen war Gassi-gehen kaum möglich, weil er vor allen Geräuschen Angst hatte. Geholfen hat dann glaube ich me. Balkon. Er sitzt jetzt gerne da und beobachtet alles von der Straße. Jetzt traut er sich mehr und mehr die Wege auch auf dem Bordstein zu machen :)