Ich gebe dir im Prinzip recht, Ewelyn! Aus der Wohnzimmerperspektive im Sinne von "Familienhund, der schöne Aktivitäten geboten bekommt und Anschluß an die Familie hat ", ist das nicht schön und mir schmerzt auch das Herz, wenn er so um Aufmerksamkeit betteln MUSS! Ich habe auch einen Hund, damit er immer (meistens) dabei sein kann, er an meinem Leben teilhaben kann und ich an seinem. Er ist Hund und er darf Hund sein, aber dennoch ist er Freund, Familienteil und nicht wegzudenken. Mein Leben ist auf "Hund" ausgerichtet, weil ich das so möchte und mir so ausgesucht habe, inkl. Job, Freizeit und generell. Um den Bogen zum Thema "Anfängerhund" zu bekommen: Das sind Dinge, auf die man vorbereitet sein muss, als Hundehalter, es zieht sich immer durch jeden ganzen Tag. Ein Hund darf also auf keinen Fall aufs Abstellgleis rangiert werden, nur weil er unbequem ist oder man falsch geplant hat. D'accord!
Man darf dabei aber nicht vergessen, dass manche Hunde aus völlig anderen Gründen angeschafft wurden, als dir und mir und den meisten hier im Sinn standen! Nämlich manchmal einfach als funktionale und funktionierende Werkzeuge, als Arbeiter und Helfer und nicht als Freund oder Begleiter! Dieser Schäferhund aus deiner Nachbarschaft wurde vielleicht einfach dafür angeschafft, Haus und Hof oder die Firma zu bewachen und "präsent" zu sein. Dafür wurden solche Rassen seit Jahrtausenden geschaffen und eingesetzt. Eigentlich sogar der aller ursprünglichste Grund, warum der Wolf zum Hund würde: er war kooperationsbereit, half dem Menschen bei Jagd und Schutz und bekam dafür Unterkunft und Essen. Wenn also ein robuster Schäferhund für seinen ursprünglichen Zweck verwendet wird, nämlich zu bewachen und zu beschützen und alles beisammen zu halten, finde ich das erstmal nicht verwerflich. Selbst wenn der Hund draußen im Zwinger lebt – Hey, ein Schäferhund kann das, wenn er dran gewöhnt ist. Vielleicht hat er in seinem Zwinger ja ne Heizung im Winter und gutes Futter. Weisst du es mit einem Blick aus dem Fenster? Besuch die Nachbarn doch mal. Ich stimme dir zu, dass der Hund nicht vereinsamen soll und Anschluß braucht und er mindestens 2h täglich ausgeführt werden und was anderes erleben sollte. Absolut! Da gibt es inzwischen auch ein Gesetz für. Aber mal ehrlich, Wieviele Dackel oder Malteser oder Kuschelwuffs, die bei Oma Kunze auf der Couch leben, haben ein aktives, erfülltes Leben und rennen täglich 4h im Wald rum? Ich glaube recht wenige. Wenn die 3x täglich 10 Minuten rauskommen, haben die Glück.
Wir dürfen unsere ehrgeizigen Ambitionen, den Hund glücklich zu machen, nicht automatisch auf jeden übertragen. Jede Situation ist anders. Und nicht weil wir etwas als richtig oder falsch einschätzen, trifft das auch zu. Nur mal allgemein...
Dass der Hund nebenan mehr Aufmerksamkeit braucht, ist offensichtlich. Geh doch mal rüber und rede nett mit den Leuten und frag nach. Vielleicht geht der Herr des Hauses mit dem Hund ja nachts über Feld und Flur und du siehst es nur nicht... So einen Fall kenne ich auch. 😉
Ich hatte mich mal mit der Dame unterhalten. Die Familie hat 3 kleine Kinder. ☺️Als Nello so 3 Monate alt war standen wir vor dem Tor und der Schäferhund guckte schon neugierig unter dem Schlitz hervor als ich mit Nello um die Ecke kam. Beide hatten sich bis dahin prima verstanden. An einem anderen Tag wollte ich mit Nello nach Hause gehen und da kam dann die Besitzerin raus die Mama von der Familie. Sie fand Nello hübsch und ihr Schäferhund wollte mit Nello spielen. Dann gabs nen Moment wo der Schäferhund von Nello zu sehr bedrängt wurde als Jugendlicher und hatte ihm ne Ansage gemacht wo der Schäferhund fast Nello gebissen hätte. Die Besitzerin hatte mit ihrem Schäferhund sofort geschimpft. Aaron das macht man nicht“ usw … ich hatte sie gefragt, ob sie ihn auch mal mit anderen Hunden spielen lassen wegen Sozialkontakt. Sie meinte nein, weil es wenige Hundebesitzer mit Hunden gibt die Interesse dran haben mit ihm zu spielen. Er ist negativ bekannt in der Nachbarschaft. Jeder kennt Aaron der ständig bellende schäferhund egal ob Mensch , Auto, Radfahrer, Fußgänger oder Hund. Jeder wird angebellt und das so aggressiv das die Leute Angst haben. Ich hatte sie dann auch gefragt, ob sie mit ihm spazieren gehen. Sie sagte mir „ ja im Wald an der Schleppleine“ aber eigentlich geht sie sehr selten mit ihm raus da er abhauen würde. Ich hatte sie gefragt, ob sie mit ihm Rückrurtraining aufgebaut haben. Sie meinte sie hätten es bei professionell Hundetrainern Stunden genommen aber gebracht hat es nichts. Deshalb darf er auch nie frei rumlaufen, weil er sonst abhaut. Ich hatte ihr dann angeboten Hilfe zu geben und das ich ihr es zeige wie man es richtig macht. Ich hatte ihr auch einen Termin vorgeschlagen wann wir uns treffen können. Sie meinte ne hat keine Zeit, muss viel arbeiten und die Kinder müssen zur Schule und eigentlich macht es ihr auch kein Spaß mit ihrem Schäferhund zsm zu arbeiten da die trainingsstunden beim Hundetrainer eh nichts gebracht haben. Ich hatte ihr aber auch gesagt, dass ein Schäferhund Auslauf braucht um ausgeglichen zu sein. Da meinte sie nur „ ach wieso Auslauf hier im Garten kann der doch genug frei rumlaufen und ich muss nicht Angst haben, dass er abhaut“ 😂🙈
Peter. Er bekommt bestimmt sein Futter im Haus drin. Aber einen Zwinger hat er nicht. Er hat nur den Garten, eine kleine Hundehütte und den Pavillon wo er 99% des Tages verbringt. Mir ging es jetzt nur darum, dass auch ein Hund zur Familie gehört und Anschluss braucht um nicht zu vereinsamen trotz Garten. Nur darum ging es mir. Dagegen hat Nello bei uns ein Luxus Leben. Liebe 24/7, Futter 3x am Tag , Auslauf, pflege, spiel , Spaß, Training, Abenteuer usw.
Mich hatte dann eine andere nette Dame angesprochen die Nello von klein auf kennt wir unterhalten uns immer kurz und haben Austausch. Ich hatte ihr dann die Story erzählt sie kennt den Hund selber. Als ich ihr dann sagte, dass die Besitzerin zu mir meinte sie ginge mit ihm in den Wald an der Schleppleine meinte die ältere Dame zu mir, dass das völliger bullshit sei. Die gehen nie mit ihm raus, weil die keine Zeit haben die sind immer auf Achse. Die ältere Dame selbst hat einen malteser-Terrier Mix wo sie mit ihm 4 x täglich im Wald ist und sie hätte den Schäferhund noch nie gesehen.
Ein Hund ist niemals ein isolierter Hund der ständig darum betteln muss um von dir als Besitzer liebe und Zuneigung zu bekommen. Ein Hund sollte ein Begleiter sein der mit dir durch dick und dünn geht. Aber er sollte niemals alleine irgendwo isoliert und vereinsamt gehalten werden 😁