Was meiner Hündin im Umgang mit Stress im Alltag enorm geholfen hat, ist sich wirklich Zeit zu nehmen für die Spaziergänge.
Lieber weniger (Kilo)Meter an Gesamtstrecke gehen und sich mit den Reizen intensiver auseinandersetzen, als mit ganz vielen Dingen in Kontakt zu kommen und dabei immer weiterzulotsen. Dem Hund die Chance zu geben zu beobachten, Gerüche aufzunehmen, die Lage einzuschätzen und ihn nicht durchgehend in seinem Tun abzubrechen. Wenn man genau hinschaut passiert da so viel zwischen den Hundeohren, während er vermeintlich „nichts“ tut. Beobachten lassen kann Gold wert sein.
Benötigt der Hund anschließend oder dabei die Möglichkeit den Stress umzusetzen? Mag er eine Runde laufen, Zergeln, Streufutter auf den Boden suchen, was zocken? Hilft Körperkontakt und anlehnen? Was dreht weiter hoch und was hilft wirklich die Erregung zu senken? Wäre in der Situation selbst mehr Abstand zum Reiz notwendig gewesen?
Kann er noch vor Ort bleiben oder muss dringend weiter, benötigt mehr Sicherheit? Wie die Steffi schon sagte, Ruhepausen nach Aufregung können hilfreich sein, selbst wenn der Pegel nur ein kleines bisschen dabei sinkt. Viele Hunde schaffen es noch gar nicht, komplett zu entspannen, manchmal geht aber eine ruhigere und konzentriertere Tätigkeit abseits vom Trubel und holt den Hund einen Ticken runter.
Mir persönlich gefällt es viel besser Runden zu gehen. Aber gerade dort wo viel los ist, viele Gerüche oder aufregende Sichtreize, bringt es für den Hund häufig mehr Sicherheit den selben Weg hin- und zurückzugehen. Auf dem Hinweg wird vieles oberflächlicher untersucht, während sich auf dem Rückweg intensiver mit einzelnen Dingen beschäftigt wird.
Zu Hause angekommen, kann man schauen, wie die Runde nachwirkt.
Ist der Hund zufrieden und kommt gut zur Ruhe? Oder muss er sich in Zoomies oder anderen Dingen entladen? Falls ja, tut es vielleicht auch erstmal ein kürzerer, weniger intensiver Spaziergang.