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Ilka
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 80
zuletzt 11. Feb.

Trainingsmotivation

Hello! Ich bin jetzt mit meinem Hund, 7 Monate alt, in der Hundeschule. Da (und zu Hause auch meistens) reagiert er nicht auf Leckerchen. Andere halten ihren Hunden ein Leckerchen hin und das motiviert, egal ob für Kommandos oder Leinentraining. Spielzeug vor die Nase halten bringt auch nichts. Da bleibt nur meine Stimme, dafür ist er allerdings zu abgelenkt, aufgeregt und auch etwas ängstlich… zB ‚Sitz‘ macht er, aber nur drinnen. Er ist seit 3 Monaten bei uns. Habt ihr eine Idee oder Alternative zum Leckerchen, hab auch schon viel ausprobiert. Interessiert ihn wenig. Bin für jeden Tipp dankbar.
 
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Maria
9. Feb. 17:05
Sicher bin ich das ich arbeite mit ihr in der Hundeschule und es macht Spaß
Dann haben wir wohl einfach unterschiedliche Einstellungen.

Ich sehe mich nicht als Arbeitgeberin.

Ich würde auch nichts für (und mit) meinen (meinem) Arbeitgeber tun, wenn der mich nicht bezahlen würde.
 
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Sonja
9. Feb. 17:43
Aber er nimmt doch keine Leckerlis, weil er zu aufgeregt ist. Ich möchte noch mal etwas zu Grenzen setzen schreiben. Das ist oft so negativ belegt aber ein Hund dem die Sicherheit fehlt, (zu aufgeregt, ängstlich um Leckerli zu nehmen) kann man z.b. ganz gut mit Deckentraining zur Ruhe bringen. Er merkt, dass er in diesem Moment entspannen kann und keine Verantwortung für seine Umwelt oder seinen Besitzer übernehmen muss. Das ist nur ein Beispiel. Klar sein, wie Jörg schreibt, finde ich auch gut. Dein Hund sollte wissen was du von ihm möchtest. Überleg dir, was gerade für euch Priorität hat, dass müssen auch noch keine Dinge wie Sitz oder Platz sein. Wirklich wichtig finde ich, dass du sicher bist und Sicherheit ausstrahlst. Laß dich nicht verunsichern wenn du eine Methode findest die für euch passt. Dein Hund merkt ob du dahinter stehst.
Ich habe selber einen Angsthund mit Panikattacken gehabt.
Als ich Minou im Alter von 11 Monaten bekam kannte sie nichts ! Nur Angst und Hunger !
- Angst vor Futter
- nichts annehmen
- zu etwas "zwingen" (überreden) ging gar nicht, da ging sie rückwärts.
Sie kannte nichts !
War ständig überfordert !
Ihre Box = Sicherheit !
Es hat viel Zeit und Geduld gekostet, Minou wurde immer wieder kurz an ihre Grenzen gebracht, um dann wieder herausgenommen zu werden.
Wir haben in den etwas über 3 Jahren viel erreicht aber Leckerlis sind inzwischen gerne gesehen aber absolut nicht nötig.
Ein ausgiebiges Lob ist die größere Belohnung
 
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Ilka
9. Feb. 22:26
Noch eine andere Frage - was nutzt du aktuell als Leckerli? Hast du unterschiedliches ausprobiert?
Ich hab mega viele ausprobiert, sind kurz interessant dann nicht mehr….
 
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Ilka
9. Feb. 22:28
Da habt in der kurzen Zeit ordentlich was geschafft. Kannst du mit Steffis Kommentaren etwas anfangen, Ilka? Die finde ich ziemlich gut. Hast du da mehr Fragen zu, oder benötigst du konkretere Antworten? Passt dir etwas daran nicht, was man klären könnte? Vielleicht würde sich zunächst ein Einzeltraining etwas besser eignen, weil dort individueller darauf eingegangen werden kann, wie ihr Rico optimal unterstützen könnt? 😊 Für mich liest es sich auch so, als wäre es aktuell noch ein wenig zu viel und das die Lösung weniger darin liegt ein perfektes Trainingstool zu finden. Wenn du üben möchtest, dass Rico länger im Sitz bleibt, würde ich mir zunächst einen Ort suchen, wo er Sitz schon leisten kann und auch Leckerchen annimmt. Vielleicht zuhause ohne Ablenkung. Eine von vielen Möglichkeiten, um eine Position länger zu halten, wäre z.B. festfüttern. Kennst du das, oder magst du dafür eine Erklärung haben?
Ich glaube ich sollte es langsamer angehen und mich über das erfreuen was schon toll klappt und werde einiges hier beherzigen.
 
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Kirsten
9. Feb. 22:40
Er spielt, apportiert oder schmust mit Stofftieren. Er frist auch mal ein Leckerchen, oder schleppt das durch die Gegend…. Aber draußen ist er abgelenkt und auch etwas ängstlich. Er hat halt nicht DAS Leckerchen wofür er alles tun würde und auch kein bestimmtes Spielzeug 🙁
Wenn er draußen nichts frßt oder nicht spielt, wird er mit den Situationen draußen vor Ort beschäftigt und/oder überfordert sein. Bei Streß und /oder auch Angst wird kein Leckerlie helfen. Hund futtern dann nicht.
 
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Sebbi
10. Feb. 06:20
Hey Ilka, dass er draußen gar nichts nimmt – weder Spielzeug noch Super-Leckerchen – ist ein ganz deutliches Zeichen. Dein Hund ist im Überlebensmodus. Wenn das Stresslevel so hoch ist, schaltet der Körper die Verdauung ab. Er ist dann physisch gar nicht in der Lage zu fressen oder zu lernen.

Dass er erst seit drei Monaten bei dir ist und jetzt voll in die Pubertät kommt, macht die Sache natürlich nicht einfacher. In dieser Phase wird das Gehirn quasi „wegen Umbau geschlossen“, und die Bindung zu dir ist noch gar nicht gefestigt genug, um ihm in der stressigen Hundeschule den nötigen Halt zu geben.

Ganz ehrlich: Ich würde mal Gedanken machen, ob eine und diese Hundeschule in dieser Form gerade das Richtige für euch ist. Eine gute Hundeschule würde dich nämlich genau darauf hinweisen. Ein guter Trainer sollte sehen, dass er innerlich dichtmacht, und dir raten, erst mal mehr Distanz zu suchen oder vielleicht sogar erst mal an der Vertrauensbasis und der Bindung an einem ruhigen Ort zu arbeiten, damit sich dein Hund bei dir sicher und geborgen fühlt. Erst wenn dieses Fundament steht, ist sein Kopf überhaupt wieder bereit für Training.
Alles andere stresst euch beide gerade nur unnötig.

Deine Situation ist übrigens gar nicht ungewöhnlich. Ich hatte gestern selbst Training mit meinem Sebbi im Verein. Die ersten 15 Minuten war er auch wieder im „Kein Anschluss unter dieser Nummer“-Modus. Da war der Duft des Rasens, der Duft der Mädels (Er war der einzige Rüde) und der Drang zum Spielen einfach vorherrschend. Pubertät eben!
 
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Kirsten
10. Feb. 08:57
Ich glaube ich sollte es langsamer angehen und mich über das erfreuen was schon toll klappt und werde einiges hier beherzigen.
Das klingt prima. Ihr findet euren Weg ☺️🐾

Zum Thema Hund und Stress gibt es mittlerweile sehr viele Bücher auf dem Markt, die Zusammenhänge nachvollziehbar beschreiben und auch Tipps enthalten, die für das Forum oder den Rahmen einer Trainerstunde zu umfangreich sind.

Vielleicht wäre das für Dich auch eine Option?
 
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Kirsten
10. Feb. 13:21
Was meiner Hündin im Umgang mit Stress im Alltag enorm geholfen hat, ist sich wirklich Zeit zu nehmen für die Spaziergänge.
Lieber weniger (Kilo)Meter an Gesamtstrecke gehen und sich mit den Reizen intensiver auseinandersetzen, als mit ganz vielen Dingen in Kontakt zu kommen und dabei immer weiterzulotsen. Dem Hund die Chance zu geben zu beobachten, Gerüche aufzunehmen, die Lage einzuschätzen und ihn nicht durchgehend in seinem Tun abzubrechen. Wenn man genau hinschaut passiert da so viel zwischen den Hundeohren, während er vermeintlich „nichts“ tut. Beobachten lassen kann Gold wert sein.

Benötigt der Hund anschließend oder dabei die Möglichkeit den Stress umzusetzen? Mag er eine Runde laufen, Zergeln, Streufutter auf den Boden suchen, was zocken? Hilft Körperkontakt und anlehnen? Was dreht weiter hoch und was hilft wirklich die Erregung zu senken? Wäre in der Situation selbst mehr Abstand zum Reiz notwendig gewesen?
Kann er noch vor Ort bleiben oder muss dringend weiter, benötigt mehr Sicherheit? Wie die Steffi schon sagte, Ruhepausen nach Aufregung können hilfreich sein, selbst wenn der Pegel nur ein kleines bisschen dabei sinkt. Viele Hunde schaffen es noch gar nicht, komplett zu entspannen, manchmal geht aber eine ruhigere und konzentriertere Tätigkeit abseits vom Trubel und holt den Hund einen Ticken runter.

Mir persönlich gefällt es viel besser Runden zu gehen. Aber gerade dort wo viel los ist, viele Gerüche oder aufregende Sichtreize, bringt es für den Hund häufig mehr Sicherheit den selben Weg hin- und zurückzugehen. Auf dem Hinweg wird vieles oberflächlicher untersucht, während sich auf dem Rückweg intensiver mit einzelnen Dingen beschäftigt wird.

Zu Hause angekommen, kann man schauen, wie die Runde nachwirkt.
Ist der Hund zufrieden und kommt gut zur Ruhe? Oder muss er sich in Zoomies oder anderen Dingen entladen? Falls ja, tut es vielleicht auch erstmal ein kürzerer, weniger intensiver Spaziergang.
 
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Maria
11. Feb. 08:59
Wie gehts euch beim spazieren gehen?
Leckerlis haben wir gemerkt ist sowieso ab 8 monaten dann ein problem weil angewohnheit - ich machs bur wenn ich dafür etwas bekomme. Wenn man dann mal kein leckerli hat oder nicht am trainingsplatz ist funktioniert kaum noch was. Die jugendzeit die dann bei auch bald beginnt bzw bei kedem hund bisschen früher/später ist aber so ab 8.monat ist dann sowieso „eigener kopf“ und mehr ausprobieren.
Ich würd sagen Zeit geben.
Ohne leckerli trainieren auf vertrauen und gemeinsame Kommunikation.
Wegen dem walk
Eine Arbeitskollegin hatte ein ähnliches problem. Sie hat das dann gelöst in dem sie die walks geändert hat.
Kurze leine und der hund muss immer neben einem oder hinter einem gehen - das hat ihre verbindung gestärkt und auch Aufmerksamkeitsspanne trainiert sodass ihm die anderen übungen dann leichter fielen. Vielleicht ein tipp wenn du es eh nicht sowieso schon machst!
Sonst würde ich mich auch anschließen und sagen übung, geduld und zeit und das alles am besten ohne leckerlis ab dem fortschreitenden alter (langdam audöaufen lassen) ansonsten ist man immer ein wandelnder futterautomat und der hund hört nur mit futter

Alles Gute euch!
 
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Franziska
11. Feb. 09:14
Guten Morgen 😃
Ich habe mal gehört, dass es oft funktioniert, wenn man ein Spielzeug sucht ( was ihnen auch
Wirklich gefällt ) und es dann nur zur Belohnung hernimmt - klappt natürlich nur, wenn man ein Spielzeug findet an dem auch wirklich Interesse besteht 😊 hast du es schon mal mit Käse probiert? Mag er das auch nicht? Das war damals der Tipp bei unserer letzten Hündin 😊