Ja klar bin ich da stolz auf meinen Superburschi.
Aber der Härtetest steht noch aus: ‚Knapp vor der Nase vorbeirennendes Wild‘. 🤔
Mit meinem Beagle hatte ich damals so ein Erlebnis – der ging dann erst mal auf Exkursion. 🤭
Dieses Gefühl, wenn der Spurlaut immer leiser wird ... kein angenehmes Gefühl! 😳
Anstatt mit dem Erreichten zufrieden zu sein, will man eben immer mehr. 😇
Bis jetzt hatten wir nur Wild, das in größerer Entfernung vorbei eilte. Das hat Sebbi zwar zur Kenntnis genommen, aber es war für ihn scheinbar nicht von Belang.
In aktuellen Fall hatte ich das Belohnen völlig vergessen, obwohl ich das eigentlich immer mache.
Aber sag mal: Warum sollte ich die Leckerli-Belohnung eigentlich Stück für Stück ausschleichen lassen?
Die Antwort hat gerade Nancy gegeben. MIR würde das nicht reichen. Mein Rüde würde auch keinen Sinn darin sehen, für Leckerchen Wild stehen zu lassen. Mal nüchtern betrachtet: Leckerchen gibt es fürs Schauen, für ein Platz, für ein Sitz ... (die Liste ist unendlich). Irgendwann muss es immer hochwertigere Leckerchen geben.
Ich mache viel über die intrinsische Motivation. Ich gebe ihm das Gefühl, dass er etwas toll gemacht hat. Ich freue mich, bin stolz auf ihn, tobe mit ihm ... Alles, was mit einem sozialen Miteinander zu tun hat. Das hat einen sehr hohen Stellenwert beim Hund. Erinner Dich an Dein Gefühl, als Du stolz auf ihn warst. Das spürst Du doch jetzt noch und macht Dich glücklich, oder? Du hast doch sicherlich auch Eure Bindung gespürt. Da Hunde sehr feinfühlig sind, spüren sie auch dieses Gefühl ubd das hast Du immer mit dabei 😉. Sich gemeinsam freuen ist doch was wunderbares. Warum dies mit Leckerchen unterbrechen?
Ich nutze Leckerchen, um einen Trick aufzubauen, ein bestimmtes Verhalten zu verstärken, damit der Hundgenau versteht, was ich meine. Gleichzeitig aber freue ich mich über jeden kleinen Fortschritt. Wenn er das Verhalten dann von sich aus zeigt, also intrinsisch motiviert ist, dann braucht es keine externe Verstärkung mehr. Das erlernte Verhalten selber gibt das gute Gefühl. Es spricht grundsätzlich gar nichts gegen eine externe Belohnung. Es muss nur die Richtige sein. Mein Hund bekommt ein Spielzeug. Das findet er aber nur gut, wenn ich dann auch mit ihm zergel. Das Spielzeug alleine ist nicht wirklich interessant. Ihm geht es um das "Gemeinsam".
Es gibt so viele Möglichkeiten, mit seinem Hund über die soziale Ebene zu kommunizieren.
Beispiel aus unserer jagdlichen Geschichte. Newton hat die Hütehundveranlagungen, entsprechend auch jagdliche Ambitionen. Er arbeitet sehr gerne und dies am Liebsten mit mir zusammen. Als Teainingsgeundlage habe ich mir also seine genetischen Veranlagungen angeschaut. Tolle Voraussetzungen eine Aufgabe gemeinsam zu lösen. Ich bin den Weg des Anzeigeverhaltens gegangen. Enten zeigt er mir mit Blicke an (er bleibt stehen, schaut zu den Enten, dann mich an, dann wieder die Enten, dann wieder mich). Ich freue mich dann und ich entscheide, wie es weitergeht. Mäuse zeigt er, indem er ein Platz vor einem Mauseloch macht. Ich entscheide dann, wie es weiter geht. Beides hat er mir angeboten und ich habe sein Anzeigeverhalten gelobt. Im Prinzip habe ich ihn das Rad erfinden lassen. Es geht jetzt hier zu weit, den genauen Aufbau zu erklären. Aber dieser Weg hat extrem viel für unsere Bindung getan.
Den Rückruf, um zum Thema zurückzukommen, wende ich nur an, wenn es erforderlich ist. Weil ein anderer Hund kommt ... aber auch, weil ich ihn einfach in diesem Moment bei mir haben möchte, um zu spielen, zu berühren ... . Ich rufe ihn nicht einfach nur, weil ich dem Rückruf überprüfen möchte oder ohne Grund. Ich nehme meinen Hund ernst. Wenn er sein Schnuppern unterbrechen soll, dann sollte es auch einen ehrlichen Grund haben.
Und zur Verwirrung: wenn ich gerade Lust habe meinem Hund ein Leckerchen zu geben und er gerade nachts besseres zu tun hat, dann gebe ich ihm vom Herzen gerne ein Leckerchen. Zu Hause ist es ein Knochen 🤣.
Ich hoffe, ich konnte verständlich erklären, worin ICH die Unterschiede sehe. Das ist mein Weg und MEINE innere Überzeugung.