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Tina
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Anzahl der Antworten 8
heute 04:34

Nicht alleine bleiben wollen - FOMO?

Wenn ich im Homeoffice bin, döst unser 4,5 jähriger Chihuahua Mix entspannt im Schlafzimmer, während ich im Arbeitszimmer am Schreibtisch sitze. Ich kann in der Wohnung hin und her laufen und er rührt sich nicht. Aber kaum, dass ich die Wohnung verlassen will, steht er parat. Er kann schlecht alleine bleiben. Dann ist er gar nicht mehr entspannt und ignoriert alles, mit was er sich die Zeit vertreiben könnte - versteckte Leckerlis etc. und wartet angespannt, bis wir wieder kommen.
Wie kann ich mit ihm üben, dass er einfach weiter chillen kann - ob wir nun da sind oder nicht. Denn offensichtlich schafft er es innerhalb der Wohnung entspannt alleine in einem Zimmer zu sein - solange wir uns in der Wohnung aufhalten
 
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Caro
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25. Sept. 21:09
Lucy hat es geholfen, den Raum zu begrenzen, den sie glaubte "bewachen" zu müssen wenn sie allein war. Sie ist heulend im ganzen Haus herum gewandert und sogar auf dem Klavier gestanden (damit sie aus dem Fenster gucken kann). Ich habe also alle Türen verschlossen und sie auf Wohnzimmer und Küche begrenzt. Und dann langsam anfangen, minutenweise steigern.
Wie Tina schon schreibt, den Hund erstmal richtig ankommen lassen! Das dauert, je nach Hund, zwischen 3 Monaten bis zu einem Jahr, bis er sich "richtig" zuhause fühlt, Vertrauen gefasst und Routinen und Abläufe gelernt hat, eine Beziehung zu euch aufgebaut hat, sich zuhause auch alleine sicher fühlt.

Wir haben anfangs Mini Schritte gemacht, von 2 auf 5 Minuten hat Wochen gedauert. Danach ging es immer besser, die Schritte wurden größer und heute bleibt Lucy absolut problemlos allein zuhause.
Ich finde es auch wichtig, mich zu verabschieden. Natürlich kein großes Drama, sondern ich kraule sie kurz hinter den Ohren und sage ihr, dass sie lieb sein und schön schlafen soll. Sie guckt mich dann immer aus halbgeschlossenen Augen an, als wolle sie sagen "Hau schon ab, ich komm klar" 😂

Es ist viel Arbeit, aber ihr schafft das! 💪
Nur Geduld!
 
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Tina
25. Sept. 18:50
Wie hast du denn das Alleinesein trainiert und aufgebaut? Gibt es einen Vorgeschichte? Ist der Hund eher unsicher?
 
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Tina
25. Sept. 19:48
Er ist tatsächlich erst seit einem Monat bei uns. Er war war vorher ca. 5 Monate im Tierheim und war vorher bei einer älteren Dame - vermutlich war er dort wenig allein. So richtig trainiert haben wir das Alleinsein bisher noch nicht. Wir waren eigentlich recht optimistisch, weil er so entspannt den Tag über alleine im Zimmer ruht. Aber als wir einmal einkaufen waren, war er danach sehr aufgewühlt als wir zurück gekommen sind.
Er ist tatsächlich sehr unsicher und hat(te) auch ein Strullerproblem, zB beim Geschirranlegen. Aber das macht er mittlerweile gar nicht mehr
 
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Tina
25. Sept. 20:12
Danke für Deine Antwort. Bei einem Hund mit "Vergangemheit" und Unsicherheit würde ich mit dem Alleinsein erst beginnen, wenn er sich eingewöhnt hat. Das ist von Hund zu Hund individuell.

Dann schrittweise und langsam. Minutenweise anfangen. Er muss dass Alleinsein lernen. Lernen, dass ihm dann nichts passiert. Vielleicht auch mit Hilfe eines Trainers.
Das ist ein ganzheitliches Problem, je mehr du ihm Resilienz vermittelt, desto eher kann er mit Alleinsein umgehen. Er muss das Gefühl bekommen: ich habe die Kontrolle, mir passiert nichts auch wenn ich alleine bin.
 
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Tina
25. Sept. 20:35
Genau diese Selbstsicherheit möchte ich ihm auch geben. Aber wo/wie fange ich an ?
 
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Caro
25. Sept. 21:09
Lucy hat es geholfen, den Raum zu begrenzen, den sie glaubte "bewachen" zu müssen wenn sie allein war. Sie ist heulend im ganzen Haus herum gewandert und sogar auf dem Klavier gestanden (damit sie aus dem Fenster gucken kann). Ich habe also alle Türen verschlossen und sie auf Wohnzimmer und Küche begrenzt. Und dann langsam anfangen, minutenweise steigern.
Wie Tina schon schreibt, den Hund erstmal richtig ankommen lassen! Das dauert, je nach Hund, zwischen 3 Monaten bis zu einem Jahr, bis er sich "richtig" zuhause fühlt, Vertrauen gefasst und Routinen und Abläufe gelernt hat, eine Beziehung zu euch aufgebaut hat, sich zuhause auch alleine sicher fühlt.

Wir haben anfangs Mini Schritte gemacht, von 2 auf 5 Minuten hat Wochen gedauert. Danach ging es immer besser, die Schritte wurden größer und heute bleibt Lucy absolut problemlos allein zuhause.
Ich finde es auch wichtig, mich zu verabschieden. Natürlich kein großes Drama, sondern ich kraule sie kurz hinter den Ohren und sage ihr, dass sie lieb sein und schön schlafen soll. Sie guckt mich dann immer aus halbgeschlossenen Augen an, als wolle sie sagen "Hau schon ab, ich komm klar" 😂

Es ist viel Arbeit, aber ihr schafft das! 💪
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J
25. Sept. 21:31
Ihr müsst den Hund das alleine bleiben von Anfang an beibringen.

Wir haben mit dem reinen Jacke anziehen angefangen (und direkt wieder aus).
Wenn der Hund das ignoriert, ins Treppenhaus und direkt wieder rein. Die ersten Schritte haben wir in 5 Sekunden Schritten gesteigert.

Wenn du nicht weißt worauf du achten musst, hol dir einen Trainer dazu
 
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Tina
heute 02:37
Genau diese Selbstsicherheit möchte ich ihm auch geben. Aber wo/wie fange ich an ?
Auch das ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Folgende Erfahrungen habe ich gemacht Selbstsicherheit zu fördern:

- Aufgaben und Hürden selbst überwinden
- manche Hunde brauchen einen "Job" (Nasenarbeit, Mantrailing usw.)
- Entscheidungen selber treffen (z. B. Teile der Spazierstrecke den Hund entscheiden lassen)
- Ganz klare Strukturen im Alltag (feste Routinen, hier geht es um Berechenbarkeit)
- kein "Überbehüten"

Gerade der letzte Punkt ist sehr wichtig. Mitleid ist ein schlechter Begleiter bei Tierschutzhunden. Ein Mindset "oh, der Arme" steht einer Entwicklung im Wege. Die eigene Unsicherheit überträgt sich dann auf den Hund. Natürlich ist nicht gemeint den Hund durch Situationen zu zwingen.
Es geht darum, dass man Ruhe und Souveränität ausstrahlt. Der Hund benötigt einen Anker / Orientierung. Er beobachtet dich die ganze Zeit.

Auch der Job ist wichtig. Sehr häufig unterschätzt. Hunde benötigen Aufgaben. Ich hatte mal eine Panikhündin. Wegen ihr habe ich eine komplette Suchhundeausbildung gemacht. Mit jeder Suchaufgabe ist sie innerlich gewachsen. Nach zwei Jahre waren alle Ängste weg.

Der Rahmen muss stimmen. Der Hund braucht klare Strukturen. Wenn er mal was darf und es dann wieder nicht darf, fördert das massiv Unsicherheit. Regeln und Strukturen müssen immer gleich sein.

Alles natürlich mit der Voraussetzung, dass der Hund gesund ist. Hinter Unsicherheit können auch gesundheitliche Probleme stecken. Meine Tierschutzhunde durchlaufen immer zuerst einen großen Tierarztcheck.
 
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Jochen
heute 04:34
Ich würde auch gleich damit beginnen in Minischritten.

Zunächst empfehle ich dir, eine Kamera zu besorgen (am besten eine, in die man auch reinsprechen kann, manchen Hunden hilft das). Durch die Kamera kannst du später im Training am Verhalten des Hundes sehen, wann du wiederkommen musst. Die erste Regel ist, ab jetzt nie mehr so lange alleine lassen, dass er Stress bekommt, das würde euch „zurück auf Los“ setzen oder zumindest ordentlich zurückwerfen im Training.

Mein erster Schritt wäre zu schauen, ob es sich um Kontrollverhalten oder Verlustänste handelt.
Dazu drei Punkte anschauen:
- Jault er allein oder bellt er eher (du hast den Eindruck, er ist „wütend“-> Kontrolle). Hohes nach der Gruppe heulen -> eher Verlustangst.
- Wie verhält er sich, wenn du wiederkommst? Ist er „ruppig“, springt dich wild und respektlos an (so ein Bouncen) und bellt? Dann eher Kontrollverlust.
- Wie er ist, wenn du in der Wohnung das Zimmer verlässt, hast du ja schon geschrieben. Da er gechillt ist, glaube ich nicht, dass es Kontrollverhalten ist.

Ich denke, es sind eher Verlustängste die Ursache, ihm fehlt noch Sicherheit und Vertrauen, 1 Monat sind nicht viel. Baue das Alleinbleiben langsam und Schrittweise auf, das dauert nicht selten 1/2 Jahr oder länger.

Auch was Tina schrieb, halte ich für sehr wichtig im Kontext Alleinbleiben (aber auch sonst).

Suche dir eine Trainier:in oder mache dich selber schlau.