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Tara
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Anzahl der Antworten 30
zuletzt 29. März

Konzentration & Fokus steigern

In Quinn steckt Schäferhund, soviel ist sicher. Und das sie verdammt klug ist, hat sie uns auch schon mehrfach bewiesen. Nun das "Problem" Sie kann sich absolut nicht konzentrieren oder auf mich fokussieren. Im Haus tut sie für Leckerlis fast alles, dementsprechend weiß ich auch ganz sicher, dass sie versteht was ich will. Aber nach wenigen Minuten dreht sie völlig auf und rät was ich wollen könnte und hört nicht mehr richtig zu. Draußen fehlt der Fokus auf mich. Sie ist noch nicht allzu lange bei mir, aber schon gut angekommen, sodass ich das nun mit ihr ändern möchte. Habt ihr Tips oder Tricks die uns helfen könnten?
 
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Tara
29. März 18:00
Bei uns hat das Fusstraining sehr geholfen die Konzentration draußen zu steigern, ich sage mein Fusswort nur einmal und sie muss sich selbst darauf konzentrieren die richtige Position zu halten. Anfangs habe ich gemerkt, dass wir über 4 Minuten nicht hinaus kommen, da war die schon durch mit der Konzentration aber mittlerweile laufen wir schon 7 Minuten am Stück und steigern das natürlich noch weiter. Und das Dummytraining hilft bei uns auch sehr, da gibt es viele Übungen wo sie sich konzentrieren muss und mit mir zusammen arbeiten und es wird immer besser. Wenn ein Schäferhund drin ist würde ich das über Arbeit lösen, je nach Hund ein Apportiertraining oder was für den Hund halt passt. Wir machen auch Tricktraining, das macht sie auch gut aber da muss sie sich nicht so lange konzentrieren wie bei den anderen Sachen. Beim Agility finde ich auch da reagiert sie gut aber für die Konzentrationsfähigkeit hat mir das nicht sehr geholfen.
Das klappt bei ihr leider (noch) nicht. Von ihrem geliebten Futter will sie draußen nichts wissen
 
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Tara
29. März 18:02
Wozu überhaupt die ganzen Kommandos? Ich muss bei solchen Beschreibungen immer an einen Zirkus denken. Warum nicht Ruhetraining?
Wir machen doch auch ruhetraining?😅
Ich finde die genannten Kommandos extrem wichtig und ich hatte mich bewusst für einen "schlauen" Hund entschieden, um sie kopfmäßig auszulasten und Spaß mit ihr zu haben.
 
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Tara
29. März 18:03
So einen Hund habe ich auch. Ich vermute, dass Wiederholungen der Übung beim Hund wie eine Strafe ankommen. Bei uns hilft deutliches Lob, Pause und Übungen erst dann in Wiederholung verlangen, wenn sie wirklich sicher sitzen, abwechseln zwischen bewegungsintensiven Übungen, ruhige Übungen und selbständig auszuführenden Aufgaben. Selbständig auszuführen Aufgaben, z.b. Gegenstände suchen und apportieren kann sie ohne Frust gefühlt tausend mal hintereinander ausführen. Dafür ist sie geboren als Hütehund sie sieht das als Belohnung fürs warten, bis ich die Beute versteckt habe.
Das nehme ich mir mal raus und gucke wie ich das für uns umfunktionieren kann. Der Ansatz klingt sehr gut
 
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Tara
29. März 18:04
Tut mir leid aber mit diesem ständigen Ruhetraining kann ich nichts anfangen…. Ich lasse meine Hündin viel arbeiten und dann kommt die Ruhe von ganz alleine. Viele Rassen müssten meiner Meinung nach einfach mehr arbeiten, der Rest löst sich dann meistens von alleine. Einen arbeitswilligen Hund ständig zur Ruhe zu zwingen finde ich nicht gut. Wie gesagt meine Hündin arbeitet viel und ist sehr entspannt und ruhig Zuhause, auf dem Spaziergang aufmerksam und konzentriert ohne ständige Ruheübungen. Ich sehe das bei einem jungen arbeitswilligen Hund anders.
Dachte ich anfangs auch, aber wenn sie zu überreitzt ist, klappt nichts mehr und sie ist nur in Alarmbereitschaft. Das möchte ich persönlich nicht, daher empfinde ich das (in Bezug auf Quinn) extrem wichtig
 
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Tara
29. März 18:06
Ohne innere Ruhe keine Konzentration. Und ich würde zwischen ruhig und erschöpft unterscheiden. Ich dachte mir bis vor Kurzem auch wieder: eine Aktion am Tag tut den Hunden gut. Das war wirklich nicht viel. Ergebnis: Die Jüngste (Jack Russell Mix) konnte nachts nicht mehr durchschlafen und hatte auch tagsüber Probleme, zur Ruhe zu kommen. Und mein Jagdhund (Beagle-Bretone) ebenso plus permanentes Gekläffe. Als wir damit aufgehört haben, hat die Jüngste zwei Tage durchgeschlafen während Herr Biscotti noch mehr kläffte, weil er die Ruhe nicht (mehr) aushalten konnte. Ich würde von Sarah Both “Hund im Stress” empfehlen. Sie berichtet von einem Schäfer, der Borders züchtet und ausbildet. Lektion Nr.1: Alles bewegt sich, nur du nicht. Und das trainiert er ziemlich lange, bevor etwas anderes passiert. Sie berichtet auch von einer erfolgreichen Hundesportlerin (dt. Meisterin in…Ich weiß es nicht mehr). Die trainiert 2 -3 x die Woche und dann hauptsächlich Ruhe und Aushalten. Arbeits- und Gebrauchshunde sowie Jagdhunde sind für die Arbeit gezüchtet, ja, sie sind aber auch so gezüchtet, dass sie ihre eigenen Grenzen nicht mehr wahrnehmen. Biscotti hat z.B. Arthrose und Spondylose und eine permanente Lahmheit im Hinterbein. Trotzdem springt der über Mauern, die doppelt so hoch sind wie er oder verfolgt eine Faehrte, obwohl es für ihn körperlich schon viel zu viel ist.
Das kläff-problem haben wir auch, wenn ich nicht auf ruhe achte, sie bellt dann für jedes Geräusch und jede Bewegung 🥲
War echt erleichtert als ich den Zusammenhang herausgefunden hatte 😅
 
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Tara
29. März 18:08
Manche Hunde haben heute soviel „Programm“ das sie schon einen eigenen Terminplaner brauchen. Bei meiner Holly war ich anfangs auch übermotiviert und habe gelernt das sie ganz anders tickt wie meine anderen Hunde, und seitdem wir beide Ruhe einbauen und das Nervensystem mit einbeziehen merke ich wie sie lernt runterzufahren und sich auch mal selbst zu regulieren. Und 5 min Kopfarbeit sind für manchen Hund schon sehr anstrengend und anspruchsvoll. Auch da lieber Anfsngs 5 x täglich 1 min .
Das sehe ich auch so.
Ich denke mal, dass Quinn das einfach nie gelernt hat. Sie kann mit vielen reizen nicht umgehen und hat nie so richtig Geduld gelernt
 
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Aga
29. März 18:28
Dachte ich anfangs auch, aber wenn sie zu überreitzt ist, klappt nichts mehr und sie ist nur in Alarmbereitschaft. Das möchte ich persönlich nicht, daher empfinde ich das (in Bezug auf Quinn) extrem wichtig
Das verstehe ich, allerdings ist der Hund bei dem entsprechenden Training für ihn nicht überreizt. Da ist für mich deutlich n Unterschied ob der Hund konzentriert arbeitet oder überreizt ist, danach tritt für mich echte Ruhe ein. Aber das ist jedem seins.
 
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Babs
29. März 19:44
Nein😅
Ok, Shaping bedeutet "freies Formen". Man benötigt einen Clicker oder ein Markerwort.

Im Vorfeld überlegt man sich eine Aufgabe, die der Hund lösen soll.
Z. B. Eine Socke in eine Kiste legen.

Beim Shaping wird nicht geredet und auch sonst keine Hilfestellung gegeben! Die einzige Hilfe für den Hund ist der Clicker oder das Markerwort.

Ohne ein Wort stellt man die Kiste hin und legt die Socke daneben. Sobald der Hund die Socke anschaut ... click. Bewegt sich der Hund zur Socke ... click.
Alles, was zum Ziel führt, wird mit dem Clicker oder dem Markerwort bestätigt und zwar im Timing. Schaut der Hund weg, passiert nichts. Hat er die Aufgabe gelöst, gibt es den Jackpot wie Leckerchen, soziales Spiel ...

Fehlerquellen:
1. Man ist nicht im Timing und bestätigt somit nicht das, was zum Ziel führt.
2. Man bestätigt etwas, was nicht zum Ziel führt.
3. Man lässt den Hund nicht nachdenken.

Beim ersten Mal sollte man eine einfache Aufgae nehmen. Mein Beispiel hört sich einfach an, aber der Hund weiß ja noch gar nicht, was er tun soll. Vielleicht einfach erst mal damit anfangen, dass er die Socke ins Maul nimmt. Er soll ja auch schnell einen Erfolg haben. Das steigert die Motivation. Für den Hund und auch für den Mensch (genau beobachten und im richtigen Moment schnell entscheiden) erfordert schon eine hohe Konzentration.
Es kann sein, dass er bereits Erlerntes wie "Sitz" in der Nachdenkphase ausprobiert. Da wird nicht geclickert, kein "nein" gesagt ... nichts. Er soll ruhig ausprobieren, sobald aber wieder etwas kommt, das zum Ziel führt ... click.

Shaping fördert die Konzentration und der Hund setzt sich mit dem Gefühl "Frust" auseinander. Darüber hinaus fördert es das selbstständige Denken und später, wenn die Aufgaben komplexer werden, auch komplexer zu denken. Auch fördert es das Vertrauen, da der Hund auf den Mensch angewiesen ist, um ans Ziel zu kommen. Der Mensch lernt, seinen Hund besser zu lesen und merkt sofort, wann er nicht im Timing war und etwas falsch bestätigt hat.

Wir haben das übrigens mit anderen Menschen gemacht. Einer clickerte und der Andere wurde darüber zum Ziel geführt. Unsere Aufgabenstellung war: Kuchen auf einen Teller zu tun und draußen auf den Tisch zu stellen. Es war eine tolle Erfahrung und kann ich jedem empfehlen das auch mal zu machen. Derjenige, der geclickert wird, wird bereits vor der Erklärung rausgeschickt, also nicht darüber informiert, was "Shaping" ist. Er hat null Ahnung, wie der Hund beim ersten Mal 😉. Das Schöne ist, wenn man das mit einem Mensch macht, dass man sich später austauschen kann ☺️.
 
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Tara
29. März 20:59
Das verstehe ich, allerdings ist der Hund bei dem entsprechenden Training für ihn nicht überreizt. Da ist für mich deutlich n Unterschied ob der Hund konzentriert arbeitet oder überreizt ist, danach tritt für mich echte Ruhe ein. Aber das ist jedem seins.
Und das Maß zu finden ist bei Quinn noch sehr schwer.
 
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Tara
29. März 21:00
Ok, Shaping bedeutet "freies Formen". Man benötigt einen Clicker oder ein Markerwort. Im Vorfeld überlegt man sich eine Aufgabe, die der Hund lösen soll. Z. B. Eine Socke in eine Kiste legen. Beim Shaping wird nicht geredet und auch sonst keine Hilfestellung gegeben! Die einzige Hilfe für den Hund ist der Clicker oder das Markerwort. Ohne ein Wort stellt man die Kiste hin und legt die Socke daneben. Sobald der Hund die Socke anschaut ... click. Bewegt sich der Hund zur Socke ... click. Alles, was zum Ziel führt, wird mit dem Clicker oder dem Markerwort bestätigt und zwar im Timing. Schaut der Hund weg, passiert nichts. Hat er die Aufgabe gelöst, gibt es den Jackpot wie Leckerchen, soziales Spiel ... Fehlerquellen: 1. Man ist nicht im Timing und bestätigt somit nicht das, was zum Ziel führt. 2. Man bestätigt etwas, was nicht zum Ziel führt. 3. Man lässt den Hund nicht nachdenken. Beim ersten Mal sollte man eine einfache Aufgae nehmen. Mein Beispiel hört sich einfach an, aber der Hund weiß ja noch gar nicht, was er tun soll. Vielleicht einfach erst mal damit anfangen, dass er die Socke ins Maul nimmt. Er soll ja auch schnell einen Erfolg haben. Das steigert die Motivation. Für den Hund und auch für den Mensch (genau beobachten und im richtigen Moment schnell entscheiden) erfordert schon eine hohe Konzentration. Es kann sein, dass er bereits Erlerntes wie "Sitz" in der Nachdenkphase ausprobiert. Da wird nicht geclickert, kein "nein" gesagt ... nichts. Er soll ruhig ausprobieren, sobald aber wieder etwas kommt, das zum Ziel führt ... click. Shaping fördert die Konzentration und der Hund setzt sich mit dem Gefühl "Frust" auseinander. Darüber hinaus fördert es das selbstständige Denken und später, wenn die Aufgaben komplexer werden, auch komplexer zu denken. Auch fördert es das Vertrauen, da der Hund auf den Mensch angewiesen ist, um ans Ziel zu kommen. Der Mensch lernt, seinen Hund besser zu lesen und merkt sofort, wann er nicht im Timing war und etwas falsch bestätigt hat. Wir haben das übrigens mit anderen Menschen gemacht. Einer clickerte und der Andere wurde darüber zum Ziel geführt. Unsere Aufgabenstellung war: Kuchen auf einen Teller zu tun und draußen auf den Tisch zu stellen. Es war eine tolle Erfahrung und kann ich jedem empfehlen das auch mal zu machen. Derjenige, der geclickert wird, wird bereits vor der Erklärung rausgeschickt, also nicht darüber informiert, was "Shaping" ist. Er hat null Ahnung, wie der Hund beim ersten Mal 😉. Das Schöne ist, wenn man das mit einem Mensch macht, dass man sich später austauschen kann ☺️.
Das probieren wir mal