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Dogorama-Mitglied
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zuletzt 21. Dez.

Intrinsische Motivation - Leinenführigkeit?

Hallo liebe Hundemenschen, Ich bin durch einen anderen Thread darauf gestoßen, dass man Leinenführigkeit mittels intrinsischer Motivation beibringen kann. Intrinsische Motivation bedeutet das es der Hund von sich aus macht, es macht ihm Spaß und führt es für sich bzw. sein Wohlbefinden aus. Also zum Beispiel ist bei meinem Münsterländer das Jagen eine intrinsische Motivation, die ich mir für die Arbeit zunutze mache. Ich trainiere viel mit meinen Hunden und natürlich auch die Leinenführigkeit. In aller Regel machen das meine Hunde aber nicht aus eigener intrinsische Motivation. Jetzt frage ich mich natürlich, was ich die Jahre falsch gemacht habe, dass meine Hunde anscheinend nicht aus intrinsischer Motivation neben mir her spazieren. Habt ihr eine Idee wie man das aufbaut, dass er Hund das aus intrinsischer Motivation macht? Ist dies überhaupt möglich?
 
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Dogorama-Mitglied
19. Dez. 18:19
Ich kann dir nicht sagen, wie das Prinzip funktioniert. Habe keinen Onlinekurs in der Richtung absolviert 🤷🏼‍♀️😄 Ich wollte nur drauf hinweisen, dass Maike nirgendwo geschrieben hat, dass sie den Hund körpersprachlich einbremst. Für mich lesen sich Maikes Texte nicht wie ein geschöntes Blocken.
Das war nicht auf Maike bezogen sondern auf einen anderen BE
 
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Dogorama-Mitglied
19. Dez. 18:23
Aber das hier hat ja auch absolut nichts mit Blocken zu tun. Es liest sich für mich mehr als ein bei dem Hund rumlaufen, statt vor. Wenn ich vor dem Hund rumlaufe, mich ggf. noch reindrehe, verwende ich körpersprachliche Kommunikation. Kann man jetzt gut finden oder ablehnen, aber das wäre in meinen Augen auch extrinsisch. Bei dem Hund rumlaufen empfinde ich nicht so sehr als extrinsisch.
BE schreibt Hund hat durch das Rumlaufen gelernt, dass vor sie gehen keine Option ist.
Das liest sich für mich schon wie ein Verhindern des Vorausgehens.

Bzw warum sollte einfach nur Herumgehen so konkret das Vorauslaufen unterbinden?

Genaues weiss weiß wohl nur Ino
 
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Dogorama-Mitglied
19. Dez. 19:56
Ja das seh ich ebenso, zumindest wenn man dem Hund damit den Weg nach vor quasi abschneidet.

Dass das funktioniert hab ich keinen Zeifel.
 
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Dogorama-Mitglied
19. Dez. 19:56
Finde es interessant dass du es probiert hast, aber auch hier hört es sich fast wie eine Korrektur an. Du bist nach rechts und links vor ihm und er hat sich zurückgenommen.. wieso? Weil du im weg warst oder war er irritiert, oder hat es einen anderen Grund?
Ich frag mich nur wie er dann lernt, dass es sich nicht für ihn lohnt vorzulaufen 🤔

Ich werde es mal ausprobieren 😂

Keine Kritik nur interessierte frage 🤗
 
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Dogorama-Mitglied
19. Dez. 19:57
Ja das seh ich ebenso, zumindest wenn man dem Hund damit den Weg nach vor quasi abschneidet. Dass das funktioniert hab ich keinen Zeifel.
Richtig, so hört sich das für mich auch an
 
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Dogorama-Mitglied
19. Dez. 20:00
Finde es interessant dass du es probiert hast, aber auch hier hört es sich fast wie eine Korrektur an. Du bist nach rechts und links vor ihm und er hat sich zurückgenommen.. wieso? Weil du im weg warst oder war er irritiert, oder hat es einen anderen Grund? Ich frag mich nur wie er dann lernt, dass es sich nicht für ihn lohnt vorzulaufen 🤔 Ich werde es mal ausprobieren 😂 Keine Kritik nur interessierte frage 🤗
Dur Formulierung "es lohnt nicht" klingt für mich auch nach einer gezielten Demotivation.
Entweder es wird physisch nicht möglich gemacht, oder es hat irgendwelche nicht so tollen Konsequenzen.
 
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Dogorama-Mitglied
19. Dez. 20:12
Da tut sich mir ja spätestens jetzt der nächste Definitionsbedarf auf.

Was genau verstehen wir denn eigentlich so unter "orientieren"?
Ich bin keineswegs sicher, dass wir da alle das Selbe dazu im Kopf haben.

Und daran macht sich dann aber wieder fest, ob man das echt als ein Bedürfnis des Hundes voraussetzen kann, oder ob es mehr was ist, wogegen er nix hat, was er aber nicht braucht.
 
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Dogorama-Mitglied
19. Dez. 20:50
Das für sich genommen fällt bei mir erstmal nur unter Kommunikation.
Rapport nenn ich das auch.

Kann so auch stattfinden, wenn ich mich am Hund orientiere weil zB er mal den Weg aussucht.

Orientierung wird es bei mir erst, wenn ich vorgebe und Hund der Vorgabe folgt.
 
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Dogorama-Mitglied
19. Dez. 21:50
Da tut sich mir ja spätestens jetzt der nächste Definitionsbedarf auf. Was genau verstehen wir denn eigentlich so unter "orientieren"? Ich bin keineswegs sicher, dass wir da alle das Selbe dazu im Kopf haben. Und daran macht sich dann aber wieder fest, ob man das echt als ein Bedürfnis des Hundes voraussetzen kann, oder ob es mehr was ist, wogegen er nix hat, was er aber nicht braucht.
Ich bin da von meiner Definition der Orientierung her eindeutig bei Sonjas Beispiel mit dem Radfahren.
Meine Definition beinhaltet die Freiwilligkeit der Orientierung an mir, ohne dass ich etwas vorgebe und der Hund ausführt bzw. befolgt.
Ich habe festgestellt, dass die Große im Freilauf regelmäßig schaut und sich ganz deutlich vergewissert, dass wir zusammen auf dem richtigen Weg sind. Sie wartet regelmäßig. Kümmere ich mich mal um die Kleine intensiver, und sei es nur, dass ich einfach nur ihren Haufen eintüte, dann kommt sie immer zu uns und setzt sich, ganz besonders in diesen Momenten finde ich das außerordentlich faszinierend, wie sie ihren Freilauf unterbricht, von alleine die Nähe sucht und ganz ruhig abwartet, bis es weiter geht. Sie nutzt diese Pause, in der meine Aufmerksamkeit nicht bei ihr liegt überhaupt nicht aus, um unbeachtet von mir ihr Ding zu machen, sich doch mal den Fasan zu holen, nein, sie kommt einfach zu mir zurück gelaufen und setzt sich hin. Das habe ich nie eingefordert.
Bei der Kleinen läuft der Freilauf noch sehr, sehr zerbrechlich ab, ist nur in halbwegs gesichertem Gelände möglich. Sie freut sich dann riesig, wenn die Leine ab ist und rast erstmal wie eine Irre los. Aber auch sie: immer mit Blick zurück zu mir, immer interessiert an dem, was ich mache. Ich bestätige ihr mir entgegen gebrachtes Interesse durch Arme ausbreiten und mich freuen, dass sie daraufhin angesaust kommt und schicke sie sogleich wieder los. Auch bei ihr interpretiere ich ihr Verhalten, ihre Motivation oder Orientierung an mir als etwas, was sie ganz deutlich braucht, was sie glücklich macht, was sie bestätigt.
Freilauf, laufen und rennen dürfen sind bei beiden große Bedürfnisse, meine ihnen entgegen gebrachte Aufmerksamkeit und letztlich auch die Nähe zu mir scheinen ihnen letztlich aber noch wichtiger zu sein.
 
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Dogorama-Mitglied
19. Dez. 21:59
Ich bin da von meiner Definition der Orientierung her eindeutig bei Sonjas Beispiel mit dem Radfahren. Meine Definition beinhaltet die Freiwilligkeit der Orientierung an mir, ohne dass ich etwas vorgebe und der Hund ausführt bzw. befolgt. Ich habe festgestellt, dass die Große im Freilauf regelmäßig schaut und sich ganz deutlich vergewissert, dass wir zusammen auf dem richtigen Weg sind. Sie wartet regelmäßig. Kümmere ich mich mal um die Kleine intensiver, und sei es nur, dass ich einfach nur ihren Haufen eintüte, dann kommt sie immer zu uns und setzt sich, ganz besonders in diesen Momenten finde ich das außerordentlich faszinierend, wie sie ihren Freilauf unterbricht, von alleine die Nähe sucht und ganz ruhig abwartet, bis es weiter geht. Sie nutzt diese Pause, in der meine Aufmerksamkeit nicht bei ihr liegt überhaupt nicht aus, um unbeachtet von mir ihr Ding zu machen, sich doch mal den Fasan zu holen, nein, sie kommt einfach zu mir zurück gelaufen und setzt sich hin. Das habe ich nie eingefordert. Bei der Kleinen läuft der Freilauf noch sehr, sehr zerbrechlich ab, ist nur in halbwegs gesichertem Gelände möglich. Sie freut sich dann riesig, wenn die Leine ab ist und rast erstmal wie eine Irre los. Aber auch sie: immer mit Blick zurück zu mir, immer interessiert an dem, was ich mache. Ich bestätige ihr mir entgegen gebrachtes Interesse durch Arme ausbreiten und mich freuen, dass sie daraufhin angesaust kommt und schicke sie sogleich wieder los. Auch bei ihr interpretiere ich ihr Verhalten, ihre Motivation oder Orientierung an mir als etwas, was sie ganz deutlich braucht, was sie glücklich macht, was sie bestätigt. Freilauf, laufen und rennen dürfen sind bei beiden große Bedürfnisse, meine ihnen entgegen gebrachte Aufmerksamkeit und letztlich auch die Nähe zu mir scheinen ihnen letztlich aber noch wichtiger zu sein.
Und du hast da nie was vorgegeben? Nie Aufmerksamkeit trainiert oder eingefordert?
Deine Hunde sind schon immer so, ganz freiwillig und von sich aus?


Ich frage mich in diesem Fall nicht, wie Orientierung entsteht - das kann wohl freiwillig oder unfreiwillig sein - sondern was darunter verstanden wird.

Ist im wechselseitigen Austausch sein schon Orientierung?

Oder braucht es dafür nicht Einen, der irgendwas vorgibt, woran sich der Andere orientieren kann?

Wenn man gemeinsam spazieren geht und immer mal guckt, wo der jeweils Andere ist, orientiert man sich noch nicht an dem.

Wenn man mit einer geführten Gruppe wandern geht, orientiert man sich hingegen schon am Führer.