Ein Hund bleibt auch in entspannten, stressfreien Situationen oder während Erkundungen bei seinem Menschen, wenn er gelernt hat, dass die Nähe nicht einschränkend ist, sondern Teil einer harmonischen Beziehung. Hunde sind von Natur aus soziale Tiere, die darauf ausgelegt sind, in Gruppen zu agieren und sich aneinander zu orientieren. Selbst in Momenten, in denen es keine akute Bedrohung oder Unsicherheit gibt, bleibt die Nähe zum Menschen oft attraktiv, weil sie Teil einer gewohnten und positiven Verbindung ist.
Die positive Erfahrung, die den Hund dazu bringt, sich am Menschen zu orientieren, entsteht nicht durch klassische positive Verstärkung wie Leckerchen oder Lob, sondern durch das Gefühl, dass Nähe und Orientierung das Leben einfacher und angenehmer machen. Ein Beispiel: Wenn ein Hund in einer schwierigen Begegnung – etwa mit anderen Hunden oder Joggern – erlebt, dass bei seinem Menschen bleiben die Situation für ihn überschaubarer macht und er keinen zusätzlichen Stress oder Konflikte erleben muss, ist das eine intrinsische positive Erfahrung. Es geht nicht um eine Belohnung, die vom Menschen kommt, sondern um den inneren Zustand des Hundes, der durch Orientierung Ruhe, Klarheit oder Entspannung empfindet.
Ein Hund, der die Nähe seines Menschen während der Erkundung sucht, tut das nicht unbedingt aus Sicherheitsbedürfnis, sondern weil die Orientierung zur Normalität geworden ist – ähnlich wie bei einem Spaziergang mit einem guten Freund. Er kann sich frei bewegen und erkunden, kehrt aber immer wieder zurück, weil diese Wechselwirkung aus Eigenständigkeit und Nähe für ihn Sinn ergibt.
Wichtig ist auch, dass der Hund in solchen Momenten oft nicht bewusst entscheidet, ob er bei seinem Menschen bleibt oder sich entfernt. Die Nähe entsteht aus einer Mischung aus Gewohnheit, positiver Erfahrung und sozialem Verhalten. Selbst wenn der Hund seine Umgebung erkundet, bleibt er in Reichweite, weil er gelernt hat, dass die Orientierung keine Einschränkung bedeutet, sondern eine natürliche Basis für seinen Bewegungsradius darstellt.
Nochmal - ich verstehe die zugrundeliegende Philosophie und Methodik.
Mein Problem liegt einerseits bei den Prämissen und andererseits im Moment auch beim beschriebenen Ergebnis:
- Warum werden als Alternativen zum nahe beim Menschen Bleiben immer schwierige Begegnungen und Stresssituationen angenommen?
Was ist mit den vielen Situationen, wo der Hund sich aus Lust, Freude, Neugierde, selbstbelohnenden Interessen heraus entfernen will?
- Ja Hunde sind soziale Tiere, das Agieren in Gruppen ist bei ihnen, am Beispiel der Strassenhunde gut beobachtbar, aber ziemlich lose angelegt.
Weder formen sie echte Rudel noch gehören sie zwingend einer fixen sozialen Gruppe an noch sind sie ständig in deren nahem Umkreis.
Alleingänge, auch in größere Entfernungen, sind keineswegs unüblich und haben auch nichts mit Stress oder Ähnlichem zu tun sondern gehören zu dem, was Hunde ohne Menschen halt so tun.
- Ich bitte nochmal darum, die positive Erfahrung genauer zu beschreiben.
Meinst du damit ganz allgemein, dass der Mensch halt ok ist und man mit ihm eine angenehme Zeit und Spass haben kann?
Falls ja, in wie fern würde das automatisch andere angenehme und spaßige Alternativen trumpfen?
Falls nein, was genau meinst du?
- Und warum reden wir jetzt nurmehr von einem undefinierten im weiteren Umkreis Bleiben und darin weitgehend selbst Entscheiden?
Das hat für mich weder mit Leinenführigkeit noch mit verlässlichem direkt bei mir Verbleiben in Ablenkungssituationen zu tu...?