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Dogorama-Mitglied
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zuletzt 21. Dez.

Intrinsische Motivation - Leinenführigkeit?

Hallo liebe Hundemenschen, Ich bin durch einen anderen Thread darauf gestoßen, dass man Leinenführigkeit mittels intrinsischer Motivation beibringen kann. Intrinsische Motivation bedeutet das es der Hund von sich aus macht, es macht ihm Spaß und führt es für sich bzw. sein Wohlbefinden aus. Also zum Beispiel ist bei meinem Münsterländer das Jagen eine intrinsische Motivation, die ich mir für die Arbeit zunutze mache. Ich trainiere viel mit meinen Hunden und natürlich auch die Leinenführigkeit. In aller Regel machen das meine Hunde aber nicht aus eigener intrinsische Motivation. Jetzt frage ich mich natürlich, was ich die Jahre falsch gemacht habe, dass meine Hunde anscheinend nicht aus intrinsischer Motivation neben mir her spazieren. Habt ihr eine Idee wie man das aufbaut, dass er Hund das aus intrinsischer Motivation macht? Ist dies überhaupt möglich?
 
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Dogorama-Mitglied
15. Dez. 02:15
Das kontextbezogene Lernen funktioniert besonders gut, wenn der Kontrast zwischen den Kontexten stark genug ist. Entsprechend würde ich dir keine Lösung empfehlen, die dem Trainingsmodus zu ähnlich ist, da es den Trainingsfortschritt sonst erschweren kann. Eine Möglichkeit ist, im Alltag eine klare Einstellung zu etablieren, die ausschließlich dem Management dient: keine großen Erwartungen, kein aktives Training, sondern ein Modus, in dem du sein Verhalten weitgehend akzeptierst. Als andere Möglichkeit könntest du im Alltag auf stark kontrastierende, extrinsische Lösungen setzen, beispielsweise Leckerlis, um den Hund in problematischen Situationen zu motivieren. Auf die Idee kam ich, weil du sagtest, dass du beides grundsätzlich gerne kombinierst. Das erlaubt dir, im Alltag mit klaren Signalen, Belohnungen und Management-Maßnahmen zu arbeiten, während das Training auf die intrinsische Motivation fokussiert bleibt. Es gibt sicherlich noch mehr Möglichkeiten. Ich würde mich aber wirklich darauf konzentrieren möglichst gute Trainingssession hinzubekommen und mich gar nicht so am Alltag aufhalten. Das ist quasi nur ein Mittel zum Zweck.
Guter Tipp, das deckt sich sogar halbwegs mit dem, wo ich inzwischen mangels besserer Ideen gelandet bin.

Ihn festhalten/sichern und wo möglich mit Belohnung umlenken.
Bis zu einem gewissen Grad ist es mir gelungen, den Trigger zum Cue für Belohnung zu machen, das klappt aber natürlich nur, wenn der Reiz ihm nicht zu heftig ist.

Den Plan, das Training so völlig klar vom Alltag loszulösen, find ich erleichtern, weil es den Druck was erreichen zu müssen, aus dem Alltag rausnimmt.

Danke für den Input.
 
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Dogorama-Mitglied
15. Dez. 02:34
Ich kann mir vorstellen, es ist auch das typische Rollgeräusch das ihn fuchst. Eine Idee wäre, auch wenn es dämlich aussieht, euer Board an einer Leine mit zum Gassi zu nehmen. In der Bude kennt er es ja schon, draußen rollt und klingt es anders. Weiteres Vorgehen je nach Reaktion... Zweite Idee, Reizüberflutung. Such einen Skatepark in deiner Stadt und setz dich mit ihm da hin. Verhalte dich neutral. Ich glaube, das wäre quasi der hier beschriebene Rahmen, nur eben IN der Stresslage. Weiteres Vorgehen auch hier je nach Reaktion, aber Achtung. Das ist nicht ohne. Das würde ICH so machen, bei meinem Hund und weil ich es mir zutraue den Hund da auch im Zweifel wieder rauszuholen.
Board nachziehen hab ich auch schon auf der Liste, bin ich noch nicht dazu gekommen.

Reizüberflutung hab ich gemacht bzw passiert uns immer wieder, hat es tw eher schlimmer gemacht, zumindest aber nicht grundlegend verbessert.
Das ist bei Tieren eigentlich auch keine so tolle Idee, weil sie die heftigen Aufregungen und Anspannungen nicht durch Rationalisierung ausbalancieren können.

Ich versuch trotzdem immer wieder Konfrontation, aber in solch unkontrollierten Situationen ist es sehr unberechenbar was passt und was zu viel wird und wie das ausgeht.

Guinness ist da bez Skateboard bzw Bewegungsreiz auch ziemlich unberechenbar in dem, was er aushält. Was an einem Tag gut klappt, kann an einem anderen eine mittlere Katastrophe sein.
 
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Dogorama-Mitglied
15. Dez. 02:49
Was eigentlich meine Frage war: Wann kann man das gesprochene Wort als Kommunikation deklarieren und wann läuft es eher unter extrinsisch? Du schriebst zuvor einmal extrinsisch ungleich Kommunikation Mir geht es hier nicht um Wortklaubereien und ich will auch niemanden ärgern. Vielleicht könntest du ein paar Beispiele für Kommunikation geben. Also wenn du Zeit und Lust hast natürlich ☺️ Ich denke, dass würde mir sehr helfen. Ich habe es bis jetzt so verstanden, dass man sich generell eher zurückhält und den Hund machen lässt. Für mich passt Kommunikation nicht so ganz darein. Ich dachte ich hab’s verstanden und seitdem hab ich wieder viele Fragezeichen über dem Kopf 🤭
Kommunikation mit einem anderen Lebewesen hat immer einen extrinsischen Anteil - das, was vom Anderen auf dich einwirkt.

Aber nicht jede extrinsische Einwirkung ist Kommunikation. Jeder Aussenreiz ist extrinsisch, Gerüche, was man hört, sieht...

Und nicht jede Kommunikation ist verbal oder bewusst, ganz im Gegenteil läuft ein großer Teil davon nonverbal und eben sogar unbewusst ab.

Das gesprochene Wort ist in dem Moment Kommunikation, in dem es von einem anderen Lebewesen gehört wird. Wenn kein Empfänger vorhanden ist, ist es keine Kommunikation (ausser in der Sonderform "Selbstgespräch").

Aus Sicht des Sprechers ist das Wort in einem (meist extrinsisch beeinflussten) intrinsischen Prozess entstanden, aus Sicht des Zuhörer ist es ein extrinsischer Einfluss, der seinerseits wieder eine intrinsische Reaktion auslöst etc etc
 
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Isabella
15. Dez. 05:52
Lars Schmid,
du hast nichts falsch gemacht.
Das geht Eltern auch so.
Man möchte immer alles richtig machen, geht mir mit meiner Chili 🌶️ auch so.
Meine kleine ist seit dem 3.12.2024 1 Jahr und 5 Monate alt.
Man muss bei allen Lebewesen egal ob Mensch oder Tier in die Rolle rein wachsen, spreche ich aus eigener Erfahrung also mit der Erziehung von Chili 🌶️.
Ein Hund wie ein Kind sollte liebevoll und konsequent erzogen werden und zeigen dass man dieses Wesen liebt ohne körperliche Gewalt anzuwenden.
Ich bin sehr dafür dass ganz viele Menschen Kinder/ Hunde erziehen und gewisse Dinge übertragen wie sie erzogen wurden.
Jeder Mensch der Kinder in die Welt setzen möchte sollte einen Führerschein machen sowie man mittlerweile auch einen Hundeführerschein machen muss.
Zum Schluss noch Du hast nichts falsch all die Jahre gemacht, aber Hunde 🐕 genauso Menschen lernen immer.
Alle Lebewesen auf der Erde sind von Gott/ Jesus Christus erschaffen wurden wie er es wollte und er liebt alle Lebewesen so wie sie sind.
Denk daran, du bist gut wie du bist aber auch dein Hund den du die letzten Jahre erzogen hast.
Du kannst jederzeit dich verändern und schauen wie du deinen Hund erziehen möchtest dass ihr eine sehr schöne Bindung habt und erfreue dich an jedem Moment im Jahr mit deinem Hund 🐕.
Ich weiß nicht ob meine Antwort hilfreich für dich war.
Wünsche dir weiterhin alles Gute für dich und deinen Hund 🐕.
Wenn du möchtest kannst du mir auch über eine persönliche Nachricht antworten.
Einen wunderschönen Tag 🌻☀️🤗🍀 noch.
 
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Dogorama-Mitglied
15. Dez. 12:12
Was eigentlich meine Frage war: Wann kann man das gesprochene Wort als Kommunikation deklarieren und wann läuft es eher unter extrinsisch? Du schriebst zuvor einmal extrinsisch ungleich Kommunikation Mir geht es hier nicht um Wortklaubereien und ich will auch niemanden ärgern. Vielleicht könntest du ein paar Beispiele für Kommunikation geben. Also wenn du Zeit und Lust hast natürlich ☺️ Ich denke, dass würde mir sehr helfen. Ich habe es bis jetzt so verstanden, dass man sich generell eher zurückhält und den Hund machen lässt. Für mich passt Kommunikation nicht so ganz darein. Ich dachte ich hab’s verstanden und seitdem hab ich wieder viele Fragezeichen über dem Kopf 🤭
Genau das ist eben das Problem wenn man sich in theoretischen Diskussionen befindet, die eben so noch nicht auf Hunde übertragen wurden. 😃

Es gibt theoretisch neutrale Kommunikation, die allein auf der Sachebene stattfindet, ohne dass eine Steuerung oder Erwartung formuliert wird. Das Konzept der Sachebene stammt aus dem Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun (Miteinander reden, Band 1, 1981). Dieses Modell beschreibt, dass jede Nachricht einen oder mehrere dieser Aspekte enthält:

Sachebene: Reine Information oder Daten über einen Sachverhalt.
Beziehungsebene: Informationen darüber, wie der Sender zum Empfänger steht.
Selbstoffenbarung: Was der Sender über sich selbst preisgibt.
Appellebene: Was der Sender vom Empfänger erwartet oder wünscht.

Wenn eine Botschaft ausschließlich auf der Sachebene bleibt und der Empfänger sie ebenfalls nur auf dieser Ebene versteht, kann die Kommunikation als neutral gelten.
Beispiel:
Du sagst: „Ich gehe jetzt los.“
Auf der Sachebene ist dies eine reine Mitteilung.
Der Empfänger könnte es ebenfalls auf der Sachebene verstehen und keine weiteren Bedeutungen oder Aufforderungen hineinlesen. In diesem Fall ist die Kommunikation neutral.

Obwohl neutrale Kommunikation existiert, würde ich sie im Hundetraining wenn möglich weglassen. Deci und Ryan beschreiben in ihrer Selbstbestimmungstheorie (Self-Determination Theory), dass intrinsische Motivation durch Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit gestärkt wird. Äußere Steuerung untergräbt die intrinsische Motivation, weil sie den Fokus von eigenen Entscheidungen auf äußere Signale verschiebt.
Wenn ich sage: „Ich bleibe stehen,“ könnte meine Hündin dies als Appell verstehen, obwohl es neutral gemeint ist. Ihr Verhalten würde dann durch meine Worte beeinflusst, statt durch eigene Erfahrungen. Um ihre Autonomie zu fördern, verzichte ich daher auf solche Äußerungen und lasse sie durch die Situation lernen.
Zitat:
“Intrinsische Motivation wird maximiert, wenn Handlungen frei von äußerer Kontrolle oder Erwartung erfolgen” (Deci & Ryan, 1985).
“Autonomie ist ein zentraler Bestandteil intrinsischer Motivation. Sie wird untergraben, wenn äußere Faktoren das Verhalten kontrollieren oder beeinflussen” (Deci & Ryan, 1985).
 
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Katja
15. Dez. 12:37
Genau das ist eben das Problem wenn man sich in theoretischen Diskussionen befindet, die eben so noch nicht auf Hunde übertragen wurden. 😃 Es gibt theoretisch neutrale Kommunikation, die allein auf der Sachebene stattfindet, ohne dass eine Steuerung oder Erwartung formuliert wird. Das Konzept der Sachebene stammt aus dem Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun (Miteinander reden, Band 1, 1981). Dieses Modell beschreibt, dass jede Nachricht einen oder mehrere dieser Aspekte enthält: Sachebene: Reine Information oder Daten über einen Sachverhalt. Beziehungsebene: Informationen darüber, wie der Sender zum Empfänger steht. Selbstoffenbarung: Was der Sender über sich selbst preisgibt. Appellebene: Was der Sender vom Empfänger erwartet oder wünscht. Wenn eine Botschaft ausschließlich auf der Sachebene bleibt und der Empfänger sie ebenfalls nur auf dieser Ebene versteht, kann die Kommunikation als neutral gelten. Beispiel: Du sagst: „Ich gehe jetzt los.“ Auf der Sachebene ist dies eine reine Mitteilung. Der Empfänger könnte es ebenfalls auf der Sachebene verstehen und keine weiteren Bedeutungen oder Aufforderungen hineinlesen. In diesem Fall ist die Kommunikation neutral. Obwohl neutrale Kommunikation existiert, würde ich sie im Hundetraining wenn möglich weglassen. Deci und Ryan beschreiben in ihrer Selbstbestimmungstheorie (Self-Determination Theory), dass intrinsische Motivation durch Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit gestärkt wird. Äußere Steuerung untergräbt die intrinsische Motivation, weil sie den Fokus von eigenen Entscheidungen auf äußere Signale verschiebt. Wenn ich sage: „Ich bleibe stehen,“ könnte meine Hündin dies als Appell verstehen, obwohl es neutral gemeint ist. Ihr Verhalten würde dann durch meine Worte beeinflusst, statt durch eigene Erfahrungen. Um ihre Autonomie zu fördern, verzichte ich daher auf solche Äußerungen und lasse sie durch die Situation lernen. Zitat: “Intrinsische Motivation wird maximiert, wenn Handlungen frei von äußerer Kontrolle oder Erwartung erfolgen” (Deci & Ryan, 1985). “Autonomie ist ein zentraler Bestandteil intrinsischer Motivation. Sie wird untergraben, wenn äußere Faktoren das Verhalten kontrollieren oder beeinflussen” (Deci & Ryan, 1985).
Ich glaube, genau deswegen haben wir hier alle solche Probleme!
Klar, „ich bleibe stehen“ wird vom Hund nicht neutral aufgefasst. Aber ebenso die Tatsache, dass ich einfach stehenbleibe… Polli steht dann eben auch neben mir, ohne dass ich was gesagt oder sie auch nur angeguckt habe. Trotzdem ist ihr stehenbleiben nach dieser Defintion meiner Meinung nach nicht wirklich intrinsisch motiviert!

Deswegen sagt der Trainer ja auch zu der Hundehalterin im Video, dass sie sich, solange der Hund um eine Lösung ringt, komplett raushalten soll: Nix sagen, gar keine Gesten und auch nicht anschauen.
Für mich nehme ich mit: es kommt echt drauf an, was im Hundehirn grad vorgeht… und da sich das sehr schnell ändern kann, ist da wohl das richtige Timing das A&O… sowohl mit Äußerungen, aber auch mit Gesten und Blicken…
 
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Dogorama-Mitglied
15. Dez. 12:46
Ich glaube, genau deswegen haben wir hier alle solche Probleme! Klar, „ich bleibe stehen“ wird vom Hund nicht neutral aufgefasst. Aber ebenso die Tatsache, dass ich einfach stehenbleibe… Polli steht dann eben auch neben mir, ohne dass ich was gesagt oder sie auch nur angeguckt habe. Trotzdem ist ihr stehenbleiben nach dieser Defintion meiner Meinung nach nicht wirklich intrinsisch motiviert! Deswegen sagt der Trainer ja auch zu der Hundehalterin im Video, dass sie sich, solange der Hund um eine Lösung ringt, komplett raushalten soll: Nix sagen, gar keine Gesten und auch nicht anschauen. Für mich nehme ich mit: es kommt echt drauf an, was im Hundehirn grad vorgeht… und da sich das sehr schnell ändern kann, ist da wohl das richtige Timing das A&O… sowohl mit Äußerungen, aber auch mit Gesten und Blicken…
In meinen Augen entstehen genau diese Probleme häufig, wenn das Training von Anfang an überwiegend extrinsisch aufgebaut wurde.
Wenn ich aber die Leinenführigkeit von Anfang an intrinsisch aufbaue, gehe ich anders vor.
Auch wenn ich dann stehenbleibe, darf mein Hund theoretisch entscheiden, weiterzulaufen – aber das funktioniert nur, wenn eine entsprechend lange Leine verwendet wird. Eine kurze Leine gibt dem Hund bei der Leinenführung gar nicht die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, weil er physisch eingeschränkt ist.

Aber das ist eben ein anderer Baustein aus dem Bereich. Ich glaube ich bin da einfach so tief drin das ich es gar nicht richtig erklären kann ohne alles zu erklären. Und da bin ich mir noch nicht sicher, ob ich das möchte, weil ich es mir auch hart erarbeitet habe. Meine Motivation hier alles mitzuteilen ist dann doch nicht hoch genug. Der Nutzen überwiegt in meinen Augen nicht. 😕
 
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Jochen
15. Dez. 13:29
Ich glaube, genau deswegen haben wir hier alle solche Probleme! Klar, „ich bleibe stehen“ wird vom Hund nicht neutral aufgefasst. Aber ebenso die Tatsache, dass ich einfach stehenbleibe… Polli steht dann eben auch neben mir, ohne dass ich was gesagt oder sie auch nur angeguckt habe. Trotzdem ist ihr stehenbleiben nach dieser Defintion meiner Meinung nach nicht wirklich intrinsisch motiviert! Deswegen sagt der Trainer ja auch zu der Hundehalterin im Video, dass sie sich, solange der Hund um eine Lösung ringt, komplett raushalten soll: Nix sagen, gar keine Gesten und auch nicht anschauen. Für mich nehme ich mit: es kommt echt drauf an, was im Hundehirn grad vorgeht… und da sich das sehr schnell ändern kann, ist da wohl das richtige Timing das A&O… sowohl mit Äußerungen, aber auch mit Gesten und Blicken…
Warum meinst du denn, dass es nicht intrinsisch ist? Sie folgt keinem Kommando und extrinsische Reize gab es sicher auch genügend, also warum sollte sie trotzdem neben dir stehen? Ich glaube jetzt mal nicht, dass du mit aversiven Strafen gearbeitet hast.

Zum Thema „Rahmen etablieren“ ist mir noch ein wichtiger Punkt eingefallen, bleibt der Hund zurück, unbedingt immer stehenbleiben, wenn die Schleppleine ausgereizt ist. Viele Trainer raten ja dazu, dann einfach ohne Rücksicht weiter zu gehen. Über das Zurückbleibendürfen wird der Rahmen positiv konnotiert und die Distanz abgespeichert und dann auch nach vorne nicht überschritten. Überdies wird dem Hund bedeutet, dass ihr ein Verbund seid, eine Partnerschaft, in der immer gegenseitig Rücksicht genommen wird und beiderseitige Achtsamkeit herrscht. Und Hunde sind oft sehr gut im Einschätzen der Distanzen, Pepe weiß genau wann die Schlepp am Ende ist. Und im Freilauf geht er auch nicht über diesen Rahmen hinaus.
 
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Dogorama-Mitglied
15. Dez. 14:02
Das klappt aber so wie ich es verstehe nur im kontrollierten Rahmen. Und das find ich auch einen sehr sinnvollen Zugang. Schön wäre jetzt noch ein Management oder gar eine Adaption für die unkontrollierten Situationen zu haben, wo man sich das Training eben zumindest nicht wieder versaut.
Ich glaube, dass wir alle, die (noch) nicht nach diesem Ansatz trainiert haben oder noch nie zuvor davon (bewusst) gehört haben, dass wir zu „kurz“ denken, zu sehr nach „der“ Lösung suchen. Meine Gassi-Bekanntschaft hat dieses Training bereits hinter sich und wahrlich phantastische Ergebnisse erzielt. Das, was Maike hier geschildert hat, das sehe ich bei dem Hund meiner Bekannten- mit großem Neid, echt. Ich kenne das „vorher“ und das „danach“ live & in Farbe. Mich hat bisher das wirklich (für mein Empfinden, meine Persönlichkeit) ätzende Training abgeschreckt. Dieses ewige rumstehen an unterschiedlichen Orten unterschiedlicher Reize. Wochen- und monatelang. Aber das Ergebnis ist ein absolut ruhiger Vizsla, ein an Frauchen orientierter Hund. Ein Hund der total entspannt die Nähe zum Halter sucht.
Der Alltag mit dem Hund funktioniert nun nicht nur an den Orten, wo trainiert wurde, z.B. beim EDEKA, bei der Kita, an einer Hunde-Freilauffläche, sondern grundsätzlich.
Du bringst dem Hund scheinbar durch das Training an sich bei, dass die Nähe zum Menschen schön ist. Beruhigend ist. Und das lässt sich dann auf andere Bereiche übertragen, auch auf die echten „Endgegner“. ABER das dauert. Dafür gibt es keine kfr. Lösung. Da bleibt dann erstmal nur Management.

Falls ICH nun etwas falsch verstanden haben sollte möge man mich entsprechend korrigieren.
 
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Dogorama-Mitglied
15. Dez. 17:50
Ich glaube, dass wir alle, die (noch) nicht nach diesem Ansatz trainiert haben oder noch nie zuvor davon (bewusst) gehört haben, dass wir zu „kurz“ denken, zu sehr nach „der“ Lösung suchen. Meine Gassi-Bekanntschaft hat dieses Training bereits hinter sich und wahrlich phantastische Ergebnisse erzielt. Das, was Maike hier geschildert hat, das sehe ich bei dem Hund meiner Bekannten- mit großem Neid, echt. Ich kenne das „vorher“ und das „danach“ live & in Farbe. Mich hat bisher das wirklich (für mein Empfinden, meine Persönlichkeit) ätzende Training abgeschreckt. Dieses ewige rumstehen an unterschiedlichen Orten unterschiedlicher Reize. Wochen- und monatelang. Aber das Ergebnis ist ein absolut ruhiger Vizsla, ein an Frauchen orientierter Hund. Ein Hund der total entspannt die Nähe zum Halter sucht. Der Alltag mit dem Hund funktioniert nun nicht nur an den Orten, wo trainiert wurde, z.B. beim EDEKA, bei der Kita, an einer Hunde-Freilauffläche, sondern grundsätzlich. Du bringst dem Hund scheinbar durch das Training an sich bei, dass die Nähe zum Menschen schön ist. Beruhigend ist. Und das lässt sich dann auf andere Bereiche übertragen, auch auf die echten „Endgegner“. ABER das dauert. Dafür gibt es keine kfr. Lösung. Da bleibt dann erstmal nur Management. Falls ICH nun etwas falsch verstanden haben sollte möge man mich entsprechend korrigieren.
Ne alles richtig verstanden.
Ich nutze diese Trainingsmethoden seit Jahren.
Und wie du bereits sehr gut beschrieben hast. Auch an anderen Orten, fremden Orten. Kein Problem.
Die Erfahrung mach ich dann wenn ich ganz spontan mal ins Bauhaus rein bin und die 3 mitgenommen habe. Als hätten sie das Ganze schon 37383 mal gemacht, dabei war es das erste Mal für 2 von 3 😊