Was eigentlich meine Frage war:
Wann kann man das gesprochene Wort als Kommunikation deklarieren und wann läuft es eher unter extrinsisch?
Du schriebst zuvor einmal extrinsisch ungleich Kommunikation
Mir geht es hier nicht um Wortklaubereien und ich will auch niemanden ärgern.
Vielleicht könntest du ein paar Beispiele für Kommunikation geben. Also wenn du Zeit und Lust hast natürlich ☺️
Ich denke, dass würde mir sehr helfen.
Ich habe es bis jetzt so verstanden, dass man sich generell eher zurückhält und den Hund machen lässt. Für mich passt Kommunikation nicht so ganz darein.
Ich dachte ich hab’s verstanden und seitdem hab ich wieder viele Fragezeichen über dem Kopf 🤭
Genau das ist eben das Problem wenn man sich in theoretischen Diskussionen befindet, die eben so noch nicht auf Hunde übertragen wurden. 😃
Es gibt theoretisch neutrale Kommunikation, die allein auf der Sachebene stattfindet, ohne dass eine Steuerung oder Erwartung formuliert wird. Das Konzept der Sachebene stammt aus dem Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun (Miteinander reden, Band 1, 1981). Dieses Modell beschreibt, dass jede Nachricht einen oder mehrere dieser Aspekte enthält:
Sachebene: Reine Information oder Daten über einen Sachverhalt.
Beziehungsebene: Informationen darüber, wie der Sender zum Empfänger steht.
Selbstoffenbarung: Was der Sender über sich selbst preisgibt.
Appellebene: Was der Sender vom Empfänger erwartet oder wünscht.
Wenn eine Botschaft ausschließlich auf der Sachebene bleibt und der Empfänger sie ebenfalls nur auf dieser Ebene versteht, kann die Kommunikation als neutral gelten.
Beispiel:
Du sagst: „Ich gehe jetzt los.“
Auf der Sachebene ist dies eine reine Mitteilung.
Der Empfänger könnte es ebenfalls auf der Sachebene verstehen und keine weiteren Bedeutungen oder Aufforderungen hineinlesen. In diesem Fall ist die Kommunikation neutral.
Obwohl neutrale Kommunikation existiert, würde ich sie im Hundetraining wenn möglich weglassen. Deci und Ryan beschreiben in ihrer Selbstbestimmungstheorie (Self-Determination Theory), dass intrinsische Motivation durch Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit gestärkt wird. Äußere Steuerung untergräbt die intrinsische Motivation, weil sie den Fokus von eigenen Entscheidungen auf äußere Signale verschiebt.
Wenn ich sage: „Ich bleibe stehen,“ könnte meine Hündin dies als Appell verstehen, obwohl es neutral gemeint ist. Ihr Verhalten würde dann durch meine Worte beeinflusst, statt durch eigene Erfahrungen. Um ihre Autonomie zu fördern, verzichte ich daher auf solche Äußerungen und lasse sie durch die Situation lernen.
Zitat:
“Intrinsische Motivation wird maximiert, wenn Handlungen frei von äußerer Kontrolle oder Erwartung erfolgen” (Deci & Ryan, 1985).
“Autonomie ist ein zentraler Bestandteil intrinsischer Motivation. Sie wird untergraben, wenn äußere Faktoren das Verhalten kontrollieren oder beeinflussen” (Deci & Ryan, 1985).