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Dogorama-Mitglied
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zuletzt 21. Dez.

Intrinsische Motivation - Leinenführigkeit?

Hallo liebe Hundemenschen, Ich bin durch einen anderen Thread darauf gestoßen, dass man Leinenführigkeit mittels intrinsischer Motivation beibringen kann. Intrinsische Motivation bedeutet das es der Hund von sich aus macht, es macht ihm Spaß und führt es für sich bzw. sein Wohlbefinden aus. Also zum Beispiel ist bei meinem Münsterländer das Jagen eine intrinsische Motivation, die ich mir für die Arbeit zunutze mache. Ich trainiere viel mit meinen Hunden und natürlich auch die Leinenführigkeit. In aller Regel machen das meine Hunde aber nicht aus eigener intrinsische Motivation. Jetzt frage ich mich natürlich, was ich die Jahre falsch gemacht habe, dass meine Hunde anscheinend nicht aus intrinsischer Motivation neben mir her spazieren. Habt ihr eine Idee wie man das aufbaut, dass er Hund das aus intrinsischer Motivation macht? Ist dies überhaupt möglich?
 
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Katja
14. Dez. 13:17
Ihr dreht Euch im Kreis und werdet m.E. auch hinsichtlich der wissenschaftlichen Definitionen nicht mehr auf einen Nenner kommen. In der Sache und mittlerweile wohl auch wegen persönlicher Befindlichkeiten auf beiden Seiten. Ich würde mich trotzdem freuen, die Methode an sich näher zu beleuchten, unabhängig von Wortklaubereien.
Da kann ich mich nur anschließen: ich finde das Thema total interessant, habe aber keine Lust, immer wieder 10 Beiträge überspringen zu müssen… nur weil jetzt wieder unbedingt diskutiert werden muss, wer jetzt wen mit welcher Formulierung wie angegangen ist!
Echt Kindergarten.

Falls ihr unbedingt so weitermachen müsst: könnt ihr bitte aufhören, in die Beleidigungstexte, Beiträge zum Thema reinzumischen und das in zwei Beiträge aufteilen? Ich finde ja eure fachlichen Beiträge durchaus sehr interessant, aber wenn sie im allgemeinen „Stutenbeissen“ untergehen, hab ich echt keine Chance, die zu lesen. Würde ich aber gerne!😉
 
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Katja
14. Dez. 13:28
Oh wie spannend! Ich hab eine Frage 🤓😆 Ich habe vor einigen Wochen diese seltene Situation einfangen können, in der meine Hündin sich skeptisch gegenüber Skulpturen am Wegesrand zeigt. Ich ermuntere sie hier sich das Ganze anzuschauen. Da sie vom Naturell aber sowieso sehr neugierig und lösungsorientiert ist, hätte sie das so oder so getan. (Ich wollte ihr hier also nur mitteilen, dass ich sie nicht dran hindern werde, was im Alltag leider manchmal notwendig ist, weil wir auch auf Befindlichkeiten anderer Rücksicht nehmen). Wie würdet ihr das Ganze bewerten? Kommunikation? Extrinsische Motivation? Ich mache hier gar nichts mit Leckerchen oder ähnlichem. Ist ja auch gar nicht notwendig. [Zum Rest des Videos: Ich lotse sie anschließend recht schnell weg, weil ich die Skulpturen mit der Schleppleine nicht beschädigen möchte. Der Zug auf die Schleppleine ergibt sich versehentlich und ist kein beabsichtigter Leinenruck. Hätte man besser machen können, in dem man näher mitgeht, ist mir bewusst.]
Wenn ich das Ganze hier richtig verstanden habe, war die Aufforderung im Sinne der intrinsischen Motivation eher gegen das Konzept. Aber nur, weil Du weißt, dass sie so oder so gucken gegangen wäre. Da hätte ich den Moment gewartet und hätte sie machen lassen… und wäre eventuell etwas später hinterhergegangen: „Boah, was hast Du denn da Tolles gefunden?“ -> gemeinsames Erleben zur weiteren Stärkung der Bindung.

Anders, wenn der Hund, wie von Michi beschrieben, sich als nächstes versuchen wird, sich in Luft aufzulösen… dann darf man, wie auch in dem Video, auch nen „Rahmen vorgeben“, indem man erstmal die Flucht verhindert.
Hängt halt alles mal wieder vom Hund ab… oder?😀

Zumindest sehr spannende Interaktion… danke fürs Teilen!
 
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Katja
14. Dez. 13:37
Ich hab auch noch einen: heute über ne Straße, die lange Baustelle war und von daher der Fußweg recht „undefiniert“.

Polli weiß sehr genau, was eine Straße und ein Bordstein ist (internistisch motiviert, wir haben dazu nix getan… wahrscheinlich hat ihr ihr Strassenhundleben das extrinsisch beigebracht!😉). Trotzdem dackelte sie heute früh auf der Straße lang, während ich auf dem (neu freigemachten) Gehweg lief.
Ich rief dann ein kurzes „ey!“, quasi unser Abbruch-Kommando, und Polli wachte quasi auf (zumindest interpretier ich das jetzt mal so, sie schlumpft öfter mal so durch die Gegend 😬…) und wechselte zu mir auf den Gehweg.
Ganz klar extrinsisch getriggert… aber intrinsisch motiviert…? 🤔

Ich mach das übrigens gerne: Kurz stören und dann sehen, was sie dann macht…
 
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Dogorama-Mitglied
14. Dez. 14:18
Da kann ich mich nur anschließen: ich finde das Thema total interessant, habe aber keine Lust, immer wieder 10 Beiträge überspringen zu müssen… nur weil jetzt wieder unbedingt diskutiert werden muss, wer jetzt wen mit welcher Formulierung wie angegangen ist! Echt Kindergarten. Falls ihr unbedingt so weitermachen müsst: könnt ihr bitte aufhören, in die Beleidigungstexte, Beiträge zum Thema reinzumischen und das in zwei Beiträge aufteilen? Ich finde ja eure fachlichen Beiträge durchaus sehr interessant, aber wenn sie im allgemeinen „Stutenbeissen“ untergehen, hab ich echt keine Chance, die zu lesen. Würde ich aber gerne!😉
Da gebe ich dir total recht und das tut mir auch leid.
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich aus dem Grund selber auch keine Lust mehr habe fachlich was dazu beizutragen.
 
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Dogorama-Mitglied
14. Dez. 15:57
Oh wie spannend! Ich hab eine Frage 🤓😆 Ich habe vor einigen Wochen diese seltene Situation einfangen können, in der meine Hündin sich skeptisch gegenüber Skulpturen am Wegesrand zeigt. Ich ermuntere sie hier sich das Ganze anzuschauen. Da sie vom Naturell aber sowieso sehr neugierig und lösungsorientiert ist, hätte sie das so oder so getan. (Ich wollte ihr hier also nur mitteilen, dass ich sie nicht dran hindern werde, was im Alltag leider manchmal notwendig ist, weil wir auch auf Befindlichkeiten anderer Rücksicht nehmen). Wie würdet ihr das Ganze bewerten? Kommunikation? Extrinsische Motivation? Ich mache hier gar nichts mit Leckerchen oder ähnlichem. Ist ja auch gar nicht notwendig. [Zum Rest des Videos: Ich lotse sie anschließend recht schnell weg, weil ich die Skulpturen mit der Schleppleine nicht beschädigen möchte. Der Zug auf die Schleppleine ergibt sich versehentlich und ist kein beabsichtigter Leinenruck. Hätte man besser machen können, in dem man näher mitgeht, ist mir bewusst.]
Die entscheidende Frage ist, ob die Aussage eine bereits vorhandene intrinsische Motivation begleitet oder ob sie selbst das Verhalten auslöst. ☺️
Das ist in dem Kontext sehr schwierig zu beurteilen. Mich würde also interessieren ob deine Hündin auch ohne deine Aussage genau dieselbe Reaktion gezeigt hätte. Vielleicht kannst du das ja in einem ähnlichen Szenario mal ausprobieren? ☺️
 
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Dogorama-Mitglied
14. Dez. 17:40
Ich hab das mehrfach in verschiedenen - wahrscheinlich etwas sehr theoretischen - Weisen formuliert, aber man sortiert man ja beim Diskutieren auch die eigenen Gedanken, guckt von verschiedenen Seiten auf eine Sache und hat oft erst nach einer Weile eine Art Zusammenfassung der eigenen Überlegungen parat.
 
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Dogorama-Mitglied
14. Dez. 17:59
Sehr interessieren würde mich ja, wie man es am besten umsetzt bei Triggern, die man bez Intensität und Entfernung nicht unter Kontrolle hat.

Hatte mit Guinness heute wieder ein paar ziemlich reaktionsstarke Skateboardbegegnungen.

Klar hab ich das Thema ansich erstmal selbst verkackt.
Klar sollte man die zu hohe Reizschwelle meiden.

Geht aber nur sehr bedingt.

Was mach ich jetzt also, wenn eines daherbrettert und Hund ausflippt?

Macht es da irgendwie Sinn, im Rahmen der extrinsischen Leinenbegrenzung eine mir intrinsische Zen-Haltung anzustreben und zu hoffen, dass er, wiederum extrinsisch davon beruhigt, irgendwann intrinsisch beschließt, dass hysterisch zerren und plärren nicht viel bringt und sich nicht aufzuregen eigentlich viel netter ist?

Ich bin bei dem Thema unvorbereitete Begegnungen wirklich mit meinem Latein am Ende und hab auch erstmal keine umfassende Möglichkeit, das über gestellte minimini aufzubauen.

Eure Gedanken dazu?
 
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Dogorama-Mitglied
14. Dez. 18:16
Sehr interessieren würde mich ja, wie man es am besten umsetzt bei Triggern, die man bez Intensität und Entfernung nicht unter Kontrolle hat. Hatte mit Guinness heute wieder ein paar ziemlich reaktionsstarke Skateboardbegegnungen. Klar hab ich das Thema ansich erstmal selbst verkackt. Klar sollte man die zu hohe Reizschwelle meiden. Geht aber nur sehr bedingt. Was mach ich jetzt also, wenn eines daherbrettert und Hund ausflippt? Macht es da irgendwie Sinn, im Rahmen der extrinsischen Leinenbegrenzung eine mir intrinsische Zen-Haltung anzustreben und zu hoffen, dass er, wiederum extrinsisch davon beruhigt, irgendwann intrinsisch beschließt, dass hysterisch zerren und plärren nicht viel bringt und sich nicht aufzuregen eigentlich viel netter ist? Ich bin bei dem Thema unvorbereitete Begegnungen wirklich mit meinem Latein am Ende und hab auch erstmal keine umfassende Möglichkeit, das über gestellte minimini aufzubauen. Eure Gedanken dazu?
Ich würde mir das kontextbezogene Lernen zunutze machen. Eine Unterscheidung zwischen Halsband und Geschirr – oder auch zwischen zwei Ösen am Geschirr – wäre hier sinnvoll. Den Alltag bewältigt man dann mit einem der beiden Instrumente, während gezielte Trainingssituationen, in denen das intrinsische Verhalten aufgebaut wird, mit dem anderen stattfinden. Dadurch, dass die intrinsische Motivation gezielt gefördert wird und das Verhalten als angenehm wahrgenommen wird, überträgt sich das mit der Zeit automatisch auch auf das Geschirr oder andere Kontexte. Wenn man eines der Instrumente – Geschirr oder Halsband – später weglassen möchte, ist das ebenfalls möglich.
 
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Katja
14. Dez. 18:18
Sehr interessieren würde mich ja, wie man es am besten umsetzt bei Triggern, die man bez Intensität und Entfernung nicht unter Kontrolle hat. Hatte mit Guinness heute wieder ein paar ziemlich reaktionsstarke Skateboardbegegnungen. Klar hab ich das Thema ansich erstmal selbst verkackt. Klar sollte man die zu hohe Reizschwelle meiden. Geht aber nur sehr bedingt. Was mach ich jetzt also, wenn eines daherbrettert und Hund ausflippt? Macht es da irgendwie Sinn, im Rahmen der extrinsischen Leinenbegrenzung eine mir intrinsische Zen-Haltung anzustreben und zu hoffen, dass er, wiederum extrinsisch davon beruhigt, irgendwann intrinsisch beschließt, dass hysterisch zerren und plärren nicht viel bringt und sich nicht aufzuregen eigentlich viel netter ist? Ich bin bei dem Thema unvorbereitete Begegnungen wirklich mit meinem Latein am Ende und hab auch erstmal keine umfassende Möglichkeit, das über gestellte minimini aufzubauen. Eure Gedanken dazu?
Ich glaube, da bleibt Dir nix anderes übrig, als Gegenden mit Skateboard-Fahrern erstmal nur sehr gezielt zu „besuchen“… und den Abstand massiv zu kontrollieren. Wenn der erstmal im Tunnel ist, ist intrinsische Ruhe ausgeschlossen, würde ich sagen.

Hast Du nicht in der Gegend irgendwie nen Zaun oder so, von dem Du beobachten kannst?
Oder Du stellst einen von denen zum Training an…😀

Ich hatte das mit Kaninchen bei uns im Innenhof (im Gehege): Wir mussten nunmal im 2m-Abstand dran vorbei, Polli immer auf 2 Beinen.
Hab ich immer versucht, so schnell wie möglich zu machen und ihr dafür vorher und hinterher die Möglichkeit zur Selbstregulierung zu geben. Glücklicherweise ist unsere Hinterhaustür aus Glas, d.h. das war der Rahmen/die Grenze, hinter der sie sich erstmal regulieren konnte. Nach ein paar Mal hatte ich deutlich den Eindruck, dass sie froh war über meine Eile, dran vorbei zu kommen -> sie rastete zwar immer noch aus, lief aber mit und entspannte dann schon deutlich noch im Hinterhof auf dem Weg zur Vorderhaustür.

War aber auch ne Mischung aus ihrer freien Entscheidung und „ich lass Dich jetzt mal vor der geschlossenen Tür (drinnen) sitzen und Du darfst dann (fast) entscheiden, was Du machst, wenn die Tür aufgeht“…🤪
 
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Dogorama-Mitglied
14. Dez. 18:24
Ich würde mir das kontextbezogene Lernen zunutze machen. Eine Unterscheidung zwischen Halsband und Geschirr – oder auch zwischen zwei Ösen am Geschirr – wäre hier sinnvoll. Den Alltag bewältigt man dann mit einem der beiden Instrumente, während gezielte Trainingssituationen, in denen das intrinsische Verhalten aufgebaut wird, mit dem anderen stattfinden. Dadurch, dass die intrinsische Motivation gezielt gefördert wird und das Verhalten als angenehm wahrgenommen wird, überträgt sich das mit der Zeit automatisch auch auf das Geschirr oder andere Kontexte. Wenn man eines der Instrumente – Geschirr oder Halsband – später weglassen möchte, ist das ebenfalls möglich.
Ok, guter Punkt.

Und im Alltag manage ich das wie am Besten?
Ich bin zu diesem speziellen Thema inzwischen betriebsblind, weil es auch mich stresst und ich da nicht mehr klar sehe.