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Dogorama-Mitglied
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zuletzt 21. Dez.

Intrinsische Motivation - Leinenführigkeit?

Hallo liebe Hundemenschen, Ich bin durch einen anderen Thread darauf gestoßen, dass man Leinenführigkeit mittels intrinsischer Motivation beibringen kann. Intrinsische Motivation bedeutet das es der Hund von sich aus macht, es macht ihm Spaß und führt es für sich bzw. sein Wohlbefinden aus. Also zum Beispiel ist bei meinem Münsterländer das Jagen eine intrinsische Motivation, die ich mir für die Arbeit zunutze mache. Ich trainiere viel mit meinen Hunden und natürlich auch die Leinenführigkeit. In aller Regel machen das meine Hunde aber nicht aus eigener intrinsische Motivation. Jetzt frage ich mich natürlich, was ich die Jahre falsch gemacht habe, dass meine Hunde anscheinend nicht aus intrinsischer Motivation neben mir her spazieren. Habt ihr eine Idee wie man das aufbaut, dass er Hund das aus intrinsischer Motivation macht? Ist dies überhaupt möglich?
 
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Michi
12. Dez. 15:27
Ja, genau, von Ihrer Arbeitsauffassung sind sie unterschiedlich, aber was ist mit dem sozialen Bereich? Wenn ich das Thema richtig verstanden habe, ist der Arbeitswille eher nebensächlich. Es geht m. E. eher um den sozialen Bereich und das der Hund entspannen kann, damit er nicht ständig im Arbeitsmodus sein muss, was nicht bedeutet, dass er niemals arbeiten darf, aber 24/7 ist für jeden Arbeiter auch zu viel.
Aber warum ständig im Arbeitsmodus sein?
Wenn Regeln eingehalten werden, dann kann sich der Hund doch entspannt und frei bewegen.
Übertragen wir das auf Rudel zB Straßenhunde und es werden Welpen da hinein geboren oder es gesellen sich fremde Hunde dazu, dann geht es doch auch um Regeln, die quasi vorgegeben werden und in deren Rahmen sich die Hunde dann ( entspannt) bewegen. Hunde brauchen diese Strukturen. Pferde auch.
 
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Michi
12. Dez. 15:31
Ja, genau, von Ihrer Arbeitsauffassung sind sie unterschiedlich, aber was ist mit dem sozialen Bereich? Wenn ich das Thema richtig verstanden habe, ist der Arbeitswille eher nebensächlich. Es geht m. E. eher um den sozialen Bereich und das der Hund entspannen kann, damit er nicht ständig im Arbeitsmodus sein muss, was nicht bedeutet, dass er niemals arbeiten darf, aber 24/7 ist für jeden Arbeiter auch zu viel.
ZB meine Regel : du darfst nicht jagen !
Wenn er sich daran hält, dann sind wir 4 Stunden entspannt im Wald im Freilauf unterwegs. Null Arbeitsmodus. Da spreche ich dann uU auch mal 4 Stunden nicht ein einziges Wort.
 
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Babs
12. Dez. 15:33
ZB meine Regel : du darfst nicht jagen ! Wenn er sich daran hält, dann sind wir 4 Stunden entspannt im Wald im Freilauf unterwegs. Null Arbeitsmodus. Da spreche ich dann uU auch mal 4 Stunden nicht ein einziges Wort.
Was denkst Du, aus welcher Motivation heraus geht er dann nicht jagen? Hält er dann 4 Stunden ein Kommando aufrecht?
 
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Michi
12. Dez. 15:41
Was denkst Du, aus welcher Motivation heraus geht er dann nicht jagen? Hält er dann 4 Stunden ein Kommando aufrecht?
Da gibt es kein Kommando.
Wir haben ne echt coole Beziehung 😄
Er weiß, dass das verboten ist und ich das nicht wünsche.
Sollte es ihn dann doch mal überkommen, dann kann ich ihn im Ansatz stoppen, mit dem Abbruchkommando.
Verpasse ich den Augenblick, dann funktioniert es nicht mehr.
Solche Situationen werden aber immer weniger.
Hunde halten sich ja auch sonst an Regeln, bsw, dass man nix vom Tisch nimmt oder nicht zu anderen Hunden hinläuft oder oder oder.
Hat ja nichts damit zu tun, dass Kommandos aufrecht erhalten werden .
Wir zum Beispiel haben kaum Kommandos, nur die Basics müssen halt klappen.
 
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Takumi
12. Dez. 15:45
Ich weiß gar nicht ob das zu dem Thema gehört aber ich habe mal in einem Podcast gehört, dass dort eine Canis Trainerin die wohl gleichzeitig einen Gassiservice anbietet ihre zwei Shibas (Asiaten) selbst entscheiden läßt ob diese mit der Gruppe mitlaufen möchten oder 1 Stunde eigenständig im Park ihr Ding machen möchten. Die Hunde haben wenig Interesse mitzulaufen sind aber wohl immer pünktlich und zuverlässig am Parkplatz nach Beendigung der Gassirunde.

Zählt das zur intrinisische Motivation?

Als ich es mir angehört habe fand ich es sehr befremdlich so ohne Einfluss die Hunde im öffentlichen Park (ich glaube es war sogar in einer Großstadt) ihr Ding machen zu lassen, da würde mein Vertrauen niemals zu reichen. Takumi würde es wohl auch gefallen 🤣 er würde alle läufigen Mädels ausfindig machen und mit den einen oder anderen Rüden endlich mal zu Ende diskutieren.
 
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SandrA
12. Dez. 16:29
Da gibt es kein Kommando. Wir haben ne echt coole Beziehung 😄 Er weiß, dass das verboten ist und ich das nicht wünsche. Sollte es ihn dann doch mal überkommen, dann kann ich ihn im Ansatz stoppen, mit dem Abbruchkommando. Verpasse ich den Augenblick, dann funktioniert es nicht mehr. Solche Situationen werden aber immer weniger. Hunde halten sich ja auch sonst an Regeln, bsw, dass man nix vom Tisch nimmt oder nicht zu anderen Hunden hinläuft oder oder oder. Hat ja nichts damit zu tun, dass Kommandos aufrecht erhalten werden . Wir zum Beispiel haben kaum Kommandos, nur die Basics müssen halt klappen.
Ich denke, das, was hier vereinfacht ausgedrückt offen bleibt, ist die Frage, ob er bei Dir bleibt, weil DU es wünscht und er es DIR recht macht oder ob er bei Dir bleibt, weil es IHN glücklich, entspannt und zufrieden macht; die Handlung für sich eben selbstbelohnend wird und es keinerlei externer Verstärker (mehr) braucht.
 
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Michi
12. Dez. 16:32
Ich denke, das, was hier vereinfacht ausgedrückt offen bleibt, ist die Frage, ob er bei Dir bleibt, weil DU es wünscht und er es DIR recht macht oder ob er bei Dir bleibt, weil es IHN glücklich, entspannt und zufrieden macht; die Handlung für sich eben selbstbelohnend wird und es keinerlei externer Verstärker (mehr) braucht.
Es macht ihn glücklich bei mir zu sein und er würde niemals freiwillig von mir weg gehen. Ausser halt mal ein paar Minuten für eine Jagdsession, was aber kaum noch vorkommt.
Im Wald, Feld, Strand bleibt er ohne jegliche Kommandos immer bei mir.
Er findet in meiner Nähe Stabilität und Sicherheit, was ihn stärker macht.
 
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SandrA
12. Dez. 16:35
Es macht ihn glücklich bei mir zu sein und er würde niemals freiwillig von mir weg gehen. Ausser halt mal ein paar Minuten für eine Jagdsession, was aber kaum noch vorkommt. Im Wald, Feld, Strand bleibt er ohne jegliche Kommandos immer bei mir. Er findet in meiner Nähe Stabilität und Sicherheit, was ihn stärker macht.
Also ist er intrinsisch motiviert.
 
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Michi
12. Dez. 16:36
Also ist er intrinsisch motiviert.
Von sich selbst aus oder durch mich ?
 
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SandrA
12. Dez. 16:40
Von sich selbst aus oder durch mich ?
😂
Ich würde es so beschreiben, dass er als domestiziertes Haustier ja die prinzipielle Veranlagung mit Menschen zu kooperieren mitbringt. Und mit Dir als passendem Sozialpartner hat er eben diese Neigung voll ausleben und priorisieren dürfen.

Du hast den dieser Neigung entsprechenden Handlungen viele Gründe für viele Glückshormone gegeben😉