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Dogorama-Mitglied
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zuletzt 21. Dez.

Intrinsische Motivation - Leinenführigkeit?

Hallo liebe Hundemenschen, Ich bin durch einen anderen Thread darauf gestoßen, dass man Leinenführigkeit mittels intrinsischer Motivation beibringen kann. Intrinsische Motivation bedeutet das es der Hund von sich aus macht, es macht ihm Spaß und führt es für sich bzw. sein Wohlbefinden aus. Also zum Beispiel ist bei meinem Münsterländer das Jagen eine intrinsische Motivation, die ich mir für die Arbeit zunutze mache. Ich trainiere viel mit meinen Hunden und natürlich auch die Leinenführigkeit. In aller Regel machen das meine Hunde aber nicht aus eigener intrinsische Motivation. Jetzt frage ich mich natürlich, was ich die Jahre falsch gemacht habe, dass meine Hunde anscheinend nicht aus intrinsischer Motivation neben mir her spazieren. Habt ihr eine Idee wie man das aufbaut, dass er Hund das aus intrinsischer Motivation macht? Ist dies überhaupt möglich?
 
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Dogorama-Mitglied
10. Dez. 13:57
Woran erkennst Du, was ich lese?
Was stören die dich dann? Ich überblättere ja auch das, was für mich gerade nicht interessant ist.

Deshalb sag ich aber niemand Anderem er soll das Schreiben unterlassen.
 
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Dogorama-Mitglied
10. Dez. 21:52
Du sagtest, deine Aussagen stammen von den ganz großen wie Watzlawick und so weiter. Das bedeutet für mich, dass du diese Theorien in einem Kontext mit Hunden auf Hunde beziehst.
Warnung - wer sich für das Thema nicht interessiert, darf den Beitrag getrost ignorieren.

Meine Aussagen stammen von mir.

Watzlawick sagt, systemische Interaktion findet auch über analoge Kommunikation statt bzw braucht keine digitale Kommunikation.

Folglich passiert systemische wechselseitige Beeinflussung auch in und lässt sich systemische Intervention auch auf nicht sprachliche Gruppen anwenden, inkluvise solche, die Hunde beinhalten.
 
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Dogorama-Mitglied
10. Dez. 23:18
Warnung - wer sich für das Thema nicht interessiert, darf den Beitrag getrost ignorieren. Meine Aussagen stammen von mir. Watzlawick sagt, systemische Interaktion findet auch über analoge Kommunikation statt bzw braucht keine digitale Kommunikation. Folglich passiert systemische wechselseitige Beeinflussung auch in und lässt sich systemische Intervention auch auf nicht sprachliche Gruppen anwenden, inkluvise solche, die Hunde beinhalten.
Es scheint sich ja alles immer passend zu wenden - oder gewendet zu werden.
Wenn die Aussagen von dir stammen, dann verstehe ich nicht was die großen Geister damit zu tun haben.
Ich sage es aber gerne erneut: Die direkte Übertragung systemischer Interventionen auf Hunde ist eine Vereinfachung, die weder die ursprüngliche Theorie noch die Biologie des Hundes vollständig respektiert.
 
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Katja
10. Dez. 23:59
Gerade auf der Mitternachts-Klo-runde, Polli läuft immer frei.
Da stand so eine Tüte auf einer Resto-Terrasse, die hat sie schon heute Nachmittag interessiert (was zu Fressen drin…?). Kurz davor hat sie innegehalten und war klar im Zwiespalt: „Ich möcht’s ja gerne untersuchen… aber Frauchen findet das nicht gut…“. Unentschlossenheit pur.
Ich hab dann ein „ähäh“ den Raum geworfen, um die Entscheidungsfindung in die richtige Richtung zu lenken. Wie würde man das jetzt intrinsisch motiviert bearbeiten…?
Ich möchte da eigentlich ungern die Leine dran machen…

PS: Tolle Diskussion, ich hab durch die Fallbeispiele einige tiefschürfende Erkenntnisse zum Thema Hund & Selbstbestimmung gewonnen! Danke dafür!!!😀
 
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Mary-Lou
11. Dez. 02:02
OK, ich versuche es jetzt zum dritten Mal. Lerntherorie mag ja was Schönes sein und unbestritten glaube ich daran, dass die Nummer mit der intrinsischen Motivation funzt. Sollte man mehr Augenmerk drauf lenken, kann man was mit anfangen. Aber was zur Hölle mache ich wenn das Leben eben reinpfuscht, WEIL ES EBEN EINE THEORIE IST UND MEIN HUND UND ICH NICHT IN EINER BUBBLE LEBEN. Was mache ich, wenn ich ganz toll die Distanz manage und dann ein liebestolles Rehpaar aus dem Mais hopst? Was mache ich, wenn ich in der Stadt lebe und eine stresslose Distanz zu Autos nicht möglich ist? Was mache ich, wenn der traumatisierte Hund wochenlang unter dem Bett bleibt oder bereits knurrt und fletscht, wenn im Treppenhaus einer hustet? Da muss und werde ich persönlich andere Methoden anwenden, im Zweifel auch die bösen aversiven, wenns gar nicht anders geht. Es gibt nämlich keinen Stein der Weisen, es geht immer um zwei Individuen zweier Spezies, die irgendwie versuchen müssen unter ihren Umständen ihren Weg zu finden. Es sei denn, ich kriege jetzt hier mal eine Antwort die mich so erleuchtet, daß ich in den Staub falle und alles bisher Gesagte widerrufe.
Ich bekomme auch keine Antwort. Vielleicht sind ihr die Ideen ausgegangen. Oder die Methode hat doch Schwachstellen.
 
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Dogorama-Mitglied
11. Dez. 03:12
Es scheint sich ja alles immer passend zu wenden - oder gewendet zu werden. Wenn die Aussagen von dir stammen, dann verstehe ich nicht was die großen Geister damit zu tun haben. Ich sage es aber gerne erneut: Die direkte Übertragung systemischer Interventionen auf Hunde ist eine Vereinfachung, die weder die ursprüngliche Theorie noch die Biologie des Hundes vollständig respektiert.
Man kann sich tatsächlich, basierend auf den Meinungen und Erkenntnissen grosser Geister, seine eigenen Gedanken machen.

Die systemische Betrachtungsweise und in direkter Folge die Möglichkeit systemischer Intervention (angepasst an die Spezifika des jeweiligen Systems) ist längst auf komplexe Systeme jenseits der menschlichen übertragen worden.

Siehe dazu CAS (Complex Adaptive Systems), zu denen neben Familien, Sippen, Völkern, Unternehmen, Aktienmärkten zB auch Biosphären, Ameisenkolonienn (und natürlich auch andere in sozialen Systemen organisierte Tiere) und sogar Roboter-Schwärme gezählt werden.

Die ursprüngliche Theorie hat sich auf den Menschen beschränkt, weil das dem Zeitgeist entsprochen hat und Tieren noch nicht ausreichend Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde, um in Betracht zu ziehen, dass sie ähnlich komplex organisiert sein könnten, wie Menschen.

Das hat sich inzwischen in einigen Bereichen Gott sei Dank maßgeblich geändert, die vergleichende Verhaltensforschung zB hat sich von diesem Chauvinismus befreit und betrachtet die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Mensch und Tier ohne derart zu werten.

Für mich ist das das gerade Gegenteil von vereinfachend und respektlos.

Jeder bessere Hundetrainer betrachtet und interveniert übrigens auf einfacher Ebene systemisch - nicht der Hund wird als isolierter Problemfaktor gesehen, sondern man schaut auf den Umgang der Menschen mit dem Hund und vice versa, auf zeitliche Zusammenhänge, auf die äusseren Umstände, man fragt nach Zielvorstellungen, nach Methoden, die bereits angewandt wurden, nach bestehenden Kompetenzen und Ressourcen, wann tritt das Problem auf, wann nicht etc.
 
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Dogorama-Mitglied
11. Dez. 07:21
Man kann sich tatsächlich, basierend auf den Meinungen und Erkenntnissen grosser Geister, seine eigenen Gedanken machen. Die systemische Betrachtungsweise und in direkter Folge die Möglichkeit systemischer Intervention (angepasst an die Spezifika des jeweiligen Systems) ist längst auf komplexe Systeme jenseits der menschlichen übertragen worden. Siehe dazu CAS (Complex Adaptive Systems), zu denen neben Familien, Sippen, Völkern, Unternehmen, Aktienmärkten zB auch Biosphären, Ameisenkolonienn (und natürlich auch andere in sozialen Systemen organisierte Tiere) und sogar Roboter-Schwärme gezählt werden. Die ursprüngliche Theorie hat sich auf den Menschen beschränkt, weil das dem Zeitgeist entsprochen hat und Tieren noch nicht ausreichend Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde, um in Betracht zu ziehen, dass sie ähnlich komplex organisiert sein könnten, wie Menschen. Das hat sich inzwischen in einigen Bereichen Gott sei Dank maßgeblich geändert, die vergleichende Verhaltensforschung zB hat sich von diesem Chauvinismus befreit und betrachtet die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Mensch und Tier ohne derart zu werten. Für mich ist das das gerade Gegenteil von vereinfachend und respektlos. Jeder bessere Hundetrainer betrachtet und interveniert übrigens auf einfacher Ebene systemisch - nicht der Hund wird als isolierter Problemfaktor gesehen, sondern man schaut auf den Umgang der Menschen mit dem Hund und vice versa, auf zeitliche Zusammenhänge, auf die äusseren Umstände, man fragt nach Zielvorstellungen, nach Methoden, die bereits angewandt wurden, nach bestehenden Kompetenzen und Ressourcen, wann tritt das Problem auf, wann nicht etc.
Also ist es eine Übertragung der großen Geister auf Hunde. Wie ich bereits mehrfach erwähnt habe:

Pauschale Übertragungen solcher Theorien auf Tiere sind nicht wissenschaftlich fundiert und stiften mehr Verwirrung als Nutzen.
 
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Dogorama-Mitglied
11. Dez. 07:24
Ich bekomme auch keine Antwort. Vielleicht sind ihr die Ideen ausgegangen. Oder die Methode hat doch Schwachstellen.
Genau, das ist es. Es gibt natürlich auch keinen Zusammenhang zur Art des Umgang miteinander.
Im übrigens bin ich hier nicht dein persönlicher Erklärbär. Ich MUSS gar nichts.
 
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Dogorama-Mitglied
11. Dez. 10:51
Also ist es eine Übertragung der großen Geister auf Hunde. Wie ich bereits mehrfach erwähnt habe: Pauschale Übertragungen solcher Theorien auf Tiere sind nicht wissenschaftlich fundiert und stiften mehr Verwirrung als Nutzen.
Es ist der Kern wissenschaftlichen Arbeitens, bereits bestehende Theorien zu verändern, zu erweitern, zu übertragen.

Überlegungen und Anwendungen der Systemtheorie beginnen und enden nicht mit Minuchin oder Watzlawick.
Ausserdem hat keiner der Beiden je gesagt, dass nur Menschen offenen Systeme sind, sondern dass sie auch zu den offenen Systemen zählen => es gibt auch andere offene Systeme => die systemische Betrachtungsweise lässt sich auch auf sie anwenden.

Und wie ich bereits mehrfach erwähnt habe:

Ihre Übertragung auf andere Forschungsbereiche hat längst durch andere grosse Geister stattgefunden und sie versteht sich selbst explizit als interdisziplinär.
Sie ist keineswegs nur anwendbar auf menschliche Systeme, sonder auf alle lebendenn und sogar auf unbelebte.

Günter Ropohl, seineszeichens Technikphilosop, sagte dazu „Die Systemtheorie hat von Anfang an das Ziel verfolgt, der Zersplitterung des Wissens in den wissenschaftlichen Disziplinen entgegenzuwirken.“

Im gleichen Sinne sahen das zB der Multidisziplinär Bateson und der Pysiker, Mathematiker und Informatiker Holland.

Wenn du denkst, dass eine 29-jährige Studentin wissenschaftliche Fundiertheit besser beurteilen kann, als diese Herren, kann ich nur wiederholen - bemerkenswertes Selbstbewusstsein.

Hier findest du die disziplinübergreifende Natur der Systemtheorie übrigens bestätigt und leicht verständlich zusammengefasst

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Systemtheorie

Vielleicht hilft dir das ein wenig, über deine homozentrische Sichtweise hinauszublicken.
 
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Steffi
11. Dez. 11:07
Es ist der Kern wissenschaftlichen Arbeitens, bereits bestehende Theorien zu verändern, zu erweitern, zu übertragen. Überlegungen und Anwendungen der Systemtheorie beginnen und enden nicht mit Minuchin oder Watzlawick. Ausserdem hat keiner der Beiden je gesagt, dass nur Menschen offenen Systeme sind, sondern dass sie auch zu den offenen Systemen zählen => es gibt auch andere offene Systeme => die systemische Betrachtungsweise lässt sich auch auf sie anwenden. Und wie ich bereits mehrfach erwähnt habe: Ihre Übertragung auf andere Forschungsbereiche hat längst durch andere grosse Geister stattgefunden und sie versteht sich selbst explizit als interdisziplinär. Sie ist keineswegs nur anwendbar auf menschliche Systeme, sonder auf alle lebendenn und sogar auf unbelebte. Günter Ropohl, seineszeichens Technikphilosop, sagte dazu „Die Systemtheorie hat von Anfang an das Ziel verfolgt, der Zersplitterung des Wissens in den wissenschaftlichen Disziplinen entgegenzuwirken.“ Im gleichen Sinne sahen das zB der Multidisziplinär Bateson und der Pysiker, Mathematiker und Informatiker Holland. Wenn du denkst, dass eine 29-jährige Studentin wissenschaftliche Fundiertheit besser beurteilen kann, als diese Herren, kann ich nur wiederholen - bemerkenswertes Selbstbewusstsein. Hier findest du die disziplinübergreifende Natur der Systemtheorie übrigens bestätigt und leicht verständlich zusammengefasst https://de.m.wikipedia.org/wiki/Systemtheorie Vielleicht hilft dir das ein wenig, über deine homozentrische Sichtweise hinauszublicken.
Wer Recht hat gibt einen aus😁...Ich nehme gerne eine Wiener Café-Spezialität..aber erst nachdem ich versucht habe, meiner Maus etwas intrinsische Motivation zu entlocken. Regnet hier gerade nicht..Ich glaube nämlich, den von Maike angesprochenen Ansatz verstanden zu haben und genaue (halb)wissenschaftliche Definitionen brauche ich dafür zum Glück nicht..Ja, ich brauche Deine Ausführungen nicht zu lesen, trotzdem erlaube mir die Bemerkung, dass Du etwas zu sendungsbewusst rüber kommst..