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Dogorama-Mitglied
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zuletzt 21. Dez.

Intrinsische Motivation - Leinenführigkeit?

Hallo liebe Hundemenschen, Ich bin durch einen anderen Thread darauf gestoßen, dass man Leinenführigkeit mittels intrinsischer Motivation beibringen kann. Intrinsische Motivation bedeutet das es der Hund von sich aus macht, es macht ihm Spaß und führt es für sich bzw. sein Wohlbefinden aus. Also zum Beispiel ist bei meinem Münsterländer das Jagen eine intrinsische Motivation, die ich mir für die Arbeit zunutze mache. Ich trainiere viel mit meinen Hunden und natürlich auch die Leinenführigkeit. In aller Regel machen das meine Hunde aber nicht aus eigener intrinsische Motivation. Jetzt frage ich mich natürlich, was ich die Jahre falsch gemacht habe, dass meine Hunde anscheinend nicht aus intrinsischer Motivation neben mir her spazieren. Habt ihr eine Idee wie man das aufbaut, dass er Hund das aus intrinsischer Motivation macht? Ist dies überhaupt möglich?
 
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Callimero
9. Dez. 11:49
Ich finde das sehr interessant , aber auch sehr schwer alleine umzusetzen. Da ich aber gerade -mal wieder- auf der Suche nach einer kompetenten Person für Einzeltraining und Verhaltensberatung bin, werde ich dabei auf Kenntnisse in diesem Bereich achten. Bei uns gilt es, stressgeladenes generalisiertes Verhalten bei Hundebegenungen aufzulösen. Es wird sowieso dauern und es müssen für uns neue Ansätze her..Oder eine Mischung aus verschiedenen Ansätzen..außer aversiv natürlich. Danke Maike, für Deine Erläuterungen und Zeit..immerhin bist Du hier ja keine Seminarleiterin oder musst Dich für Deine Meinung rechtfertigen..
Genau mein Punkt ... sehr interessant, aber wie funktioniert das in der Praxis ?
Die erste Voraussetzung wäre ja schon, dass der Halter seinen Hund richtig "lesen" und dementsprechend einschätzen kann, um so vorausschauend handeln zu können.
 
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Bettina
9. Dez. 11:51
Genau mein Punkt ... sehr interessant, aber wie funktioniert das in der Praxis ? Die erste Voraussetzung wäre ja schon, dass der Halter seinen Hund richtig "lesen" und dementsprechend einschätzen kann, um so vorausschauend handeln zu können.
Und das genau können ja leider die wenigsten...wer hat schon zeit sich den ganzen tag mit körpersprache zu beschäftigen...das ist ein langer prozess...das geht nicht von heut auf morgen und schon gar nicht nach einer pauschalen anleitung
 
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Dogorama-Mitglied
9. Dez. 12:02
Wir haben nun alle Deine Argumentation gelesen. Ich habe sie zur Kenntnis genommen und für mich entschieden, dass sie nicht mehr relevant sind. Nur weil Du der Meinung bist, dass es nicht möglich ist, heißt das nicht, das es nicht geht. Warum begrenzt Du Dich selbst und beraubst Dich der Möglichkeiten, Deinen Horizont zu erweitern. Weiterentwicklung lebt nicht davon, alles Unbekannte direkt abzulehnen. Daher nochmal die Bitte: Beende die sinnlose Diskussion.
Das ist bedauerlich für eine angehende Psycholigin, dass die systemische Betrachtungsweise als nicht relevant abgetan wird.

Tatsächlich ist das nämlich alles nicht "meine" Meinung sondern eben die von Kapazitäten, beginnend mit Ackerman, Minuchin über Bateson, Watzlawick, Mailänder Gruppe, Schulz von Thun etc, etc.

Wenn du die für begrenzt und von engem Horizont und hältst, hast du ein bemerkenswertes Selbstbewusstsein.

Nichts von dem, was du erzählst, ist mir unbekannt.

Auch du kannst gerne die sinnlose Diskussion beenden.
 
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Sophie
9. Dez. 12:16
Aufmerksamkeit und Stress sind zwei unterschiedliche Zustände, die hier sehr wichtig sind. Wenn ein Hund aufmerksam wird, bedeutet das, dass sein Nervensystem aktiviert ist, aber in einem funktionalen, ausgeglichenen Bereich arbeitet. Diese Aktivierung ist wichtig, damit er auf seine Umwelt reagieren kann. Solange der Hund ruhig atmet, seine Bewegungen kontrolliert sind, handelt es sich nicht um Stress, sondern um eine normale Wachsamkeit. In dieser Phase kann der Hund lernen und selbstständig Entscheidungen treffen. Erhöhter Stress tritt ein, wenn diese Aktivierung in Überforderung kippt. Das Nervensystem gerät aus der Balance, der Hund zeigt steife Körpersprache, hektisches Verhalten. Dann ist die Lernfähigkeit eingeschränkt, und die Situation wird für ihn unangenehm. Der Übergang von Aufmerksamkeit zu Stress ist fließend, aber mit Übung und genauer Beobachtung kannst du lernen, diese Grenze zu erkennen.
Dann wäre meine Frage, wie der Hund lernen kann ohne Stress oder Verstärkung. Wenn ein Hund weder Stress ausgesetzt ist, noch positiv verstärkt wird, weshalb sollte der Hund dann sein Verhalten ändern? Wahrscheinlich ist seine intrinsische Ruhe dann der Verstärker, aber wofür braucht der Hund denn das Gefühl von Ruhe, wenn es gar keinen Stress gibt? Dann wäre er doch sowieso schon ruhig?
 
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Callimero
9. Dez. 12:32
Das ist bedauerlich für eine angehende Psycholigin, dass die systemische Betrachtungsweise als nicht relevant abgetan wird. Tatsächlich ist das nämlich alles nicht "meine" Meinung sondern eben die von Kapazitäten, beginnend mit Ackerman, Minuchin über Bateson, Watzlawick, Mailänder Gruppe, Schulz von Thun etc, etc. Wenn du die für begrenzt und von engem Horizont und hältst, hast du ein bemerkenswertes Selbstbewusstsein. Nichts von dem, was du erzählst, ist mir unbekannt. Auch du kannst gerne die sinnlose Diskussion beenden.
Du bist angehende Psychologin? Ok. Kleine Korrektur ... ich habe Deine Argumentation nicht sofort als irrelevant eingestuft, sondern erst jetzt, weil mir die 5. Wiederholung dann nichts mehr bringt und mich nur ablenkt. Leider.

Ich glaube, dass Du viel mehr beitragen könntest, leider sperrst Du Dich aus meiner Sicht dagegen.

Wirklich schade und das meine ich nicht ironisch.

Insofern beende ich wie gewünscht die Diskussion und werde Deine Beiträge für mich nun ausblenden. Ich habe gerade die entsprechende Funktion gefunden.
Dafür vielen Dank.
 
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Dogorama-Mitglied
9. Dez. 12:38
Das ist bedauerlich für eine angehende Psycholigin, dass die systemische Betrachtungsweise als nicht relevant abgetan wird. Tatsächlich ist das nämlich alles nicht "meine" Meinung sondern eben die von Kapazitäten, beginnend mit Ackerman, Minuchin über Bateson, Watzlawick, Mailänder Gruppe, Schulz von Thun etc, etc. Wenn du die für begrenzt und von engem Horizont und hältst, hast du ein bemerkenswertes Selbstbewusstsein. Nichts von dem, was du erzählst, ist mir unbekannt. Auch du kannst gerne die sinnlose Diskussion beenden.
Bei den genannten Geistern würde mich ja wirklich der Zusammenhang zu Hunden interessieren, insbesondere bei Minuchin mit strukturellen Familientherapie.
 
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Dogorama-Mitglied
9. Dez. 12:46
Bei den genannten Geistern würde mich ja wirklich der Zusammenhang zu Hunden interessieren, insbesondere bei Minuchin mit strukturellen Familientherapie.
Der Zusammenhang besteht in der Annahme, dass interagierende Lebewesen sich ständig wechselseitig beeinflussen und dass jede Interaktion in ein strukturelles und zeitliches System eingebunden ist, das es bei der Interpretation der Interaktion zu bedenken gilt.

Jeder Interakteur beeinflusst sich wechselseitig mit den anderen Interakteuren, jede Interaktion wird von den vorangehenden beeinflusst und beeinflusst ihrerseits die folgenden.

Nichts kann isoliert oder willkürlich interpunktiert betrachtet werden.
 
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Dogorama-Mitglied
9. Dez. 12:52
Du bist angehende Psychologin? Ok. Kleine Korrektur ... ich habe Deine Argumentation nicht sofort als irrelevant eingestuft, sondern erst jetzt, weil mir die 5. Wiederholung dann nichts mehr bringt und mich nur ablenkt. Leider. Ich glaube, dass Du viel mehr beitragen könntest, leider sperrst Du Dich aus meiner Sicht dagegen. Wirklich schade und das meine ich nicht ironisch. Insofern beende ich wie gewünscht die Diskussion und werde Deine Beiträge für mich nun ausblenden. Ich habe gerade die entsprechende Funktion gefunden. Dafür vielen Dank.
Oh warte mal, das war ein Missverständnis auf mehreren Ebenen.

Ich bin keine angehende Psycholigin, sondern Maike.

Ich bin habe aber auch eine Ausbildung, in der sich mit diesen Themen eingehend beschäftigt wurde.

Und ich hatte übersehen, dass der Beitrag nicht von Maike sondern von dir kam (ihr habt beide so bläuliche Bildchen). So macht das natürlich nur begrenzt Sinn.

Ich entschuldige mich für den Lapsus.
 
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Dogorama-Mitglied
9. Dez. 12:52
Der Zusammenhang besteht in der Annahme, dass interagierende Lebewesen sich ständig wechselseitig beeinflussen und dass jede Interaktion in ein strukturelles und zeitliches System eingebunden ist, das es bei der Interpretation der Interaktion zu bedenken gilt. Jeder Interakteur beeinflusst sich wechselseitig mit den anderen Interakteuren, jede Interaktion wird von den vorangehenden beeinflusst und beeinflusst ihrerseits die folgenden. Nichts kann isoliert oder willkürlich interpunktiert betrachtet werden.
Hunde agieren zwar in einem sozialen und interaktiven Kontext, aber ihre Verhaltensweisen und ihr Lernen folgen deutlich anderen Mechanismen als die Interaktionen in menschlichen Systemen, auf die Minuchin sich bezieht. Der Ansatz der strukturellen Familientherapie befasst sich mit Rollen, Hierarchien und Beziehungsmustern innerhalb familiärer Systeme – ein Konzept, das in der Mensch-Hund-Beziehung nur begrenzt anwendbar ist, da Hunde weder Rollen im humanen Sinn einnehmen noch über ein vergleichbares Verständnis von Hierarchien verfügen.
 
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Dogorama-Mitglied
9. Dez. 12:57
Hunde agieren zwar in einem sozialen und interaktiven Kontext, aber ihre Verhaltensweisen und ihr Lernen folgen deutlich anderen Mechanismen als die Interaktionen in menschlichen Systemen, auf die Minuchin sich bezieht. Der Ansatz der strukturellen Familientherapie befasst sich mit Rollen, Hierarchien und Beziehungsmustern innerhalb familiärer Systeme – ein Konzept, das in der Mensch-Hund-Beziehung nur begrenzt anwendbar ist, da Hunde weder Rollen im humanen Sinn einnehmen noch über ein vergleichbares Verständnis von Hierarchien verfügen.
Es geht um die Grundlage von Interaktion als nicht beliebig interpunktierbar sondern als sich stetig bedingendes Wechselspiel sowohl auf zeitlicher wie auf sozialer Ebene.

Dafür ist es egal, wie die Interagierenden im Detail gelagert sind, es trifft zu, sobald interagiert wird.