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Dogorama-Mitglied
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zuletzt 21. Dez.

Intrinsische Motivation - Leinenführigkeit?

Hallo liebe Hundemenschen, Ich bin durch einen anderen Thread darauf gestoßen, dass man Leinenführigkeit mittels intrinsischer Motivation beibringen kann. Intrinsische Motivation bedeutet das es der Hund von sich aus macht, es macht ihm Spaß und führt es für sich bzw. sein Wohlbefinden aus. Also zum Beispiel ist bei meinem Münsterländer das Jagen eine intrinsische Motivation, die ich mir für die Arbeit zunutze mache. Ich trainiere viel mit meinen Hunden und natürlich auch die Leinenführigkeit. In aller Regel machen das meine Hunde aber nicht aus eigener intrinsische Motivation. Jetzt frage ich mich natürlich, was ich die Jahre falsch gemacht habe, dass meine Hunde anscheinend nicht aus intrinsischer Motivation neben mir her spazieren. Habt ihr eine Idee wie man das aufbaut, dass er Hund das aus intrinsischer Motivation macht? Ist dies überhaupt möglich?
 
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Dogorama-Mitglied
9. Dez. 08:19
Sie setzt bei der Beschreibung der intrinsischen Motivation eine vom Menschen zugewiesene positive oder neutrale Bewertung der angewandten Methoden voraus, die imho die "Meinung" der Hunde zu ebendiesen nicht ausreichend mit einbezieht. Im Kontext der Operanten Konditionierung wird explizit darauf hingewiesen, dass die Bewertung darüber, ob etwas für den Hund eine positive (oder wie auch immer empfundene) Erfahrung (zB Belohnung, Strafe etc) darstellt, nicht dem Menschen obliegt sondern dem Hund und dass wir das auch nicht selten falsch einschätzen. ZB denken viele Menschen, sie würden ihren Hund belohnen, wenn sie ihn streicheln, was von den Hunden aber gerade während Trainingssituationen oft nicht als angenehm empfunden wird. Davon auszugehen, dass jeder Hund die körperliche Begrenzung, die Raumverwaltung, die Distanzwahl und -veränderung durch den Menschen - und damit die Beschränkung der eigenen Handlungsoption auf Beobachten - als rein schützend und angenehm empfindet, scheint mir gewagt und anfällig dafür, mögliche abweichende Gefühle der Tiere auszublenden und zu übersehen.
Dein Versuch, Managementmaßnahmen wie Distanzvergrößerung als Strafe zu interpretieren, zeigt eine grundlegende Verwirrung über die Definitionen und Anwendungsbereiche von operanter Konditionierung und Management. Distanzvergrößerung ist keine Strafe, da sie keine Konsequenz auf ein bereits gezeigtes Verhalten ist, sondern ein präventives Mittel, um Überforderung zu vermeiden. Strafen – ob positiv oder negativ – setzen gezielte Eingriffe voraus, die das Ziel haben, ein Verhalten zu reduzieren. Das ist bei Managementmaßnahmen schlicht nicht der Fall.

Du vermischst hier völlig unterschiedliche Ebenen: Dein Beispiel mit Streicheln als angeblicher Belohnung, die vom Hund negativ empfunden wird, gehört eindeutig in den Bereich der extrinsischen Motivation und operanten Konditionierung, nicht ins Management. Es ist lächerlich, diese Beispiele heranzuziehen, um Managementmaßnahmen wie Distanzvergrößerung zu diskreditieren. Management greift vor dem Verhalten ein und verändert die Situation, nicht den Hund. Es schafft einen Rahmen, in dem der Hund ruhig bleiben kann, ohne in eine Stresssituation zu geraten.

Studien wie die von Hiby et al. (2004) und Rooney & Cowan (2011) haben deutlich gezeigt, dass Hunde Managementmaßnahmen wie Distanzkontrolle oder Raumgestaltung überwiegend positiv wahrnehmen – insbesondere, wenn sie in einer sicheren Beziehung zum Halter eingebettet sind. Solche Maßnahmen unterstützen den Hund und nehmen ihm die Last, in herausfordernden Momenten selbst die Situation lösen zu müssen. Es geht hier nicht um Strafe oder Manipulation, sondern um Unterstützung und Orientierung.

Dein Argument, dass „alles, was der Hund negativ empfindet, Strafe sei,“ entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Diese Meinung mag in einer Google-Suche plausibel erscheinen, hat aber mit der Realität und der Komplexität von Verhaltenstraining nichts zu tun. Deine Behauptung, dass Managementmaßnahmen automatisch durch die Bewertung des Hundes, die ja offenbar immer negativ ist, in die Kategorie der operanten Konditionierung fallen, ist schlicht falsch.

Und ehrlich gesagt, deine Unterstellung, ich würde die Grundlagen der operanten Konditionierung nicht verstehen, ist ironisch. Als Psychologin gehört diese Theorie zu meinem Fundament. Vielleicht solltest du, bevor du solche Vorwürfe machst, dein eigenes Verständnis hinterfragen – und dabei nicht alles, was dir nicht in den Kram passt, mit abwegigen Vergleichen durcheinanderbringen.

Die eigentliche Frage bleibt: Geht es dir um eine ehrliche Diskussion oder darum, Konzepte zu vermischen, um dich zu profilieren? Denn aktuell sehe ich nichts, was deine Beiträge substanziell zur Klärung oder Weiterentwicklung der Diskussion beitragen würde.
 
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Dogorama-Mitglied
9. Dez. 08:38
Ne du bist anstrengend, weil Maike es dir 35544544443 mal erklärt hat und du immer und immer wieder nur abwertend bist. Ich mag so Menschen nicht, alle konnten sich normal äußern außer du. Aber anscheinend geilt es dich auf und du brauchst es. Ich habe sie verstanden im Gegensatz zu dir, da würde ich mich fragen wer begrenzter ist. Danke für's beobachten 😉 Du langweilst mich in deiner begrenzten deckweise 😂 Es ist nicht der einzige TE wo du zu anderen abwerten und ekelhaft bist, weil du sie nicht verstehste und immer wieder wie ein kleines Kind rumwühlst. Beleidige mich auch interessieren mich nicht. Aber es ist schade wie unzufrieden du mit dir selber bist. Du kennst ja auch Sachen nicht, weil sie dir nicht passieren. Sie werden dir auch nie passieren. Aber so ist das mit Neid. Alles gute dir und ich hoffe du findest deine goldene Mitte, damit du ausgeglicher wirst und vorallem zufriedener. Und ja meine Hunde sind toll und dann bin ich stolz drauf und kann darauf stolz sein. Eigentlich sollte jeder Hundebesitzer es sein und darf es auch sein. Warum auch nicht? Verbotene? Kindisch? Vermenschlicht? Welche Herabwürdigung oder Beleidigung gibt es jetzt? Nur weil es bei dir so nicht ist, ist das zwar Schade aber nicht mein Problem. Aber du solltest Grenzen lernen wie verhalte ich mich meinen Mitmenschen gegenüber. Sachlich und korrekt. Maike hatte dich sogar hingewiesen gehabt und du zogst es wieder ins lächerliche.
Ui, das schmerzt mich jetzt aber, dass du mich nicht lieb hast.

Apropos abwertend - dir fällt nicht zufällig auf, dass du seit etlichen Beiträgen abwertender zu mir bist, als ich es gegenüber Maike und ihrer Methode auch nur ansatzweise war?

Glashaus-Steine?

Ja, wenn man sich mit der Oberfläche von Maikes Erklärung zufrieden gibt, "versteht" man das eh.
Wer allerdings weiter denkt, sieht mögliche Schwachstellen.

Aber wie gesagt, nicht traurig sein. Wenn das nix für dich ist, sing dir einfach ein paar Strophen "Ich bin so schön, ich bin so toll", dann fühlst auch du dich wieder wohl 😊
 
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Dogorama-Mitglied
9. Dez. 09:26
Dein Versuch, Managementmaßnahmen wie Distanzvergrößerung als Strafe zu interpretieren, zeigt eine grundlegende Verwirrung über die Definitionen und Anwendungsbereiche von operanter Konditionierung und Management. Distanzvergrößerung ist keine Strafe, da sie keine Konsequenz auf ein bereits gezeigtes Verhalten ist, sondern ein präventives Mittel, um Überforderung zu vermeiden. Strafen – ob positiv oder negativ – setzen gezielte Eingriffe voraus, die das Ziel haben, ein Verhalten zu reduzieren. Das ist bei Managementmaßnahmen schlicht nicht der Fall. Du vermischst hier völlig unterschiedliche Ebenen: Dein Beispiel mit Streicheln als angeblicher Belohnung, die vom Hund negativ empfunden wird, gehört eindeutig in den Bereich der extrinsischen Motivation und operanten Konditionierung, nicht ins Management. Es ist lächerlich, diese Beispiele heranzuziehen, um Managementmaßnahmen wie Distanzvergrößerung zu diskreditieren. Management greift vor dem Verhalten ein und verändert die Situation, nicht den Hund. Es schafft einen Rahmen, in dem der Hund ruhig bleiben kann, ohne in eine Stresssituation zu geraten. Studien wie die von Hiby et al. (2004) und Rooney & Cowan (2011) haben deutlich gezeigt, dass Hunde Managementmaßnahmen wie Distanzkontrolle oder Raumgestaltung überwiegend positiv wahrnehmen – insbesondere, wenn sie in einer sicheren Beziehung zum Halter eingebettet sind. Solche Maßnahmen unterstützen den Hund und nehmen ihm die Last, in herausfordernden Momenten selbst die Situation lösen zu müssen. Es geht hier nicht um Strafe oder Manipulation, sondern um Unterstützung und Orientierung. Dein Argument, dass „alles, was der Hund negativ empfindet, Strafe sei,“ entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Diese Meinung mag in einer Google-Suche plausibel erscheinen, hat aber mit der Realität und der Komplexität von Verhaltenstraining nichts zu tun. Deine Behauptung, dass Managementmaßnahmen automatisch durch die Bewertung des Hundes, die ja offenbar immer negativ ist, in die Kategorie der operanten Konditionierung fallen, ist schlicht falsch. Und ehrlich gesagt, deine Unterstellung, ich würde die Grundlagen der operanten Konditionierung nicht verstehen, ist ironisch. Als Psychologin gehört diese Theorie zu meinem Fundament. Vielleicht solltest du, bevor du solche Vorwürfe machst, dein eigenes Verständnis hinterfragen – und dabei nicht alles, was dir nicht in den Kram passt, mit abwegigen Vergleichen durcheinanderbringen. Die eigentliche Frage bleibt: Geht es dir um eine ehrliche Diskussion oder darum, Konzepte zu vermischen, um dich zu profilieren? Denn aktuell sehe ich nichts, was deine Beiträge substanziell zur Klärung oder Weiterentwicklung der Diskussion beitragen würde.
Du scheinst dich sehr schwer damit zu tun, die kritische Besprechung eines Sachthemas nicht mit der persönlichen Ebene zu vermischen.
Das wundert mich etwas, wo du doch scheinbar so professionell vom Fach bist.

Hinterfragung ist NICHT gleich Diskreditierung und beleidigt zu sein bzw dem Fragenden/Skeptischen niedere Motive zu unterstellen, ist kein diskussionsförderlicher Zugang. Auf dieser Ebene ist inhaltlicher Austausch sehr schwierig...

Strafe und Belohnung im lerntheoretischen Sinn definiert sich ganz klar NICHT durch die Absicht des Ausführenden sondern durch die Bewertung des Rezipienten.
Strafe = ein der Handlung folgender Einfluss, der ein Verhalten vermindert.
Belohnung = ein Einfluss, der Verhalten verstärkt.
Handlungsverstärker und -verminderer können vom Menschen auch gesetzt werden, ohne dass der sich dessen bewusst ist.

Distanzvergrösserung als mögliche Strafe:

Antezedent: Mensch + Hund stehen und beobachten Wild.

Behaviour: Hund zeigt erste Anzeichen/Vorboten von Interesse/Erregung (egal wie mild). (Ohne diese Anzeichen, bei gleichbleibend entspannter Gemütslage würde die folgende Distanzvergrösserung garnicht nötig)

Consequence: Mensch vergrößert Distanz.

Distanzvergrösserung = Konsequenz einer Veränderung im Verhalten des Hundes.

Jede Kommunikation, jede Interaktion, ist eine Abfolge von sich bedingenden und einander auslösenden Events.
Das ausser Acht zu lassen, erzeugt blinde Flecken in der Wahrnehmung von Ursachen und Wirkungen.

Je nachdem, wo man die Interpunktion ansetzt, kann man dementsprechend denken, man würde garnicht auf etwas reagieren, obwohl man es eigentlich doch tut.

Nur weil man etwas "Management" nennt und behauptet, es wäre der Beginn einer Sache, muss das noch lange nicht stimmen.
Dem Management gehen Umstände und Verhaltensweisen voraus, die die Managementmassnahme zur Konsequenz haben und sie damit zum potentiellen Verstärker oder Verminderer machen.

Und wenn die Studien sagen, dass "Managementmassnahmen" überwiegend positiv wahrgenommen werden, impliziert das, dass sie auch nicht positiv oder negativ wahrgenommen werden können, was sie zu einem (unbewusst/ungewollt gesetzten) Verminderer (= Strafe) machen können.

Ausserdem gilt es zu unterscheiden zwischen dem Akt der Distanzvergrösserung und der vergrößerten Distanz.
Auch wenn Letztere als Erleichterung empfunden wird, kann
Erstere als unangenehme Manipulation wahrgenommen werden, wenn der Hund lieber verbleiben oder näher ran will, man ihn aber weg zwingt.

Hier ist imho einfach gleichzeitig ein viel detaillierterer und weitsichtigerer Blick auf das Geschehen anzuwenden, als du es bisher beschrieben hast.

Zum Thema Interpunktion und wie essentiell wichtig ihr Verständnis auf die Auswirkungen von Kommunikation und Interaktion ist, darf ich dich an Bateson und Watzlawick verweisen.
 
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Dogorama-Mitglied
9. Dez. 10:02
Ui, das schmerzt mich jetzt aber, dass du mich nicht lieb hast. Apropos abwertend - dir fällt nicht zufällig auf, dass du seit etlichen Beiträgen abwertender zu mir bist, als ich es gegenüber Maike und ihrer Methode auch nur ansatzweise war? Glashaus-Steine? Ja, wenn man sich mit der Oberfläche von Maikes Erklärung zufrieden gibt, "versteht" man das eh. Wer allerdings weiter denkt, sieht mögliche Schwachstellen. Aber wie gesagt, nicht traurig sein. Wenn das nix für dich ist, sing dir einfach ein paar Strophen "Ich bin so schön, ich bin so toll", dann fühlst auch du dich wieder wohl 😊
Doch wie du mir so ich dir 😊
Du hast ja angefangen und dann muss man sich nicht wundern.
Das brauch ich nicht zu singen, dass weiß ich. Mir mangelt es nicht an Selbstbewusstsein im Gegenteil. 😊

Aber bleiben wir mal beim Thema.

Ich wünsche dir alles Gute. ✌🏻😃
 
Beitrag-Verfasser
Dogorama-Mitglied
9. Dez. 10:18
Du scheinst dich sehr schwer damit zu tun, die kritische Besprechung eines Sachthemas nicht mit der persönlichen Ebene zu vermischen. Das wundert mich etwas, wo du doch scheinbar so professionell vom Fach bist. Hinterfragung ist NICHT gleich Diskreditierung und beleidigt zu sein bzw dem Fragenden/Skeptischen niedere Motive zu unterstellen, ist kein diskussionsförderlicher Zugang. Auf dieser Ebene ist inhaltlicher Austausch sehr schwierig... Strafe und Belohnung im lerntheoretischen Sinn definiert sich ganz klar NICHT durch die Absicht des Ausführenden sondern durch die Bewertung des Rezipienten. Strafe = ein der Handlung folgender Einfluss, der ein Verhalten vermindert. Belohnung = ein Einfluss, der Verhalten verstärkt. Handlungsverstärker und -verminderer können vom Menschen auch gesetzt werden, ohne dass der sich dessen bewusst ist. Distanzvergrösserung als mögliche Strafe: Antezedent: Mensch + Hund stehen und beobachten Wild. Behaviour: Hund zeigt erste Anzeichen/Vorboten von Interesse/Erregung (egal wie mild). (Ohne diese Anzeichen, bei gleichbleibend entspannter Gemütslage würde die folgende Distanzvergrösserung garnicht nötig) Consequence: Mensch vergrößert Distanz. Distanzvergrösserung = Konsequenz einer Veränderung im Verhalten des Hundes. Jede Kommunikation, jede Interaktion, ist eine Abfolge von sich bedingenden und einander auslösenden Events. Das ausser Acht zu lassen, erzeugt blinde Flecken in der Wahrnehmung von Ursachen und Wirkungen. Je nachdem, wo man die Interpunktion ansetzt, kann man dementsprechend denken, man würde garnicht auf etwas reagieren, obwohl man es eigentlich doch tut. Nur weil man etwas "Management" nennt und behauptet, es wäre der Beginn einer Sache, muss das noch lange nicht stimmen. Dem Management gehen Umstände und Verhaltensweisen voraus, die die Managementmassnahme zur Konsequenz haben und sie damit zum potentiellen Verstärker oder Verminderer machen. Und wenn die Studien sagen, dass "Managementmassnahmen" überwiegend positiv wahrgenommen werden, impliziert das, dass sie auch nicht positiv oder negativ wahrgenommen werden können, was sie zu einem (unbewusst/ungewollt gesetzten) Verminderer (= Strafe) machen können. Ausserdem gilt es zu unterscheiden zwischen dem Akt der Distanzvergrösserung und der vergrößerten Distanz. Auch wenn Letztere als Erleichterung empfunden wird, kann Erstere als unangenehme Manipulation wahrgenommen werden, wenn der Hund lieber verbleiben oder näher ran will, man ihn aber weg zwingt. Hier ist imho einfach gleichzeitig ein viel detaillierterer und weitsichtigerer Blick auf das Geschehen anzuwenden, als du es bisher beschrieben hast. Zum Thema Interpunktion und wie essentiell wichtig ihr Verständnis auf die Auswirkungen von Kommunikation und Interaktion ist, darf ich dich an Bateson und Watzlawick verweisen.
Es ist wirklich beeindruckend, wie oft du dieselben „Argumente“ wiederholst, ohne wirklich auf den Punkt einzugehen. Du ignorierst hartnäckig die Differenzierung zwischen neutralem Management und gezielter Konditionierung. Managementmaßnahmen dienen dazu, eine Eskalation zu vermeiden, nicht Verhalten zu bestrafen oder zu verstärken. Das ist kein Detail, sondern ein grundlegender Unterschied, den du offenbar immer noch nicht begreifst.

Deine Behauptung, dass jede Maßnahme automatisch vom Hund als „positiv“ oder „negativ“ bewertet werden muss, zeigt, dass du dich in einer falschen Argumentationsspirale verfangen hast. Studien – die ich bereits erwähnt habe – zeigen, dass Hunde Managementmaßnahmen in den meisten Fällen als unterstützend wahrnehmen. Diese Fakten kannst du nicht mit „Aber es könnte ja anders sein!“ wegwischen, nur um dir selbst recht zu geben.

Und dann noch dein Verweis auf Bateson und Watzlawick – wirklich? Das ist zwar ein netter Versuch, Intellekt zu demonstrieren, aber vielleicht solltest du diese Grundlagen selbst noch einmal lesen. Kontext ist der Schlüssel, und wenn du jeden Kontext bewusst ausblendest, um deine Argumente „stichhaltiger“ wirken zu lassen, disqualifiziert das nicht meine Position, sondern deine.

Es ist mittlerweile klar, dass es dir hier nicht um Austausch oder Erkenntnis geht, sondern nur darum, dich selbst als besonders kritisch und schlau darzustellen. Ehrlich gesagt, macht diese Diskussion so einfach keinen Spaß mehr, weil sie kein Ziel hat außer deinem persönlichen Recht-Haben-Wollen. Vielleicht solltest du wirklich darüber nachdenken, ob es hier noch etwas gibt, was du beitragen kannst – außer altbekannte „Kritik“ ohne Mehrwert.
 
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Dogorama-Mitglied
9. Dez. 10:32
Also zunächst möchte ich mich bei allen Diskussionsteilnehmern bedanken. Es zeigt nämlich, wie wichtig jedem hier das Thema als solches ist und ich fand alle Fragen und Einwände, aber natürlich auch die entsprechenden Erläuterungen interessant. Persönlich bin ich überzeugt, dass es funktioniert, sehe jedoch als einziges Konstrukt keine Alltagstauglichkeit. Wie bereits von anderen geschrieben tauchen z. B. Reize oft plötzlich auf oder sind nicht längerfristig vermeidbar. Auch sehe ich manche Selbstbelohnung als deutlich höher angesiedelt als die Möglichkeit stressfrei zu sein. Grenzen sehe ich auch bei Hunden, die nicht oder nicht mehr mit Menschen agieren wollen oder können wie sehr eigenständige Rassen oder Individuen oder traumatisierte Tiere Für mich habe ich mitgenommen, meine Hunde noch besser zu beobachten, dahingehend was sie intrinsisch motiviert anbieten und mir zu überlegen, wie ich das geschickt und unter Zuhilfenahme dieser Motivation in die Erziehung und Ausbildung einbinden kann.
 
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Sophie
9. Dez. 10:33
Dein Versuch, Managementmaßnahmen wie Distanzvergrößerung als Strafe zu interpretieren, zeigt eine grundlegende Verwirrung über die Definitionen und Anwendungsbereiche von operanter Konditionierung und Management. Distanzvergrößerung ist keine Strafe, da sie keine Konsequenz auf ein bereits gezeigtes Verhalten ist, sondern ein präventives Mittel, um Überforderung zu vermeiden. Strafen – ob positiv oder negativ – setzen gezielte Eingriffe voraus, die das Ziel haben, ein Verhalten zu reduzieren. Das ist bei Managementmaßnahmen schlicht nicht der Fall. Du vermischst hier völlig unterschiedliche Ebenen: Dein Beispiel mit Streicheln als angeblicher Belohnung, die vom Hund negativ empfunden wird, gehört eindeutig in den Bereich der extrinsischen Motivation und operanten Konditionierung, nicht ins Management. Es ist lächerlich, diese Beispiele heranzuziehen, um Managementmaßnahmen wie Distanzvergrößerung zu diskreditieren. Management greift vor dem Verhalten ein und verändert die Situation, nicht den Hund. Es schafft einen Rahmen, in dem der Hund ruhig bleiben kann, ohne in eine Stresssituation zu geraten. Studien wie die von Hiby et al. (2004) und Rooney & Cowan (2011) haben deutlich gezeigt, dass Hunde Managementmaßnahmen wie Distanzkontrolle oder Raumgestaltung überwiegend positiv wahrnehmen – insbesondere, wenn sie in einer sicheren Beziehung zum Halter eingebettet sind. Solche Maßnahmen unterstützen den Hund und nehmen ihm die Last, in herausfordernden Momenten selbst die Situation lösen zu müssen. Es geht hier nicht um Strafe oder Manipulation, sondern um Unterstützung und Orientierung. Dein Argument, dass „alles, was der Hund negativ empfindet, Strafe sei,“ entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Diese Meinung mag in einer Google-Suche plausibel erscheinen, hat aber mit der Realität und der Komplexität von Verhaltenstraining nichts zu tun. Deine Behauptung, dass Managementmaßnahmen automatisch durch die Bewertung des Hundes, die ja offenbar immer negativ ist, in die Kategorie der operanten Konditionierung fallen, ist schlicht falsch. Und ehrlich gesagt, deine Unterstellung, ich würde die Grundlagen der operanten Konditionierung nicht verstehen, ist ironisch. Als Psychologin gehört diese Theorie zu meinem Fundament. Vielleicht solltest du, bevor du solche Vorwürfe machst, dein eigenes Verständnis hinterfragen – und dabei nicht alles, was dir nicht in den Kram passt, mit abwegigen Vergleichen durcheinanderbringen. Die eigentliche Frage bleibt: Geht es dir um eine ehrliche Diskussion oder darum, Konzepte zu vermischen, um dich zu profilieren? Denn aktuell sehe ich nichts, was deine Beiträge substanziell zur Klärung oder Weiterentwicklung der Diskussion beitragen würde.
Du hast ja geschrieben, dass der Unterschied zwischen operanter Konditionierung und Management sei, dass Management keine Konsequenz auf bereits gezeigtes Verhalten ist, im Gegensatz zur Konditionierung. Da aber erst infolge von Anzeichen auf Stress die Distanz vergrößert wird, reagiert man ja im Endeffekt auf genau diese Anzeichen und handelt somit nicht (vollständig) präventiv, sondern als Konsequenz auf gezeigtes Verhalten?
 
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Dogorama-Mitglied
9. Dez. 10:39
Du hast ja geschrieben, dass der Unterschied zwischen operanter Konditionierung und Management sei, dass Management keine Konsequenz auf bereits gezeigtes Verhalten ist, im Gegensatz zur Konditionierung. Da aber erst infolge von Anzeichen auf Stress die Distanz vergrößert wird, reagiert man ja im Endeffekt auf genau diese Anzeichen und handelt somit nicht (vollständig) präventiv, sondern als Konsequenz auf gezeigtes Verhalten?
Der Unterschied zwischen operanter Konditionierung und Management liegt genau in der Absicht und im Kontext des Handelns. Bei operanter Konditionierung geht es darum, Verhalten gezielt durch eine Konsequenz zu verstärken oder zu vermindern. Management hingegen greift ein, um eine Eskalation zu verhindern, bevor ein tatsächlich problematisches Verhalten überhaupt gezeigt wird.

Wenn ich von präventivem Handeln spreche, meine ich, dass ich mich an den subtilen Phasen zwischen Entspanntheit und Eskalation orientiere. Es gibt viele Vorstufen, die weder Stress noch konkrete Handlung sind . Das Vergrößern der Distanz in diesem Moment ist keine Konsequenz im Sinne der operanten Konditionierung, sondern ein unterstützender Eingriff, der die Situation entspannt, bevor etwas eskaliert.

Dass diese Maßnahmen auf die Körpersprache des Hundes abgestimmt sind, ist selbstverständlich. Aber das macht sie nicht zu einer Strafe oder Belohnung. Es ist schlicht situatives Management, das dem Hund hilft, in seiner Komfortzone zu bleiben und keine negativen Erfahrungen zu machen. Es geht also nicht darum, bereits gezeigtes Verhalten zu korrigieren, sondern den Raum so zu gestalten, dass der Hund selbst gar nicht erst in Stress oder Konflikt kommt.
 
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Sophie
9. Dez. 10:46
Der Unterschied zwischen operanter Konditionierung und Management liegt genau in der Absicht und im Kontext des Handelns. Bei operanter Konditionierung geht es darum, Verhalten gezielt durch eine Konsequenz zu verstärken oder zu vermindern. Management hingegen greift ein, um eine Eskalation zu verhindern, bevor ein tatsächlich problematisches Verhalten überhaupt gezeigt wird. Wenn ich von präventivem Handeln spreche, meine ich, dass ich mich an den subtilen Phasen zwischen Entspanntheit und Eskalation orientiere. Es gibt viele Vorstufen, die weder Stress noch konkrete Handlung sind . Das Vergrößern der Distanz in diesem Moment ist keine Konsequenz im Sinne der operanten Konditionierung, sondern ein unterstützender Eingriff, der die Situation entspannt, bevor etwas eskaliert. Dass diese Maßnahmen auf die Körpersprache des Hundes abgestimmt sind, ist selbstverständlich. Aber das macht sie nicht zu einer Strafe oder Belohnung. Es ist schlicht situatives Management, das dem Hund hilft, in seiner Komfortzone zu bleiben und keine negativen Erfahrungen zu machen. Es geht also nicht darum, bereits gezeigtes Verhalten zu korrigieren, sondern den Raum so zu gestalten, dass der Hund selbst gar nicht erst in Stress oder Konflikt kommt.
Wenn es kein leichter Stress in den subtilen Phasen ist, der zur Veränderung des Verhaltens vom Hund führt, anhand der du erkennst, dass die Distanz vergrößert werden muss, was ist es denn dann was im Hund passiert? Ist der Hund dann aufmerksamer oder wie kann ich mir das vorstellen? Ich bin mir nicht sicher, aber ist nicht auch schon bei erhöhter Aufmerksamkeit Stress im Spiel?
 
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Callimero
9. Dez. 10:48
Sie setzt bei der Beschreibung der intrinsischen Motivation eine vom Menschen zugewiesene positive oder neutrale Bewertung der angewandten Methoden voraus, die imho die "Meinung" der Hunde zu ebendiesen nicht ausreichend mit einbezieht. Im Kontext der Operanten Konditionierung wird explizit darauf hingewiesen, dass die Bewertung darüber, ob etwas für den Hund eine positive (oder wie auch immer empfundene) Erfahrung (zB Belohnung, Strafe etc) darstellt, nicht dem Menschen obliegt sondern dem Hund und dass wir das auch nicht selten falsch einschätzen. ZB denken viele Menschen, sie würden ihren Hund belohnen, wenn sie ihn streicheln, was von den Hunden aber gerade während Trainingssituationen oft nicht als angenehm empfunden wird. Davon auszugehen, dass jeder Hund die körperliche Begrenzung, die Raumverwaltung, die Distanzwahl und -veränderung durch den Menschen - und damit die Beschränkung der eigenen Handlungsoption auf Beobachten - als rein schützend und angenehm empfindet, scheint mir gewagt und anfällig dafür, mögliche abweichende Gefühle der Tiere auszublenden und zu übersehen.
Das stimmt so nicht.

Es ging in der ursprünglichen Frage von Lars darum, wie man mittels intrinsischer Motivation eine Leinenführigkeit beibringen kann. Die Frage an sich schließt den Bereich operante Konditionierung von vornherein aus. Soweit ich mich erinnere, wurde das von Maike auch nicht einmal angesprochen.

Allerdings zeugt die Art und Weise ihrer Ausführungen sowie ihre Quellenauswahl von großem Fachwissen, was mich persönlich sehr interessiert.

Hierüber möchte ich mich gerne weiter ohne Störungen durch "gefährliches Halbwissen" und persönliche Befindlichkeiten austauschen.

Von daher möchte ich Dich bitten, Dich diesbezüglich zurückzuhalten und Lars, mir und den anderen Interessierten die Gelegenheit zu geben, von dem zu profitieren, was Maike uns hier kostenlos zur Verfügung stellt.

Sollte das Deinerseits nicht möglich sein, bitte ich Maike, einen eigenen Thread zu eröffnen. Ich bin noch neu bei Dogorama und kenne mich mit der APP noch nicht so aus. Daher weiß ich nicht, ob man private Chats einrichten kann. @Maike sollte das möglich sein, würde ich mich zu einer Einladung in so einen Chat sehr freuen 😉