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Dogorama-Mitglied
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zuletzt 21. Dez.

Intrinsische Motivation - Leinenführigkeit?

Hallo liebe Hundemenschen, Ich bin durch einen anderen Thread darauf gestoßen, dass man Leinenführigkeit mittels intrinsischer Motivation beibringen kann. Intrinsische Motivation bedeutet das es der Hund von sich aus macht, es macht ihm Spaß und führt es für sich bzw. sein Wohlbefinden aus. Also zum Beispiel ist bei meinem Münsterländer das Jagen eine intrinsische Motivation, die ich mir für die Arbeit zunutze mache. Ich trainiere viel mit meinen Hunden und natürlich auch die Leinenführigkeit. In aller Regel machen das meine Hunde aber nicht aus eigener intrinsische Motivation. Jetzt frage ich mich natürlich, was ich die Jahre falsch gemacht habe, dass meine Hunde anscheinend nicht aus intrinsischer Motivation neben mir her spazieren. Habt ihr eine Idee wie man das aufbaut, dass er Hund das aus intrinsischer Motivation macht? Ist dies überhaupt möglich?
 
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Michi
8. Dez. 18:52
In solchen Fällen geht es nicht darum, die Begrenzung durch die Leine als primäre Lösung zu nutzen, sondern den Abstand und die Situation so anzupassen, dass der Hund überhaupt die Chance hat, ruhig zu bleiben. Natürlich bedeutet das, dass man im Training flexibel sein und Rückschritte in Kauf nehmen muss. Das Ziel bleibt aber, dem Hund langfristig die Möglichkeit zu geben, selbst zu lernen, ruhig zu bleiben, anstatt nur durch äußere Begrenzung reguliert zu werden. Wie würdest du es denn sonst machen? Also unabhängig von intrinsisch jetzt. ☺️
Mein Hund war nun kein Flummi, aber wollte sehr gerne zu jedem Hund.
Da er meistens frei läuft, habe ich " Warte" etabliert, weil ich gemerkt habe, dass Rückruf in dieser Situation anfangs nicht geklappt hat.
Also sozusagen ein Abbruchsignal.
Heutzutage läuft er nur nach Freigabe auf einen anderen Hund zu.
An der Leine bin ich, wenn möglich, immer wieder stehengeblieben und hab ihn den Hund nur anschauen lassen. Solange bis er vorbei war haben wir zusammen geguckt. Dann habe ich das immer weiter ausgebaut, so dass ich jetzt problemlos vorbei gehen kann. Ich merke, dass er gerne hingehen würde, aber er beherrscht sich und ich muss, wenn überhaupt, nur minimal einwirken.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 18:53
Der Thread bezieht sich auf deine Beiträge im Clicker-Thread. Ich hatte schon dort nicht verstanden, was du meinst und wie diese Methode funktionieren soll und konnte deshalb auch keine sinnstiftenden Gedanken beitragen.
Das Wort intrinsische Motivation hätte man aber auch googeln können, wenn es wirklich von Interesse gewesen wäre etwas dazu beizutragen.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 18:55
Mein Hund war nun kein Flummi, aber wollte sehr gerne zu jedem Hund. Da er meistens frei läuft, habe ich " Warte" etabliert, weil ich gemerkt habe, dass Rückruf in dieser Situation anfangs nicht geklappt hat. Also sozusagen ein Abbruchsignal. Heutzutage läuft er nur nach Freigabe auf einen anderen Hund zu. An der Leine bin ich, wenn möglich, immer wieder stehengeblieben und hab ihn den Hund nur anschauen lassen. Solange bis er vorbei war haben wir zusammen geguckt. Dann habe ich das immer weiter ausgebaut, so dass ich jetzt problemlos vorbei gehen kann. Ich merke, dass er gerne hingehen würde, aber er beherrscht sich und ich muss, wenn überhaupt, nur minimal einwirken.
Das mit dem Stehenbleiben und gucken würde ich genauso machen. Nur eben ohne Belohnung und in vorher gewähltem Abstand.
 
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Katrin
8. Dez. 18:58
Stress hat aber immer negative physische und psychische Auswirkungen. Von dem Gesichtspunkt her ist es egal, ob er positiv oder negativ vorher war.
Positiver Stress hat aber halt auch viele positive Auswirkungen die ja durchaus auch gewollt sind wie erhöhte Aufmerksamkeit aber auch ein gesteigertes Selbstvertrauen oder die Produktion von Glückshormonen.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 19:00
Positiver Stress hat aber halt auch viele positive Auswirkungen die ja durchaus auch gewollt sind wie erhöhte Aufmerksamkeit aber auch ein gesteigertes Selbstvertrauen oder die Produktion von Glückshormonen.
Klar, mir ging es um die Langzeitfolgen. Dabei ist es egal ob es positiv oder negativ war.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 19:15
Ich hatte da ein Beispiel aus unserem Alltag, der ggf. zu den Erklärungen von Maike passen könnte: Ich habe Vicky anfangs gezeigt, wie sie sich bei vorbeirasenden Fahrradfahrern richtig verhält: Entweder stehen bleiben oder neben mir am Wegesrand langsam weiter laufen. Dafür habe ich Kommandos benutzt. Vicky findet Kommandos blöd 🤷 Ich musste also immer hinterher belohnen, damit sie diese weiterhin ausführt. Dann bin ich auf "Vorsicht, Fahrrad" umgestiegen. Sie wusste, dass "Vorsicht" eine Warnung ist und sie wusste was "Fahrrad" bedeutet. Wenn ich sie so warne, schaut sie sich um, sieht das Fahrrad und macht das, was wir vorher trainiert haben. Manchmal bleibt sie stehen, manchmal geht sie zum Wegesrand und läuft langsam weiter. Je nachdem, wo sie sich gerade befindet. Eine Belohnung braucht sie dafür nicht.
Ja oder das Beispiel, wo man Leckerli in der geschlossenen Hand hält und den Hund selbst draufkommen lässt, dass er nicht mit wildem Nasengebohre zum Ziel kommt, sondern indem er ablässt und den Menschen anguckt.

Motivation extrinsisch, Lösungsfindung intrinsisch, Leckerli extrinxischer und Erfolgserlebnis intrinsischer Verstärker?

Da bekomm ich den Eindruck, dass eine starre Trennung von intrinsisch und extrinsisch vielleicht wenig sinnvoll ist.
 
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Katrin
8. Dez. 19:20
Klar, mir ging es um die Langzeitfolgen. Dabei ist es egal ob es positiv oder negativ war.
Das finde ich jetzt ehrlich gesagt unlogisch. Ein Hund der unter Langzeitstress steht tut das sicherlich nicht bei einem Halter der bemüht ist den Hund im nomalen Umfang zu erziehen oder zu trainieren. Dauerstress entsteht eher wenn ungünstige Haltungsbedingungen/Lebensumstände herrschen. Mit einen normalen Maß an Stress kann und sollte jeder Hund umgehen können.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 19:22
Ein Gedanke noch zum Jagd-Beispiel - Voraussetzung ist Begrenzung und Einschränkung der Bewegungsfreiheit des Hundes.
Ziel ist, dass er lernt, dass er keine Entscheidungsmöglichkeit über etwaige Annäherung hat und ausser Nichtstun keine Option bleibt.

Das klingt für mich nach einer milden Form von erlernter Hilflosigkeit.

Hab ich jetzt kein Problem mit, viel an Erziehung ist Einschränkung. Aber es wäre gut, klarer zu sehen, welche Mechanismen tatsächlich greifen.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 19:23
Das finde ich jetzt ehrlich gesagt unlogisch. Ein Hund der unter Langzeitstress steht tut das sicherlich nicht bei einem Halter der bemüht ist den Hund im nomalen Umfang zu erziehen oder zu trainieren. Dauerstress entsteht eher wenn ungünstige Haltungsbedingungen/Lebensumstände herrschen. Mit einen normalen Maß an Stress kann und sollte jeder Hund umgehen können.
Ich rede nicht von einem speziellen Fall sondern von Theorien im Bereich Stress.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 19:29
Das finde ich jetzt ehrlich gesagt unlogisch. Ein Hund der unter Langzeitstress steht tut das sicherlich nicht bei einem Halter der bemüht ist den Hund im nomalen Umfang zu erziehen oder zu trainieren. Dauerstress entsteht eher wenn ungünstige Haltungsbedingungen/Lebensumstände herrschen. Mit einen normalen Maß an Stress kann und sollte jeder Hund umgehen können.
Mit Langzeitwirkungen meine ich jetzt natürlich, wenn der Stress nicht durch Ruhe minimiert wird.