Einerseits sagst du, dass der Hund den Weg selbst erarbeiten kann, aber gleichzeitig behauptest, dass das Ziel deshalb niemals intrinsisch motiviert sein könnte. Das widerspricht sich doch. Natürlich setzt sich der Hund das Ziel ‘nicht jagen’ nicht bewusst, genauso wie er sich nicht bewusst das Ziel setzt, ruhig an der Leine zu gehen oder Kommandos auszuführen – das wäre eine komplett menschliche Denkweise.
Es geht darum, dass der Hund durch eigene Erfahrungen lernt, dass das alternative Verhalten – sei es Beobachten oder ruhiges Verhalten – für ihn die angenehmere und stressfreiere Option ist. Das macht die Motivation durchaus intrinsisch, weil der Hund nicht für das Verhalten belohnt wird, sondern es für sich selbst als vorteilhaft begreift. Wenn wir der Logik folgen, dass jedes Verhalten, das durch Management oder Training unterstützt wird, nicht intrinsisch sein kann, dann müssten wir jede Art von Hundeverhalten als rein extrinsisch ablehnen. Das wäre aber eine sehr begrenzte Sichtweise.
Nein, das widerspricht sich nicht. Das Ziel ist vorgegeben. Der Hund kann nichts daran ändern. WIE er das Ziel erreicht, kann er allerdings selbst herausfinden. Das Ziel ist fix, der Weg variabel.
Woher kommt überhaupt die Annahme, dass Reize entspannt aushalten für einen Hund den gleichen Stellenwert hat wie ausgelassenes Hetzen? Gibt es für die These irgendwelche Belege?
Management und Training kann intrinsich sein, wenn kein vorgegebenes Ergebnis erzielt werden soll.
Z. B. Mein Hund soll nichts aufs Sofa springen. Was er stattdessen macht, ist mir egal.