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Dogorama-Mitglied
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zuletzt 21. Dez.

Intrinsische Motivation - Leinenführigkeit?

Hallo liebe Hundemenschen, Ich bin durch einen anderen Thread darauf gestoßen, dass man Leinenführigkeit mittels intrinsischer Motivation beibringen kann. Intrinsische Motivation bedeutet das es der Hund von sich aus macht, es macht ihm Spaß und führt es für sich bzw. sein Wohlbefinden aus. Also zum Beispiel ist bei meinem Münsterländer das Jagen eine intrinsische Motivation, die ich mir für die Arbeit zunutze mache. Ich trainiere viel mit meinen Hunden und natürlich auch die Leinenführigkeit. In aller Regel machen das meine Hunde aber nicht aus eigener intrinsische Motivation. Jetzt frage ich mich natürlich, was ich die Jahre falsch gemacht habe, dass meine Hunde anscheinend nicht aus intrinsischer Motivation neben mir her spazieren. Habt ihr eine Idee wie man das aufbaut, dass er Hund das aus intrinsischer Motivation macht? Ist dies überhaupt möglich?
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 15:47
In einem Beitrag ziemlich weit vorne.
Wo? Bitte verlink ihn doch.
 
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8. Dez. 15:48
Das ist dann aber dein Empfängerproblem, wenn kritisch und in Frage stellend bei dir negativ ankommt.
Genau, das ist ja der einfachste Weg: statt mal selbstkritisch zu reflektieren, lieber die Verantwortung auf den anderen abwälzen. So muss man sich nie fragen, ob der eigene Ton vielleicht einfach daneben war.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 15:54
Genau, das ist ja der einfachste Weg: statt mal selbstkritisch zu reflektieren, lieber die Verantwortung auf den anderen abwälzen. So muss man sich nie fragen, ob der eigene Ton vielleicht einfach daneben war.
Ich habe immer nur auf Sachebene hinterfragt und nicht ein persönliches Wort an dich gerichtet. Noch nichtmal was Abwertendes gegen deine Methode gesagt, sie nur nicht widerdpruchslos hingenommen.

Wenn dich das provoziert, ist es wirklich nicht mein Bier.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 15:55
Wo? Bitte verlink ihn doch.
Dein Text an Michi:

"Ich kann dir sagen wie ich es bei meiner Hündin gemacht habe. Beim Training für den Freilauf habe ich gezielt mit Reizen wie Rehen, Raben oder Enten gearbeitet. Das kann man aber individuell machen. Auch mit anderen Hunden, wenn die ein Thema sind.
Der erste Schritt war, diese Reize aus einer sicheren Distanz zu beobachten, die für meinen Hund noch gut auszuhalten war, ohne dass er Anzeichen von Stress, Überforderung zeigte oder die Tiere jagen wollte. Diese Distanz habe ich je nach Reaktion meines Hundes flexibel angepasst. Ziel war es, dass mein Hund den Reiz wahrnimmt, sich aber weiterhin auf mich und die Situation konzentrieren kann, ohne sofort zu reagieren.

Im Verlauf des Trainings haben wir uns den Tieren schrittweise genähert, wobei der Hund immer die Möglichkeit hatte, den Reiz in seinem Tempo zu verarbeiten. Die Leine spielte dabei eine wichtige Rolle: Zunächst habe ich mit einer kürzeren Leine gearbeitet, um meinem Hund mehr Sicherheit zu geben. Mit fortschreitendem Training und wachsendem Vertrauen in die Selbstregulation meines Hundes wurde die Leine immer länger, bis hin zur Schleppleine.
Wenn der Hund Anzeichen von Überforderung zeigt, wie Ziehen, Fiepen oder starke Anspannung, wird die Distanz wieder vergrößert, um ihn zu unterstützen.

Der nächste Schritt ist der Freilauf. Sobald mein Hund zuverlässig gelernt hat, sich an mir zu orientieren und Impulse zu kontrollieren, löse ich die Schleppleine, um noch mehr Freiheit zu geben. Das Training bleibt dabei gleich: Der Hund lernt, dass ruhiges Verhalten nicht nur an der Leine, sondern auch ohne Leine die angenehmste Option ist. Es ist ja auch weniger Stress für sie. Sie ist nicht verantwortlich für die Reaktion auf einen Reiz. Wichtig ist, dass dieser Übergang schrittweise erfolgt, damit der Hund die gleichen Verhaltensweisen, die er mit der Schleppleine gezeigt hat, auch im Freilauf beibehält. Durch die vorherige Arbeit mit der Schleppleine hat sie die Fähigkeit entwickelt, Reize selbstständig zu bewältigen, ohne auf äußere Belohnungen oder Korrekturen angewiesen zu sein.
So kann sie z.B. direkt an Enten und Raben vorbei laufen. Wenn sie sich unsicher ist, läuft sie hinter mich. Es ist ähnlich wie das Training was man oft mit Welpen macht, wenn die Schutz suchen beim Menschen. Nur das man es so aktiv fördert.
Ich bediene mich damit quasi am natürlichen Bedürfnis von Sicherheit und Orientierung."
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 16:02
Dein Text an Michi: "Ich kann dir sagen wie ich es bei meiner Hündin gemacht habe. Beim Training für den Freilauf habe ich gezielt mit Reizen wie Rehen, Raben oder Enten gearbeitet. Das kann man aber individuell machen. Auch mit anderen Hunden, wenn die ein Thema sind. Der erste Schritt war, diese Reize aus einer sicheren Distanz zu beobachten, die für meinen Hund noch gut auszuhalten war, ohne dass er Anzeichen von Stress, Überforderung zeigte oder die Tiere jagen wollte. Diese Distanz habe ich je nach Reaktion meines Hundes flexibel angepasst. Ziel war es, dass mein Hund den Reiz wahrnimmt, sich aber weiterhin auf mich und die Situation konzentrieren kann, ohne sofort zu reagieren. Im Verlauf des Trainings haben wir uns den Tieren schrittweise genähert, wobei der Hund immer die Möglichkeit hatte, den Reiz in seinem Tempo zu verarbeiten. Die Leine spielte dabei eine wichtige Rolle: Zunächst habe ich mit einer kürzeren Leine gearbeitet, um meinem Hund mehr Sicherheit zu geben. Mit fortschreitendem Training und wachsendem Vertrauen in die Selbstregulation meines Hundes wurde die Leine immer länger, bis hin zur Schleppleine. Wenn der Hund Anzeichen von Überforderung zeigt, wie Ziehen, Fiepen oder starke Anspannung, wird die Distanz wieder vergrößert, um ihn zu unterstützen. Der nächste Schritt ist der Freilauf. Sobald mein Hund zuverlässig gelernt hat, sich an mir zu orientieren und Impulse zu kontrollieren, löse ich die Schleppleine, um noch mehr Freiheit zu geben. Das Training bleibt dabei gleich: Der Hund lernt, dass ruhiges Verhalten nicht nur an der Leine, sondern auch ohne Leine die angenehmste Option ist. Es ist ja auch weniger Stress für sie. Sie ist nicht verantwortlich für die Reaktion auf einen Reiz. Wichtig ist, dass dieser Übergang schrittweise erfolgt, damit der Hund die gleichen Verhaltensweisen, die er mit der Schleppleine gezeigt hat, auch im Freilauf beibehält. Durch die vorherige Arbeit mit der Schleppleine hat sie die Fähigkeit entwickelt, Reize selbstständig zu bewältigen, ohne auf äußere Belohnungen oder Korrekturen angewiesen zu sein. So kann sie z.B. direkt an Enten und Raben vorbei laufen. Wenn sie sich unsicher ist, läuft sie hinter mich. Es ist ähnlich wie das Training was man oft mit Welpen macht, wenn die Schutz suchen beim Menschen. Nur das man es so aktiv fördert. Ich bediene mich damit quasi am natürlichen Bedürfnis von Sicherheit und Orientierung."
Und wo sage ich da, dass ich fiepen und zerren gut finde?
Ich möchte nicht, dass das passiert. Wenn das passiert, ist man zu nah dran.
Aber auch da geht es darum, dass man den Hund lesen kann. Das ist eine Grundvoraussetzung.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 16:16
Ich habe immer nur auf Sachebene hinterfragt und nicht ein persönliches Wort an dich gerichtet. Noch nichtmal was Abwertendes gegen deine Methode gesagt, sie nur nicht widerdpruchslos hingenommen. Wenn dich das provoziert, ist es wirklich nicht mein Bier.
Deine Wortwahl und die Art, wie du deine Fragen formulierst, hat wiederholt abwertende Untertöne transportiert. Zum Beispiel der Vergleich meines Ansatzes mit einem “Butler, der brav und still im Hintergrund wartet” ist keine neutrale oder sachliche Beschreibung, sondern zieht meine Methode ins Lächerliche.

Sarkastische Bemerkungen wie “Das geht sicher nett, wenn man in einer ruhigen Gegend lebt, sehr wenig vom Hund braucht und dafür sehr viel Zeit hat” pauschalisieren meinen Ansatz auf unnötige Weise. Das trägt nicht zu einem respektvollen Austausch bei, sondern wirkt herabwürdigend.
Sachebene ist das jedenfalls nicht.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 16:34
Deine Wortwahl und die Art, wie du deine Fragen formulierst, hat wiederholt abwertende Untertöne transportiert. Zum Beispiel der Vergleich meines Ansatzes mit einem “Butler, der brav und still im Hintergrund wartet” ist keine neutrale oder sachliche Beschreibung, sondern zieht meine Methode ins Lächerliche. Sarkastische Bemerkungen wie “Das geht sicher nett, wenn man in einer ruhigen Gegend lebt, sehr wenig vom Hund braucht und dafür sehr viel Zeit hat” pauschalisieren meinen Ansatz auf unnötige Weise. Das trägt nicht zu einem respektvollen Austausch bei, sondern wirkt herabwürdigend. Sachebene ist das jedenfalls nicht.
Kann ich bestätigen. Ich weiß was du meinst. 😊
Kritisch hinterfragen etc. Ist ja okay.
Der Ton macht die Musik.
Teilweise sind die Kommentare unter der Gürtellinie.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 16:48
Du sprichst doch dauernd davon, dass ruhiges Beobachten für den Hund angenehmer ist...oder hab ich da was missverstanden? Wie gesagt, ich finde Gewöhnung voll ok und in diesem Zusammenhang auch häufig sinnvoll. Was mich aber irritiert, ist diese vermenschlichte Interpretation dessen, wie diese Massnahmen vom Hund empfunden werden (sollen). Das ist mir etwas zu gemütlich gemacht auf einer rein positiven Sicht der Dinge, die mir gefährdet für blinde Flecken scheint. Deine Definition von Strafe und Belohnung halte ich für inkorrekt, sie machen sich meinem Verständnis nach nicht an der Absicht des Ausführenden fest sondern an der Auswirkung auf den Empfänger. Wird Verhalten vermindert, ist es Strafe, wird Verhalten verstärkt ist es Belohnung. Wenn man seinen Hund nach dem Rückruf zur "Belohnung" herzhaft am Kopf tätschelt, hat man gute Chancen, dass der das seinerseits nicht toll findet und künftig beim Kommen vielleicht zögerlicher wird. Wenn man seinem Hund beim "Fuss" häufig unabsichtlich auf die Pfoten latscht, wird er nicht mehr eng neben einem gehen wollen.
Ruhiges Beobachten ist keine “vermenschlichte Interpretation”, sondern eine wissenschaftlich fundierte Methode, um Hunden zu helfen, Stress zu reduzieren und Selbstregulation zu lernen. Dass du das als “zu gemütlich” abtust, klingt eher wie ein Versuch, den Ansatz zu diskreditieren, anstatt ihn sachlich zu hinterfragen.
Das mit der Definition, die verwirrend ist verstehe ich nicht.
Es scheint mir, dass grundsätzlich alles, was ich schreibe, von dir infrage gestellt wird, unabhängig davon, wie klar es formuliert ist.
 
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Mary-Lou
8. Dez. 17:05
Strafe – egal ob negativ oder positiv – bedeutet, dass jemand absichtlich eine Konsequenz einsetzt, um ein Verhalten zu verringern. Wenn ich die Distanz zum Reiz vergrößere, bestrafe ich den Hund nicht, sondern passe die Situation an, damit er nicht überfordert ist. Ich mache etwas für den Hund, nicht gegen sein Verhalten. Dadurch kann er lernen, wie er mit dem Reiz besser umgehen kann. Es ist keine Strafe, sondern eine Methode, die ihm hilft, in Ruhe Erfahrungen zu sammeln. Natürlich möchte der Hund am Anfang zum Reiz hin – das ist völlig normal. Der Unterschied liegt darin, dass ich nicht versuche, ihn davon abzuhalten, indem ich ihn bestrafe. Stattdessen gebe ich ihm die Möglichkeit zu lernen, dass ruhiges Verhalten für ihn selbst angenehmer ist. Es geht nicht darum, das Jagen oder Herumhampeln zu “unterdrücken”, sondern dem Hund zu zeigen, dass er den Reiz gar nicht braucht. Dein Beispiel mit Kindern passt hier nicht. Kinder, die “rumhampeln”, beruhigen sich oft, wenn man die Umgebung anpasst – nicht, weil sie bestraft werden, sondern weil sie die Möglichkeit bekommen, zur Ruhe zu kommen. Genauso lernen Hunde, dass ruhiges Verhalten weniger stressig ist, wenn sie nicht ständig in schwierige Situationen gebracht werden. Das ist keine Bestrafung, sondern ein Weg, ihnen Selbstkontrolle und Gelassenheit beizubringen.
Dass durch Strafe mithilfe von Konsequenzen ein Verhalten verändert werden soll, ist doch genau das, was ich geschrieben habe, wohingegen du von Unterdrückung sprachst.

Und nochmal: nicht zu jagen ist kein Ziel, das der Hund sich selbst gesetzt hat, sondern dass ihm von außen vorgegeben wird. Also kann die Motivation, das Ziel zu erreichen, niemals intrinsisch sein. Der Weg dahin kann vom Hund selbst erarbeitet werden, ja, aber trotzdem ist es kein vom ihm selbst gewähltes Bestreben.
 
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Dogorama-Mitglied
8. Dez. 17:23
Ich stelle in Frage, was ich nicht schlüssig finde.
Deinen Ausführungen konnte offensichtlich nicht nur ich schwer folgen.
Vielleicht hätte es geholfen, wenn du die Sache schon früher Gewöhnung genannt hättest.

Ich finde es gemütlich, der eigenen Methode umfänglich positive Attribute zuzuschreiben und mögliche Schwächen und die Wahrnehmung der Rezipienten weitgehend unerwähnt zu lassen.

Du hast dich zur Konditionierung auch sehr abwertend geäußert, sollte ich das jetzt ebenfalls persönlich nehmen?

Die beiden Formulierungen, die du da zitierst, sind in meinen Augen harmloser als ein Kindergartenwitz. Wenn du sowas als herabgewürdigend und lächerlich machend empfindest, kommunizieren wir in unterschiedlichen Universen.
In meinem ist Raum für bildhafte Sprache und ein paar saloppe Formulierungen, in deinem scheinbar nicht.

Das ist mir deutlich zu dünnhäutig, da klink ich mich erstmal aus. Inhaltlich gibt's ja seit "Gewöhnung" ohnehin nicht mehr viel zu holen.