Aber was du beschreibst wäre ja eher Laissez-Faire oder nicht 🤔
Wenn ich Maike richtig verstanden habe, ist es durchaus erlaubt Regeln zu haben, Abstand aufzubauen und Hilfsmittel wie Geschirr und Leine zu nutzen.
Also ich hab’s vermutlich auch nicht 100% begriffen, aber was Maike bisher geschrieben hatte hörte sich nicht danach an, dass man den Hund einfach munter machen lässt, sondern durchaus einen Rahmen schafft, in dem es dem Hund möglich ist sich zu regulieren.
Wenn der Hund nun jedem Impuls direkt nachgeben dürfte, würde es keine Selbstregulation benötigen.
Genau, du hast es richtig verstanden – der Ansatz hat nichts mit Laissez-Faire zu tun, sondern vielmehr mit einer bewussten und gezielten Führung. ☺️
Es geht darum, dem Hund einen Rahmen zu bieten, in dem er lernen kann, sich selbst zu regulieren. Das bedeutet, dass man Hilfsmittel wie Geschirr, Leine oder auch die bewusste Wahl der Distanz zu einem Reiz einsetzt, um Überforderung zu vermeiden. Innerhalb dieses Rahmens kann der Hund eigenständig lernen, welche Verhaltensweisen für ihn sinnvoll und angenehm sind.
Selbstregulation ist dabei ein zentrales Element: Der Hund lernt, auf Impulse wie Jagdinstinkt oder Überforderung nicht automatisch zu reagieren, sondern innezuhalten und sich an seinem Menschen zu orientieren. Das erfordert natürlich eine klare Struktur und Präsenz des Menschen.
Gerade Arbeitshunderassen sind meiner Meinung nach häufig stark intrinsisch motiviert. Ein eindrucksvolles Beispiel sind Schlittenhunde in Skandinavien. Ich habe kürzlich ein Video gesehen, in dem eine Herde Tiere – vermutlich Hirsche oder Rentiere – die „Straße“ überquerte. Die Schlittenhunde, die direkt mit diesem Reiz konfrontiert wurden, blieben stehen, beobachteten die Situation und warteten ruhig. Da stand niemand vorne am Schlitten, um ihnen ein Leckerchen zuzuwerfen. Da kam auch kein Lob.
Ich denke, viele Missverständnisse kommen daher, dass dieser Ansatz nicht so stark auf klassische Konditionierung setzt.