Home / Forum / Erziehung & Training / Intrinsische Motivation - Leinenführigkeit?

Verfasser
Dogorama-Mitglied
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 995
zuletzt 21. Dez.

Intrinsische Motivation - Leinenführigkeit?

Hallo liebe Hundemenschen, Ich bin durch einen anderen Thread darauf gestoßen, dass man Leinenführigkeit mittels intrinsischer Motivation beibringen kann. Intrinsische Motivation bedeutet das es der Hund von sich aus macht, es macht ihm Spaß und führt es für sich bzw. sein Wohlbefinden aus. Also zum Beispiel ist bei meinem Münsterländer das Jagen eine intrinsische Motivation, die ich mir für die Arbeit zunutze mache. Ich trainiere viel mit meinen Hunden und natürlich auch die Leinenführigkeit. In aller Regel machen das meine Hunde aber nicht aus eigener intrinsische Motivation. Jetzt frage ich mich natürlich, was ich die Jahre falsch gemacht habe, dass meine Hunde anscheinend nicht aus intrinsischer Motivation neben mir her spazieren. Habt ihr eine Idee wie man das aufbaut, dass er Hund das aus intrinsischer Motivation macht? Ist dies überhaupt möglich?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
7. Dez. 11:08
Ich denke zeitintensiv ist eine Sache der Definition. Ich habe 6 Monate für die Leinenführung gebraucht und 1 Jahr für den Freilauf. Ist in meinen Augen nicht viel. Und ich sagte ja, dass ich Alltagssituationen nutze. Training ist ja nur so gut, wie ich es im Alltag umsetzen kann.
1Jahr für den Freilauf. Das finde ich ehrlich gesagt sehr lange. Suki zog mit 8W am 7.7. ein und war nach dem Ende der Brut und Setzzeit am 16.7. mit mir im Freilauf im Feld und Wald unterwegs. Da war zwar eine Schlepp mit dran, die diente aber der Absicherung falls sie nochmal in einen Graben fallen sollte. Ihren Radius im Freilauf liegt bei bis zu10m um mich rum. Weiter weg entfernt sie sich nur zu Trainingszwecke oder beim toben mit Hunden.

Die ,,grobe Leinenführung" saß hier mit 4Monaten. Bedeutet von mir bis zum Feldanfang (an der Straße entlang) wurde bereits an lockerer Leine gelaufen ohne links rechts gewusel oder Schnüffelstopp. Vorbei an Gärten mit Hühnern und Hunden am Zaun. Also mit Ablenkung. Das war nach zwei Monaten Training.

Wie schon gesagt, ich hatte da ein straffes Programm. Leinenführigkeit und Freilauf sind für mich sehr wichtig. Die Vorstellung das der Hund erst nach einem Jahr mit anderen Hunden frei rennen und toben kann oder das wir selber im Dummytraining zB so extrem eingeengt wären weil der Hund nicht ableinbar ist finde ich für mich echt unvorstellbar.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sophie
7. Dez. 11:10
Ja bin ich total deiner Meinung. Was Maike dabei auch außer Acht lässt ist, dass Belohnungen ja mit der Zeit ausgeschlichen werden und nicht auf ewig in hohen Dosen verabreicht werden sollten. Das größte Verständnisproblem hab ich aber damit, dass bei der intrinsischen Methode wohl generell keinerlei Reaktion auf ein Verhalten des Hundes erlaubt wäre. Das heißt, ich dürfte weder "Aua lass das" tückmelden, wenn er mich als Welpe zwickt noch mich super freuen, wenn er auf mich zugallopiert kommt.
Dass man die Belohnung ausschleicht, verändert ja aber nicht die Motivation des Hundes. Es ist nur irgendwann so gut konditioniert, dass man nicht mehr dauernd belohnen muss, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Der Hund kommt dann beim Rückruf aber dennoch, weil er eben gelernt hat, dass es sich (extrinsich) lohnt
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Babs
7. Dez. 11:13
Um mal einfach nur ein Beispiel zu geben, wann ein Hund aus seiner intrinsischen Motivation heraus zu einem kommen kann:

Hund ist ein Welpe und geht mit Frauchen durch den Wald spazieren. Plötzlich kommt ein sehr lauter Tiefflieger über die Köpfe der Beiden geflogen. Frauchen hat sich hingehockt, um eine Höhle zu bieten. Als das Geräusch immer lauter wurde, ist der Welpe in die Höhle gekrochen bis der Tiefflieger weg war und hat danach wieder den Wald erkundet. Frauchen hat nichts gemacht. Weder gesprochen, noch gelockt, noch gejubelt, noch belohnt ..., sondern einfach nur eine sichere Höhle gebaut, die der Welpe von sich aus als Schutz angenommen hat. Der Welpe war übrigens die ganze Zeit an einer 1,5 Meterleine. Er hätte also auch 1,5 Meter vom Frauchen wegbleiben können.

Das verstehe ich unter intrinsische Motivation und diese geschilderte Situation hat zu dem Bindungsaufbau erheblich beigetragen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sophie
7. Dez. 11:16
1Jahr für den Freilauf. Das finde ich ehrlich gesagt sehr lange. Suki zog mit 8W am 7.7. ein und war nach dem Ende der Brut und Setzzeit am 16.7. mit mir im Freilauf im Feld und Wald unterwegs. Da war zwar eine Schlepp mit dran, die diente aber der Absicherung falls sie nochmal in einen Graben fallen sollte. Ihren Radius im Freilauf liegt bei bis zu10m um mich rum. Weiter weg entfernt sie sich nur zu Trainingszwecke oder beim toben mit Hunden. Die ,,grobe Leinenführung" saß hier mit 4Monaten. Bedeutet von mir bis zum Feldanfang (an der Straße entlang) wurde bereits an lockerer Leine gelaufen ohne links rechts gewusel oder Schnüffelstopp. Vorbei an Gärten mit Hühnern und Hunden am Zaun. Also mit Ablenkung. Das war nach zwei Monaten Training. Wie schon gesagt, ich hatte da ein straffes Programm. Leinenführigkeit und Freilauf sind für mich sehr wichtig. Die Vorstellung das der Hund erst nach einem Jahr mit anderen Hunden frei rennen und toben kann oder das wir selber im Dummytraining zB so extrem eingeengt wären weil der Hund nicht ableinbar ist finde ich für mich echt unvorstellbar.
Ich finde 1 Jahr sehr verantwortungsvoll und sinnvoll und überhaupt nicht lange! Im Gegensatz finde ich es sehr unverantwortlich, wenn manche HH schon nach wenigen Wochen ihren Hund von der Leine machen. So gut kann man den Hund da doch noch gar nicht kennen und einschätzen, wie er in verschieden Situationen reagiert. Und sicherlich ist der Rückruf nach wenigen Wochen auch nicht gefestigt genug, um sich auch in unvorhergesehenen Situation sicher genug sein zu können, dass der Hund auf alle Fälle auf direktem Wege kommt
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Michi
7. Dez. 11:16
1Jahr für den Freilauf. Das finde ich ehrlich gesagt sehr lange. Suki zog mit 8W am 7.7. ein und war nach dem Ende der Brut und Setzzeit am 16.7. mit mir im Freilauf im Feld und Wald unterwegs. Da war zwar eine Schlepp mit dran, die diente aber der Absicherung falls sie nochmal in einen Graben fallen sollte. Ihren Radius im Freilauf liegt bei bis zu10m um mich rum. Weiter weg entfernt sie sich nur zu Trainingszwecke oder beim toben mit Hunden. Die ,,grobe Leinenführung" saß hier mit 4Monaten. Bedeutet von mir bis zum Feldanfang (an der Straße entlang) wurde bereits an lockerer Leine gelaufen ohne links rechts gewusel oder Schnüffelstopp. Vorbei an Gärten mit Hühnern und Hunden am Zaun. Also mit Ablenkung. Das war nach zwei Monaten Training. Wie schon gesagt, ich hatte da ein straffes Programm. Leinenführigkeit und Freilauf sind für mich sehr wichtig. Die Vorstellung das der Hund erst nach einem Jahr mit anderen Hunden frei rennen und toben kann oder das wir selber im Dummytraining zB so extrem eingeengt wären weil der Hund nicht ableinbar ist finde ich für mich echt unvorstellbar.
War bei uns ähnlich. Müsli konnte zuerst ohne Leine laufen und dann erst mit . Das funktionierte, weil wir hier im Niemandsland wohnen.
Einem Welpen bringt man so spielerisch bei, dass es sehr angenehm und sicher ist, dass er beim Menschen bleibt.
Bei uns erwachte in der Pubertät der Jagdtrieb, von dem ich vorher hoffte, dass er garnicht da sein würde...
Und ab funktionierte Freilauf nur noch mit ganz klaren Regeln.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Carola
7. Dez. 11:20
Ich finde 1 Jahr sehr verantwortungsvoll und sinnvoll und überhaupt nicht lange! Im Gegensatz finde ich es sehr unverantwortlich, wenn manche HH schon nach wenigen Wochen ihren Hund von der Leine machen. So gut kann man den Hund da doch noch gar nicht kennen und einschätzen, wie er in verschieden Situationen reagiert. Und sicherlich ist der Rückruf nach wenigen Wochen auch nicht gefestigt genug, um sich auch in unvorhergesehenen Situation sicher genug sein zu können, dass der Hund auf alle Fälle auf direktem Wege kommt
Ich würde mal sagen das hängt vom Hund ab! Hat man einen Welpen oder einen Jungen Junghund übt man von Anfang an mit ihm den Rückruf und bis zum Eintritt in die Pubertät es ist durchaus möglich den Hund frei laufen zu lassen( natürlich nicht immer und überall) bis sie dann in der Pubertät alles vergessen haben. Dann fängt man von vorne an und irgendwann erinnert sich der Hund an die Vorgaben und kann wieder frei laufen.
Das trifft natürlich wie immer nicht auf alle Hunde zu und nicht auf alle Fälle.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Michi
7. Dez. 11:20
Ich finde 1 Jahr sehr verantwortungsvoll und sinnvoll und überhaupt nicht lange! Im Gegensatz finde ich es sehr unverantwortlich, wenn manche HH schon nach wenigen Wochen ihren Hund von der Leine machen. So gut kann man den Hund da doch noch gar nicht kennen und einschätzen, wie er in verschieden Situationen reagiert. Und sicherlich ist der Rückruf nach wenigen Wochen auch nicht gefestigt genug, um sich auch in unvorhergesehenen Situation sicher genug sein zu können, dass der Hund auf alle Fälle auf direktem Wege kommt
Das empfinde ich anders. Niemals lernt ein Hund schneller, dass es cool und sicher ist beim Menschen zu bleiben, als im Alter von 8 bis 10 Wochen . Umgekehrt ist es viel schwieriger. 1 Jahr an der Schleppleine und mitten in der Pubertät plötzlich frei.
Viele Hunde unterscheiden sehr stark, ob sie an der Schlepp oder total frei sind .
Das gilt natürlich nicht für Hunde, die man nicht als Baby bekam. Da kann 1 Jahr an der Leine unter Umständen schon sehr sinnvoll sein !
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Steffi
7. Dez. 11:24
Das empfinde ich anders. Niemals lernt ein Hund schneller, dass es cool und sicher ist beim Menschen zu bleiben, als im Alter von 8 bis 10 Wochen . Umgekehrt ist es viel schwieriger. 1 Jahr an der Schleppleine und mitten in der Pubertät plötzlich frei. Viele Hunde unterscheiden sehr stark, ob sie an der Schlepp oder total frei sind . Das gilt natürlich nicht für Hunde, die man nicht als Baby bekam. Da kann 1 Jahr an der Leine unter Umständen schon sehr sinnvoll sein !
Kommt aber etwas auf das Umfeld an..Im Niemandsland sicherlich besser umzusetzen belebten Vororten, Stadtgebiet oder wuseligen Parks
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sophie
7. Dez. 11:28
Das empfinde ich anders. Niemals lernt ein Hund schneller, dass es cool und sicher ist beim Menschen zu bleiben, als im Alter von 8 bis 10 Wochen . Umgekehrt ist es viel schwieriger. 1 Jahr an der Schleppleine und mitten in der Pubertät plötzlich frei. Viele Hunde unterscheiden sehr stark, ob sie an der Schlepp oder total frei sind . Das gilt natürlich nicht für Hunde, die man nicht als Baby bekam. Da kann 1 Jahr an der Leine unter Umständen schon sehr sinnvoll sein !
Eine Bekannte von mir hat ihren Junghund ab der 2. Woche freilaufen lassen. Ich habe mir damals schon gedacht, dass das sicherlich nicht gut enden wird, denn ohne Schleppleine kann man den Hund eben nicht korrigieren und der Hund lernt, dass er damit durchkommt, wenn er nicht auf den Rückruf hört oder sich zu weit entfernt. Es lief anfangs aber super, der Hund blieb immer sehr nah beim Frauchen. Ist ja auch klar, schließlich war ja auch alles so neu und fremd. Aber es kam, wie es kommen musste, der Hund ist in der Pubertät jagen gegangen und sein Radius hat sich sehr vergrößert. Jetzt wird nur noch mit Schleppleine spazieren gegangen. Das wieder aus dem Hund rauszutrainieren ist sicher aufwendiger, als hätte man von Anfang an die Schleppleine verwendet.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Michi
7. Dez. 11:29
Kommt aber etwas auf das Umfeld an..Im Niemandsland sicherlich besser umzusetzen belebten Vororten, Stadtgebiet oder wuseligen Parks
Natürlich, deswegen hatte ich das dazu geschrieben. Aber auch da würde ich von der Möglichkeit Gebrauch machen , so oft wie möglich in die Natur zu fahren und das dort zu praktizieren.