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Sebbi
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Anzahl der Antworten 58
zuletzt 13. März

Hundetrainer – Der Joker/Die Rettung?

Hallo zusammen, Kennt ihr das auch? Sobald jemand von Problemen mit seinem Vierbeiner berichtet, sei es Leinenpöbeln, Jagdtrieb oder allgemeiner Ungehorsam, dauert es keine fünf Minuten, bis der Standard-Satz fällt: „Such dir einen guten Hundetrainer!“ Dieser gut gemeinte Rat nervt mich mittlerweile nur noch. Er wird oft als der heilsbringende „Hundetrainer-Joker“ ausgespielt, als wäre es die einfachste Lösung der Welt. Aber ist es wirklich so einfach? Meine persönlichen Erfahrungen Nach meinen Erfahrungen: Leider nein. Ich war seinerzeit mit meinem Beagle in einer wirklich renommierten Hundeschule. Das Ergebnis? Die Tipps waren gelinde gesagt „für die Tonne“. Später, bei meinem Hund Sebbi, wollte ich dieselbe Schule eigentlich noch einmal in Anspruch nehmen. Ehrlich gesagt aus einer Mischung aus Faulheit und mangelnder Motivation. Am Ende habe ich die Sache dann doch selbst in die Hand genommen und das Problem eigenständig gelöst. Das Problem mit der „Suche“ „Such dir einen guten Trainer“ klingt in der Theorie logisch, in der Praxis ist es oft ein Spießrutenlauf: * Kein Qualitätssiegel: Trainer tragen kein Schild auf der Stirn, das sie als „gut“ oder „schlecht“ ausweist. * Hohe Kosten: Auch die schlechten Trainer verlangen erst mal einen nicht unerheblichen Obolus. * Das Risiko: Bis der richtige Trainer gefunden ist, fließt erst mal ordentlich Geld aus der Geldbörse. Bis dahin wurden die bestehenden Probleme durch falsche Ansätze im schlimmsten Fall sogar noch verschlimmert oder gefestigt. Wie seht ihr das? Ich denke, ich bin nicht der Einzige, dem dieser pauschale Rat auf den Geist geht und der solche Erfahrungen gemacht hat. Habt ihr auch schon Unsummen investiert, nur um am Ende festzustellen, dass ihr es selbst besser hinbekommt? Oder war ein Trainer für euch tatsächlich hilfreich? Würdet ihr im Falle eines Falles überhaupt noch von selbst auf die Idee kommen, einen Trainer in Anspruch zu nehmen? Ich bin gespannt auf eure Meinungen/Geschichten!
 
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Sonja
Beliebteste Antwort
13. März 11:18
Mir ist dieser Rat lieber als so mancher anderer 😆 Ich persönlich bin nicht auf die Nase gefallen, weder bei der einen HuSchu, noch bei der anderen. Besonders erstere war wirklich gut, da ich viel über mich, mein Auftreten und zu Kommunikation zum Hund und auch von Hund zu Hund gelernt habe. Darauf baut im Grunde jeglicher Trainingsansatz auf und macht eine gute HuSchu/Trainer aus.
Jetzt kommt jedoch mein großes Aaaber: der Mensch muss offen für Kritik an sich selbst sein und bereit dazu, einen anderen Blickwinkel anzunehmen. Sehr oft habe ich gehört "aber ich mach das doch so!" (Veharrt im subjektiven Bild) Oder "das bringt eh nichts!" (zu ungeduldig). Auch ich selber hab Anfang so argumentiert und konnte/wollte Dinge nicht sehen. Wenn das so bleibt, dann kann der Trainer noch so gut sein - es wird sich nichts ändern.

Ich selbst rate auch hier und da zum Trainer. Oft, weil wir hier das Gesamtbild gar nicht beurteilen können oder aber, weil derjenige eventuell ein völlig anderes Bild von Hundeerziehung hat, als es heutzutage aktuell wäre bzw. das Risiko besteht, dass der hier erteilte Rat schlecht umgesetzt wird. Ein Trainer sieht ja, was der Mensch da macht. Wir hier online nicht.
Dümmer wird eigentlich keiner, es sei denn er ist doch beim unpassenden oder gar schlechten Trainer. Im echten Leben sind mir in den beiden guten HuSchus aber eher die Leute begegnet, die sich eigentlich nichts sagen lassen wollten und sich dann aber gewundert haben, warum der "Hund sich nicht ändert".
 
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Sonja
13. März 11:18
Mir ist dieser Rat lieber als so mancher anderer 😆 Ich persönlich bin nicht auf die Nase gefallen, weder bei der einen HuSchu, noch bei der anderen. Besonders erstere war wirklich gut, da ich viel über mich, mein Auftreten und zu Kommunikation zum Hund und auch von Hund zu Hund gelernt habe. Darauf baut im Grunde jeglicher Trainingsansatz auf und macht eine gute HuSchu/Trainer aus.
Jetzt kommt jedoch mein großes Aaaber: der Mensch muss offen für Kritik an sich selbst sein und bereit dazu, einen anderen Blickwinkel anzunehmen. Sehr oft habe ich gehört "aber ich mach das doch so!" (Veharrt im subjektiven Bild) Oder "das bringt eh nichts!" (zu ungeduldig). Auch ich selber hab Anfang so argumentiert und konnte/wollte Dinge nicht sehen. Wenn das so bleibt, dann kann der Trainer noch so gut sein - es wird sich nichts ändern.

Ich selbst rate auch hier und da zum Trainer. Oft, weil wir hier das Gesamtbild gar nicht beurteilen können oder aber, weil derjenige eventuell ein völlig anderes Bild von Hundeerziehung hat, als es heutzutage aktuell wäre bzw. das Risiko besteht, dass der hier erteilte Rat schlecht umgesetzt wird. Ein Trainer sieht ja, was der Mensch da macht. Wir hier online nicht.
Dümmer wird eigentlich keiner, es sei denn er ist doch beim unpassenden oder gar schlechten Trainer. Im echten Leben sind mir in den beiden guten HuSchus aber eher die Leute begegnet, die sich eigentlich nichts sagen lassen wollten und sich dann aber gewundert haben, warum der "Hund sich nicht ändert".
 
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Maria
13. März 11:32
Im Nachhinein muss ich sagen, dass von allen Trainern, die wir hatten (langfristig und kurzes Seminar) nur einer gut war, und auch da hat einiges gefehlt.

Der Tipp kann genauso nach hinten los gehen, wie jeder andere. Wenn ich zum Beispiel lese, dass pauschal geraten wird, einen positiv arbeitenden Trainer zu suchen, finde ich das mit meinen Erfahrungen schon grenzwertig. Warum? Meine Jüngste hat arges Suchtpotential und das Dauerkeksen, wie wir es auch probiert haben, hat zu unfassbarer Aufregung geführt. Nach der ersten Trainingsstunde, in der wir ausschließlich das Markerwort geübt haben, hat es mindestens eine Stunde gedauert, bis meine Mädels ihre Bumsparty beendet haben. Dazu kam, dass die Jüngste zwar nicht mehr gepöbelt hat, aber im Sinne von “Da ist ein Hund, gib mir nen Keks” reaktiv blieb. Das ging so weit, dass sie auch im Nahberreich nicht mehr mit anderen Hunden kommuniziert hat, sondern den Leckerlibeutel angestarrt hat. Während der Trainingswochen haben wir außerdem nichts weiter unternehmen können, weil die Aufregungslage zu hoch war.

Und zwei Wochen ohne Kekse, und der Effekt war verpufft.
 
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Carola
13. März 11:36
Ich sehe das teilweise anders als du. Zum einen gibt es viele Hundeanfänger wo einfach auch die Grundlagen der Sachkunde fehlen. Und oftmals sind es Kleinigkeiten bei der Körpersprache und in der Konsequenz die schon etwas verbessern.
Schon dafür kann ein Trainer hilfreich sein.
Trotz Hundeerfahrung hatte ich einen Hund der mich wirklich an die Grenzen gebracht hat und ich muss ganz klar sagen hier habe ich mir einen guten Trainer gesucht.
Das war die Rettung und wir mussten sehr lange arbeiten um diese Baustelle, die der Hund schon hatte als zu mir kam, in den Griff zu bekommen. Das hätte ich alleine nicht geschafft trotz Hundeerfahrung.

Meine jetzigen Hunde haben keine Baustellen und trotzdem gehe ich mit ihnen regelmäßig zum Training denn es gibt immer etwas zu verbessern.

Natürlich ist es wichtig sich einen guten Trainer zu suchen und das ist zugegebenermaßen nicht immer ganz einfach. Dennoch ist es möglich und die youtube-universität ist einfach kein Ersatz bei schwerwiegenden Problemen.
Zudem finde ich es immer schwierig aus der Ferne Tipps zu geben ohne die gesamte Situation zu kennen. Es wird hier viel nicht geschrieben und man kann aus einem Beitrag nicht erkennen wie groß die Schieflage bei großen Problemen ist. Das kann tatsächlich nur jemand der das Mensch-Hund-Gespann sieht.
Um erfolgreich mit einem Trainer zusammen zu arbeiten muss man aus meiner Sicht auch fähig
zur Kritik und zur Selbstkritik sein. Und bleiben wir doch mal ehrlich fast immer es ist der Mensch der vorhandene Probleme durch Unwissenheit oder falsches Verhalten oftmals noch verstärkt. Hier ist durchaus eine kritische Stimme von außen manchmal sehr hilfreich-vorausgesetzt man hört auf sie und erklärt nicht den Trainer für doof und unfähig weil man das was man gesagt bekommt nicht hören möchte
 
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Ilona
13. März 11:45
Also, wir hatten erst mit der 5. Trainerin den Glücksgriff gemacht. Alle anderen davor, auch die mit dem bekannten Namen, waren ein Griff ins Klo.
Hundeschule auch Griff ins Klo.
Würde ich nochmal einen Hundetrainer/ in nehmen? Kommt auf die Problematik an. Bei Yuna hätte ich das nicht alleine hinbekommen. Selbst jetzt noch buche ich ab und an unsere Trainerin, weil es einfach Problematiken gibt, die ich nicht ohne einen Blick von aussen lösen kann.
Ich empfehle auch oft einen Trainer. Einfach deshalb, weil ich den Hund nicht kenne, weil es oft um mehr geht als zb. Leinenpöbelei oder Trennungsstress etc.
Bei Yuna war und ist es zb die gesundheitliche Komponente, die ganz dolle mit rein spielt. Manchmal fehlen einfach auch die Zusammenhänge im Hundeverhalten und Stress sowie Gesundheit. Hier im Forum kann man einen Denkanstoss geben, aber das ersetzt niemals einen fundierten Trainingsweg.
Und auch ich empfehle immer einen positiv arbeitenden Trainer. Gerne zu suchen unter Trainieren statt dominieren. Warum? Weil es mittlerweile wissenschaftlich belegt ist, das poditives Training wirksam ist. Wer dazu mehr wissen möchte, kann gerne den Podcast vom Treundbüro hören. Die hinterlegen auch immer die Studien bzw. Quellen dazu.
 
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Karin
13. März 11:51
Ich glaube das es wirklich auf verschiedene Dinge ankommt.
- das Problem:
z.b. bei schweren traumatisierten Hunden, bei sehr aggressiven Tieren...
- Zeit und Umsicht
Um mit einem Tier zu arbeiten braucht es sehr viel Vorbereitungszeit. Ich muss das Problem erkennen und mir Wissen aneignen.
Einen Trainingsplan erstellen und diesen abarbeiten.
- die eigene Unwissenheit
Um mit einem Tier zu arbeiten sollte man verschiedene Ansätze betrachten. Es gibt für ein Problem nicht nur die Lösung. Es muss einfach passen.
Viele Sachen kann man aber auch selbst lösen wenn man bereit ist daran zu arbeiten.
Ich sehe oftmals Leute die immer über ein gewisses Problem sprechen, dieses aber nie oder nur halbherzig angehen.
- scheinbar in die Mode gekommen ist auch ein Trend das ein Halter seinen Hund für die Erziehung abgibt und den " fertigen " Hund wieder abholt. 😏
Ich persönlich hatte ziemlich viele Probleme mit meiner Hündin. Ein Trainer hatte mich auf verschiedene Lösungen gebracht und als Hilfe Körpersprache, Körperhaltung, Mimik....zu erkennen gelernt. Alles weitere habe ich dann selbst und ich finde ,auch gut hinbekommen. Aber wie gesagt, Zeit, Geduld, Bereitschaft etwas zu ändern, selbst sich Wissen anzueignen und sich auch mal zu hinterfragen gehört dazu. Aber egal welchen Weg man wählt, Hauptsache die Richtung stimmt. 😉👍🫶
 
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Katharina
13. März 11:53
Das liegt daran, dass die Problem oft komplex sind. Die Hundebesitzer nicht mehr den Überblick haben wo anfangen. Da kann ein Hundetrainer evlt helfen, die Sache wieder zu sortieren und in die richtige Bahnen leiten. Man kann eben in dem Forum nur einfache Tips bekommen. Wenn man komplexere Probleme hat klappt das nicht. Es ist sehr schwer den für sich geeigneten Trainer zu finden. Vielleicht wie bei einem guten Frisör. Da muss man vielleicht die Erfahrungen anderen miteinbeziehen. Und dann ausprobieren bis man. Den gefunden hat wo man glaubt das läuft
 
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Michi
13. März 12:16
Es gibt halt bei Hundetrainern gute und schlechte, genau wie in sämtlichen anderen Lebensbereichen auch.
Da gilt es einen Guten rauszufinden.
Ist aber bei Tierärzten, Anwälten, Nachhilfelehrern, Friseuren ... und und und, auch nicht anders.
Da ich selber Pferdetrainerin bin, weiß ich, wie hilfreich und wichtig Pferde - Hundetrainer für Mensch und Tier sind.
 
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Sonja
13. März 12:18
Ich glaube das es wirklich auf verschiedene Dinge ankommt. - das Problem: z.b. bei schweren traumatisierten Hunden, bei sehr aggressiven Tieren... - Zeit und Umsicht Um mit einem Tier zu arbeiten braucht es sehr viel Vorbereitungszeit. Ich muss das Problem erkennen und mir Wissen aneignen. Einen Trainingsplan erstellen und diesen abarbeiten. - die eigene Unwissenheit Um mit einem Tier zu arbeiten sollte man verschiedene Ansätze betrachten. Es gibt für ein Problem nicht nur die Lösung. Es muss einfach passen. Viele Sachen kann man aber auch selbst lösen wenn man bereit ist daran zu arbeiten. Ich sehe oftmals Leute die immer über ein gewisses Problem sprechen, dieses aber nie oder nur halbherzig angehen. - scheinbar in die Mode gekommen ist auch ein Trend das ein Halter seinen Hund für die Erziehung abgibt und den " fertigen " Hund wieder abholt. 😏 Ich persönlich hatte ziemlich viele Probleme mit meiner Hündin. Ein Trainer hatte mich auf verschiedene Lösungen gebracht und als Hilfe Körpersprache, Körperhaltung, Mimik....zu erkennen gelernt. Alles weitere habe ich dann selbst und ich finde ,auch gut hinbekommen. Aber wie gesagt, Zeit, Geduld, Bereitschaft etwas zu ändern, selbst sich Wissen anzueignen und sich auch mal zu hinterfragen gehört dazu. Aber egal welchen Weg man wählt, Hauptsache die Richtung stimmt. 😉👍🫶
Von dieser Methode hab ich vorgestern beim Gassi auch gehört 😐 Hund abgeben und "fertig" wieder bekommen... Dumm nur, dass man zwischendurch selbst nichts gelernt hat. Entsprechend wenig funktioniert das Gespann, das so gearbeitet hat 🙈 Halte ich absolut nichts von! Ich dachte, das gehört heute in die Mottenschublade und wurde nur Anno Knips mit Jagdhunden so gemacht (und schon damals war das oft totaler Mist. Eine Bekannte hat das vor >20 Jahren mit ihrem Labbi so gemacht. Einmal und nie wieder, sagt sie). Aber irgendein "Trainer", der meint, das Rad neu zu erfinden, hat diese Schublade wohl wieder geöffnet. Im Fernsehen hat man schließlich mal gesehen, dass das in der Not bei Härtefällen so gemacht wird (während der Halter dann aber auch noch geschult wird). Also kann man das als Allerweltskonzept ja anbieten...

Ich glaube das ist mittlerweile ein großes Problem: mir fällt auf, dass in den letzten 10 Jahren dermaßen viele vermeintliche Trainer aus dem Boden geschossen sind, die sich als Heilsbringer sehen mit dem einzig wahren Weg. Gerne auch (ausschließlich) Online für eine kranke Menge Geld. Neulich hab ich sogar eine Kombination gesehen aus Training, Ernährungsberatung und Verkauf von Futter. Der Typ hat echt das gesamte Feld bestellt... In diesem Wust von Bullshit gerät man schnell an den falschen. Wohl schneller, als vor 10 Jahren...
 
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Maria
13. März 12:26
Zum Thema Tipps geben allgemein: ich würde ja noch unterscheiden zwischen Erfahrungsaustausch (also, bei uns lief es so und so) und Tipp/Ratschlag (Mach dies und das) unterscheiden. Und bei Ratschlägen/Tipps zwischen angefragt und ungefragt gegeben. Letzteres braucht wohl niemand.
 
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.
13. März 13:11
Ich habe eine krasse Angsthündin. Anfassen war im ersten Jahr unmöglich. Ich habe so viele Trainer durch und festgestellt das mit dem Thema Angsthund keiner was anfangen konnte. Es gab immer nur die Standardtipps, aber damit kamen wir überhaupt nicht weiter. Durch Zufall bin ich auf ein kleines Buch über Angsthunde vom Traumfunken Verlag gestoßen. Völlig unbekannt und dieses Buch hat mir die Türe zu Mali geöffnet. Es gibt bestimmt gute Hundetrainer, wir haben sie leider nicht gefunden.