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Laura
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Anzahl der Antworten 8
heute 15:40

Freilauf, Bindung, Radiustraining

Hallo ihr lieben :) Ich bin auf der Suche nach ein paar Tipps für einen entspannten Freilauf mit meinem Border Collie Rüden Taslo. Leider haben wir zu Beginn so einiges falsch gemacht, er durfte so weit vor laufen wie er wollte, schließlich kam er als Welpe nach ein paar Sekunden zurück.. Als sich das Verhalten mit ca. einem Jahr zuspitzte und er gefühlt nur noch weg von mir wollte (er läuft ca. 50m weg bleibt stehen und sucht Blickkontakt) war der Weg zurück zur Schleppleine leider nötig.. Weil er es nie gelernt hat einen Radius einzuhalten, donnert er nun regelmäßig in die Leine und wirkt sehr gestresst.. Abrufen klappt ohne Ablenkung sehr gut, bei Hunden allerdings nicht.. Da ich die geschehenen Fehler nicht rückgängig machen kann möchte ich nun daran arbeiten ihm wieder mehr Freiheit zu geben. Nun zu meiner Frage, habt ihr Tipps wie ich es schaffe, das mein Rüde gern in meinem Radius läuft, wie baue ich das auf ? Außerdem würde ich gern an Beziehung und Vertrauen arbeiten, allerdings ist er rassetypisch draußen sehr reizempfänglich . Ist es sinnvoll den kompletten Spaziergang als Training zu nutzen oder lieber nur kleine Einheiten? Vielen Dank und liebe Grüße Laura :)
 
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Jochen
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heute 07:27
Hallo Laura,
eigentlich ist es ganz einfach und du hast es -wie man an deinen Fragen erkennt- ja auch schon verstanden.

Ihr solltet an eurer Beziehung arbeiten.
Eine gute Bindung baut sich auf, wenn ihr gemeinsam möglichst viele tolle Abenteuer erlebt.
Die Betonung liegt auf „gemeinsam“. Also nicht, der Hund läuft 50m vorweg, macht sein Ding und du dackelst hinterher. Oder er hängt am Ende der Schlepp und du kämpfst dagegen an um ihn halten zu können.

Deine erste Aufgabe sollte sein, herauszubekommen was ihm richtig Spaß macht und warum er so weit voraus will? Will er jagen? Sucht er Action mit anderen Hunden? Ist er sexuell motiviert? Ist er einfach nur gestresst und kann sich auf nichts konzentrieren? Hat er Lust zu rennen? etc.pp.

Daraus leitest du Beschäftigungen ab, da kannst du auch gerne kreativ sein.
Border lieben ja zB. oft Beschäftigungen wie Curving, weil das eine Sequenz aus ihrer Hütemotivaton ist.

Wichtig im Kontext Beschäftigung ist auch, dass du deinen Hund lernst zu lesen, also auf welchem Stresslevel er sich befindet. Baue eine Ampel auf, wenn er rot-gestresst ist, mache Ruhetraining.

Beim nächsten Spaziergang zähle mal, wie oft du ihn lobst und zähle wie oft du „nein“,“hier“,“langsam“,“raus da“, „aus“, usw. sagst. Vermutlich bist du in seinen Augen die reinste Spaßbremse, kommst nur mit Verboten, niemals mit Geboten, das gilt es umzudrehen.

Dass er denkt, bei dir/MIT dir kann er tolle Dinge erwarten, da musst du hinkommen.

Viel Erfolg.
 
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Jochen
heute 07:27
Hallo Laura,
eigentlich ist es ganz einfach und du hast es -wie man an deinen Fragen erkennt- ja auch schon verstanden.

Ihr solltet an eurer Beziehung arbeiten.
Eine gute Bindung baut sich auf, wenn ihr gemeinsam möglichst viele tolle Abenteuer erlebt.
Die Betonung liegt auf „gemeinsam“. Also nicht, der Hund läuft 50m vorweg, macht sein Ding und du dackelst hinterher. Oder er hängt am Ende der Schlepp und du kämpfst dagegen an um ihn halten zu können.

Deine erste Aufgabe sollte sein, herauszubekommen was ihm richtig Spaß macht und warum er so weit voraus will? Will er jagen? Sucht er Action mit anderen Hunden? Ist er sexuell motiviert? Ist er einfach nur gestresst und kann sich auf nichts konzentrieren? Hat er Lust zu rennen? etc.pp.

Daraus leitest du Beschäftigungen ab, da kannst du auch gerne kreativ sein.
Border lieben ja zB. oft Beschäftigungen wie Curving, weil das eine Sequenz aus ihrer Hütemotivaton ist.

Wichtig im Kontext Beschäftigung ist auch, dass du deinen Hund lernst zu lesen, also auf welchem Stresslevel er sich befindet. Baue eine Ampel auf, wenn er rot-gestresst ist, mache Ruhetraining.

Beim nächsten Spaziergang zähle mal, wie oft du ihn lobst und zähle wie oft du „nein“,“hier“,“langsam“,“raus da“, „aus“, usw. sagst. Vermutlich bist du in seinen Augen die reinste Spaßbremse, kommst nur mit Verboten, niemals mit Geboten, das gilt es umzudrehen.

Dass er denkt, bei dir/MIT dir kann er tolle Dinge erwarten, da musst du hinkommen.

Viel Erfolg.
 
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Sonja
heute 08:10
Was auch die Bindung stärken sind einige "Hundesportarten" bei der ihr "Gemeinsam/zusammen" agiert.... also ich meine welche wo du nicht "dauernd Kommandos gibst" die er befolgen/ausführen "muss" , resp nicht nach deiner genauen anweisung agieren muss...Wie Jochen schon schrieb, wo du nicht die "Spassbremse" bist. Also so "Hundesportarten" bei denen er mit dir zusammen arbeiten soll und auch selbst entscheiden darf wie er genau die Aufgabe lösen soll... z.B.; diverse Nasenaebeit, Treibball, und sonstige "SpassAufgaben"...Besonders Treibball lieben die allermeisten Hütehunde,liegt ja sozusagen in ihrer Natur "etwas, mit einem Ziel, vor sich her zu scheuchen/treiben. Auch bei Nasenarbeit, wie z.B. Mantrail, Flächensuche, Objektsuche etc.. "muss" der Hund selbst "entscheidungen" treffen aber gleichzeitig mit dem "Hundeführer" zusammen arbeiten...oder halt an "Spasskursen" die viele Hundeschulen anbieten teilnehmen, in denen gibts viel abwechslung an kleinen gemeinsamen Spielen.... Es ist wirklich so das wir als HH oft unbewusst und aus der Sicht der Hunde "Spassabremsen" sind...🤗 Unsere Motivationen sind da völlig unterschiedlich und sehr oft unbewusst vorhanden; vieleicht ist es ein bewusstes/unbewusstes Idealbild vom "perfekt erzogenen" Hund , vielleicht ist es sorge/angst ihm könnte was zustossen, vielleicht weil uns irgend was on irgend wem eingeredet wird/ wurde....🤗 oftmals merken wir gar nicht,dass wir so sind...🤪... Aber es ist numal so das viele "Eigenständige Rassen/Hunde-individuen dann irgend wann "sagen" .'...ey Mensch , du übertreibst, kannst mich mal , du bist sooo eine Spassbremse.....'😉
 
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Lisa-Eileen
heute 10:33
War bei mir nicht ganz so dolle aber ich kenns auch.
Wichtig ist das du ihm nur so viel Raum gibst wie er sich gut benimmt und damit umgehen kann.
Anfangs nur so 3-5 Meter, wenn da alles supi läuft kannst du es um 5 Meter steigern und so weiter...
Wenn du merkst es geht nicht gehts wieder n Schritt zurück.
Wenn er sich völlig daneben benimmt und nach mehrmaligen Ansagen es trotzdem nicht sein lässt (zb Weg verlassen, Pipi lecken oä) kommt er fürn paar Meter ins Fuß.
Wenn er da ordentlich läuft gibts wieder Freigabe.
Auch sehr geholfen hat mir die Energie zu kontrollieren, gern wird sich in Stress reingesteigert, daher wenn du merkst das er fahriger wird hol ihn zu dir ins Fuß und hol ihn zurück in die Konzentration.
Wenn Rocket zu hoch geht und schon bei Freigabe losschießt stoppe ich ihn, geb ihn wieder frei und stoppe wieder bis er sich runtergefahren hat.
Meistens rafft ers nach 2-3 malen.
Wenn er ordentlich entspannt läuft und net losballert darf er dann auch in Ruhe frei laufen.
Ich greife nur so viel ein wie nötig, am Anfang ists halt teils echt sehr viel bis sie es auf die Kette kriegen.
Guck das du am besten erstmal in Reizarmer Umgebung Gassi gehst bis er es prinzipiell verstanden hat und packt umzusetzen ohne das du ständig korrigieren musst, erst dann die Reizlast etwas steigern.
Es ist nämlich auch sehr anstrengend für die Stinker umzulernen und sich zusammenreißen zu müssen, grad am Anfang.
Gucken das du nicht ewig lang am Stück nur läufst sondern auch immer mal wieder bei Bänken oder so dich hinsetzt, das mach ich (außer bei so Sauwetter wie jetzt) eigentlich immer mindestens einmal.
Das sie zur Ruhe kommen können, Umgebung wahrnehmen und verarbeiten können und einordnen können.
Das hilft auch nochmal sehr was die Reizempfänglichkeit angeht.
Border haben auch ein ADHS / AuDHD Gehirn, verarbeiten also ratzfatz massenweise an Reizen und nehmen alles auf.
Daher ist grade da wichtig viel zu entschleunigen, sich Zeit zu nehmen und zu lassen weil sie sonst von Reiz zu Reiz hetzen und sich total in Stress und Überforderung reinsteigern.
Grad am Anfang der großen Pubertät wenn die Großbaustelle im Hirn beginnt ist das super schwierig für die Hunde.
Deswegen auch immer alles so langweilig, ruhig und entspannt halten wie möglich.
Er muss erstmal zur Ruhe kommen und lernen sich nicht von allem so anfixen zu lassen, wenn das gut geht kannst du den nächsten Schritt gehen und immer mal was provozieren und wenn er anfängt sich davon aufregen zu lassen direkt abbrechen und so tun als wär nix, einfach weitergehen.
Somit lernt er sich auch zu regulieren und mit Aufregung umzugehen.
Also sehr viel dran arbeiten das der Hund sich halt von nix aufregen/ anfixen lässt.
Je weniger der Hund sich aufregen lässt je entspannter ist er und je besser kann er denken und sich an Regeln halten.
Hoffe ich hab nix vergessen, das sind so viele Kleinigkeiten die zusammenspielen.
Aber hauptsächlich im großen und ganzen gehts halt drum die Energie zu bändigen sag ich mal, das ist der Schlüssel zu entspanntem gemeinsam sein.
Plus halt andere kleinere Sachen.
 
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Katja
heute 11:19
Also zur Frage Trainingseinheiten oder ganzen Spaziergang: ich verstehe immer nicht, wenn Leute von „Training“ sprechen… für mich ist immer Training!
Was macht es für einen Sinn, wenn ich Verhalten, was ich im Alltag sehen möchte, nur in bestimmten Situationen trainiere? 🤔
Wir nehmen‘s einfach, wie’s kommt… und freuen uns über jede unvermutete Trainingseinheit!🤗

Ansonsten magst Du vielleicht mal hier reinlesen?

https://dogorama.app/de-de/forum/Erziehung_Training/Rueckruf_Tips_und_Tricks_benoetigt-NrMc4XZb7eeJus2iLCCn/

Da waren schon ne Menge Tips im Detail beschrieben…
 
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Evi
heute 13:49
Meine "Vorredner" haben ja schon tolle Tipps gegeben.

Was das in die Schleppleine reindonnern anbelangt: ich habe meinem Boxer knapp vorher das Kommando "langsam" gegeben. Ist die Leine trotzdem auf Spannung gekommen, habe ich gestoppt, bis er ein Stück zurück ging und die Leine wieder locker war. So hat er gelernt, wie groß der Radius an der Leine ist. Das Kommando "langsam" nutzen wir heute ganz viel im Freilauf. Sollte er zu stürmisch vorpreschen, gibt's das Kommando und er fällt ins Schritttempo.

Auch "Stopp - warten" ist ein Lieblingsbefehl von mir, mit dem ich den Radius begrenze, sollte Ben einen übermütigen Tag haben. Ansonsten bleibt er sowieso in einem akzeptablen Bereich.

Und keinem Meter weg von mir geht er, wenn ich den Dummy mitnehme. Ich bin nämlich so "dumm", dass ich den hin und wieder verliere, wenn Benn mit Schnüffeln oder weit Vorlaufen beschäftigt ist. Nach 20 - 30 Metern fällt mir dann auf, dass ich den Dummy schon wieder verloren habe und Ben macht sich begeistert auf die Suche. Inzwischen habe ich schon Probleme, den Dummy fallen.zu lassen, weil er ständig auf das "dumme Fraule" achtet!😂
 
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Kerstin
heute 15:04
Hallo Laura, eigentlich ist es ganz einfach und du hast es -wie man an deinen Fragen erkennt- ja auch schon verstanden. Ihr solltet an eurer Beziehung arbeiten. Eine gute Bindung baut sich auf, wenn ihr gemeinsam möglichst viele tolle Abenteuer erlebt. Die Betonung liegt auf „gemeinsam“. Also nicht, der Hund läuft 50m vorweg, macht sein Ding und du dackelst hinterher. Oder er hängt am Ende der Schlepp und du kämpfst dagegen an um ihn halten zu können. Deine erste Aufgabe sollte sein, herauszubekommen was ihm richtig Spaß macht und warum er so weit voraus will? Will er jagen? Sucht er Action mit anderen Hunden? Ist er sexuell motiviert? Ist er einfach nur gestresst und kann sich auf nichts konzentrieren? Hat er Lust zu rennen? etc.pp. Daraus leitest du Beschäftigungen ab, da kannst du auch gerne kreativ sein. Border lieben ja zB. oft Beschäftigungen wie Curving, weil das eine Sequenz aus ihrer Hütemotivaton ist. Wichtig im Kontext Beschäftigung ist auch, dass du deinen Hund lernst zu lesen, also auf welchem Stresslevel er sich befindet. Baue eine Ampel auf, wenn er rot-gestresst ist, mache Ruhetraining. Beim nächsten Spaziergang zähle mal, wie oft du ihn lobst und zähle wie oft du „nein“,“hier“,“langsam“,“raus da“, „aus“, usw. sagst. Vermutlich bist du in seinen Augen die reinste Spaßbremse, kommst nur mit Verboten, niemals mit Geboten, das gilt es umzudrehen. Dass er denkt, bei dir/MIT dir kann er tolle Dinge erwarten, da musst du hinkommen. Viel Erfolg.
Wow, das hast du sehr gut erklärt...🤗
 
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Lisa-Eileen
heute 15:38
Also zur Frage Trainingseinheiten oder ganzen Spaziergang: ich verstehe immer nicht, wenn Leute von „Training“ sprechen… für mich ist immer Training! Was macht es für einen Sinn, wenn ich Verhalten, was ich im Alltag sehen möchte, nur in bestimmten Situationen trainiere? 🤔 Wir nehmen‘s einfach, wie’s kommt… und freuen uns über jede unvermutete Trainingseinheit!🤗 Ansonsten magst Du vielleicht mal hier reinlesen? https://dogorama.app/de-de/forum/Erziehung_Training/Rueckruf_Tips_und_Tricks_benoetigt-NrMc4XZb7eeJus2iLCCn/ Da waren schon ne Menge Tips im Detail beschrieben…
So händel ichs auch, Training ist so gesehen immer solang etwas noch nicht richtig sitzt/ automatisch läuft.
 
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Lisa-Eileen
heute 15:40
Meine "Vorredner" haben ja schon tolle Tipps gegeben. Was das in die Schleppleine reindonnern anbelangt: ich habe meinem Boxer knapp vorher das Kommando "langsam" gegeben. Ist die Leine trotzdem auf Spannung gekommen, habe ich gestoppt, bis er ein Stück zurück ging und die Leine wieder locker war. So hat er gelernt, wie groß der Radius an der Leine ist. Das Kommando "langsam" nutzen wir heute ganz viel im Freilauf. Sollte er zu stürmisch vorpreschen, gibt's das Kommando und er fällt ins Schritttempo. Auch "Stopp - warten" ist ein Lieblingsbefehl von mir, mit dem ich den Radius begrenze, sollte Ben einen übermütigen Tag haben. Ansonsten bleibt er sowieso in einem akzeptablen Bereich. Und keinem Meter weg von mir geht er, wenn ich den Dummy mitnehme. Ich bin nämlich so "dumm", dass ich den hin und wieder verliere, wenn Benn mit Schnüffeln oder weit Vorlaufen beschäftigt ist. Nach 20 - 30 Metern fällt mir dann auf, dass ich den Dummy schon wieder verloren habe und Ben macht sich begeistert auf die Suche. Inzwischen habe ich schon Probleme, den Dummy fallen.zu lassen, weil er ständig auf das "dumme Fraule" achtet!😂
Ist bei mir genauso, auch der Dummy.
Ist immer voll schwierig den zu verstecken wenn der dann immer so drauf geiert.🥲🤣