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Verfasser
Ajla
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 14
zuletzt 22. Feb.

"Beschützerinstinkt"

Hallo zusammen, ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen. Mein Hund (Malteser, 5 Jahre alt) zeigt einen sehr starken Beschützerinstinkt mir gegenüber. Sobald Besuch kommt oder ich mich draußen mit jemandem unterhalte, bellt er dauerhaft und kommt kaum zur Ruhe. Das Auffällige ist: Wenn ich nicht dabei bin, spielt er ganz normal mit anderen Hunden und bellt kaum. Sobald ich dazukomme, fängt das Bellen sofort an. Es wirkt so, als würde er mich „bewachen“ oder Situationen für mich regeln wollen. Ich bin mir unsicher, ob das Unsicherheit, Kontrollverhalten oder wirklich Schutztrieb ist – und vor allem, wie ich ihm helfen kann, ruhiger zu bleiben. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder Tipps, wie man damit umgehen bzw. daran arbeiten kann? Ich wäre sehr dankbar für Ratschläge 🙏
 
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Melissa
21. Feb. 10:18
Also die Mama meines Partners hatte das gleiche Problem. Sie hält die Hunde bewusst hinter sich (so dass sie aber noch schauen können) und sagt ihnen bestimmt aber ruhig "Ich Regel das" ich glaube der Hund muss einfach lernen, dass du die Situation regelst und er nix zu tun hat außer zu warten auf deine Signale.
 
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Evelyn
21. Feb. 10:33
Liest sich für mich auch so. Unser Nachbarshund macht das auch immer, ich sag dann scherzhaft, bekommt das Einzelkind zu wenig Aufmerksamkeit. Vielleicht ein Gedanke: Ich würde ein Kommando für Ruhe einführen, vielleicht auch im Kontrast zu Gib laut und diese Ruhe immer wieder bestärken, damit der Hund merkt, wenn ich Ruhe gebe bekomme ich Aufmerksamkeit. Ist aber nicht ganz einfach da Timing entscheidend ist.
 
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Ulrike
21. Feb. 22:08
Vielen Dank erstmal für Ihre Antwort und die Tipps. Ich werde das Apportieren aufjedenfall ausprobieren. Wie bekomme ich aber hin, dass der Hund die Interesse daran nicht verliert? Mit besonderen Leckerlis?
Muss man ausprobieren. Manche Hunde nehmen von sich aus gerne etwas suf und schleppen es herum. Manche springen gern der Beute hinterher und nehmen sie dann auf. Meine waren immer eins von beiden. Wobei mein Großhandel wusste gar nichts damit anzufangen. Da habe ich im Wohnzimmer mit dem Ball gespielt so als sei ich eine Katze. Irgendwann wollte das Pudelwelpie bei dem albernen Treiben mitmachen. Dummy suchen hat der auch nich von alleine gemacht. Ball oder Dummy im Gras verschwunden war für ihn: Ist jetzt halt weg. Wochenlang bin ich suchen um die Bälle geschlichen bis er das raus hatte. Ist dan ein guter such verloren Sucher geworden. Man kann auch jedes Interesse des Hundes belohnen. Da eignet sich ein Clicker. Das geht mit Hunden, die es nicht aus Eigenmotivation tun. Dummy mit ein bisschen Brimborium hinlegen. Hund guckt Dummy an Click Leckerchen. Dummy woanders hinlegen Hund guckt Dummy an Click u. Leckerchen. Dummy umlegen Hund guckt Dummy an abwarten. Hund macht einen Schritt in Richtung Dummy. Click u. Leckerchen usw. Hund berührt Dummy Click u. Leckerchen. Hund nimmt die Zähne.. Du verstehst, dass es sehr kleinschrittig ist, aber es klappt irgendwann. Wenn der Hund die Kooperationsbereitschaft verliert, kann man auch das Dummy in der Hand halten, statt es auf den Boden zu legen und dann kleinschrittig belohnen, bis der Hund dass Dummy aus deiner Hand nimmt. Wenn das Dummy gut riecht weil es mit gutem Futter gefüllt ist, dann erhöht das die Wahrscheinlichkeit, das der Hund hinläuft.
 
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Ulrike
22. Feb. 14:29
Ich kann mich nicht genau an die Studie erinnern - habe aber mal gelesen, dass man auch einfach losclickern kann. Habe es bei meinen beiden letzten Hunden erfolgreich ohne extra ankclickern gelehrt. Auf Nummer sicher, bitte erst so wie von Dir beschrieben anclickern.