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Svenja
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Anzahl der Antworten 5
heute 08:24

Alleine bleiben üben!

Hallo zusammen, ich bin seit 9 Wochen Hunde Mama Von einem Mini American Shepherd, den wir von einer Bekannten übernommen haben. Unsere kleinen Rakete ist nun seit ca. 9 Wochen bei mir, davor hatten wir 5-6 Wochenende zusammen + wir kennen uns bereits schon seit 2 Jahren. Er ist ein 4 Jahre alt, intelligent, aktiv aber nicht überdreht und einfach ein toller Hund. Er ist sehr gut erzogen worden, er hört super und wir ihn schon sehr ins Herz geschlossen. Jetzt nach 9 Wochen, ist er bereits sehr gut angekommen, wir haben einen Rhythmus, wir verstehe uns bereits ohne Worte, er schläft Nachts besser und er zeigt allgemein viele Anzeichen, dass er sich bereits wohlfühlt. Mir ist bewusst, dass das vollkommene ankommen durchaus länger geht. Jetzt kommt das einzige Manko, er kann nicht alleine bleiben. Die Vorbesitzerin war ehrlich mit mir und erzählte mir, dass sie ihn mit 5 Monaten ca. 2 Stunden vor der Haustüre vergessen hatte. Ich frage mich selbst, wie das passieren kann aber man kann es auch nicht mehr ändern. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte er bereits 45 Minuten alleine bleiben. Nachdem Ereignisse hatte er Schwierigkeiten + man hat aus schlechten Gewissen und Jobverlust nicht mehr weiter geübt. Das Ergebnis; Er fiept, Jault und zerstört Dinge, wenn man ihn bereits kurze Zeit alleine lässt. Mir war dies von Anfang an bewusst. Sie hat ihn überall mit hin genommen oder jeden Tag wo anders abgegeben. Ich wohne in einem großen Haus, mit Riesen Garten, gemeinsam mit meiner Schwester und ihrer Familie und meine Eltern. Meine Mutter ist jeden Tag Krankheitsbedingt zuhause und die beiden lieben sich schon sehr. Er ist aktuell jeden Tag bei ihr, 6 Stunden bis ich wieder von der Arbeit komme. Für mich ist es auch sehr wichtig, dass er keine 6 Stunden alleine sein muss, auch wenn er das vielleicht irgendwann kann! Mir ist es einfach wichtig, dass wir 1-3 Stunden sicher schaffen, für Termine, Einkäufe, das alltägliche Leben nunmal! Wir haben uns Kameras gekauft, die Räumlichkeiten begrenzt und sind bereits dran, das alleine sein wieder zu üben! Wir schaffen aktuell 5-8 Minuten, was für mich bereits ein Riesen Fortschritt ist! Er liegt/sitzt zwar an der Tür und wartet, legt dort aber den Kopf ab oder legt sich manchmal sogar entspannt seitlich hin. Manchmal hechelt er aber noch in einem normalen Rahmen. Anfangs hat er gefiept, das hat auch nachgelassen. Letztens hat er sogar 25 Minuten! vor der Haustüre geschlafen, während ich vor der Türe mit meinem Schwager gesprochen habe, das war super! Was vielleicht auch wichtig ist zu erwähnen; Er liegt gerne im Flur, dort ist es kühl aber er hat auch viel im Blick. Manchmal wenn ich aus dem Badezimmer komme, liegt er dort, er läuft mir aber nicht überall hinter und kann ohne Problem von sich aus 1-2 Stunden drinnen alleine schlafen, während wir bspw. Auf dem Balkon sitzen. Mir ist bewusst, dass das ein weiter Weg ist daher wollte ich nach euren Erfahrungen fragen, denn 99% von mir sind überzeugt, dass wir das schaffen aber 1% macht sich trotzdem Sorgen. Wir sind auch dabei, Schlüsselreize abzubauen, anfangs ist er bei jedem Tasche anfassen, Schlüsse in die Hand nehmen oder zur Tür laufen aufgesprungen, dies ist auch schon viel besser geworden und er bleibt öfters liegen. Habt ihr denn noch irgendwelche Ideen um es unserer kleinen Rakete einfacher zu machen oder Tipps, was euren Hunde zusätzlich geholfen hat? Denkt ihr, ich sollte nochmals mit einem Hundetrainer daran arbeiten? Ich bin für alle Antworten und Ideen offen! Vielen Dank 🐕
 
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Jochen
Beliebteste Antwort
heute 06:42
Das nenne ich mal eine gut beschriebene Ausgangslage!
Daran sieht man auch, wie hilfreich oft auch das Tagebuchschreiben sein kann, denn du weißt ja im Grunde alles.

9 Wochen sind nicht viel. Zum guten Alleinbleiben gehört Vertrauen und ein Vertrauensaufbau kann je nach Persönlichkeit und Erfahrungen ein langer Prozess sein. Für einen stabilen Bindungsaufbau spricht man von 8+ Monaten.

Es hilft natürlich es ein bisschen einzuordnen, ob es Verlustängste sind oder Kontrollverlust oder schlicht Langweile und Unterforderung? Der Punkt ist aber, dass es in jedem Fall Stress bedeutet.

-Wie ist er draußen, geht er da auch mal aus deinem Sichtfeld, wenn du ihn ließest? Wenn ja, sind es vermutlich eher weniger Verlustängste.
-Der Frust bis hin zur Zerstörung spricht auch eher gegen Ängste.

Aber jetzt bitte nicht sofort die Kontrollettikarte ziehen. Da haben mE. Rütter und Konsorten ganz schön was angerichtet. Möchte nicht wissen wie viele Hunde ignoriert werden, obwohl sie einfach nur sozial sind.
Und wie schizophren, draußen sollen sie sich ständig an dir orientieren und folgen, aber wehe drinnen.

Ähm, ja. Du musst -wie du ja weißt- sehr Kleinschrittig vorgehen. Und bitte niemals falschen Ehrgeiz, der kann alles umgehend wieder zunichte machen. Also im Haus erstmal kurz die Tür kurz zu etc.

Ich bin kein Freund davon den Hund nicht zu verabschieden (Stichwort Vertrauen) und würde das immer positiv konnotieren und dazu noch was Leckeres geben, aber fröhlich und nicht theatralisch. Auch nicht wie die Mutter/Vater, die/der sich in Wahrheit nicht vom Kind trennen kann, das sie/er im Kindergarten abgeben will.

Insgesamt wäre meine Strategie aber hauptsächlich Vertrauensaufbau, angefangen von einfachen Bleibübungen (wie auch beim Deckentraining immer abholen), bis hin dass ihr sicher gemeinsam brenzlige Situationen meistern könnt (wie ist er bei Hundebegegnungen?) und Tricksen hilft auch sehr, dass ihr euch gut kennenlernt und vertraut.

Und dann viel viel gemeinsam Spaß haben, weißt du schon was er richtig klasse findet?
Daraus gemeinsame Beschäftigungen ableiten.

Das war jetzt ein bisschen Konfus, aber ihr schafft das.
 
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Jochen
heute 06:42
Das nenne ich mal eine gut beschriebene Ausgangslage!
Daran sieht man auch, wie hilfreich oft auch das Tagebuchschreiben sein kann, denn du weißt ja im Grunde alles.

9 Wochen sind nicht viel. Zum guten Alleinbleiben gehört Vertrauen und ein Vertrauensaufbau kann je nach Persönlichkeit und Erfahrungen ein langer Prozess sein. Für einen stabilen Bindungsaufbau spricht man von 8+ Monaten.

Es hilft natürlich es ein bisschen einzuordnen, ob es Verlustängste sind oder Kontrollverlust oder schlicht Langweile und Unterforderung? Der Punkt ist aber, dass es in jedem Fall Stress bedeutet.

-Wie ist er draußen, geht er da auch mal aus deinem Sichtfeld, wenn du ihn ließest? Wenn ja, sind es vermutlich eher weniger Verlustängste.
-Der Frust bis hin zur Zerstörung spricht auch eher gegen Ängste.

Aber jetzt bitte nicht sofort die Kontrollettikarte ziehen. Da haben mE. Rütter und Konsorten ganz schön was angerichtet. Möchte nicht wissen wie viele Hunde ignoriert werden, obwohl sie einfach nur sozial sind.
Und wie schizophren, draußen sollen sie sich ständig an dir orientieren und folgen, aber wehe drinnen.

Ähm, ja. Du musst -wie du ja weißt- sehr Kleinschrittig vorgehen. Und bitte niemals falschen Ehrgeiz, der kann alles umgehend wieder zunichte machen. Also im Haus erstmal kurz die Tür kurz zu etc.

Ich bin kein Freund davon den Hund nicht zu verabschieden (Stichwort Vertrauen) und würde das immer positiv konnotieren und dazu noch was Leckeres geben, aber fröhlich und nicht theatralisch. Auch nicht wie die Mutter/Vater, die/der sich in Wahrheit nicht vom Kind trennen kann, das sie/er im Kindergarten abgeben will.

Insgesamt wäre meine Strategie aber hauptsächlich Vertrauensaufbau, angefangen von einfachen Bleibübungen (wie auch beim Deckentraining immer abholen), bis hin dass ihr sicher gemeinsam brenzlige Situationen meistern könnt (wie ist er bei Hundebegegnungen?) und Tricksen hilft auch sehr, dass ihr euch gut kennenlernt und vertraut.

Und dann viel viel gemeinsam Spaß haben, weißt du schon was er richtig klasse findet?
Daraus gemeinsame Beschäftigungen ableiten.

Das war jetzt ein bisschen Konfus, aber ihr schafft das.
 
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The In
heute 07:11
Hast du mal probiert ob ihm Radio oder Musik noch hilft? Bei uns hat das geholfen, weil er dann die anderen Hausgeräusche besser ausblenden konnte und nicht bei jedem Knackgeräusch der Fenster dachte, dass ich gleich durchs Fenster gesprungen komme 😁
Ansonsten liest sich dein Text als wärst du bereits bestens aufgestellt, ihr schafft das 🍀
 
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Ilona
heute 07:19
Wir hatten auch eine Hündin, der allein bleiben sehr schwer fiel. Mittlerweile schafft sie 3 Stunden, was für uns ausreichend ist. Wir haben das allein bleiben erstmal im Haus geübt. Ich bin mal ins Bad gegangen , Tür zu, wieder raus. Nur kurze Sequenzen. Dann mal ins Schlafzimmer, Tür zu, und wieder zurück. Immer mit der Ankündigung: ich bin gleich wieder da. Als ich bei 10 Minuten war, hab ich zur Ankündigung noch ein Sichtzeichen dazu genommen. In unserem Fall eine Vase mit Kunstblumen, die immer an die gleiche Stelle gestellt wird.
Dazu noch Entspannungsmusik, welche ich immer an gemacht habe, wenn sie im entspannten Zustand war. All das zusammen haben wir dann für das Allein bleiben genutzt. Aber erstmal nur im Haus geübt. Bis ich 30 Minuten in einem anderen Zimmer bleiben konnte und sie entspannt im anderen Raum war. Dann haben wir das nach draussen verlegt. Vase auf dem Tisch mit Ankündigung: bin gleich wieder da plus Entspannungsmusik. Dann gegangen. Anfangs alles über Kamera beobachtet. Der Anfang draussen waren auch 5 bis 10 Minuten. Das dann schrittweise erhöht. Aber nicht geradlinig. Mal 10 Minuten, mal nur 5, dann 20 etc. Als wir bei 30 Min. angekommen sind, haben wir grössere Abstände dazu genommen. 45 Minuten, dann 1 Stunde, dann wieder nur 30 min. Alleine. Insgesamt hat es 1 Jahr gebraucht bis wir bei ca 2 Std. Waren. So war unser Weg . Hat bei uns super geklappt.
 
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Marie
heute 07:26
Eigentlich machst du doch alles richtig👍😂
Das wird noch etwas dauern,aber ihr schafft das,ganz sicher.Mit Radio anlassen hat unserem Hund auch geholfen.
Viel Glück 🍀 und Durchhaltevermögen👍
 
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Sebbi
heute 08:24
Geduld😉