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Susanne
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Anzahl der Antworten 27
heute 13:05

Stiftung Warentest - Unterstützung beim Einordnen der Ergebnisse

Liebe Community, Ich möchte gern euren Rat. Ich möchte die Ernährung meines jungen Labrador-Mix auf Adult umstellen und bin auf der Suche nach einem hochwertigen Trockenfutter. Ich habe hier auf Dogorama bereits einiges zum Thema gelesen, bin aber auch auf den aktuellen Test der Stiftung Warentest gestoßen (https://www.test.de/Trockenfutter-Hund-Test-5020107-tabelle/). Testsieger dort: ein Supermarkt-/Drogeriemarktprodukt für einen sehr günstigen Preis. Ich war überrascht und frage mich nun, wie diese Ergebnisse einzuordnen sind. Einige Fachhandelsmarken schneiden ernährungsphysiologisch zwar gleichwertig ab, stehen in anderen Kategorien aber hintenan. Nun meine Bitte: wer hat diesen Test gelesen und kann unterstützen bei der Einordnung der Ergebnisse? - Ist es denkbar, eine optimale Ernährung mit günstigen Produkten aus dem Supermarkt zu gewährleisten? (Ich selbst spüre inneren Widerstand bei dem Gedanken). - Inwieweit sind die Testkriterien aussagekräftig/vertrauenswürdig? - Können die Ergebnisse zuverlässig Orientierung bei der Produktauswahl bieten? Um die Diskussion klar einzugrenzen: Ich suche explizit ein Trockenfutter und möchte keine Diskussion Pro/Contra diese Ernährungsform anstoßen. Ich bin mir außerdem bewusst darüber, dass jeweils einzelne Produkte einer Marke getestet wurden und die jeweiligen Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf andere Produkte derselben Marke übertragbar sind. Sollte es bereits eine Diskussion zu diesem Thema geben, freue ich mich über einen entsprechenden Verweis.
 
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Katrin
8. Jan. 09:31
Das futtert ernährt den Hund, das ist schonmal gut. Alles andere ist individuell unterschiedlich, einer verträgt es, ein anderer nicht. Man kann halt nicht das qualitativ beste Futter erwarten für wenig Geld aber viele Hunde scheinen damit gut klarzukommen und auch alt zu werden.
 
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Sonja
8. Jan. 10:04
Ok dann habe ich mich geirrt und verstehe das praktische Ergebnis nicht. Es ist natürlich nur eine Erfahrung mit 2 Hunden und wissenschaftlich nicht aussagekräftig. Den Geruch und diese Speckigkeit im Fell habe ich allerdings bei einem Besucherhund auch wahrgenomm und da wurde mir ungefragt erzählt, das der Hund Futter aus eine grossen Discounterunternehmen bekommt. Also drei Hunde, aber das heißt ja nicht, dass es alle Hunde betrifft. Vielleicht sind die Futtermischungen inzwischen ja auch anders. Würde mich über aktuelle Erfahrungsberichte freuen.
Genau da hab ich auch irgendwann das Handtuch geworfen - es wird alles mögliche getestet und für toll befunden und doch verwerten es viele Hunde wie den letzten Schund. Passiert aber auch bei teureren Futtern. Ich entscheide mittlerweile nach einer Mischung aus persönlichen Empfehlungen, Bewertungen und eigenem testen. Wir haben ja immer mal wieder was ausprobiert im Laufe der Jahre (hatte keinen besonderen Grund, keiner hat Unverträglichkeiten) und egal bei welchem Futter gab es Töne, wie schlecht es deklariert sei, dass da bestimmt was im Busch ist, dass es zu billig oder zu teuer wäre... Irgendwas war immer. Ich verlasse mich jetzt auf mein Bauchgefühl und wie es meinen Hunden bekommt. Ob im Falle von jetzt Platinum da einer nen Euro zu viel dran verdient oder es nicht wirklich beweisbare angebliche Unklarheiten in der Deklaration gibt ist mir erstmal wurst. Hier funktioniert es im Moment gut und fertig.
 
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Julia 🐾Nero
8. Jan. 10:19
Ok dann habe ich mich geirrt und verstehe das praktische Ergebnis nicht. Es ist natürlich nur eine Erfahrung mit 2 Hunden und wissenschaftlich nicht aussagekräftig. Den Geruch und diese Speckigkeit im Fell habe ich allerdings bei einem Besucherhund auch wahrgenomm und da wurde mir ungefragt erzählt, das der Hund Futter aus eine grossen Discounterunternehmen bekommt. Also drei Hunde, aber das heißt ja nicht, dass es alle Hunde betrifft. Vielleicht sind die Futtermischungen inzwischen ja auch anders. Würde mich über aktuelle Erfahrungsberichte freuen.
Ich vermute, dass das individuelle Darmmikrobiom einfach sehr unterschätzt wird und beeinflusst, was ein Hund gut verträgt und was nicht (Stichwort Kottransplantation bei Menschen und inzwischen auch Hunden).

Unverträglichkeit/Verträglichkeit ist auch im Gegensatz zu einer Futtermittelallergie häufig unspezifisch, inkonstitent und kann auftreten und wieder verschwinden.
Daher wird da auch im Gegensatz zum Verdacht auf Allergie keine Ausschlußdiät, sondern einfach ein Futterwechsel empfohlen.

Das ist die alte Geschichte von Hund A verträgt Platinum und Bosch nicht und Hund B verträgt Bosch und Platinum nicht. Wieso weiß man nicht und wird es vermutlich nie wissen. Und manche Hunde vertragen Aldi und eine teuere Marke nicht und es gibt Hund die vertragen einfach alles, was man ihnen hinstellt.

Stiftung Warentest kann dir nur sagen, ob das Futter ernährungsphysiologisch gut ist und ob Schadstoffe enthalten sind. Es kann dir nicht sagen, ob dein individueller Hund es gut vertragen wird.

Wir haben schon einiges probiert und landen immer wieder bei Wolfsblut, weil Nero einfach kein anderes Futter so gut verträgt.
Dabei gibt es Hunderte und Tausende Hunde, die genau Wolfsblut gar nicht vertragen.
Und abschneiden tut es in der Regel auch nicht besonders gut.
 
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Julia 🐾Nero
8. Jan. 10:21
Das futtert ernährt den Hund, das ist schonmal gut. Alles andere ist individuell unterschiedlich, einer verträgt es, ein anderer nicht. Man kann halt nicht das qualitativ beste Futter erwarten für wenig Geld aber viele Hunde scheinen damit gut klarzukommen und auch alt zu werden.
Was ist den Qualität, wenn es um Futter geht?
Das scheint ein undefinierter bzw stark subjektiv geprägter Begriff zu sein.
 
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Katrin
8. Jan. 10:29
Was ist den Qualität, wenn es um Futter geht? Das scheint ein undefinierter bzw stark subjektiv geprägter Begriff zu sein.
Qualität was die Zutaten angeht bezüglich der Verwertung. Durch Zusätze kann man rein theoretisch auch aus Schuhsohlen eine bedarfsdeckende Mahlzeit zaubern, gesund wäre das dann trotzdem nicht. Bei extrem günstigen Futter muss man schon schauen warum es so günstig ist. Liegt es daran das extreme Mengen produziert werden, wenig bis keine Gelder für Werbung investiert werden muss oder halt an den Zutaten die vielleicht weniger hochwertig für den Hund sind usw. Letztendlich entscheidet aber doch der Hund darüber. Das beste Futter bringt nix wenn der Hund es nicht frisst oder verträgt.
 
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Julia 🐾Nero
8. Jan. 10:37
Qualität was die Zutaten angeht bezüglich der Verwertung. Durch Zusätze kann man rein theoretisch auch aus Schuhsohlen eine bedarfsdeckende Mahlzeit zaubern, gesund wäre das dann trotzdem nicht. Bei extrem günstigen Futter muss man schon schauen warum es so günstig ist. Liegt es daran das extreme Mengen produziert werden, wenig bis keine Gelder für Werbung investiert werden muss oder halt an den Zutaten die vielleicht weniger hochwertig für den Hund sind usw. Letztendlich entscheidet aber doch der Hund darüber. Das beste Futter bringt nix wenn der Hund es nicht frisst oder verträgt.
Ich glaube ein bedarfsdeckendes Futter aus Schuhsohlen wäre in der Produktion teurer, als einfach Schlachtabfälle, Eintagskücken oder Fleisch zu nehmen, dass bei uns unbeliebt ist (ich weiß natürlich, dass das Schuhsohlen Beispiel von dir ein übertriebene Metapher für schlechte Zutaten und nicht wirklich für Sohlen steht).

Hab ne Doku zur Herstellung von Büffelmozarella gesehen und war sehr erstaunt, dass Büffel wohl als Fleisch unbeliebt ist und das meiste in Hundefutter verarbeitet wird.

Vielleicht gibt es gar keine große Verschwörung der Discounter, die aus Schuhsohlen Futter machen. Sondern bestimmtes Fleisch und bestimmte Tiere sind einfach wenig bis gar nichts wert (siehe Eintagskücken).

Auf Abfallprodukte, von denen gerne behauptet wird, sie würden in Discounterfutter landen, Haare, Borsten, Horn usw wird ja auch untersucht.
Und auch da wäre denkbar, dass diese Abfälle aufzuschließen und verwertbar zu machen mehr Aufwand und Kosten verursachen würde, als ungewolltes Fleisch zu nehmen. Was kostet so eine Legehenne am Ende ihrer "Karriere"?
 
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Marc
8. Jan. 15:24
Hi, ich hatte damals auf Platinum umgestellt, ging auch 6 Monate gut, danach kam vermehrt Durchfall. Lag an dem sehr hohen Fleischgehalt, was nicht immer gut ist.
Danach und bis heute füttere ich Hills Prescription Diet J/D Joint Care und seitdem gab es keinen Dünnschiss, kein Erbrechen und die Rollen sind gut zu entfernen. Füttere das jetzt schon lange und immer top.
 
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Katrin
8. Jan. 16:05
Ich glaube ein bedarfsdeckendes Futter aus Schuhsohlen wäre in der Produktion teurer, als einfach Schlachtabfälle, Eintagskücken oder Fleisch zu nehmen, dass bei uns unbeliebt ist (ich weiß natürlich, dass das Schuhsohlen Beispiel von dir ein übertriebene Metapher für schlechte Zutaten und nicht wirklich für Sohlen steht). Hab ne Doku zur Herstellung von Büffelmozarella gesehen und war sehr erstaunt, dass Büffel wohl als Fleisch unbeliebt ist und das meiste in Hundefutter verarbeitet wird. Vielleicht gibt es gar keine große Verschwörung der Discounter, die aus Schuhsohlen Futter machen. Sondern bestimmtes Fleisch und bestimmte Tiere sind einfach wenig bis gar nichts wert (siehe Eintagskücken). Auf Abfallprodukte, von denen gerne behauptet wird, sie würden in Discounterfutter landen, Haare, Borsten, Horn usw wird ja auch untersucht. Und auch da wäre denkbar, dass diese Abfälle aufzuschließen und verwertbar zu machen mehr Aufwand und Kosten verursachen würde, als ungewolltes Fleisch zu nehmen. Was kostet so eine Legehenne am Ende ihrer "Karriere"?
Da hast du mich jetzt falsch verstanden. Gemeint ist das ich aus Zutaten die für den Hund kaum Nährwert haben bzw schlechter verdaulich sind durchaus durch Zusätze ein Futter kreieren kann das den Bedarf deckt. Das im günstigen Hundefutter selten hochwertige und teure Produkte/Zutaten enthalten sind dürfte nicht überraschen. Letztendlich will jeder Hersteller Geld verdienen und möglichst günstig produzieren. Ich persönlich spreche sehr ungern von Abfallprodukten in der Tierverwertung und hätte auch kein Problem damit Federn und Hühnerfüßen plus Krallen im Futter. Schließlich gibt es ja die Hühnerfüße auch ab und an als Snack. Es geht schlicht darum das günstiges Futter oftmals aus Zutaten besteht die weniger nährstoffreich oder schwerer verdaulich sind. Sei es Zucker, ein hoher Bindegewebeanteil usw.
 
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Julia 🐾Nero
8. Jan. 17:50
Da hast du mich jetzt falsch verstanden. Gemeint ist das ich aus Zutaten die für den Hund kaum Nährwert haben bzw schlechter verdaulich sind durchaus durch Zusätze ein Futter kreieren kann das den Bedarf deckt. Das im günstigen Hundefutter selten hochwertige und teure Produkte/Zutaten enthalten sind dürfte nicht überraschen. Letztendlich will jeder Hersteller Geld verdienen und möglichst günstig produzieren. Ich persönlich spreche sehr ungern von Abfallprodukten in der Tierverwertung und hätte auch kein Problem damit Federn und Hühnerfüßen plus Krallen im Futter. Schließlich gibt es ja die Hühnerfüße auch ab und an als Snack. Es geht schlicht darum das günstiges Futter oftmals aus Zutaten besteht die weniger nährstoffreich oder schwerer verdaulich sind. Sei es Zucker, ein hoher Bindegewebeanteil usw.
Doch ich habe dich schon richtig verstanden.

Ich entgegne nur, dass es sich gar nicht lohnen würde schlechte Zutaten zu nehmen, um zu sparen und diese dann in aufwändigen Verfahren aufzubereiten, verwertbar zu machen und mit einem Haufen Zusätzen zu versetzen, damit am Ende ein vernünftiges Gesamtprodukt herauskommt. Weil "gute" Zutaten nicht so viel kosten, wie man sich gerne einredet oder wünscht.

Zuckergehalt und Verdaulichkeit hat Stiftung Warentest doch auch geprüft.

Entweder Discounter stellen Chemiezauberer ein, die aus Scheiße Gold machen und auch noch so, dass es in Laboranalysen nicht auffällt. Oder die Zutaten sind einfach gar nicht schlecht.

Dass keine teuren Zutaten drin sind ist klar. Aber teuer ist nicht gleich gut und gut ist nicht gleich teuer. Sicher ist Lama teuer. Deswegen gibt es in günstigem Futter auch Geflügel.

Ich sage niemandem, dass er günstiges Futter kaufen soll. Aber die Verschwörungstheorien sind einfach nicht haltbar und dass die Discounter dann noch Stiftung Warentest bezahlen, wie manche glauben, damit ihr Futter gute Bewertungen bekommt ist ein bisschen verrückt.

Wird nicht in Landliebe und Ja die gleiche Milch abgefüllt? Da gab es doch mal ein bekanntes Beispiel für den Qualitätsunterschied zwischen Discounter und Marke, der gar nicht existierte.

Marken verkaufen oft nicht unbedingt Qualität, sondern das Gefühl für Qualität.
 
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Ulrike
8. Jan. 19:01
Ich vermute, dass das individuelle Darmmikrobiom einfach sehr unterschätzt wird und beeinflusst, was ein Hund gut verträgt und was nicht (Stichwort Kottransplantation bei Menschen und inzwischen auch Hunden). Unverträglichkeit/Verträglichkeit ist auch im Gegensatz zu einer Futtermittelallergie häufig unspezifisch, inkonstitent und kann auftreten und wieder verschwinden. Daher wird da auch im Gegensatz zum Verdacht auf Allergie keine Ausschlußdiät, sondern einfach ein Futterwechsel empfohlen. Das ist die alte Geschichte von Hund A verträgt Platinum und Bosch nicht und Hund B verträgt Bosch und Platinum nicht. Wieso weiß man nicht und wird es vermutlich nie wissen. Und manche Hunde vertragen Aldi und eine teuere Marke nicht und es gibt Hund die vertragen einfach alles, was man ihnen hinstellt. Stiftung Warentest kann dir nur sagen, ob das Futter ernährungsphysiologisch gut ist und ob Schadstoffe enthalten sind. Es kann dir nicht sagen, ob dein individueller Hund es gut vertragen wird. Wir haben schon einiges probiert und landen immer wieder bei Wolfsblut, weil Nero einfach kein anderes Futter so gut verträgt. Dabei gibt es Hunderte und Tausende Hunde, die genau Wolfsblut gar nicht vertragen. Und abschneiden tut es in der Regel auch nicht besonders gut.
Dann bleibt wohl wirklich nur ausprobieren.