Rüde aus dem Tierschutz - frisst phasenweise gar nicht mehr
Hallo zusammen,
ich hoffe, jemand hat noch eine Idee, denn ich bin langsam wirklich ratlos.
Ich habe einen unkastrierten Rüden aus dem Tierschutz, den ich mit etwa sechs Monaten übernommen habe. Anfangs war er extrem unkompliziert, was Futter anging. Er hat alles gefressen egal welche Marke, egal ob Trockenfutter oder Leckerchen. Zu der Zeit ist auch sein Bruder bei Bekannten eingezogen, der von Anfang an sehr wählerisch war. Ich war ehrlich gesagt froh, dass meiner dieses Problem nicht hatte.
Mit zunehmendem Alter hat sich das leider geändert. Er wurde immer mäkeliger..Das Futter wurde langsamer gefressen, manchmal über den Tag verteilt, irgendwann dann auch gar nicht mehr. Inzwischen ist er drei Jahre alt und wir wissen wirklich nicht mehr weiter.
Ich habe sehr viele Futtersorten ausprobiert (wir füttern Trockenfutter) unterschiedliche Marken, Sorten mit Soßen- oder Mantelung, Futter für besonders wählerische Hunde, Allergikerfutter, leicht verdauliches Futter usw. Das Muster ist immer gleich: Neues Futter wird 2–3 Wochen gut gefressen, danach bleibt es wieder stehen.
Gesundheitlich ist laut Tierarzt alles unauffällig. Kein Erbrechen, kein Durchfall, der Kot ist normal, regelmäßig und gut geformt. Er ist fit, aktiv, hat eine gute Figur (nicht zu dünn, nicht zu dick). Der Tierarzt konnte bisher nichts feststellen.
Besonders morgens ist die Futterverweigerung extrem. Ich stelle ihm den Napf hin, er schaut einmal kurz rein und geht direkt weg – fast so, als würde ihn das Futter anekeln. Abends frisst er tendenziell besser: In etwa 9 von 10 Fällen frisst er dann direkt. Allerdings nur, wenn er morgens schon etwas gefressen hat. Wenn er morgens nichts frisst, kann es passieren, dass er 36–48 Stunden komplett nichts zu sich nimmt.
Leckerlis (natürlich nur die „besonderen“, die er wirklich mag) nimmt er jederzeit problemlos. Auch am Tisch wird nach menschlichem Essen sehr überzeugend gebettelt.
Ich habe schon einiges versucht:
• Morgens erst eine intensive Aktivität (langer Spaziergang, Fahrradtour, Toben mit anderen Hunden), um den Hunger anzuregen
• Futter aufwerten mit Frischkäse, Joghurt, später Kokosöl oder Lachsöl
→ Das hat jeweils eine Zeit lang funktioniert, dann wurde das Futter nur noch aussortiert oder komplett stehen gelassen.
• Haferschleim am Abend, in der Hoffnung, dass er dadurch morgens mehr Appetit hat (Stichwort Magensäure/Sodbrennen)
→ Hat weder morgens noch nach ein paar Tagen abends funktioniert.
• Verschiedene Magen-Darm-Pulver und Kräuter
→ Kaum ins Futter zu bekommen und ohne erkennbare Wirkung auf den Appetit.
Natürlich kenne ich den Spruch „Ein Hund verhungert nicht vor vollem Napf“. Trotzdem habe ich dabei einfach kein gutes Gefühl, wenn er regelmäßig so lange Phasen gar nichts frisst, vor allem, weil wir recht aktiv sind und viel unterwegs sind. Mit komplett leerem Magen Sport und Bewegung zu machen, fühlt sich für mich einfach nicht richtig an.
Ich habe auch schon darüber nachgedacht, dauerhaft auf Nassfutter oder frisch gekochtes/geliefertes Futter umzusteigen. Allerdings habe ich die starke Vermutung, dass sich das gleiche Muster wiederholen würde – so wie es auch bei allen Toppings (Joghurt, Öl usw.) der Fall war.
Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich noch tun kann, damit er regelmäßig frisst.
Vielleicht kennt jemand dieses Verhalten oder hat noch eine Idee, an die ich bisher nicht gedacht habe.
Vielen Dank fürs Lesen!