Erstmal Herzlichen Glückwunsch :)
Mir wurde mal von einem Hundetrainer gesagt, dass es 5-6 Wochen dauern kann, bis der Hund "angekommen" und dann auch "richtig" frisst. Bei der Hündin meiner Freundin war das tatsächlich so.
Ich kann die Sorge verstehen! Würde aber trotzdem weiterhin das Futter anbieten und nach 20 min. weg und zur nächsten Mahlzeit wieder. Natürlich nur, wenn du denkst körperlich ist sonst alles ok.
Dass er gerade nicht richtig frisst, ist absolut verständlich – seine ganze Welt steht schließlich gerade Kopf.
Zu dem Rat mit den 5 bis 6 Wochen zum „Ankommen“: Das halte ich ehrlich gesagt für einen gefährlichen Irrtum. Nach sechs Wochen hat ein Hund vielleicht den groben Tagesablauf kapiert, aber er ist noch lange nicht angekommen.
Wir reden hier von einem fast zweijährigen Hund, der aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wurde – da sollte man eher in vielen Monaten denken, bis die Seele wirklich stabil ist.
Dass er schlecht frisst, ist ein klassisches Symptom für diesen massiven Stress. Er ist innerlich noch im Ausnahmezustand. Deshalb halte ich auch nichts davon, jetzt mit der Stoppuhr zu arbeiten und das Futter nach 20 Minuten wegzuziehen. Das erzeugt bei einem ohnehin verunsicherten Hund nur noch mehr Druck.
Nimm den Stress für euch beide raus. Gib ihm Zeit und Ruhe. Manchmal hilft es, das Futter mit etwas lauwarmem Wasser oder einem Klecks Hüttenkäse schmackhafter zu machen.
Er muss erst einmal spüren, dass er bei dir sicher ist – das Vertrauen ist im Moment viel wichtiger als ein perfektes Fressverhalten.