Huhu 🤗
Ich verstehe deinen Gedanken total und hab mich bis vor kurzem auch damit befasst, hab mich allerdings schweren Herzens doch gegen Barf entschieden.
Vorgeschichte:
Buddy bekam vorher TroFu, wir haben auf Nassfutter umgestellt.
Der Grund hierfür, Buddy hatte oft Schluckauf und öfter bei Bewegung erbrochen auch wenn die Fütterung Stunden her war und er kurz vor der nächsten Mahlzeit stand. Ich hatte das Gefühl, dass ihm TroFu zu schwer im Magen lag und er Sodbrennen/Bauchweh hatte. Abgesehen davon hat er es nur sehr widerwillig oder auch gar nicht gefressen..
Den Wechsel auf Nassfutter mussten wir langsam über mehrere Mahlzeiten anpassen. Auch wenn er das Nassfutter bereits kannte war die Umstellung anfangs zu hart und er bekam einen schmerzhaften Blähbauch, die Darmflora war durch.
Alle paar Tage mussten wir das alte Futter
im Verhältnis anpassen und haben ein Pulver für Magen-Darm (Aktiv-Bakterien) hinzugefügt. Wenn seine Kacki's gut ausgesehen haben, wurde am nächsten Tag um 10 gr TroFu verringert.
Buddy ist sehr empfindlich, bei anderen Hunden geht das vielleicht einfacher.
Meine Entscheidung gegen Barf für Buddy:
Barf ist vollkommen roh, wenn was schief geht ist mir die Salmonellen Gefahr zu riskant.
Wenn man das nicht täglich frisch zubereitet sondern für 4 Wochen beispielsweise vorbereiten möchte, benötigt man viiiiel Platz in der Tiefkühltruhe oder eine separate.
Wir machen super gern Urlaub mit Buddy, aber dann müsste das Futter entweder im Urlaub eingekauft und täglich frisch/roh oder eine Woche im Voraus zubereitet und entsprechend zuverlässig gekühlt werden.
Alternative, man muss das rohe Fleisch gekühlt ggf Stunden transportieren, im Idealfall bleibt es gefroren und im Urlaubsort hat man eine Tiefkühltruhe die einem zur Verfügung gestellt wird bsp Ferienhaus.
Wir wollen auch mal mit Zelt reisen und nicht immer in ein Ferienhaus.
Zelte/Autos heizen schnell auf und die Kühltruhe im Zelt ist mir nicht sicher genug und eben kein Tiefkühler.
Für mich persönlich ist Barf umständlich..
Oft heißt es: Barf ist gesünder und günstiger! Das trifft bei mir nicht zu.
Ebenso sagen viele Barfer:
Der Hund braucht für alle Nährstoffe Abwechslungsreiche Proteinquellen.
Ich sehe das skeptisch, im Fall einer Allergiebildung hat man kaum noch oder gar keine Alternativen..
Und auch wenn Barf für gesund steht heißt es nicht, dass die Hunde allergiefrei bleiben.
Ich denke insgesamt 4 Proteinquellen durch Hauptfutter und Leckerlis sind in Ordnung.
Außerdem hat es mich abgeschreckt, meinen Hund ständig neu ausrechnen und anpassen zu müssen und zu hoffen, dass alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis stehen.
"Barf-Berater" kosten in der Regel Geld und sind tatsächlich auch nicht präzise..
Man kann schnell so einiges falsch machen.
Folgen von Mängeln können schwer zu beheben sein. Ich bin mir auch nicht sicher, wie schnell man sich als "Experte/spezialist" schimpfen darf..
Es gibt Barf-Online Shops die das kostenlos bei Anmeldung ausrechnen, wäre da aber ganz vorsichtig.. Jeder will ausschließlich seine Produkte verkaufen, die würden einem alles als vollwertig verkaufen.
Im Übrigen haben viele Barf-Berater auch wieder unterschiedliche Meinungen..
Ich bin mir sicher, du wirst hierzu super unterschiedliche Antworten bekommen.
Meine aktuelle Lösung ist folgende:
Ich habe mich mit dem Thema auseinandergesetzt und viel Zeit im Kölle Zoo verbracht, sämtliche Inhaltstoffe von Nassfutter Marken/Sorten durchgelesen.
Ich habe mich für eins entschieden, welche auch im Fressnapf und Online erhältlich ist und welche seine bekannten Proteinquellen enthält, in meinem Fall Lachs und Huhn mit hohem Fleischanteil, möglichst transparente weitere Inhalte, ohne Getreide/künstliche Zusätze.
(Mir war wichtig, dass es sein Futter möglichst überall zu kaufen gibt. Ich hatte schon das Dilemma bei einem Wochenendtrip zu TroFu Zeiten, dass sich eine Ratte durch die Packung gefressen hat.. Buddy ging nicht mehr dran/ich wollte das nicht mehr füttern - fand darin exkremente- und bekam sein Futter aber nirgends.. Katastrophe.)
Buddy bekommt ab und an frisch gekochtes Hühnerfleisch, Hühnermagen, selten Leber, paar Blaubeeren, ein Röschen Brokkoli, bisschen Sellerie, Chiasamen (vorher gequollen) und ein gekochtes Wachtelei mit zerkleinerter Schale in sein Futter. Ich hab auch Lachsöl zu Hause, allerdings nutze ich das weniger, da sein Futter bereits Lachs enthält. Manchmal bekommt er von mir einen TL natürliches Kokosöl.
Ich nutze ein gutes Nassfutter als Basis und peppe es ab und zu auf. (Wenn es aufgepeppt wird, kommt logischerweise weniger Nassfutter)
So fehlt es ihm an nichts und ich kann variieren.
Bei Nassfutter reicht es wenn man dem Hund ab und zu mit einem Fingerling die Zähne putzt. Nassfutter bleibt schneller an den Zähnen kleben und bildet Zahnstein.
Bei uns funktioniert das bisher echt super!
Gestern hat er ein Stück Banane genießen dürfen. In Maßen gesund zu viel gibt Verstopfung.
Ich habe meine Tierärztin um Rat gebeten und sie sagte:
"never change a running system"
Überleg dir womit du dich wohlfühlst und was dein Hund gut verträgt. Hier streiten sich die Geister.
Grüße, Michelle🤗