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Verfasser
Alex
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 13
zuletzt 7. Aug.

Chuck musste über die Regenbogenbrücke

Hallo liebe Community, Das wird ein bisschen länger... Mein bester Freund Chuck ist gestern über die Regenbogenbrücke gegangen und es zerreißt mir mein Herz und meine Seele. In 2 Monaten wärst du 15 Jahre alt geworden. Bis Anfang des Jahres war noch alles okay - so schien es. Aber du hattest wohl schon Symptome, die wir falsch gedeutet und aufs Alter geschoben hatten (zittern und Maulgeruch). Wegen dem Maulgeruch warst du damals in einer Klinik. Es wurden einige Zähne gezogen und einige saniert. Danach war der Geruch Geschichte und das Zittern auch. Ich bin beruflich viel im Ausland, und du musstest manchmal für mehrere Wochen bei meiner Mutter leben. Letzte Woche Donnerstag kam dann eine Nachricht von meinem Vater (meine Eltern leben getrennt), dass du mit meiner Mutter Gassi warst und sehr schlecht aussahst. Am nächsten Tag bin ich direkt zu dir gereist. Und war total erschrocken! Du warst so sehr abgemagert, wackelig auf den Beinen, hattest wieder sehr strengen Maulgeruch, und eine trockene verkrustete Nase. Außerdem sagte meine Mutter, dass du seit Tagen an Durchfall leiden würdest. Es tut mir so leid, dass du so krank warst und keine Hilfe bekommen hast. Ich habe dich direkt mitgenommen und bei deinem Tierarzt angerufen. Dieser hatte noch Urlaub und an eine Notfallpraxis verwiesen. Auch dort hat man dir leider nicht die Hilfe bieten können, die du gebraucht hättest. Du hast etwas gegen Übelkeit und Schmerzen bekommen. Zuhause hast du noch gefressen und draußen eine kleine Runde durch den Park gemacht...du warst sehr langsam und schwach. Am Sonntag verschlechterte sich dein Zustand. Du hattest sehr flüssigen Durchfall und Erbrechen. Du hattest dich wohl geschämt und dich in dein Körbchen verkrochen. Ich habe dich sauber gemacht und dich zu mir aufs Sofa gelegt. Du wurdest zunehmend schwächer und schläfriger. Auch fressen wolltest du nicht mehr so viel. Die Nacht hast du dann an meiner Seite durchgeschlafen. Am Montag sind wir direkt zum Tierarzt, der aus dem Urlaub zurück war. Der sagte, dass meine Mutter vor 3 Monaten schon einmal da war mit dir. Es wurde Blut abgenommen. Die Nierenwerte waren nicht sehr gut damals. Von all dem wusste ich nichts! Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich das hörte. Die Tierärztin meinte, man könne nun nicht mehr viel für dich tun und ich solle mich gedanklich darauf vorbereiten, dich einschläfern zu lassen. Man hatte meiner Mutter damals wohl gesagt, dass du ein Nierenleiden hättest. Ich habe daraufhin meine Mutter zur Rede gestellt. Sie sagte, dass die Tierärztin ihr gesagt hätte, sie solle einfach so weitermachen wie bisher. Was ich nicht glaube und auch als Tierarzt wäre so etwas unverantwortlich. Wäre ich doch bloß öfter zuhause gewesen. Hätte ich das gewusst, hätte ich mir frei genommen und dir die Hilfe gegeben, die du schon damals gebraucht hättest. So eine schlimme Diagnose hatte ich nicht erwartet. Ich dachte du hättest schwere Magen- und Darmprobleme und der Maulgeruch aufgrund von erneuten Zahnproblemen. Wir habe danach am gleichen Tag einen Termin in einer Tierklinik bekommen. Dort wurdest du von Kopf bis Fuß untersucht. Die Diagnose: CNI Stadium 4, Blasenentzündung, Anämie. Wir wollten versuchen dich aufzupäppeln um dir ein paar gute Wochen geben zu können. Du hättest in deinem Lieblingswald spazierengehen können...an den See im Wasser planschen, was du so geliebt hast im Sommer. Wir haben Medis mitbekommen. Ich war guter Hoffnung es in den Griff zu bekommen und dir ein paar schöne Wochen zu schenken. Noch in derselben Nacht hattest du zweimal sehr starken Durchfall. Du hast neben mir auf dem Sofa geschlafen und ich habe dein Pfötchen gehalten...die ganze Nacht. Du hast mich dann in einem kurzen Moment mit so einem klaren Blick angeschaut als wolltest du mir etwas sagen. Ich habe gespürt, dass du dich verabschieden wolltest. Am nächsten Tag wollte ich dir wieder die Medis geben. Aber du bist an dein Napf gegangen und hast nur hinein gestarrt und es nicht angerührt. Auch selbstgekochtes, dass du immer gerne gefressen hast, wolltest du nicht. Schwankend bist du durch die Wohnung gelaufen, bist stehen geblieben und hast einfach ins Leere gestarrt. Man musste dich regelrecht "wachrütteln", um eine Reaktion zu bekommen. Ich habe dich auf deinen Lieblingsplatz gelegt und das erste Mal so richtig geweint. Du bist direkt in einen tiefen Schlaf gefallen und fingst an zu zittern. Ich habe wieder die Tierklinik angerufen. Man könne nichts mehr tun, da du das fressen verweigerst und so nur leiden würdest. Ich sehe dich leiden und wünschte so sehr, dass ich mit den Fingern schnippen könnte und alles wieder gut wäre. Sie haben mir am Telefon erklärt, dass ich dich für 5 Tage in der Klinik lassen könnte, um mit einer Infusion die Beschwerden zu lindern, aber das wäre nur von kurzer Dauer - wahrscheinlich nur einige Tage. Ich war nervlich total am Ende. Du hast schon so sehr gelitten, das wollte ich dir nicht antun. Du hast mir gezeigt, dass du bereit bist zu gehen - nur ich war es vorher wohl noch nicht. Du hattest Urämie im Endstadium, nach der Infusion hätte dein Körper direkt wieder angefangen sich selbst zu vergiften. Am Nachmittag konnte ich dich vorbeibringen. Ich habe dich in deine Lieblibgsdecke gewickelt und dich eine Runde durch den Wald getragen, in dem du gerne spazieren gegangen bist. Du konntest die Natur schnuppern, den Wind spüren. Laufen konntest du nicht mehr. Du warst so schwach und in einigen Momenten auch irgendwie nicht mehr richtig "anwesend". Im Auto bist du dann unterwegs wieder direkt in einen tiefen Schlaf gefallen. Ich bin dann zur Klinik gefahren. Du bst ganz friedlich in meinen Armen eingeschlafen. Das war der härteste Tag in meinem Leben! Dich so zu sehen, wie dein Köpfchen langsam schwerer wurde. Ich habe dort noch eine Stunde mit dir verbracht als du schon gegangen warst. Habe dein Köpfchen gestreichelt und dir einen dicken Schmatzer gegeben. Du sahst so friedlich aus. Als würdest du schlafen, nur dass du nun nie wieder aufwachen wirst. Nächste Woche kann ich dich abholen, dann bist du wieder zuhause. Du kannst zurück auf deinen Lieblingsplatz! Ich mache mir nun so große Vorwürfe! Habe ich dich zu lange leiden lassen, oder hätte ich der Infusion zustimmen sollen? Vielleicht hätte sich dein Zustand doch noch wie ein Wunder verbessert. Ich hätte letzte Woche direkt in die Klinik fahren sollen, anstatt in die Praxis. Ich habe zu lange gewartet! Ich hätte dich niemals meiner Mutter überlassen sollen! Ich hätte die ersten Symptome ernster nehmen sollen! Du fehlst mir so sehr, alles in der Wohnung habe ich unverändert gelassen. Ich bring es nicht übers Herz dein Körbchen, deinen Fressnapf und deine Lieblingsdecke wegzuräumen. Du bist mein bester Freund Chuck!
 
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Susanne
11. Juli 08:15
Vielen Dank für die lieben Worte! Wie lange habt ihr gebraucht, um wieder einigermaßen im Alltag klar zu kommen? Ich schaffe momentan nichts. Habe seit Tagen nichts gegessen. Ich sitze hier auf dem Sofa mit dem leeren Platz neben mir, auf dem Chuck immer lag, und muss nur weinen. Tut mir leid, dass ich mit meiner Geschichte bei euch alte Wunden aufreiße 😔
Es dauert, so lange es dauert. Und es gibt gute und schlechte Momente.
Alles ist o.k., was und wie lange Du fühlst und trauerst, ein Freund ist gegangen.

Es muss Dir nichts leid tun.
Du hast nicht nur alte Wunden aufgerissen, Du hast auch viele wunderschöne Momente wieder aufleben lassen, einzigartige Bilder und Erinnerungen!

Ach, es tut mir so leid für Dich!
 
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Nadine
7. Aug. 22:53
Es tut mir sehr leid. Weiß man, ob die Blasenentzündung mit ein Auslöser für die schlechten Nierenwerte waren, also ob die daran beteiligt war? Ich vermute bei meiner Hündin auch eine B
Versteckte Infektion die die Organe zum Kippen brachte... ich frage mich auch ob wir Infusionen und Antibiotika versuchen hätten sollen und das so schnell wie möglich, als es ihr noch besser ging.. wir können es aber nocht mehr ändern. Du hast in bester Absicht gehandelt und dein Text zeigt wie sehr du ihn geliebt hast und liebst. Hier bleiben ihre Sachen auch hängen. Alles Gute 🕯
 
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Annett
7. Aug. 23:28
Vielen Dank für die lieben Worte! Wie lange habt ihr gebraucht, um wieder einigermaßen im Alltag klar zu kommen? Ich schaffe momentan nichts. Habe seit Tagen nichts gegessen. Ich sitze hier auf dem Sofa mit dem leeren Platz neben mir, auf dem Chuck immer lag, und muss nur weinen. Tut mir leid, dass ich mit meiner Geschichte bei euch alte Wunden aufreiße 😔
Ich kann das so sehr nachfühlen, wie es dir geht. Ich musste meinen Seelenhund Mailo auch Ostern gehen lassen und war völlig fertig. Wir sind noch einmal mit ihm Wohnmobil gefahren. Das hat er immer geliebt und in seinem Fahrradanhänger konnte er auch noch wie früher überall mit hin und hat es noch einmal genossen. Weil er dann auch nicht mehr fressen und trinken wollte, haben wir abgebrochen und sind nach Hause gefahren.🥲🥲 Wir waren zu dritt bei ihm, als er ganz ruhig eingeschlafen ist. 🕯️🌈🕯️ Ich habe ziemlich schnell gespürt, dass mir ein neuer Hund vielleicht helfen könnte, hatte aber ein schrecklich schlechtes Gewissen gegenüber Mailo, so schnell an einen neuen Hund zu denken. Gleichzeitig ist mir ohne Hund die Decke auf den Kopf gefallen. Wir sind am nächsten Tag nach dem Einschläfern noch einmal mit dem Wohnmobil von zu Hause geflohen, weil wir es dort ohne ihn nicht ausgehalten haben.🥲🙈Meine Söhne und einige andere haben mir zugeredet, dass das mit dem schlechten Gewissen Quatsch wäre und Mailo auch nicht zurückbringt. Dann hat mir eine Bekannte empfohlen, mal das Testament eines Hundes im Internet zu lesen. Beim Lesen habe ich wieder Rotz und Wasser geheult, aber dann war das schlechte Gewissen weg. Ich habe es genau 3 Wochen ohne Hund ausgehalten und seit dem 1. Mai ist Mila aus Rumänien bei mir. Ich habe sie gerettet und sie rettet mich jeden Tag von neuem. 🥰 Seit sie hier ist, ist es Schritt für Schritt immer erträglicher geworden. Ich heule nicht mehr so oft und wenn, ist es schneller wieder vorbei. Es war tatsächlich, als ob Mailo sie mir geschickt hat, damit ich nicht mehr so traurig bin und mich um sie kümmere. Ich bin mir inzwischen sicher, dass er damit einverstanden wäre. Er war auch ein Tierschutzhund aus der Slowakei und wusste ganz genau, wie es ohne Zuhause ist. Am gleichen Tag, als wir seine Urne aus dem Rosengarten nach Hause geholt haben, kam die Zusage für Mila. Sie hat das gleiche Stummelschwänzchen wie Mailo und das gleiche Geburtsdatum, wie mein jüngerer Sohn. Ich bin zwar überhaupt nicht abergläubisch, aber es war irgendwie, wie Vorsehung. Vielleicht hilft dir dieses Testament ja auch.