Spaziergänge mit dem Hund – für viele das Highlight des Tages. 🚶♀️🐕 Damit Bello dabei möglichst viel schnüffeln und entdecken kann, greifen viele Hundehalter:innen zur Rollleine (oft auch „Flexi-Leine“ genannt). Schließlich ermöglicht sie mehr Bewegungsfreiheit, ohne dass der Hund komplett von der Leine muss – klingt doch praktisch, oder? 😊
Doch wie so oft im Leben gilt auch hier: Was auf den ersten Blick genial erscheint, bringt bei genauerem Hinsehen so manche Tücke mit sich. Die Meinungen zur Rollleine gehen deshalb weit auseinander – von „nie wieder ohne!“ bis hin zu „die sollten verboten werden!“.
In diesem Artikel schauen wir uns an, was wirklich hinter der umstrittenen Leine steckt: Welche Vorteile bietet sie? Wo lauern Risiken? Und für wen (und wann) kann sie vielleicht doch eine gute Wahl sein? 🧐
Eine Rollleine besteht aus einem Kunststoffgriff, in dem sich eine Leine – meist ein dünnes Seil oder Gurtband – auf einer Spule befindet. Durch einen Federmechanismus wird die Leine automatisch auf- und abgerollt. Mit einer Bremstaste kann der Hundehalter die Länge der Leine kontrollieren und bei Bedarf feststellen. Rollleinen sind in verschiedenen Längen erhältlich, typischerweise zwischen 3 und 10 Metern.
Die Rollleine ermöglicht dem Hund, einen größeren Radius zu erkunden, was besonders in offenen, sicheren Umgebungen von Vorteil ist. Dies kann dem natürlichen Erkundungsdrang des Hundes entgegenkommen und für mehr Auslastung sorgen.
Durch den automatischen Aufrollmechanismus schleift die Leine nicht auf dem Boden, was besonders bei schlechtem Wetter angenehm ist. Zudem entfällt das manuelle Nachfassen der Leine.
Mit der Bremstaste kann der Halter die Leinenlänge individuell anpassen und bei Bedarf schnell reagieren, um den Hund zu stoppen oder heranzuholen.
Da die Rollleine stets unter leichter Spannung steht, lernt der Hund, dass Ziehen zum Erfolg führt. Dies kann das Training der Leinenführigkeit erheblich erschweren.
Dünne Seile können bei plötzlichen Bewegungen Schnittverletzungen verursachen, wenn sie sich um Körperteile von Mensch oder Tier wickeln. Auch das abrupte Stoppen der Leine kann für den Hund schmerzhaft sein, insbesondere wenn die Leine am Halsband befestigt ist.
In belebten oder unübersichtlichen Umgebungen kann der verlängerte Radius der Rollleine zu gefährlichen Situationen führen, etwa wenn der Hund plötzlich auf die Straße läuft oder andere Passanten erschreckt.
Wie bei jedem mechanischen Gerät kann es auch bei Rollleinen zu Defekten kommen, etwa wenn die Bremse versagt oder die Leine reißt. Dies kann in kritischen Momenten zu Kontrollverlust führen.
Fällt die Rollleine aus Versehen auf den Boden, kann das laute Geräusch nicht nur den Hund erschrecken – viele Hunde geraten in Panik und laufen los. Besonders gefährlich: Die Leine „verfolgt“ den Hund beim Davonrennen, was die Angst noch verstärkt und schlimmstenfalls zu einem Unfall führen kann. 😔
Experten empfehlen, die Rollleine erst einzusetzen, wenn der Hund eine solide Leinenführigkeit beherrscht. So kann vermieden werden, dass der Hund unerwünschtes Verhalten wie Ziehen an der Leine verinnerlicht. Alternativ kann eine Schleppleine verwendet werden, die dem Hund ebenfalls mehr Bewegungsfreiheit bietet, jedoch ohne die Nachteile der Rollleine.
Die Rollleine kann ein nützliches Hilfsmittel sein, wenn sie verantwortungsvoll und in geeigneten Situationen eingesetzt wird. Sie bietet dem Hund mehr Freiheit und dem Halter Komfort. Allerdings sollten die potenziellen Risiken und Nachteile nicht unterschätzt werden. Ein bewusster Umgang und eine fundierte Ausbildung des Hundes sind entscheidend für einen sicheren Einsatz der Rollleine.
Quellen: Martin Rütter: Die Flexileine – Freiheit für Hund und Halter?, Talenthund: Flexileinen – die Schattenseiten der vermeintlichen Freiheit, DOGsTV: Flexileine für Hunde – Fluch oder Segen für Hundehalter?, Petbook: „Die sollten verboten werden!“ Darum sind Rollleinen so umstritten