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Der Hundeführerschein kommt!

Immer wieder wird vom sogenannten Hundeführerschein gesprochen. Doch was genau ist das überhaupt? Dieser Hundeführerschein ist ein Befähigungsnachweis, welcher den Hundehaltern attestiert, dass sie sich intensiv mit Hunden und deren Bedürfnissen und vor allem der Haltung und Erziehung befasst haben. Doch sollte das nicht ohnehin jeder zukünftige Hundebesitzer im Vorfeld machen, und muss man dafür einen Nachweis haben? Mit dem Hundeführerschein wird ebenfalls bestätigt, dass der Hundehalter seinen Vierbeiner unter Kontrolle hat und dieser gehorsam ist.
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Inhalt: Der Hundeführerschein kommt!

Natürlich ist auch dies wichtig, wenn Hunde keine Gefahr für andere Tiere und Menschen sind und ein absolut ausgeglichenes Wesen haben. In vielen Ländern ist dieser Hundeführerschein auch tatsächlich Pflicht – wenn auch nur für bestimmte Rassen, die als besonders „schwierig“, „gefährlich“ oder „intensiv“ gelten. Nun aber ist es so, dass in Baden-Württemberg generell ein Hundeführerschein eingeführt werden soll. Wie, warum und wer diese Idee in die Welt gesetzt hat, möchten wir in diesem Beitrag etwas genauer beleuchten.

Kommt der Hundeführerschein für Baden-Württemberg?

Die Landesregierung Baden-Württembergs, bestehend aus der Grünen Partei und der CDU, haben sich in ihrem neuen Koalitionsvertrag darauf geeinigt, einen neuen Hundeführerschein einzuführen. Dieser soll verpflichtend für alle Hundebesitzer gelten. Die Parteien begründeten diesen Beschluss damit, dass die Zahl der Beiß-Attacken zu hoch wäre und mit dieser Maßnahme die Vorfälle mit Hunden garantiert drastisch minimiert werden könnten.

In einigen anderen Ländern ist es bereits Pflicht und Baden-Württemberg will nun mit dem Hundeführerschein ebenfalls nachziehen. Tierschützer und Hundeexperten sehen dies durch die Bank positiv, während Hundehalter dieser zukünftigen Pflicht mit gemischten Gefühlen gegenüber stehen dürften.

Tierschützer, Hundeschulen und Experten befürworten diese Entscheidung und begründen dies auch sehr einleuchtend. Viele Menschen legten sich gerade auch in Zeiten von Corona einen kleinen, niedlichen Welpen zu, ohne sich wirklich mit der Materie Hund beschäftigt zu haben. Viele Hundehalter wissen nicht über die besonderen Bedürfnisse ihrer Rasse Bescheid und haben auch keine Ahnung, welche spezifischen Charakterzüge und Eigenschaften die Hunderassen aufweisen. Sie sehen lediglich die niedlichen, tollpatschigen Welpen und freuen sich über einen treuen, vierbeinigen Begleiter und Spielkameraden.

So kommt es dazu, dass viele Hunde, nicht nur kleine Hunderassen, ausschließlich in viel zu kleinen Wohnungen oder absolut nicht artgerecht gehalten werden. Die Vierbeiner werden nicht sozialisiert und reagieren dementsprechend verwirrt bei plötzlichem Kontakt mit anderen Hunden oder Menschen. So entstehen Beißvorfälle.

Nicht zu Unrecht heißt es, dass das Problem oft an der anderen Seite der Leine und nicht an der bellenden Seite zu finden ist. Die Hunde sind schuldlos daran, wenn sie nicht oder falsch erzogen wurden. Daher ist ein Hundeführerschein in diesen Fällen garantiert nicht die schlechteste Idee. Vor allem könnte dies das Leben vieler Vierbeiner erleichtern, die dadurch ein besseres und artgerechteres Leben führen dürfen. Zudem fühlen sich Hunde wohler, die ausgelastet und mental gefestigt sind.

Immer mehr Hundehalter in Baden-Württemberg

In letzter Zeit häufen sich auch wieder die Verkäufe der illegalen Welpen-Mafia, die vorwiegend aus dem Osten Europas kommt. Auch in Deutschland selbst gibt es immer mehr vermeintliche „Hobby-Züchter“, die in der Vermehrung von Hunden eine lukrative Einnahmequelle sehen.

Dadurch werden nicht nur die Hunde in unseren Haushalten immer mehr. Am Ende des Tages, meist vor der Urlaubssaison, vor den Feiertagen, sobald die Hunde ausgewachsen sind oder sich erste Probleme zeigen, landen diese Vierbeiner im Tierheim, werden abgegeben oder im schlimmsten Fall sogar ausgesetzt.

Doch wie kann in diesem Fall ein Hundeführerschein positiv dagegen wirken? Diese Frage ist leicht beantwortet. Müssen sich zukünftige Hundehalter intensiv mit der Hundehaltung an sich und mit der Erziehung befassen, und kostet dies zudem zusätzlich Geld, so würden mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Menschen besser überlegen, ob und welchen Vierbeiner sie sich zulegen möchten.

Alleine anhand der Hundesteuer lässt sich nachweisen, wie rasant die Anzahl der Hundehalter im Lande gestiegen ist. Waren es 2019 46,2 Millionen Euro, so wurden 2020 bereits 48 Millionen Euro mit der Hundesteuer eingenommen. Hier muss zusätzlich noch eine beachtliche Dunkelziffer mit einberechnet werden.

Wie sehen die Kosten für den Hundeführerschein aus?

Geplant sind fünf Praxisstunden mit einer Länge von je 90 Minuten und drei Einheiten Theorie mit einer Länge von je 150 Minuten. Bei diesen Unterrichtsstunden sollen vor allem Themen wie Haltung und Pflege behandelt werden. Auch das Verhalten von Mensch und Tier beim Gassi gehen, mit und ohne Leine, werden während der Praxisstunden genau unter die Lupe genommen.

Diese Schulung sollte rund 200 Euro kosten und auch eine zusätzliche Gebühr für die Prüfung wird dazu fällig. Die Prüfung selbst wird von einem zertifizierten Tierarzt abgenommen.

Während viele Hundehalter nicht nur bei den Kosten, sondern auch bei den Anforderungen schlucken, ist es manchen noch viel zu wenig. Zur Zeit wird das tierische Verhalten beim Freilauf noch nicht bewertet. Das Verhalten der Hunde wird zwar im Zertifikat vermerkt, hat jedoch auf die Beurteilung keinerlei Auswirkung. Die Koalition möchte auch dies noch in den Vertrag miteinbeziehen.

Ebenfalls wurde kritisiert, dass Halter besonders gefährlicher Tiere wie Schlangen noch keinen Sachkundenachweis vorbringen müssen. Auch für diese Tierhalter möchte man einen verpflichtenden Nachweis beschließen. Reptilienbesitzer sollten lernen, wie man mit diesen Tieren umgeht, diese hält und pflegt und in besonderen Situationen am besten reagiert.

Der Hundeführerschein zu Gunsten der Tiere

In manchen Ländern ist es bereits seit einem Jahrzehnt verpflichtend, dass sämtliche Hunde, von Dackel bis Dobermann, mit einem elektronischen Chip versehen werden müssen und auch eine Haftpflichtversicherung für Bello und Co abgeschlossen werden muss.

Auch wenn dies für Hundehalter zusätzliche Kosten bedeutet, so kann es unterm Strich günstiger für alle werden. Stell dir vor, es kommt zu einem Zwischenfall zwischen deinem Hund und einem anderen. Dein Hund wird schwer verletzt und benötigt eine teure ärztliche Versorgung. In diesem Fall bist du dankbar, wenn diese von einer Versicherung abgedeckt ist.

Leider kommt es in der heutigen Zeit auch unter Hundehaltern zu einer Art „Fahrerflucht“. Aus Angst vor hohen Kosten und Restriktionen verschwinden Herrchen und Frauchen schnell mit ihren Hunden, wenn diese einen anderen angegriffen haben. Zu deiner Sorge um deinen geliebten Vierbeiner kommen nun auch der Ärger und die unverschuldete finanzielle Belastung.

Diese Punkte könnten mit einem Hundeführerschein und einer verpflichtenden elektronischen Registrierung inklusive Versicherung aus der Welt geschaffen werden. Diese verpflichtende Registrierung mittels Chip hätte auch Vorteile, wenn dein Hund abhanden gekommen ist. Auch würden sich vielleicht viele überforderte Hundehalter eine andere Möglichkeit überlegen, anstatt ihren Vierbeiner einfach auszusetzen.

Fazit: Hundeführerschein

Auch wenn du im ersten Moment denkst, dass es sich beim Hundeführerschein um eine zusätzliche Belastung und mühsame Auflage handelt, unterm Strich könnte dies für die Allgemeinheit eine sinnvolle Lösung sein.

Bislang gelten nur wenige Rassen als „gefährlich“. In Zukunft sollten Hundebesitzer aller Rassen für einen Hundeführerschein verpflichtet werden. Vom Chihuahua und Dackel, über den Mops bis hin zur Dogge könnten alle Vierbeiner davon profitieren. Bis jetzt gelten lediglich Rassen wie American Staffordshire Terrier, Bullterrier oder Pit Bull Terrier als besonders gefährlich und aggressiv.

Es sollte jedoch damit begonnen werden, den Hundeführerschein nicht als Bestrafung und Belastung, sondern als positive und sinnvolle Schulung für alle Hundehalter zu sehen. Auch dein Hund könnte davon profitieren. Vielleicht wird auch für dich das Zusammenleben mit deinem Vierbeiner plötzlich einfacher, weil du während der Schulung wertvolle Tipps und Tricks erfährst, wie du besser auf deinen vierbeinigen Begleiter eingehen kannst.

Der Hundeführerschein kann für eine noch engere und vertrautere Verbindung zwischen dir und deinem Haustier sorgen. Dein Hund wird bei Hundekontakten in Zukunft garantiert weniger gestresst sein, wenn er gelernt hat, sozial verträglicher zu sein. Ein Hundeführerschein kann somit eine durchaus positive Auflage sein, sowohl für den Mensch, als auch für das Tier.

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1 Kommentar

  1. Es verursacht nur kosten!!! Jeder Hundebesitzer kann sich über Haltung und Erziehung schlau machen, die die es nicht tun haben mit dem hundeführerschein dann die erzwungene Information zu lernen aber ob sie es auch immer umsetzen ist doch sehr fraglich. Disziplin Auslauf und Liebe sollte selbstverständlich sein. Für mich sieht es eher so aus das man zu der Hundesteuer der Haftpflicht nun noch zusätzliche Kosten auf einen Hundehalter drückt, auf das noch weniger Hunde vermittelt werden. Was hält man von pferdesteuer oder kleinstbootsteuer ,steuer für Radfahrer oder Fahrradführerschein da viele die Straßenverkehrsordnung nicht beachten, aber bitte nicht immer auf die Hundehalter. Wenn Mensch und Hund auffällig werden und zur Schulung geschickt werden dann ist es notwendig, aber nicht pauschal alle als unfähig abstempeln .


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