Wir haben eine intakte Hündin (8.5 Jahre alt) und einen intakten Rüden (6.5 Jahre alt). Unsere Hündin war knapp 2 Jahre als unser Rüde als Welpe einzog.
Ich habe, bereits bevor er zum Junghund mutierte und seinen Sexualtrieb entdeckte, mit ihm einen "Sicherheitsanker" aufgebaut. Das bedeutet, sobald ihm etwas zu viel wird, kommt er zu mir. Als unsere Hündin läufig wurde, hat er das dankend angenommen und konnte in meiner Nähe runterfahren. Sicherlich ist ein gut aufgebautes und zuverlässiges Abbruchsignal Pflicht.
Wir lassen beide so lange zusammen, bis unsere Hündin in ihre Stehtage kommt. Solange unser Rüde in ihrer Nähe sein darf, bleibt er einigermaßen entspannt. Dann zeigt er auch eine sehr gute Impulskontrolle. Die Stehtage werden dann allerdings etwas "härter", da unsere Hündin ihn dann auch an sich ranlassen würde. Wenn es für ihn zu hart wurde (als Junghund) bin ich mit ihm auf Seminare gefahren. Mal raus aus dem guten Geruch und rein in eine neue Situation.
Aus Sicherheitsgründen schlafen wir auch getrennt. Unsere Hündin bei meinem Mann und unser Rüde bei mir. Unsere Hündin lässt sich mit ihren Stehtagen Zeit (ca. 10 Tage). Bis zum 7. Tag kann er mittlerweile wirklich gut damit umgehen. Die letzten 3 Tage werden schwer.
Wir haben uns ei beiden gegen eine Kastration entschieden. Eine Kastration ist nicht rückgängig zu machen. Dem Gegenüber stehen 2 mal im Jahr ein paar "härtere" Tage gegenüber, was aber der Natur eines Hundes entspricht. Rüden können lernen mit ihrem Sexualtrieb umzugehen, vorausgesetzt, dass man das mit ihnen trainiert (Impulskontrolle, Frusttoleranz, Akzeptanz) und auch im Alltag darauf achtet, dass der Rüde den Hündinnen insgesamt gegenüber höflich bleibt (nicht aufdringlich wird), also nicht nur während der Läufigkeit.
Die Junghundphase kann Geduld und gute Nerven fordern. Darüber muss man sich im Klaren sein. Doch mit Verständnis und Training wird es immer besser. So war es bei uns. Jetzt sind es noch 3 Tage zwei mal im Jahr, in denen wir entscheiden, ob ich dann mal mit ihm eine Auszeit nehme 😉.
Die Beobachtung kann ich auch so bei uns so bestätigen. Standhitze dauert bei Emma etwa 7-10 Tage. Sam zeigt aber erst in den letzten 3-4 Tagen reales Interesse, obwohl sie sich ihm(fremden Rüden gegenüber gar nicht) schon früher anbietet, ihn aber dann doch verscheucht, wenn er es mal kurz versucht.
Tatsächlich geht die meiste Initiative von ihr aus. Je länger in der Standhitze,desto aufdringlicher wird sie ihm gegenüber. Spielt in dauernd an, läuft ihm hinterher, rammelt ihn und stellt sich vor ihn. Irgendwann , wie gesagt, letzte 3-4 Tage, lässt er sich dann auch darauf ein und sie es zu.
Da die beiden durch die Vasektomie ja "der Natur freien Lauf" lassen können, ist danach meist für ein ganzen Tag, oder auch zwei Tage, komplette Ruhe. Also genauso entspannt, wie ich mir das eigentlich vorgestellt habe.