Die Sache mit der Eifersucht kenne ich auch. Mittlerweile bin ich aber soweit zu denken, dass es für die Hunde besser ist, wenn sie auch bei anderen Menschen gut klar kommen und eine gute Beziehung aufbauen. Man weiß ja nie, was noch kommt.
Und zur Bindung selbst. Ich weiß nicht, ob du auf die Experimente von Bowlby anspielst. Da war es ja tatsächlich so, dass die sicher gebundenen Kinder bei Trennung starke Reaktionen (z.B. Weinen) gezeigt haben, sich bei der Wiederkehr der Bindungsperson aber entsprechend beruhigen ließen und die Nähe wieder annehmen konnten.
Aber da geht es um kleine Kinder, nicht Erwachsene.
Eifersucht ist ja auch ein sehr schambehaftetes Gefühl, das man sich selber oft nicht eingestehen will.
Dabei ist es auch legitim und wenn man es erkennt, kann man auch besser damit umgehen.
Eine kleine Korrektur: Ja Kinder mit sicherer Bindung reagieren erst mal traurig (weinen) bei Trennung, aber eben *kurz* und sie lassen sich in Abwesenheit der Bezugsperson schnell beruhigen. Dann freuen sie sich, wenn die Bezugsperson zurückkommt. Sie zeigen angemessene Emotionen bei Trennung, können sich aber in Abwesenheit der Bezugsperson regulieren und finden zur Exploration zurück. Sie zeigen eine bessere Trennungsbewältigung, was natürlich nicht bedeutet, dass sie gar nicht reagieren.
So wie die meisten Hunde erst mal beim Sitter aufgeregt sind und mal bellen, wenn die Tür zugeht und Frauchen oder Herrchen dahinter verschwinden.
Ich bin eigentlich auch kein Fan von Kinder und Hunde Vergleichen, da Nana aber selber angesprochen hat, dass sie keine Kinder hat und von einer "Adoption" des Hundes schreibt, dachte ich, dass es anschaulicher für sie ist.
Du hast Recht, Hunde sind keine Kinder, Erwachsene sind keine Kinder. Allerdings erkennt man durchaus Parallelen in Beziehungen zwischen Hunden und Menschen und auch zwischen erwachsenen Menschen. Ich denke die meisten haben schon klammernde Freunde oder Partner kennengelernt und das hat nichts mit besonders tiefer oder enger Bindung zu tun, sondern mit Stress und Unsicherheit, dass räumliche Trennung zum Freund oder Partner zu Kontrollverlust und letztendlich Verlust der Freundschaft/Partnerschaft führt.
Wohingegen man seine besten Freunde oft wochenlang nicht sieht und sich nicht einmal den Gedanken macht, sie könnten einen plötzlich doch nicht mehr mögen. Weil das eine sichere, stabile Verbundenheit ist, die keine permanente physische Nähe erfodert.
Wobei man immer beachten muss, dass wir in diesem konkreten Fall nicht von der Trennungsbewältigung des Hundes, sondern des Menschen sprechen.