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Julia 🐾Nero
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zuletzt 22. Juni

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Elke
20. Juni 09:04
Und ich verlinke mal das heutige Baumann-Video, Besitzerin hat Fundhund aus Serbien 4 Jahre lang, weil er ihr leid tat mit seiner Vergangenheit, nur betüddelt und permissiv erzogen. U.a. auch interessant wegen Körperhaltung.

https://youtu.be/hFR6LZxrjvM?is=15CscdGC2toesurI
 
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Frank
20. Juni 09:58
Na ja, ich glaube, die Frage meinte Alois ein bissi provokant. Wenn Yuki ja nach 2-3 Runden nicht mehr will, gefällt ihr Hoopers vlt. gar nicht, aber Christa 😊. Richtig, Alois?
Bin ziemlich davon überzeugt dass im Hundesport in der Regel den Hunden eher entscheidend ist wie man das ihnen schmackhaft macht.
Zudem reichen 3 Runden der gleichen Übung auch locker aus, mehr braucht es nicht am Tag, maximal 2x/Woche.
Hat man einen gewissen Ehrgeiz (-->Turniersport) hat man eben zu akzeptieren dass der evtl. nicht zum eigenen Hund passt wenn sonst Stimmung und Kommunikation ok sind.

Baja hat nach drei, vier Runden der gleichen Übung auch keine große Lust mehr. Da breche ich lieber ab bevor das deutlich wird

Oft belasse ich es von vorne herein bei max. 3 Durchgängen. Dann ist bischen Spielen und immer(!) eine Pause angesagt.
Danach ein anderer Übungsparcuor.

"Verkaufen, schmackhaft machen," ist wieder so ein Stimmungsding.
Entsteht beim Halter innerer Druck, versaut man dem Hund die Freude an der Sache.
Weiß ich auch aus eigener Erfahrung, Baja hat mir das paarmal sehr deutlich gezeigt.


LG 🌻
 
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Alois
20. Juni 10:36
Bin ziemlich davon überzeugt dass im Hundesport in der Regel den Hunden eher entscheidend ist wie man das ihnen schmackhaft macht. Zudem reichen 3 Runden der gleichen Übung auch locker aus, mehr braucht es nicht am Tag, maximal 2x/Woche. Hat man einen gewissen Ehrgeiz (-->Turniersport) hat man eben zu akzeptieren dass der evtl. nicht zum eigenen Hund passt wenn sonst Stimmung und Kommunikation ok sind. Baja hat nach drei, vier Runden der gleichen Übung auch keine große Lust mehr. Da breche ich lieber ab bevor das deutlich wird Oft belasse ich es von vorne herein bei max. 3 Durchgängen. Dann ist bischen Spielen und immer(!) eine Pause angesagt. Danach ein anderer Übungsparcuor. "Verkaufen, schmackhaft machen," ist wieder so ein Stimmungsding. Entsteht beim Halter innerer Druck, versaut man dem Hund die Freude an der Sache. Weiß ich auch aus eigener Erfahrung, Baja hat mir das paarmal sehr deutlich gezeigt. LG 🌻
Wenn es dem Hund und dem Halter Spaß macht ist das voll in Ordnung 🙂
Dann bedarf es aber auch keiner übermäßigen Motivation durch Stimmungsübertragung!
Am schönste finde ich es wenn man die intrinsische Motivation des Hundes erkennen kann, und auch auf diese eingeht!🙂
Das ist ein entgegenkommen, das der Hund auch zu würdigen weis🙂
 
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Frank
20. Juni 11:58
Wenn es dem Hund und dem Halter Spaß macht ist das voll in Ordnung 🙂 Dann bedarf es aber auch keiner übermäßigen Motivation durch Stimmungsübertragung! Am schönste finde ich es wenn man die intrinsische Motivation des Hundes erkennen kann, und auch auf diese eingeht!🙂 Das ist ein entgegenkommen, das der Hund auch zu würdigen weis🙂
Ich stimme dir allgemein gerne zu.

Stimmungsübertragung jedoch findet (sofort oder einschleichend) in der Regel immer statt. Ob wir wollen oder nicht. Das ist u.a. eines der eigentlichen Probleme in vielen Mensch-Hund-Beziehungen und ist in diesem Thread eines der zentralen Themen in meinen Augen.
Deswegen reite ich ja so darauf herum 😁
Unser Job ist es die Stimmung entsprechend zu modulieren, da muss man nicht immer jubelnd herum hüpfen. Mache ich auch nicht, aber schon wenn ich Hundine wirklich helfen sollte wenn z.B. Blockaden auftauchen die ich oder irgendwelche Ereignisse (womöglich in einer Vorgeschichte) verursacht habe.

Also manchmal tut's halt Not wenn der Hund oder Hundehalter oder beide zusammen in "womöglich essentielle" Schwierigkeiten geraten sind 🌻
 
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Kirsten
21. Juni 07:14
Hab mal weiter zu der Person gestöbert - sehr interessant ☺️ https://www.dogtalking-susanne-last.eu/
Danke fürs ergänzen. Hintergründe zu der Dame kannte ich zuvor nicht.

Ich empfand das Video als inhaltlich interessant und lese sehr gerne auch Beiträge von Sofa Dogs (dem Kommentator), die sich häufig damit befassen, wie der Hund nachhaltig lernt eigennützig sein System zu stabilisieren, während gleichzeitig auch beleuchtet wird, wie der Mensch (un-)beabsichtigt einwirkt. Das läd mich immer wieder zum Reflektieren meines eigenen Verhaltens in Alltagssituationen ein, besonders im Bezug darauf, ob ich Mira durch meine eigenen Aktionen hindere, sich zu regulieren, ohne das ich aus dieser Erkenntnis handlungsunfähig werden muss. Die Beiträge beleuchten den Aspekt von sozialem Referenzieren des Hundes am Menschen und anderen Hunden und welche Einflüsse er auf die Lernhistorie des Hundes hat, was ich insbesondere im Hinblick auf Führungskonzepte interessant finde.
(-> Beispielsweise: Was lernt der Hund gerade darüber mit, was die Situation im Menschen auslöst)

Sie zeigen gleichzeitig auch, wie mächtig es ist, wenn der Hund in ähnlicher emotionaler Lage bereits Erfahrungen gesammelt hat, die sein System stabilisieren, gleichzeitig auch, wie der Mensch seinem Hund Zugang zu diesen Erfahrungen ermöglichen kann, wenn sie gerade nicht präsent sind.

Mich laden sie jedenfalls immer wieder zu Nachdenken ein. Das schätze ich sehr.
 
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M.
21. Juni 08:01
Wie hast du denn das Vertrauen aufgebaut? Nero ist schon auch selbstständig und entscheidet selber. Das ist soweit ich Informationem zur Rasse finden kann auch ein Zuchtziel. Im Gegensatz zum deutschen Schäferhund sollte der osteuropäische Schäferhund selbstständig Gefahren einschätzen und handeln, anstatt auf Kommando zu warten. Wenn ein Kommando kommt sollte er natürlich trotzdem folgen, aber die Orientierung ist nicht so auf den Hundeführer ausgelegt, wie es beim deutschen Exemplar der Fall ist und der Hund bietet sich nicht an. Zudem wurden Härte und ein eher geschlossenes, defensives Wesen bevorzugt, während der deutsche Schäferhund ein offenes Wesen haben sollte. Aber gut, das ist soweit die Theorie.
Hallo Julia,
ich bin kein Profi in der Hundeerziehung. Bei meinem Appenzeller Sennenhund (Hütte-Treib- Schutz-Wach-Hund), bei dem die Sturheit und Selbstentscheidung sehr stark ausgeprägt sind, ist mir die Erziehung
auf die, unten beschriebene Art, gut gelungen🙂.

Das Vertrauen habe ich auf unterschiedliche Art und Weise aufgebaut.
Generell habe ich mit einer positiven Verstärkung gearbeitet und (auch, wenn es seltsam klingt) mit der humanen Psychologie. Dabei habe ich unsere Sprache angewendet.
Ich dachte, wenn die Hunde gleich intelligent sind, wie unsere Kinder mit 2-3 Jahren, dann können wir
ihnen das zutrauen.
Gesprochen habe ich in verkürzten Sätzen, möglichst ohne Fälle. Sobald die Wörter sich dadurch komplett anders anhörten, habe ich diese dann als Nomen benutzt. 🙈

Dazu den Rest:
1) Die Körpersprache meines Hundes habe ich erlernt und beobachtet.
Auch, wenn ein Hund sich nur hinsetzt, hat das, je nach Situation, eine bestimmte Bedeutung und er will dir damit etwas mitteilen.

2) Routine und klare Strukturen (feste Zeiten zum Essen, Spielen, Ruhen, zum Gassi gehen). = Ein wenig Berechenbarkeit. Damit der Hund weißt, wann er zu Ruhe kommen kann und sich selbst ,,mit organisieren" kann.

3) Konsequent sein und Grenzen setzen.
Wenn ich ihm etwas nicht erlaube, dann bleibe ich dabei. Was er heute generell nicht darf, darf er morgen auch nicht.
Ich habe aber nie nur Verbote erteilt, sondern ihm auch eine Alternative geboten, vor allem dann, wenn er nicht aufgeben wollte. Nach dem Motto, je größer (für ihn) der Verzicht, desto besser und interessanter musste (für ihn) mein Angebot sein.

4) Sicherheit gegeben, wenn er sie brauchte.
Das habe ich regelmäßig in unsere Gassi-Runden eingebaut. Am Anfang ist sehr wichtig, dass du nur das wählst, womit du IMMER und zu 100% Erfolg haben kannst.
Ein Beispiel:
Wenn meiner Angst vor einem herunter gefallen Ast hatte, dann habe ich von ihm verlangt, dass er sich abseits hinsetzt (nicht zu weit) und da wartet. Dann bin ich (selbstsicher, mit der entsprechenden Körperhaltung) zu dem Ast gegangen und habe ihn demonstrativ zur Seite geschoben. Dadurch hat mein Hund gesehen, dass ICH das FÜR IHN geregelt habe. Es waren immer die kleine Dinge. Man braucht dafür ein bisschen Kreativität und man muss das regelmäßig üben. Zuerst müsste man dafür die Hundekommunikation/bzw. ihre Körpersprache lernen, damit man seinen Hund, in jeder Situation richtig deuten kann.
Am Anfang ist es wichtig, der Gefahr auszuweichen, die man nicht zu 100% selber regeln kann. Auch das Ausweichen an sich, zählt zu dem, was man ,,Sicherheit geben " nennt. Das muss zur richtigen Zeit passieren, noch bevor der Hund ,,sich überlegt", wie er die Situation regeln soll.
Sobald dein Hund merkt, dass du seine Gefahren aus dem Weg räumst, wird er dir in diesem Punkt vertrauen. Jedesmal ein Stückchen mehr.

5) Ich habe meinem Hund regelmäßig erlaubt, selbst Entscheidungen zu treffen, die für mich nicht maßgeblich waren (z.B. die Lauf-Richtung b. Gassi, etc.).
Meiner freut sich immer noch, wenn er die Richtung bestimmen darf.

6) Die Gassi-Runden spielerisch gestalten.
Ich habe ihm regelmäßig etwas interessantes geboten (nicht das, was mir Spaß machte,
sondern das, was er gerne gemacht hat).

7) Seine Bedürfnisse respektieren, das Versprechen halten, etc.
Ich weiß nicht, wie es b.d. anderen Hunden ist, aber meiner merkt sich einiges.
z.B. wenn ich ihm verspreche, dass wir am nächsten Tag seine Leckerli's a.d. Keller holen werden, dann wird er mich am nächsten Tag daran erinnern selbst, wenn ich es vergesse, in dem er sich, im vorbeilaufen vor die Kellertür setzt und nicht weiter geht.
Das erinnert mich an das, was du auch beschrieben hast, wenn dein Hund sich, mitten a.d. Weg hinsetzt und nicht weiter gehen will. Vllt . will er dir damit etwas sagen? Du muss nur herausfinden was.

8) Den Hund auch mal gewinnen lassen.
Meiner mochte immer schon Zerr-Spiele (und es hat bei uns keinen Jagtinstinkt gefördert, wie manchmal es behauptet wird). Ich lasse ihn oft gewinnen (für sein Ego), aber zwischendurch zerre ich ihn, samt dem Spielzeug durch die Gegend, damit er meine Kraft zu spüren bekommt. Ich denke, dass es für die Hunde wichtig ist, weil der Rudelführer, aus der Hunde-Sicht, muss stark genug sein.

9) Das Spielen mit den Artgenossen, oder Zeit mit ihnen zu verbringen war für meinen Hund immer sehr wichtig. Deswegen habe ich das sehr stark unterstützt und für die H.-Kontakte gesorgt.

10) Ich habe fast tägl. (kurze Zeit) mich nur mit ihm beschäftigt (außer den Gassi-Runden). Wir haben dabei entweder Trick's gelernt, die alten wiederholt, oder einfach nur gespielt.

Das ist das, was mir eingefallen ist. Damit das Ganze gut funktioniert, muss man die Umgebung und den Hund ständig und genau beobachten. Wenn ich mit meinem Hund unterwegs bin, beschäftige ich mich mit nichts anderem.
Mein Handy bleibt in der Tasche. Ich genieße die Umgebung und beobachte alles.
Insgesamt Pflege ich einen respektvollen Umgang mit meinem Hund. Einen Befehl-Ton gibt es auch mal, aber nur dann, wenn er, zum 1000-Mal versucht seinen Dickkopf durchzusetzen. Ein Dickkopf bleibt halt ein Dickkopf 🤷‍♀️.

Vllt. kannst du etwas davon gebrauchen und es hilft euch.

LG, M&P 🐕
 
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SandrA
21. Juni 08:19
Danke fürs ergänzen. Hintergründe zu der Dame kannte ich zuvor nicht. Ich empfand das Video als inhaltlich interessant und lese sehr gerne auch Beiträge von Sofa Dogs (dem Kommentator), die sich häufig damit befassen, wie der Hund nachhaltig lernt eigennützig sein System zu stabilisieren, während gleichzeitig auch beleuchtet wird, wie der Mensch (un-)beabsichtigt einwirkt. Das läd mich immer wieder zum Reflektieren meines eigenen Verhaltens in Alltagssituationen ein, besonders im Bezug darauf, ob ich Mira durch meine eigenen Aktionen hindere, sich zu regulieren, ohne das ich aus dieser Erkenntnis handlungsunfähig werden muss. Die Beiträge beleuchten den Aspekt von sozialem Referenzieren des Hundes am Menschen und anderen Hunden und welche Einflüsse er auf die Lernhistorie des Hundes hat, was ich insbesondere im Hinblick auf Führungskonzepte interessant finde. (-> Beispielsweise: Was lernt der Hund gerade darüber mit, was die Situation im Menschen auslöst) Sie zeigen gleichzeitig auch, wie mächtig es ist, wenn der Hund in ähnlicher emotionaler Lage bereits Erfahrungen gesammelt hat, die sein System stabilisieren, gleichzeitig auch, wie der Mensch seinem Hund Zugang zu diesen Erfahrungen ermöglichen kann, wenn sie gerade nicht präsent sind. Mich laden sie jedenfalls immer wieder zu Nachdenken ein. Das schätze ich sehr.
Ich habe mich in einigen Gedanken von Susanne Last tatsächlich wiedergefunden und finde das gerade sehr spannend. Ich habe mir schon einige ihrer digitalen Beiträge angeschaut und ich würde jetzt nicht jede Schlussfolgerung übernehmen, aber sie erweitern meinen Blick auf meine eigenen Hunde und werfen neue Fragen auf.☺️

Deine Gedanken zum sozialen Referenzieren teile ich ebenfalls.
Und die Frage, was mein Hund darüber mitlernt, was eine Situation IN MIR auslöst, finde ich sehr interessant.

Ich arbeite inzwischen schon sehr daran, dass nicht nur meine Hunde ihr Verhalten verändern sollen, sondern vor allem ich meine eigene Haltung in bestimmten Situationen. Und das wiederum hat Einfluss darauf, wie sie die Situation bewerten.
Wenn Neo bei Hundebegegnungen langsamer wird, schaut und ich darauf reagiere, scheint sich das wirklich fühlbar positiv auszuwirken.

Bei Ivy lande ich immer wieder beim Thema Co-Regulation. Da ist für mich gerade weniger die Frage, wie ich Verhalten beeinflusse, sondern wie ich ihr helfen kann, wieder in die Regulation zu kommen.

Sie wurde operiert und gefühlt ist sie im Moment wieder in dem Zustand, in dem sie bei ihrem Einzug war. Seit gestern darf sie wieder kurze Runden laufen und wir hatten direkt wieder hysterisches Geplärre, in die Leine springen und einen kompletten Overload wegen eines Hundes auf 20 Meter Entfernung.🫩

Das zeigt für mich aber auch, wie sehr Verhalten mit vom aktuellen körperlichen/emotionalen Zustand abhängt. Gerade denke ich nicht als Erstes an Training oder Gehorsam, sondern eben an Regulation.
 
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M.
21. Juni 09:52
In den Zoo würde ich auch nicht gehen. Aber es gibt häufig recht schöne und große Wildschweingehege, in den sich die Tiere auch super zurückziehen können. Nero findet sie spannend, an einem Wildschwein, dass direkt am Zaun lag hat er sogar vorsichtig geschnuppert. Aber für ihn war Zaun/Gehege definitiv etwas ganz anderes, als "freie Wildbahn". Da dreht er auf und ist wie von Sinnen.
Wir wohnen in der Nähe vom Naturschutzgebiet und direkt am Park. Bei uns trifft man die Wildschweine manchmal auch tagsüber auf dem Bürgersteig.
Deswegen musste ich eine sichere Strategie für seinen Selbstschutz wählen. Ich habe ihm absichtlich Angst von den Wildschweinen antrainiert, indem ich ihn b.d. Begegnungen an die Leine genommen habe. Dabei sagte ich jedesmal, dass sie beißen (was beißen bedeutet, wusste er schon zu dieser Zeit). Dann sind wir zusammen zuerst langsam und vorsichtig nach hinten gelaufen, bis zu einem sicheren Abstand. Das hat bei uns dazu geführt, das mein Hund, wenn er die Wildschweine wittert, zu mir kommt und versucht sich zwischen meine Beine rein zu quetschen. Und das soll auch weiter so bleiben 🙏. Ohne Vertrauen hätte das Ganze bei uns nicht funktioniert. Jetzt wäre
in unserem Fall nicht sinnvoll meinen Hund zur Gehege m.d. Wildschweinen zu führen. Es gibt sicherlich auch andere Lernmetoden. Jeder muss die passende für sich herausfinden.
 
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Frank
21. Juni 10:22
Hallo Julia, ich bin kein Profi in der Hundeerziehung. Bei meinem Appenzeller Sennenhund (Hütte-Treib- Schutz-Wach-Hund), bei dem die Sturheit und Selbstentscheidung sehr stark ausgeprägt sind, ist mir die Erziehung auf die, unten beschriebene Art, gut gelungen🙂. Das Vertrauen habe ich auf unterschiedliche Art und Weise aufgebaut. Generell habe ich mit einer positiven Verstärkung gearbeitet und (auch, wenn es seltsam klingt) mit der humanen Psychologie. Dabei habe ich unsere Sprache angewendet. Ich dachte, wenn die Hunde gleich intelligent sind, wie unsere Kinder mit 2-3 Jahren, dann können wir ihnen das zutrauen. Gesprochen habe ich in verkürzten Sätzen, möglichst ohne Fälle. Sobald die Wörter sich dadurch komplett anders anhörten, habe ich diese dann als Nomen benutzt. 🙈 Dazu den Rest: 1) Die Körpersprache meines Hundes habe ich erlernt und beobachtet. Auch, wenn ein Hund sich nur hinsetzt, hat das, je nach Situation, eine bestimmte Bedeutung und er will dir damit etwas mitteilen. 2) Routine und klare Strukturen (feste Zeiten zum Essen, Spielen, Ruhen, zum Gassi gehen). = Ein wenig Berechenbarkeit. Damit der Hund weißt, wann er zu Ruhe kommen kann und sich selbst ,,mit organisieren" kann. 3) Konsequent sein und Grenzen setzen. Wenn ich ihm etwas nicht erlaube, dann bleibe ich dabei. Was er heute generell nicht darf, darf er morgen auch nicht. Ich habe aber nie nur Verbote erteilt, sondern ihm auch eine Alternative geboten, vor allem dann, wenn er nicht aufgeben wollte. Nach dem Motto, je größer (für ihn) der Verzicht, desto besser und interessanter musste (für ihn) mein Angebot sein. 4) Sicherheit gegeben, wenn er sie brauchte. Das habe ich regelmäßig in unsere Gassi-Runden eingebaut. Am Anfang ist sehr wichtig, dass du nur das wählst, womit du IMMER und zu 100% Erfolg haben kannst. Ein Beispiel: Wenn meiner Angst vor einem herunter gefallen Ast hatte, dann habe ich von ihm verlangt, dass er sich abseits hinsetzt (nicht zu weit) und da wartet. Dann bin ich (selbstsicher, mit der entsprechenden Körperhaltung) zu dem Ast gegangen und habe ihn demonstrativ zur Seite geschoben. Dadurch hat mein Hund gesehen, dass ICH das FÜR IHN geregelt habe. Es waren immer die kleine Dinge. Man braucht dafür ein bisschen Kreativität und man muss das regelmäßig üben. Zuerst müsste man dafür die Hundekommunikation/bzw. ihre Körpersprache lernen, damit man seinen Hund, in jeder Situation richtig deuten kann. Am Anfang ist es wichtig, der Gefahr auszuweichen, die man nicht zu 100% selber regeln kann. Auch das Ausweichen an sich, zählt zu dem, was man ,,Sicherheit geben " nennt. Das muss zur richtigen Zeit passieren, noch bevor der Hund ,,sich überlegt", wie er die Situation regeln soll. Sobald dein Hund merkt, dass du seine Gefahren aus dem Weg räumst, wird er dir in diesem Punkt vertrauen. Jedesmal ein Stückchen mehr. 5) Ich habe meinem Hund regelmäßig erlaubt, selbst Entscheidungen zu treffen, die für mich nicht maßgeblich waren (z.B. die Lauf-Richtung b. Gassi, etc.). Meiner freut sich immer noch, wenn er die Richtung bestimmen darf. 6) Die Gassi-Runden spielerisch gestalten. Ich habe ihm regelmäßig etwas interessantes geboten (nicht das, was mir Spaß machte, sondern das, was er gerne gemacht hat). 7) Seine Bedürfnisse respektieren, das Versprechen halten, etc. Ich weiß nicht, wie es b.d. anderen Hunden ist, aber meiner merkt sich einiges. z.B. wenn ich ihm verspreche, dass wir am nächsten Tag seine Leckerli's a.d. Keller holen werden, dann wird er mich am nächsten Tag daran erinnern selbst, wenn ich es vergesse, in dem er sich, im vorbeilaufen vor die Kellertür setzt und nicht weiter geht. Das erinnert mich an das, was du auch beschrieben hast, wenn dein Hund sich, mitten a.d. Weg hinsetzt und nicht weiter gehen will. Vllt . will er dir damit etwas sagen? Du muss nur herausfinden was. 8) Den Hund auch mal gewinnen lassen. Meiner mochte immer schon Zerr-Spiele (und es hat bei uns keinen Jagtinstinkt gefördert, wie manchmal es behauptet wird). Ich lasse ihn oft gewinnen (für sein Ego), aber zwischendurch zerre ich ihn, samt dem Spielzeug durch die Gegend, damit er meine Kraft zu spüren bekommt. Ich denke, dass es für die Hunde wichtig ist, weil der Rudelführer, aus der Hunde-Sicht, muss stark genug sein. 9) Das Spielen mit den Artgenossen, oder Zeit mit ihnen zu verbringen war für meinen Hund immer sehr wichtig. Deswegen habe ich das sehr stark unterstützt und für die H.-Kontakte gesorgt. 10) Ich habe fast tägl. (kurze Zeit) mich nur mit ihm beschäftigt (außer den Gassi-Runden). Wir haben dabei entweder Trick's gelernt, die alten wiederholt, oder einfach nur gespielt. Das ist das, was mir eingefallen ist. Damit das Ganze gut funktioniert, muss man die Umgebung und den Hund ständig und genau beobachten. Wenn ich mit meinem Hund unterwegs bin, beschäftige ich mich mit nichts anderem. Mein Handy bleibt in der Tasche. Ich genieße die Umgebung und beobachte alles. Insgesamt Pflege ich einen respektvollen Umgang mit meinem Hund. Einen Befehl-Ton gibt es auch mal, aber nur dann, wenn er, zum 1000-Mal versucht seinen Dickkopf durchzusetzen. Ein Dickkopf bleibt halt ein Dickkopf 🤷‍♀️. Vllt. kannst du etwas davon gebrauchen und es hilft euch. LG, M&P 🐕
Super! 😁👍
So ähnlich gehe ich auch meiner Streunerin um.
 
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Frank
21. Juni 11:38
Wir wohnen in der Nähe vom Naturschutzgebiet und direkt am Park. Bei uns trifft man die Wildschweine manchmal auch tagsüber auf dem Bürgersteig. Deswegen musste ich eine sichere Strategie für seinen Selbstschutz wählen. Ich habe ihm absichtlich Angst von den Wildschweinen antrainiert, indem ich ihn b.d. Begegnungen an die Leine genommen habe. Dabei sagte ich jedesmal, dass sie beißen (was beißen bedeutet, wusste er schon zu dieser Zeit). Dann sind wir zusammen zuerst langsam und vorsichtig nach hinten gelaufen, bis zu einem sicheren Abstand. Das hat bei uns dazu geführt, das mein Hund, wenn er die Wildschweine wittert, zu mir kommt und versucht sich zwischen meine Beine rein zu quetschen. Und das soll auch weiter so bleiben 🙏. Ohne Vertrauen hätte das Ganze bei uns nicht funktioniert. Jetzt wäre in unserem Fall nicht sinnvoll meinen Hund zur Gehege m.d. Wildschweinen zu führen. Es gibt sicherlich auch andere Lernmetoden. Jeder muss die passende für sich herausfinden.
Den Tipp werde ich mir merken. Wildschweine gibts bei uns auch, aber bisher haben wir nur Spuren gesehen und nur einmal konnte ich sie riechen. (Silage- oder Maggi-Geruch).
Hundine nimmt sowas natürlich weit vor mir wahr.
Könnte ihr vieleicht auch bei bringen dass sie sich einfach absetzt wenn sie sowas wahrnimmt. ähnlich wie beim Giftköder- oder Jagdersatztraining.
🌻