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Ve
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zuletzt 19. Sept.

Das ewige ziehen an der Leine

Hallo zusammen, hätte gerne eure Tipps und Tricks wie wir es doch endlich schaffen, dass Sammy (Labrador) nicht mehr so zieht.
Sammy geht immer schon gerne Voraus, was wenn er freiläuft gut ist da wir alles gut sehen können (z. B. falls er was Essbares gefunden hat). Was wir schon gefunden haben das er nicht zieht ist wenn wir einen Ball dabeihaben, aber immer einen Ball dabei haben wollen, wollen wir nicht.
Hundeschule und Einzeltrainer hatten wir schon, leider nur mit mäßigem Erfolg.
Vor allem zieht er wenn’s nach Hause geht 🫣.
Freue mich auf eure Tipps und Tricks.
 
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Sebbi
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18. Sept. 06:35
Hallo!

Vorab ein paar ehrliche Worte, welche euch wahrscheinlich nicht gefallen werden:
Sammy ist in dieser Hinsicht kein besonderer Hund, und ihr braucht keine spezialisierte Sonderanleitung für ihn. Das Thema Leinenführigkeit wurde hier im Forum schon gefühlt hundertmal durchgekaut und auch ein Trainer ist nicht automatisch die Lösung.

Sammy geht nicht gerne voraus, "weil euch das den Überblick erleichtert". Der der voraus geht, führt das Rudel. Er verwaltet den vor euch liegenden Raum. Weil ihr nicht führt und euch nur passiv an der Runde beteiligt, übernimmt er die Initiative, kontrolliert die Lage und scannt die Umwelt ab. Das ist kein Gefallen für euch, sondern die Kernursache eures Problems.

Dass er auf dem Heimweg zieht, ist kein "Heimweg-Problem", sondern ein grundlegendes Leinenführigkeits-Problem. Er ist ja nicht dumm und ihr seid für ihn berechenbar. Also er weiß wann es wieder zurückgeht. Letztendlich hat er gelernt: Druck auf der Leine bringt mich vorwärts. Solange er mit gezogener Leine auch nur einen Meter Raumgewinn macht, wird er das Verhalten beibehalten.

Das Thema mit dem Ball zeigt euer Problem eigentlich perfekt. Ihr seid für ihn ohne das Spielzeug einfach zu langweilig. Dass er mit dem Ball nicht zieht, liegt daran, dass ihr in dem Moment spannend seid. Ohne Ball seid ihr leicht auszurechnen: Ihr lauft eure Runde, dackelt hinterher und interessiert euch scheinbar weder für ihn noch für die Umwelt. Warum sollte er euch da das Feld überlassen? Der Ball zeigt aber auch, dass er sich sofort an euch orientiert, sobald ihr als Führungsperson relevant seid. Nutzt diese Energie als Werkzeug, statt ihn nur als Dauerbespaßung mitzuschleppen. Macht euch auch ohne Ball interessanter, baut unvorhersehbare Richtungswechsel ein und belohnt Blickkontakt gezielt.

Es braucht eine strikte Ursache-Wirkung. Zug auf der Leine bedeutet sofortigen Stopp oder Richtungswechsel. Nicht erst nach drei Schritten, sondern beim ersten Millimeter Spannung. Erst wenn die Leine wieder durchhängt, geht es weiter. Wenn Ziehen zu 80 % ignoriert wird, weil man schnell nach Hause will, aber zu 20 % korrigiert wird, lernt der Hund einfach nur Ausdauer. Die Regel muss ausnahmslos gelten. Wenn ihr mal keine Zeit oder Nerven habt, konsequent zu sein, nutzt ein Geschirr mit Brustring. Das verhindert physikalisch, dass er sich reinhängt, ohne dass ihr euch das Training wieder ruiniert.

Leinenführigkeit ist am Ende keine Frage der Motivation des Hundes, sondern eine Übung in eurer eigenen Präsenz, Raumverwaltung und Konsequenz.

Zu 90 % liegt das Nichtfunktionieren an mangelnder Ausdauer, an fehlender Konsequenz und am schlechten Timing. Nicht an schlechten Trainern, ungeeigneten Tipps oder der Individualität des Hundes.
 
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Tina
17. Sept. 18:56
Ich denke da fehlt nur die richtige Führung vom Mensch.
Klare Regeln und Konsequenz. Sobald auch nur ansatzweise gezogen bzw fairer Weise der Ansatz zu straffer Leine da ist und schon bevor sie ganz straff ist = Korrektur. Und das sehr konsequent und keine Ausnahmen. Wie die Korrektur konkret aussieht ist durchaus etwas verschieden/variabel. Bestätigung (aber nicht überschwänglich), wenn der Hund gut läuft. Aber defintiv nicht vom Hund iwo hin ziehen lassen und dies akzeptieren und mitmachen, quasi keine Ausnahmen. Der Mensch bestimmt an der Führleine den Weg und die Geschwindigkeit, nicht der Hund.Jedes Mal, wenn der Mensch nachgibt und sich ziehen lässt, wird der Hund zum Ziel kommen und für dieses "falsche" Verhalten bestätigt. So unser Vorgehen und das klappt bisher sehr gut. Und es hat mit dem Freilauf und wie oder wo der Hund dabei läuft in meinem Augen nichts zu tun.
 
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Michaela
17. Sept. 19:18
Erwartet er zuhause etwas besonderes ??
 
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Ilona
17. Sept. 19:19
Ich denke, ihr mpsst erstmal die Motivation hinter dem ziehen herausfinden . Das kann tatsächlich unterschiedfliche Ursachen haben. Von Schmerzen, bis Frust aufgrund unerfüllter Bedürfnisse, nie richtig trainiert etc. Bei Yuna war das in dem Alter oft Frust und Stress. Wir haben dann ein paar Stellschrauben gedreht und es wurde dann von Tag zu Tag besser .
Beschreib doch mal wie euer Tag so aussieht. Wann zieht er denn? Zieht er immer ? Was genau habt ihr schon versucht? Wie siehts aus nit Bedprfniserfüllung?
 
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Ve
17. Sept. 19:32
Ich denke da fehlt nur die richtige Führung vom Mensch. Klare Regeln und Konsequenz. Sobald auch nur ansatzweise gezogen bzw fairer Weise der Ansatz zu straffer Leine da ist und schon bevor sie ganz straff ist = Korrektur. Und das sehr konsequent und keine Ausnahmen. Wie die Korrektur konkret aussieht ist durchaus etwas verschieden/variabel. Bestätigung (aber nicht überschwänglich), wenn der Hund gut läuft. Aber defintiv nicht vom Hund iwo hin ziehen lassen und dies akzeptieren und mitmachen, quasi keine Ausnahmen. Der Mensch bestimmt an der Führleine den Weg und die Geschwindigkeit, nicht der Hund.Jedes Mal, wenn der Mensch nachgibt und sich ziehen lässt, wird der Hund zum Ziel kommen und für dieses "falsche" Verhalten bestätigt. So unser Vorgehen und das klappt bisher sehr gut. Und es hat mit dem Freilauf und wie oder wo der Hund dabei läuft in meinem Augen nichts zu tun.
Hatten wir bereits versucht auch mit Ansprache. Er zieht uns nicht in irgendwelche Wiesen oder Gebüsche, das lassen wir nicht zu. Aber wenn die Strecke gerade ist geht er straff. Wenn wir dann auch einen Wegwechsel machen würden, würden wir nicht mal zur nächsten Straße kommen. Sobald wir in eine Richtung gehen ist er vorne straff. Auch Zucken an der Leine und Lob wenn die Leine kurz locker ist geht nichts die Leine ist schnell wieder straff. Nur wenn er bei mir oder Beifuß gehen soll zieht er nicht aber sobald er locker laufen darf, zieht er 🫣.
 
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Ve
17. Sept. 19:33
Erwartet er zuhause etwas besonderes ??
Ja, leider. Er bekommt dann bald sein Futter.
 
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Ve
17. Sept. 19:47
Ich denke, ihr mpsst erstmal die Motivation hinter dem ziehen herausfinden . Das kann tatsächlich unterschiedfliche Ursachen haben. Von Schmerzen, bis Frust aufgrund unerfüllter Bedürfnisse, nie richtig trainiert etc. Bei Yuna war das in dem Alter oft Frust und Stress. Wir haben dann ein paar Stellschrauben gedreht und es wurde dann von Tag zu Tag besser . Beschreib doch mal wie euer Tag so aussieht. Wann zieht er denn? Zieht er immer ? Was genau habt ihr schon versucht? Wie siehts aus nit Bedprfniserfüllung?
Also Schmerzen hat er nicht das zeigt er uns anderes. Hauptsächlich wenn wir die erste Tour machen in der Früh bis er auf dem Klo war dann läuft er aber meistens frei, und dann wenn’s nach Hause geht. Wir gehen dreimal am Tag von 45 Minuten bis 1,5 Stunden und eine Nachtrunde von 15 Minuten. Wir haben Wegwechsel versucht aber da kommen wir nicht weiter. Wir haben mit Zucken und dann Loben, wenn er nicht zieht versucht, aber das interessiert ihn irgendwie nicht. Wir wissen, dass er ein sensibler Typ ist und wir ihn nicht wirklich schimpfen dürfen. Wir haben es mit anderen Hunden versucht, damit er sieht wie es eigentlich aussieht, interessiert ihn das nicht wirklich. Selbst wenn er voll ausgelastet wird mit Spiel und Spaß mit Ball, freesby oder anderen Hunden oder suchtraining im Wald 🌳. Also Auslastung in allen Richtungen wenn es heimgeht, Sammy zieht 🫣. Selbst wo ich mal sein Frühstück mitgenommen habe sobald er es gegessen hatte Sammy zieht wieder nach Hause 🏡.
 
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Doreen
17. Sept. 20:58
Das ziehen kenne ich auch. Nur hat das bei uns nichts mit Erwartungshaltung zu tun (Futter), sondern Unsicherheiten/Geräusche und damit Flucht.

Was wenn du stehen bleibst wenn er zieht? Ordnet er sich von sich aus wieder an deiner Seite ein?
 
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Tina
17. Sept. 21:53
Hatten wir bereits versucht auch mit Ansprache. Er zieht uns nicht in irgendwelche Wiesen oder Gebüsche, das lassen wir nicht zu. Aber wenn die Strecke gerade ist geht er straff. Wenn wir dann auch einen Wegwechsel machen würden, würden wir nicht mal zur nächsten Straße kommen. Sobald wir in eine Richtung gehen ist er vorne straff. Auch Zucken an der Leine und Lob wenn die Leine kurz locker ist geht nichts die Leine ist schnell wieder straff. Nur wenn er bei mir oder Beifuß gehen soll zieht er nicht aber sobald er locker laufen darf, zieht er 🫣.
Ansprache ist nicht gleich Führung. Nur Aufmerksamkeit was schon auch mal gut ist. Warum klappt es, dass ihr nicht ins Gebüsch gezogen werdet, aber auf der geraden Strecke dann schon?
Weil ihr das nicht zugelassen habt schreibst du, warum lasst ihr auf gerader Strecke das ziehen dann aber zu und führt nicht? Ihr wisst doch scheinbar schon gut wie es eig geht.
 
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Oliver
17. Sept. 23:35
Eigentlich ganz einfach...

Sobald der Hund zieht die Richtung wechseln und immer leichten Zug auf der Leine haben. Wenn nötig stärker ziehen.

Kommt ihr vor der Haustür an lauft noch eine Runde.

Mach das 3 Wochen und ein Hund ist kein Kuscheltier.

Konsequent sein!
 
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Tina
18. Sept. 02:07
Wenn bereits Trainer und ihre Methoden nichts bringen, dann solltest Du immer nach den Ursachen fragen. Training bekämpft leider oft nur Symptome. Hier ein paar Anregungen.....

Wird der Hund art- und altersgerecht ausgelastet? Da steckt immer noch Jagdhund drinnen, berücksichtigst du das bei der Auslastung? (Die Auslastung hört sich sehr nach Schema F an und wenig nach indivueller Förderung) Stimmt das Tempo? Diese Hunde benötigen ein Trabtempo. Viele Halter gehen einfach viel zu langsam.

Könnte es Unsicherheit sein? Will er zurück in den sicheren Hafen (nach Hause)? Falls es Unsicherheit ist, wäre reines Training zur Leinenführung kontraproduktiv und bringt natürlich nichts.

Wenn es mit Ball funktioniert, kann es auch einfach sein, dass Du für ihn stinklangweilig bist. Leider bekämpft der Ball aber nur die Symptome und nicht die Ursache.
Das Vorauslaufen könnte ein Indiz für ein Bindungsproblem sein. Er macht sein Ding, weil du für ihn nicht interessant bist. Er orientiert sich nicht an Dir.

Naja zu guter Letzt gute alte Lerntheorie: du hast ihn vermutlich hervorragend beigebracht, dass er mit Ziehen sein Ziel erreicht.

Meiner Meinung nach zieht ein Hund dann nicht mehr, wenn seine Bedürfnisse fortwährend befriedigt werden (Auslastung) und er sich am Menschen orientiert.

Ich bin immer noch ein großer Freund der Baummethode. Wenn meine Hunde ziehen, bleibe ich regungslos stehen wie ein Baum. Erst wenn kein Zug auf der Leine ist verbale Belohnung und dann geht es weiter. Diese Methode ist leise, aber effektiv. Je nach Hund steht man auch mal sehr lange. Der Vorteil der Methodik: der Hund lernt selber. Er wird nicht mit Futter oder Aktion manipuliert. ABER: das funktioniert nur, wenn er wirklich ausgelastet ist, sonst erzeugst Du mit diesen und anderen Methoden noch viel mehr Frust.

Die Aussage, dass mein einen sensiblen Hund nicht schimpfen darf verstehe nicht. Die Dosis macht das Gift. Gerade sensible Hunde brauchen Struktur und Grenzen. Diese müssen dann mit Feingefühl gesetzt werden. Diese Aussage könnte auch ein Indiz sein, dass der Hund einen Freibrief bekommen hat, dann wäre das Ziehen nur die logische Konsequenz.

Kurz gesagt: das Problem liegt wahrscheinlich tiefer und mit reiner Methodik wirst Du nicht ans Ziel kommen und es wird dauern, da vermutlich zu oft unerwünschtes Verhalten belohnt wurde.