Na jetzt legst du mir aber massig Dinge in den Mund. Nerven braucht es definitiv, denn nicht selten packt so ein TS Hund einige Zeit später das mitgebrachte oft auch gesundheitliche Päckchen aus. Ich will halt bestmöglich wissen was ich mir ins Haus hole. Gesundheitlich, von den Veranlagungen usw. Ich will auch das mein Hund gewisse Erfahrungen gemacht hat bzw gewisse Erfahrungen nicht machen musste. Passendes Umfeld, ich hatte Kinder (darunter eins mit Behinderung), kein ausbruchsicheres Grundstück. Aus dem TS dann was zu bekommen ist nicht einfach. Kastrationsklausel. Auch das will ich nicht, ebensowenig wie ein bereits oder vielleicht sogar zu früh kastriertes Tier. Fakt ist, der TS und schon gar nicht der ATS kann mir schlicht all das bieten worauf ich Wert gelegt habe und noch immer lege. Es sollte ein Welpe sein, nicht älter wie 10W. Besser 8. Also ist der ATS raus. Den bestmöglichen Start ins Leben sowie frühzeitige Sozialisierung gerade was die Besonderheiten mit meinem Sohn betraf war mir ebenfalls wichtig. Es hat schon einen Grund warum es der Labbi sein sollte und nicht die wilde Mischung.
Hallo Katrin,
dazu muss ich aber auch mal etwas sagen. Du weißt schon, dass ich jetzt nicht zu der Fraktion gehöre, die gegen Hunde vom seriösen Züchter wettert.🙈
Du willst doch aber jetzt nicht behaupten, dass man für einen Welpen vom Züchter keine Nerven braucht…🤪
Es lesen hier garantiert auch unerfahrene Leute mit, für die so ein richtig falsches Bild entstehen kann - wenn ich keine Ahnung habe, aber bestimmte Vorstellungen habe, brauche ich nur einfach vom Züchter einen Hund. Der ist ja gut sozialisiert und wird sich garantiert entsprechend seiner Rassebeschreibung verhalten. Ich übertreibe jetzt vielleicht mal etwas, aber du verstehst sicherlich, was ich meine.
Es liegt aber eben zu einem erheblichen Teil an mir selber, an den Lebensumständen und den Erfahrungen, die der Welpe in Zukunft machen wird, ob er in ein zwei Jahren (und wenn die Pubertät vorbei ist🤪) mal zu meinem perfekten Begleiter wird, oder auch nicht.
Nicht umsonst gibt es doch genügend Rassehunde, die unerzogen sind und ausreichend Baustellen haben.
Dazu kommt, dass auch jeder Welpe vom Züchter einen eigenen Charakter hat. Klar kann man da schon etwas schlussfolgern, aber wie der dann schlussendlich sein wird, sehe ich erst beim erwachsenen Hund.
Und selbst wenn da alles bestens läuft, ein Welpe ist anstrengend und eine nicht zu verachtende Aufgabe und auch er kann Ängste entwickeln durch beispielsweise schlechte Erfahrungen, die man nicht immer und überall verhindern kann.
Wir haben hier gerade einen Rhodesian Ritgeback- Welpen vom seriösen Zücher (bei erfahrenen Haltern dieser Rasse) und der hat es faustdick hinter den Ohren und ist eine richtige Aufgabe, die über lange Zeit anhalten wird.
Ich will nur damit sagen, dass auch die Welpen vom Züchter viel Arbeit bedeuten, gerade in den ersten Monaten.
Es kommt leider sehr häufig so rüber, dass man mit einem Hund aus dem Auslandstierschutz immer ein Überraschungspaket bekommt, wo man nie weiß, was man sich ins Haus holt und das stimmt so einfach nicht.
Ja, es gibt die Leute, die einfach nur retten wollen und denen es egal ist, was das für ein Hund ist, einfach weil sie es so wollen und es in ihre Lebensumstände passt. Dann kann man sich auch einen Hund auf dem Bild aussuchen, den Beschreibungen aus dem Ausland vertrauen ( so es welche gibt) und den Hund sofort aus dem Flieger oder dem Transporter übernehmen. Auch das ist okay, solange die Orga seriös ist.
Ich kann aber sehr wohl auch, genau wie du, Ansprüche und Vorstellungen an den Hund haben. Auch das funktioniert, wenn man einen Hund wohlüberlegt aus einer Pflegestelle holt und nicht direkt aus dem Ausland. Diese Pflegestelle kennt den Hund natürlich und kann ihn sehr gut einschätzen und beschreiben, man kann vorher Videos sehen und ihn auch mehrmals besuchen.
Ich behaupte jetzt einfach mal, dass damit das Risiko auch nicht mehr größer ist, als beim Züchter.
Ich kann jetzt nur von mir reden. Ich habe mit Mila den zweiten solchen Hund und wurde bisher nicht enttäuscht. Und du kannst mir glauben, gerade ich habe ganz genaue Vorstellungen, wie der Hund sein sollte, damit er passt, ganz besonders, weil ich selber gesundheitlich darauf angewiesen bin.
Bei Mailo damals hatte ich 2 kleine Kinder und das musste passen. Seine Pflegestelle hatte 4 Stück und hat mir versichert, dass das kein Problem ist. Zusätzlich hat der Verein verlangt, dass wir die Kinder zur Abholung mitbringen und das testen.
Gerade bei einem schon erwachsenen Hund kann man sehr gut sehen, welchen Charakter der hat. Das heißt jetzt nicht, dass ich dir den Welpen ausreden will, ich wollte es nur mal erwähnen.
Bei Mila hatte ich jetzt noch einige Ansprüche mehr. Z.B. bin ich eben wegen meines Gesundheitszu- standes darauf angewiesen, einen pflegeleichten Hund zu bekommen, den ich möglichst schnell in meinen Alltag integrieren kann und das geht eben mit einem Welpen nicht so schnell, wie mit einem erwachsenen Hund.
Ich kann z.B. nicht mehr gut und weit laufen und bin deshalb auf das Fahrrad angewiesen, um meinem Hund ausreichend Auslauf zu ermöglichen.
Das funktioniert schonmal mit einem Welpen mindestens das erste Jahr nicht.
Mit Mila habe ich das Training sofort begonnen und sie macht das schon richtig gut und liebt es. Sie läuft sogar schon seit 2 Monaten frei in Wald und Feld mit und ich habe sie erst reichlich 3 Monate.
Das Training mit dem Fahrradanhänger haben wir in 2 Wochen geschafft. Alleinebleiben ist kein Thema und Autofahren klappt auch bestens.
Auch das war mir sehr wichtig, da wir viel mit dem Wohnmobil unterwegs sind. Das erste Mal haben wir sie schon nach 2 1/2 Wochen mitgenommen und es lief super. Unsere Nachbarn auf dem Campingplatz wollten es mir gar nicht glauben, dass sie erst so kurz bei uns ist.
Du siehst also, auch bei der Anschaffung eines solchen Hundes ist vieles gut planbar, sonst hätte ich jetzt nicht diesen perfekt passenden Hund. Aber wie gesagt, jeder soll es so machen, wie es ihm am besten erscheint, keine Frage.
Ich wollte hier nur mal diese bei vielen verbreitete Meinung entkräften, dass ein Tierschutzhund immer anstrengend und ein Überraschungspaket ist, denn das stimmt nicht.
Vielmehr sind wir wieder an dem Punkt, dass die Anschaffung eines Hundes vorher wohlüberlegt sein muss und dann wird es auch in den meisten Fällen funktionieren, denn auch mit einem Welpen vom Züchter bekommt man ja keine Maschine, wo man sich auf jede Eigenschaft blind verlassen kann, nur weil sie üblich für diese Rasse ist.