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Albertine
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Anzahl der Antworten 79
zuletzt 6. Juni

"Vermehrer" Was sagt ihr dazu?

Hallo liebe alle, ich würde gerne mal etwas zur Diskussion stellen, was ich in der Debatte dazu als unterrepräsentiert empfinde. Ob es nun im Forum ist oder zu diversen Anlässen auf der Pinnwand - so manches Mal wurde die Meinung ziemlich massiver "Vermehrer-Kritiker" sehr laut und dominant, bis hin zu (vermutlich freiwilliger) Löschung eigener Pinnwand-Beiträge. Dieses Thema würde ich gerne aufgreifen, auch auf die Gefahr hin, wieder exteme Beiträge zu provozieren. Also prophylaktisch die Bitte, die eigene Meinung sachlich zu formulieren und zurückhaltend. Mir sind die "Vermehrer-Kritiker" und ihre Argumente zu extrem. Ja, das Bild eines "Vermehrers", der an irgendeinem abgelegenen Ort, vielleicht im Stall, gleich mehrere Hündinnen hält, die am laufenden Band Welpen produzieren, die ohne Sozialisierung und gute Fürsorge einfach nur zum Profitobjekt werden - dieses Bild empfinde auch ich als äußerst abstoßend. Solchen Leuten gehört das Handwerk gelegt. Aber wenn ein ganz normaler Hundehalter seine Hündin gerne mal decken lassen möchte, oder seinen vielleicht reinrassigen Rüden sich fortpflanzen lassen möchte - das Natürlichste von der Welt - dann kommen gleich schrille "Vermehrer!!!"-Rufe um die Ecke. (Ich formuliere das so extrem, weil die "Argumente" und Äußerungen üblicherweise wirklich sehr spontan und heftig, und verlässlich erfolgen.) Die Rassezucht in allen Ehren - alles was der Mensch so systematisch, kontrolliert und kategorisch macht, schränkt doch irgendwo auch die Natur ein, oder kann auch mal nach hinten losgehen. Ich bin froh über einen möglichst großen Genpool, und die Masse der Mischlinge, die ja auch oft als besonders gesund und verträglich gelten, auch wenn so mancher Rasse- oder Zuchtliebhaber so einen Gedanken gar nicht zulassen wollte. Also, ich möchte eine Lanze brechen für Privatleute, die einfach nur mal ihrem Hund die natürliche Fortpflanzung ermöglichen wollen, die damit einen Bedarf decken (nach günstigen, verträglichen und gesunden Welpen), und die meiner Ansicht nach keinerlei Schaden anrichten.
 
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Kirsten
6. Juni 17:14
Komisch, dass das bei uns Menschen und bei Wildtieren alles ohne "Züchter" funktioniert. 🤔 Warum denkt der Mensch immer, durch sein Eingreifen würde alles besser.
So ganz funktioniert das leider auch nicht. Durch die Art wie wir uns die Natur aneignen, greifen wir bereits massiv ein und fördern Inzucht in der Natur 😞

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article256097174/Tierwelt-Immer-mehr-Faelle-von-Inzucht-bei-Rotwild-mit-sichtbaren-Folgen.html
 
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Heike
6. Juni 17:43
Komisch, dass das bei uns Menschen und bei Wildtieren alles ohne "Züchter" funktioniert. 🤔 Warum denkt der Mensch immer, durch sein Eingreifen würde alles besser.
Das entspricht leider nicht der Realität, Erbkrankheiten, die weitergegeben werden, gibt es auch bei den Menschen mehr als reichlich. Eine Auswahl der „Verpaarung“ nach einem entsprechenden Gentest ist aber ethisch nicht vertretbar.
Es gibt da schon so einiges, was schiefläuft, sicher auch bei Wildtieren, dort bleiben aber Tiere mit schlechten Genen und Krankheitsanfälligkeiten im Überlebenskampf auf der Strecke, die „natürliche Auslese“ findet statt.
 
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Sonja
6. Juni 17:46
Gerade heute kam wieder eine Anzeige, wo ein "Züchter" seine Labrador welpen angepriesen hat wie sauer Bier. Mit Leopardenfarbenen Tieren. Kein seriöser Züchter würde seine Welpen bei Kleinanzeigen anbieten. Bei seriösen Züchtern hast Du u.U. eine Wartezeit von 1 bis 2 Jahren, je nach Rasse.
Ja leider, ist aber auch so das Welpen noch immer bei Kleinanzeigen angeboten werden dürfen, sofern der Anbieter D-TSG- Paragraph 11-Schein hat und die Zucht als "gewerblich" oder "nebengewerbe" angemeldet ist....🥴 beides kein "Siegel" für seriöse Zucht... Vemehrer gehen meist diesen Weg, da die "Zuchttiere" dafür keine Zuchtzulassung, also keine Gesundheitschecks benötigen, und zusätzlich eben das "besondere", wie z.B. Merle/Leopard/Tiger etc. Labradore im gegensatz zu seriösen Larador Zuchtverbände, nicht ausschliessen....
 
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Celine
6. Juni 17:48
Ich finde diese Ansicht ehrlich gesagt erschreckend. Warum sollte man seinem eigenen Hund, der nicht ohne Grund keine Zuchtzulassung hat so etwas überhaupt aufzwängen? Für mich ist das purer Egoismus, der auf dem Rücken des Tieres ausgetragen wird.
Die Vorstellung, dass ein Hund „mal Welpen haben sollte“, entspringt rein menschlicher Romantisierung. Hunde haben keinen Kinderwunsch aber die Hündin trägt das volle Risiko von schmerzhaften Trächtigkeiten, Not-Kaiserschnitten oder schweren Gebärmutterentzündungen.
Dazu kommt die mangelnde Verantwortung. Wer privat „nur mal so“ Welpen in die Welt setzt, deckt keinen Bedarf, sondern schafft potenzielles Tierleid. Die wenigsten dieser Hobby-Vermehrer sind doch bereit oder überhaupt finanziell und räumlich in der Lage, die Welpen auch nach Jahren wieder zurückzunehmen, wenn es beim neuen Besitzer kompliziert wird, der Hund krank wird oder Verhaltensprobleme zeigt. Dann landen diese Tiere nämlich genau da, wo die Tierheime ohnehin schon aus allen Nähten platzen. Man muss sich doch nur mal mit unserem Tierschutz auseinandersetzen, wie viele Hunde aus Hobby aka Liebhaberzuchten kommen.
 
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Heike
6. Juni 17:51
Die ganz normalen wir wollen mal decken lassen Halter die null Ahnung von Genetik haben sind meiner Meinung nach mit dafür verantwortlich das die Tierheime voll sind und für sehr viel Tierleid. Und genau aus diesem Grund kann das nix gutes sein.
Und dann wirft die Hündin 12 Welpen, und wo die landen ist wohl klar...
 
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Frauke &
6. Juni 17:52
In der Natur und beim Menschen treten regelmäßig Fehlbildungen auf. Gute Zucht versucht diese bestmöglich zu vermeiden.
Gelingt gut. Siehe z.B. Französische Bullogge und tiefergelegter Deutscher Schäferhund.
 
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Sonja
6. Juni 17:59
Ich finde diese Ansicht ehrlich gesagt erschreckend. Warum sollte man seinem eigenen Hund, der nicht ohne Grund keine Zuchtzulassung hat so etwas überhaupt aufzwängen? Für mich ist das purer Egoismus, der auf dem Rücken des Tieres ausgetragen wird. Die Vorstellung, dass ein Hund „mal Welpen haben sollte“, entspringt rein menschlicher Romantisierung. Hunde haben keinen Kinderwunsch aber die Hündin trägt das volle Risiko von schmerzhaften Trächtigkeiten, Not-Kaiserschnitten oder schweren Gebärmutterentzündungen. Dazu kommt die mangelnde Verantwortung. Wer privat „nur mal so“ Welpen in die Welt setzt, deckt keinen Bedarf, sondern schafft potenzielles Tierleid. Die wenigsten dieser Hobby-Vermehrer sind doch bereit oder überhaupt finanziell und räumlich in der Lage, die Welpen auch nach Jahren wieder zurückzunehmen, wenn es beim neuen Besitzer kompliziert wird, der Hund krank wird oder Verhaltensprobleme zeigt. Dann landen diese Tiere nämlich genau da, wo die Tierheime ohnehin schon aus allen Nähten platzen. Man muss sich doch nur mal mit unserem Tierschutz auseinandersetzen, wie viele Hunde aus Hobby aka Liebhaberzuchten kommen.
Jap und für alle die bewusst/geseuert Mischlinge produzieren für "natürlich" halten dürfen/dürften dann aber auch nicht eingreifen wenn beim deckakt/geburt was schief geht, also Hündin bei Geburt stirbt/Welpen nicht überleben, krank/schwach/missgebildet geboren werden etc.... selbst zufüttern/aufpäppeln ( z.b.mit Flasche) ist nicht "natürlich"....
 
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Katrin
6. Juni 18:01
Gelingt gut. Siehe z.B. Französische Bullogge und tiefergelegter Deutscher Schäferhund.
Da steht gute Zucht. Wenn Tiere mit Qualzuchtmerkmalen gezüchtet werden fällt das für mich definitiv nicht darunter.
 
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Andreas
6. Juni 18:02
So ganz funktioniert das leider auch nicht. Durch die Art wie wir uns die Natur aneignen, greifen wir bereits massiv ein und fördern Inzucht in der Natur 😞 https://www.welt.de/regionales/hamburg/article256097174/Tierwelt-Immer-mehr-Faelle-von-Inzucht-bei-Rotwild-mit-sichtbaren-Folgen.html
..ich bin beeindruckt von diesem Bericht. Ich danke Dir dafür.

Eigentlich ist das Beschriebene nur logisch aber aus irgenwelchen Gründen war mir diese Problematik bisher nicht bewusst 😔
 
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Heike
6. Juni 18:07
Für mich sollten Qualzuchten schlicht und einfach verboten werden, da hilft auch keine Zuchttauglichkeitsbescheinigung 🤷🏼‍♀️
Die Standardantwort mit den überfüllten Tierheimen finde ich auch nur eine Halbwahrheit.
So viele Hunde in den Tierheimen sind schlecht oder gar nicht vermittelbar. Listenhunde - ob aggressiv oder nicht - werden wegen den hohen Auflagen in der Haltung nicht abgenommen.
Alte Hunde sind ein Problem, auch wegen immens gestiegener Tierarztkosten.
Die Hunde, die familientauglich, gesund und nicht zu alt sind, finden meist auch recht schnell wieder ein neues Zuhause.
Ich kenne leider auch einige Negativbeispiele der privaten Vermehrung, meist wird der Aufwand, den die positive Welpenaufzucht macht, total unterschätzt oder man kümmert sich eben nicht dementsprechend um eine gute Aufzucht.
Dann werden Modehunde, die ganzen Doodle Schnoodle oder wie sie alle heißen und besondere Farben vermehrt, da diese gut und teuer verkauft werden können.
Bei der Rassezucht ist aber auch nicht alles im grünen Bereich, mal von Qualzuchtrassen abgesehen.
Selbst altbekannte Rassen kann man oft kaum noch wiedererkennen, so hat sich ihr Erscheinungsbild und leider auch oft der Charakter in den letzten Jahren verändert, und das mit dem Stempel der Zuchtverbände.
Ich denke es gibt kein Schwarz oder Weiß, es werden insgesamt zu viele Hunde produziert und importiert.
Ich wünsche jedem Hund aus einem Shelter in einem hundefeindlichen Ausland einen schönen Platz in einer Familie, besser wäre es, im Herkunftsland die Bedingungen zu verbessern, worauf wir leider wenig Einfluss haben.
Wenn wir das Eine schlecht reden (Vermehrung) heißt das für mich noch nicht, dass das Andere (Zucht, Auslandsadoption) immer gut ist 🤷🏼‍♀️