Vielen Dank für Deine Gedanken und entschuldige, dass ich so viel Zeit habe verstreichen lassen.
Ich bin da ganz bei Dir, dass es auch für den Hundeführer gilt und wichtig ist, sich erst mal mit den leichten Themen und sicheren Situationen auseinanderzusetzen, um dann irgendwann auch die schweren Situationen meistern zu können. Du hast da echt einen wichtigen Punkt angesprochen. Ich selber bin gar nicht mit meinem Wissen so weit, als dass ich mit Newton zusammen jagen könnte. Mir fehlt da jede Menge Fachwissen. Z. B.: Ich könnte zwar einen Fuchsbau erkennen, aber ob der gerade bewohnt ist, wäre Rätselraten. Und da bin ich ehrlich. Dies an Newtons Körpersprache abzulesen, wäre letztendlich eine von Unsicherheit begleitete Vermutung/Interpretation. Also, bevor ich den Ulli-Weg nun weitergehen würde, müsste ich mich erst mal richtig mit dem Jagen auf verschiedenen Gebieten (Verhalten des Hundes, was passiert mit ihm in den einzelnen Jagdsequenzen... bishin zu meinem richtigen Verhalten und Spuren lesen können) beschäftigen, um überhaupt erkennen zu können, was leicht und was schwer ist. Für Newton und auch für mich.
Zu dem Hundekontakt. Es war so, dass Newton neugierig auf die Hündin war, aber Mäuse letztendlich interessanter. Mir hat es für die Hündin leid getan. Keine Frage. Aber was mich irritiert hatte, war, dass er das Jagen nach Mäusen sehr schnell im Kopf hatte. Anderes Beispiel: Newton und ich machen im Feld Distanzarbeit. Dabei ist er sehr an mir orientiert und interessiert sich nicht für Außenreize (auch nicht für Rehe). Ihm ist die Zusammenarbeit mit mir sehr wichtig gewesen und hat ihm viel Spaß bereitet. Als ich das mit den Mäusen angefangen hatte, war Newton nicht mehr mit seinen Gedanken bei mir (ähnlich wie bei Menschen, denen ihr Handy wichtiger ist). Seine Aufmerksamkeit richtete sich Richtung Boden und unsere gemeinsame Arbeit machte er nur noch halbherzig. Zwar schon noch gerne, aber er blendete die Mäuse nicht mehr aus. Seine Priorität änderte sich. Und mein Gefühl sagte mir, dass er auf dem Weg war, danach süchtig zu werden.
Mir ging es nicht um die Hundebegegnung selber, sondern um die veränderte Setzung seiner Priorität. "Jagen steht über Sozialkontakt". Egal ob Hund oder Mensch. Und das hat mir zu denken gegeben. Es war letztendlich erst mal nur eine Beobachtung, die mir aber Unbehagen bereitete.
Ich denke, wie Du auch schon sagtest, dass wir gar nicht so weit weg vom Ulli-Weg sind (die Grundeinstellung: nicht das Jagen verbieten, sondern die genetische Veranlagung anzuerkennen). Die Umsetzung ist etwas anders.
Zum Schluss ein ganz herzliches Dankeschön für die vielen Filmchen. Da konnte und kann ich für mich das Ein oder Andere mitnehmen.