Kirsten, super verständlich geschrieben und ich habe fasziniert gelesen. Ein ganz liebes Dankeschön 😘.
Ich denke, MIT seinem Hund zu jagen ist die Königsklasse und es bedarf eines großen Einfühlungsvermögen, da ja jeder Hund anders ist. Die Frage ist, glaube ich zumindest, wie?
Was ich aus Deinem Text sehr gut nachvollziehen kann, ist das zu schnelles Vorgehen. Und das kann bei uns passiert sein. Normalerweise predige ich ja immer ... Vom Leichten zum Schweren.
Was gut zu uns passen könnte ist die Idee, sich buddelnder Weise langsam von der Mäusewiese zu entfernen. Ihn also Richtung Weg zu lenken.
Newton ist ja nicht ganz unerfahren, was das Jagen mit mir angeht. Eben nur anders. Ich durfte z. B. viel über seine Körpersprache beim Mantrailing lernen. Spur aufnehmen, Kopf- und Rutehaltung, kleinste Blicke ... .
Die Spuren von Enten, Gänse, Mäuse ... aufnehmen und mir die ein Anzeigeverhalten anzeigen (das Anzeigeverhalten selber hat er ausgesucht). Das ging über die Selbstregulation, viel Ruhe und führte dann dazu, dass er mich immer mit Blicken und auf mich warten einbezieht. Was ich nicht zugelassen habe ist die letzte Phase des Jagens. Buddeln und Hetzen. Darin habe ich ihn nie ermutigt, sondern habe kurz vorher schon über Alternativen abgebrochen.
Und ich bin da bei Dir, dass Verbote interessanter sind. Andererseits ist sein Verhalten bei Sichtung von Bewegungsreizen mittlerweile so, dass er nicht mehr hin will, sondern beobachtet, mich anschaut, noch mal zum Reiz schaut und dann weiter geht. Früher gab es da noch nicht mal ein Zeitfenster und Newton ist super schnell und ein Muskelpaket. Insgesamt habe ich 2 gerissene 6 Meter Schleppleinen. Einmal die Handschlaufe und einmal die Schlaufe am Karabiner. Das prägt.
Zu dem gemeinsamen Buddeln. Das war tatsächlich ein Versuch, um Newton aus seinen Tunnel zu bekommen und gemeinsam kontrollierter zu buddeln. Half ja kurz 🫣. Und wie Du ja schriebst, gibt es Hunde, die diese Nähe nicht so toll finden. Und das hätte ich wissen müssen. Aber man weiß ja nie. Neue Situation und ausprobieren. Jetzt habe ich ihn nicht bis zur Erschöpfung buddeln lassen, sondern habe mich entfernt. Das kann ich bei uns im Feld gut machen. Beim ersten Mal hat er dann auch relativ schnell aufgehört, aber beim letzten Mal habe ich eine große Entfernung aufbauen müssen und was ich schade fand (das ist jetzt mein persönliches Denken), dass er die Hündin einfach hat stehen lassen. Eine seiner Stärken ist sein Sozialverhalten bei unsicheren Hunden. Die lässt er normalerweise nicht alleine stehen.
Insgesamt hast Du mir super Ansätze und Denkanstöße mit auf den Weg gegeben. Manches erfordert meinerseits eine Portion Mut.
Der für mich wichtigste Teil ist: Vom Leichten zum Schweren. Da werde ich noch mal dran ansetzen. Das Schöne ist ja, dass man keinen zeitlichen Druck hat. Und da bin ich bei meinem Motto:" Daran arbeiten, dem Hund so viele Bedürfnisse wie möglich zu ermöglichen."
Noch mal ein ganz herzliches Dankeschön. Das Du Deine Gedankengänge niedergeschrieben hast empfinde ich nicht als selbstverständlich.