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zuletzt 6. Nov.

"Wege zur Freundschaft" (Ulli Reichmann)

Hallo ihr Lieben :)
Ich habe kürzlich o.g. Buch verschlungen und gleich begeistert mit dem dort aufgeführten Training begonnen.

Für alle, die es nicht kennen: Es geht darum gemeinsam mit seinem Hund die Welt zu entdecken und Spuren zu suchen etc.. Quasi ein Leitfaden, wie man dem Hund zeigt nicht mehr alleine jagen zu gehen, sondern voller Freude zu kooperieren.

Ich bin nun unendlich begeistert, weil erste (auch unerwartete) Erfolge schon in wenigen Tagen sichtbar wurden und wollte nun mal fragen, ob noch jemand inspiriert von diesen Methoden mit seinem Hund die Welt erkundet?

Würde mich über einen Erfahrungsaustausch unheimlich freuen!

Liebe Grüße
 
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SandrA
18. Sep. 10:44
Deine Gedanken finde ich gerade sehr inspirierend ☺️
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich, dass gezieltes und konzentriertes Training manchmal auch mich selbst in eine Art Tunnel bringen kann. Ich habe ein bestimmtes Trainingsziel im Kopf und bin dann so darauf fokussiert, dieses Ziel zu erreichen, dass ich vielleicht weniger wahrnehme oder würdige, was der Hund mir von sich aus anbietet.

Bei Ivy wird mir das durch dein Beispiel noch einmal bewusst.
Allerdings erlebe ich Frust bei ihr eher so, dass die Aktivierung extrem schnell hochschießt und sie dann voll im Tunnel hängt, kopflos agiert, Abhänge gnadenlos runterprescht oder Mauern überspringen will obwohl es dahinter metertief nach unten geht - die bringt sich teils echt in Lebensgefahr. Ihr Problemlöseverhalten ist Vollgas mit dem Kopf durch die Wand🤔

Frustrationstoleranz für mich bei ihr bedeutet momentan vor allem, dass sie lernen soll, Frust - insbesondere Jagdfrust - eben nicht mit 100 % Aktivierung und darüber hinaus lösen zu müssen, sondern in einen Zustand zu kommen, in dem sie handlungsfähig und zugänglich ist und überhaupt nach einer anderen Lösung suchen kann.😅

Deine Gedanken erinnern mich daran, dass ich aber wieder viel genauer hinschauen sollte, welche Lösungs- oder Regulationsangebote Ivy selbst bereits macht.
Bei Wildsichtungen gibt es beispielsweise etwas, das sie immer wieder von sich aus anbietet: Sie stellt sich zwischen meine Beine und streckt den Kopf durch. Und ich weiß inzwischen, dass ihr Körperkontakt tatsächlich hilft, wieder etwas herunterzufahren.

Das ist eigentlich ein ziemlich schönes Beispiel dafür, wie leicht man so etwas übersehen kann, wenn man ein konkretes Trainingsziel im Kopf hat. Man denkt vielleicht: „Ich möchte, dass sie sich jetzt anders verhält“, und übersieht dabei, dass der Hund gerade selbst eine Strategie anbietet, die für ihn funktioniert.

Danke dass du mich dran erinnerst mal wieder einen Schritt zurückzutreten und zu schauen, was vom Hund kommt - das möchte ich mir auch stärker bewahren.
 
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Das A-Team
18. Sep. 18:14
Ooohhh, dass ist aber erstaunlich, schön das ich was beitragen kann.😄

Bei uns ist das Thema nicht im Jagdlichen Aspekt aktuell, sondern im Alltag wenn Dracu's Stresspegel in die Höhe schießt aufgrund von Umweltreizen wie zb. vielen Menschen, fremde Umgebung mit Alltagsgeräuschen.
Neulich beim Wandern auf die Lausche, oder der Kurztrip nach Usedom war für Dracu heftig zu verarbeiten.
Dracu kann dann nur den Gedanken Flucht und verstecken zulassen.
Auf dem Berg wollte er sogar vom hang springen.🙈
Nun Versuche ich ihm durch Co Regulation zu helfen, und alternativen zu finden.

Im Wald der Superstar, aber alle anderen Umgebungen ein Häufchen Elend...

Das Thema: Ruhe und runterfahren wird auch im Buch von Ines Scheuer Dinger "Leben mit Jagdhund" erwähnt .
 
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Das A-Team
18. Sep. 18:23
Heute hatten wir eine tolle gemeinsame Runde im Wald.
Durch die aktuell laufende Rotwildbrunft kann man viel entdecken.

Wir waren 🤞🏻eins!
 
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Yvonne
18. Sep. 20:26
Heute hatten wir eine tolle gemeinsame Runde im Wald. Durch die aktuell laufende Rotwildbrunft kann man viel entdecken. Wir waren 🤞🏻eins!
Dreamteam 🥰
 
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SandrA
19. Sep. 11:04
Ich sinniere sehr gern mit😅
Und eine Sache geht mir bei deinem Text gerade durch den Kopf, die, glaub ich, zu deinen Überlegungen zur Regulation passt.

Meine Hundetrainerin hat einmal in einem Kurs, als es darum ging, ob man einen Hund durch „Mäuseln“ lassen womöglich „zum Jäger erzieht“, sinngemäß gesagt: Einem „echten“ Jagdhund muss man das Jagen nicht beibringen, das kann der schon per se sehr gut. Es geht vielmehr darum, es zu rahmen.

Der Satz spukt mir oft im Kopf herum. Denn bei Ivy habe ich genau nicht das Gefühl, dass ich ihre Jagdmotovation irgendwie erzeugen könnte. Die ist voll da. 🙈🤭Die Frage ist für mich vielmehr, wie ich ihr Möglichkeiten geben kann, damit umzugehen, ohne dass ihre Aktivierung irgendwann womöglich auch in selbstschädigendes Verhalten kippt.

Und ja, ich frage mich inzwischen auch immer stärker, welche Rolle die Genetik spielt. Ivy wirkt auf mich wie ein extrem funktionaler Jagdhundtyp, entweder mit einem entsprechend hohen Anteil eines Jagdhundes oder eben mit einer langen Selektion auf eben solche Eigenschaften. Und wenn über Generationen Hunde darauf selektiert werden, bei hoher Aktivierung weiterzuarbeiten, dran zu bleiben und blitzschnell im Handeln zu sein, dann erscheint es mir zumindest plausibel, dass auch die Art, wie ein solcher Hund seine Aktivierung verarbeitet, davon geprägt ist.

Vor diesem Hintergrund würde ich nun auch nicht sagen, dass ihr bestimmte Regulationsmechanismen „fehlen“. Aber vielleicht bringt ihre genetische Disposition eben bestimmte Wege der Regulation mehr mit und andere weniger. Aktivierung in Handlung umzusetzen könnte für sie also viel natürlicher sein, als Aktivierung überlegt und „kreativ“ umzusetzen.

Als sie zB zu uns kam, hat sie bei hoher Erregung ihre Rute gejagt. Da mussten wir daran arbeiten, dass sie andere Wege findet, wieder runterzukommen, zu schlafen und zu ruhen. Hat zum Glück funktioniert.

Bis heute nimmt sie zum Einschlafen einen Kissenzipfel ins Maul, legt die Vorderpfoten darum und tretelt, bis sie einschläft. Das ist ja keine von uns vorgegebene Strategie. Sie hat sie selbst entwickelt. Und für mich zeigt das aber eigentlich ziemlich schön, dass sie Regulation sucht und Hilfen dafür annehmen kann.

Mir ist natürlich ein Hund, der zum Einschlafen einen Kissenzipfel bearbeitet, tausendmal lieber als einer, der seine eigene Rute jagt. 😅
Also ganz sicher ist nicht jede selbstgewählte Strategie etwas, das wir unterbinden müssen, aber wir sollten denk ich gut hinschauen, wohin sie den Hund führt.

Das erinnert mich auch an Neo. Bei ihm war Umrichten in hohen Stress- und Frustsituationen lange eine Bewältigungsstrategie. Auch da denk ich gerade, dass ihm gar nicht grundsätzlich die Fähigkeit, mit solchen Situationen umzugehen, fehlte, sondern einfach ein ausreichendes Spektrum an Möglichkeiten. Sein Köfferchen war ziemlich leer. 😅

Und inzwischen hat er verschiedene Strategien, auf die er zurückgreifen kann, wie Distanz herstellen, sich orientieren, mit mir in Kontakt gehen, suchen, Situationen anders bewerten usw. Dadurch muss er nicht mehr auf die eine Strategie zurückgreifen, die ihm offenbar als einzige greifbar erschien.

Und so ein Handwerksköfferchen wünsche ich mir für Ivy auch.
Ich möchte, dass sie mehr Möglichkeiten bekommt, mit hoher Aktivierung umzugehen, und dass sie dabei zunehmend Strategien findet, die sie nicht noch weiter hochschaukeln oder im schlimmsten Fall gegen sich selbst richten.

Und da denk ich auch, dass nicht jede Aktivierung oder Handlung verhindert werden muss. Aber der Hund sollte aus mehreren Optionen wählen können. (Das erinnert mich auch daran was du einmal in diesem Rassehundthread geschrieben hattest ☺️)

Soweit erstmal ☺️
 
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Tina
19. Sep. 12:05
So oder so ähnliche Gedanken hatte ich vor sehr langer Zeit. Für mich gab es nur eine logische Art und Weise wie ich mit Hunden weiter leben möchte: kein/wenig Training. Vor allem in den Bereichen Frustration, Ruhe geben, Impulskontrolle usw.

Der Schlüssel ist für mich Resilienz. Nur ein resilienter Hund ist in der Lage und hat das nötige Selbstbewusstsein seine Handlungsstrategien zu kommunizieren und zu zeigen. Resilienz ermöglicht das adäquate Umgehen mit Umweltreizen.

Resilienz entsteht aber - nach meiner Erfahrung - dadurch, dass der Hund Entscheidung treffen darf. Ich nehme heute eine sehr einseitige Mensch-Hund-Kommunikation wahr. Der Mensch ist der Sender und der Hund empfängt die Signale. Hündische Kommunikation wird meistens unterdrückt. Was ist wenn dem Hund in erregenden Situationen Bewegung gut tut? Kann er in der Regel nicht zeigen. Modernes Hundetraining sieht hier Ruhepositionen vor.

Bevor ich bei meinen Hunden regulierend mit Manipulation oder Belohnung eingreife, dürfen sie ihre natürlich Reaktion im Rahmen der Möglichkeiten zeigen. Darauf baue ich dann auf.

Bin ich eine Wattebauschwerferin? Nein ganz im Gegenteil, ich würde mich sogar als eher autoritär bezeichnen. Grenzen sind nämlich der nächste Eckpfeiler. Resilienz entsteht erst dadurch, dass man man den Rahmen vorgibt. Strukturen helfen den Hund selbstbewusst zu werden.

Der dritte Eckpfeiler ist Motivation. Ein Hund kommuniziert nur wenn er entsprechend motiviert ist. Die Motivation ist bei jedem Hund anders und das ist für mich der schwierigste Part.

Ist das allgemeingültig. Natürlich nicht. Ich denke hier ist die authentische Persönlichkeitsstruktur des Menschen entscheidend.

Dies nur als Anregung. Ich halte Eure Gedankengänge für sehr spannend.
 
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Das A-Team
21. Sep. 11:37
Heute konnte ich mal wieder knallhart spüren wie es ist einen Hund der auf Fährten spezialisiert ist zu führen.😂

Einige werden vielleicht noch Geschichten vom Fuchswald kennen, der hinter unserem Wohnhaus ist.
Nach Arbeit bin ich mit Dracu dort eine kleine Runde gelaufen.
Kurz vor Zuhause lief ich vorweg, als ich mich umdrehte sah ich das Dracu vom Weg ab einer Spur folgte, ich sagte nichts, nach wenigen Metern sah er sich um was ich belobte, er machte kehrt und ging auf der anderen Seite der Fährte nach.
Da seine Erregung sich sehr steigerte sagte ich das böse Wort "nein", er blieb stehen und sagte ihm das wir gemeinsam gehen und klapperte mit dem Karabiner der Leine.
Normalerweise kommt er dann zu mir.
Ich ging ihm entgegen und hatte Mühe ihn ruhig abzuleinen.
Er machte immer so einen satz wie bei einer Spielaufforderung.😅
War aber zu keiner Zeit so drauf das er "abgehauen" wäre.
Nach dem anleinen gab's als Belohnung natürlich noch ein bisschen das Fährte nachzugehen was ich anfangs verneint hatte, zudem lag es Richtung Heimweg.
Mir war zu dem Zeitpunkt gar nicht bewusst wie heiß die Fährte war und mit dem Kommando "folg der Fährte" nahm Dracu so fahrt auf, dass ich auf die fresse geflogen bin.😂
Ich habe nicht mit so einer Power hinter der Fährte gerechnet.
Aufgestanden bin ich lachend Dracu dennoch gefolgt.

Ich war so stolz auf Dracu das er sich so beherrschen konnte wenn man bedenkt daß er beim Versuch ihn anzuleinen er immer wie ein wilder Hengst herrum hüpfte.
Und auch war ich stolz das Dracu, obwohl ich kurz gedanklich nicht bei ihm war, er sich vorbildlich verhalten hat und nicht einfach durchstartete.

Ich denke das ist die immer wieder gleich anerzogene Verhaltenskette meinerseits die das möglich machte.
Also das Dracu eine Fährte nicht alleine folgen darf sondern erst nach dem anleinen dieser folgen darf, mit mir gemeinsam.

Wir liefen übrigens ein Teil durch den Fuchswald über den Weg Richtung Wiese neben unserem Haus zu einem Schrebergarten, die Fährte endete am Tor. Danach makrierte Dracu den Baum am Tor und seine Jagdverhaltenskette erlosch.
Interessant.
 
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Das A-Team
21. Sep. 11:51
So oder so ähnliche Gedanken hatte ich vor sehr langer Zeit. Für mich gab es nur eine logische Art und Weise wie ich mit Hunden weiter leben möchte: kein/wenig Training. Vor allem in den Bereichen Frustration, Ruhe geben, Impulskontrolle usw. Der Schlüssel ist für mich Resilienz. Nur ein resilienter Hund ist in der Lage und hat das nötige Selbstbewusstsein seine Handlungsstrategien zu kommunizieren und zu zeigen. Resilienz ermöglicht das adäquate Umgehen mit Umweltreizen. Resilienz entsteht aber - nach meiner Erfahrung - dadurch, dass der Hund Entscheidung treffen darf. Ich nehme heute eine sehr einseitige Mensch-Hund-Kommunikation wahr. Der Mensch ist der Sender und der Hund empfängt die Signale. Hündische Kommunikation wird meistens unterdrückt. Was ist wenn dem Hund in erregenden Situationen Bewegung gut tut? Kann er in der Regel nicht zeigen. Modernes Hundetraining sieht hier Ruhepositionen vor. Bevor ich bei meinen Hunden regulierend mit Manipulation oder Belohnung eingreife, dürfen sie ihre natürlich Reaktion im Rahmen der Möglichkeiten zeigen. Darauf baue ich dann auf. Bin ich eine Wattebauschwerferin? Nein ganz im Gegenteil, ich würde mich sogar als eher autoritär bezeichnen. Grenzen sind nämlich der nächste Eckpfeiler. Resilienz entsteht erst dadurch, dass man man den Rahmen vorgibt. Strukturen helfen den Hund selbstbewusst zu werden. Der dritte Eckpfeiler ist Motivation. Ein Hund kommuniziert nur wenn er entsprechend motiviert ist. Die Motivation ist bei jedem Hund anders und das ist für mich der schwierigste Part. Ist das allgemeingültig. Natürlich nicht. Ich denke hier ist die authentische Persönlichkeitsstruktur des Menschen entscheidend. Dies nur als Anregung. Ich halte Eure Gedankengänge für sehr spannend.
So finde ich es auch.
Die maximal trainierten Hund ohne wirkliche Mensch und Hund Kommunikation finde ich schwierig.

Ich denke mir manchmal was tun Menschen die den absolut Perfekten Rückruf trainiert haben und der mal nicht funktioniert? Was ist ihr Plan B?
 
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Das A-Team
22. Sep. 17:26
Heute beim (Spezial) Pilze sammeln.
Dracu roch etwas rechts im Wald was sich später bestätigt hatte, es wechselte von Rechts nach links.
Wir treffen genau auf die Fährte!
Und Dracu macht das so wunderbar.
Ich liebe das einfach! (Und muss es deswegen wieder teilen!🙈)

Anbei das Foto als Alibi! 😄
 
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Katja
22. Sep. 19:12
Heute beim (Spezial) Pilze sammeln. Dracu roch etwas rechts im Wald was sich später bestätigt hatte, es wechselte von Rechts nach links. Wir treffen genau auf die Fährte! Und Dracu macht das so wunderbar. Ich liebe das einfach! (Und muss es deswegen wieder teilen!🙈) Anbei das Foto als Alibi! 😄
Oh, gibt’s schon wieder Krause Glucke?!?
Mjam!!!! 😋
Guten Appetit!!!