Home / Forum / Verhalten & Psychologie / "Wege zur Freundschaft" (Ulli Reichmann)

Verfasser
Dogorama-Mitglied
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 1445
heute 21:03

"Wege zur Freundschaft" (Ulli Reichmann)

Hallo ihr Lieben :) Ich habe kürzlich o.g. Buch verschlungen und gleich begeistert mit dem dort aufgeführten Training begonnen. Für alle, die es nicht kennen: Es geht darum gemeinsam mit seinem Hund die Welt zu entdecken und Spuren zu suchen etc.. Quasi ein Leitfaden, wie man dem Hund zeigt nicht mehr alleine jagen zu gehen, sondern voller Freude zu kooperieren. Ich bin nun unendlich begeistert, weil erste (auch unerwartete) Erfolge schon in wenigen Tagen sichtbar wurden und wollte nun mal fragen, ob noch jemand inspiriert von diesen Methoden mit seinem Hund die Welt erkundet? Würde mich über einen Erfahrungsaustausch unheimlich freuen! Liebe Grüße
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Kirsten
14. Feb. 22:03
Heute waren wir mal wieder bei Tageslicht im Wald unterwegs nachdem es gestern geschneit hatte - und ich war mal wieder erstaunt, was da so alles an Spuren zu sehen ist, was wir Menschen sonst eher nicht so erkennen. Kein Wunder, dass unsere Hunde so beschäftigt sind. Ich fand es wieder mal unheimlich schön, dass es Tina gereicht hat, ein Stück den Fährten zu folgen oder uns nur darauf hinzuweisen und ansonsten uns gewählt hat, bei uns geblieben ist und zwischendurch eher intensiv spielen wollte statt in einen Jagdrausch zu verfallen. Das hat mich sehr berührt.
Wie schön Tina dich drauf hinweist 🤩
An welchen Spielen hat sie denn Freude? ☺️

Es sieht so wundervoll aus, ich neide es dir gerade sehr. Hier ists nur diesig und grau. Auch wenn das in den Hintergrund tritt, wenn man gemeinsam unterwegs ist. Aber ein bisschen was macht es ja doch mit einem.
Deine Fotos sind ein schöner Kontrast dazu. Schön, dass ihr soviel Freude aneinander habt.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sylvia
14. Feb. 22:13
Ich beneide euch wirklich um eure Nasentiere. Vergeblich habe ich, durch das „ Wege zur Freundschaft“-Buch inspiriert, versucht meinem Hund die Fährtenarbeit und das Anzeigen von Wild schmackhaft zu machen. Sichtjäger bleibt aber Sichtjäger. Wenn wir laufen wird nur der Horizont abgescannt. Echt schade, aber damit werden wir uns wohl arrangieren müssen. Ich finde den Ansatz toll, aber leider haben wir unser Glück dort nicht gefunden.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Caro
14. Feb. 23:09
Ich beneide euch wirklich um eure Nasentiere. Vergeblich habe ich, durch das „ Wege zur Freundschaft“-Buch inspiriert, versucht meinem Hund die Fährtenarbeit und das Anzeigen von Wild schmackhaft zu machen. Sichtjäger bleibt aber Sichtjäger. Wenn wir laufen wird nur der Horizont abgescannt. Echt schade, aber damit werden wir uns wohl arrangieren müssen. Ich finde den Ansatz toll, aber leider haben wir unser Glück dort nicht gefunden.
Lucy leistet zwar tolle Nasenarbeit, geht aber auch hauptsächlich auf Sicht - auch da hat sie gelernt, anzuzeigen, statt direkt loszubollern, was das Handling bei Wildsichtung arg erleichtert.
Nicht aufgeben! ❤️
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Das
15. Feb. 06:40
Ich beneide euch wirklich um eure Nasentiere. Vergeblich habe ich, durch das „ Wege zur Freundschaft“-Buch inspiriert, versucht meinem Hund die Fährtenarbeit und das Anzeigen von Wild schmackhaft zu machen. Sichtjäger bleibt aber Sichtjäger. Wenn wir laufen wird nur der Horizont abgescannt. Echt schade, aber damit werden wir uns wohl arrangieren müssen. Ich finde den Ansatz toll, aber leider haben wir unser Glück dort nicht gefunden.
Vielleicht wäre zeigen und nennen was für euch?
Fine war ein Hund die das Bedürfnis nach Kontrolle hatte und in der Umwelt immer sehr präsent war und ihre Umgebung genau wahrnahm, bei Sichtkontakt zu Hunden pushte sie sich sehr hoch.
Wenn Fine einen Hund in der Ferne sah, benannte ich das gleich als "Hund" und lobte und belohnte sie sozusagen als "Anker".
So wusste Fine das ich als Sozialpartner durchaus auch Dinge mitbekommen und sie mit mir zusammenarbeiten kann.

Das gleiche Prinzip nutze ich bei Dracu.
"Spähen" habe ich immer gesagt wenn er Wild sah, nun kann ich bevor Dracu das Wild sieht das anzeigen indem ich Spähen sage.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Jochen
15. Feb. 07:12
Ich beneide euch wirklich um eure Nasentiere. Vergeblich habe ich, durch das „ Wege zur Freundschaft“-Buch inspiriert, versucht meinem Hund die Fährtenarbeit und das Anzeigen von Wild schmackhaft zu machen. Sichtjäger bleibt aber Sichtjäger. Wenn wir laufen wird nur der Horizont abgescannt. Echt schade, aber damit werden wir uns wohl arrangieren müssen. Ich finde den Ansatz toll, aber leider haben wir unser Glück dort nicht gefunden.
Der Hund meiner Tochter ist auch Hüter und scannt permanent. Wenn er was sieht, zB. in der Ferne Rehe die weiterziehen, aber auch Spaziergänger auf entfernten Wegen oder oder oder, lobe ich ihn und sage, dass er das toll gesehen hat und er ein guter Späher ist, dann schaut er kurz zu mir mit abgeklappten Ohren und einem Schwanzwedler, wendet sich nochmal kurz dem Objekt zu und stolz geht es weiter. Letztens habe ich tatsächlich was vor ihm gesehen, mich hingehockt und es ihm gezeigt, irgendwann ist sein Blick eingerastet und er sah es auch, dann hat er auch wieder dieses kurze „rüberlächeln“ gezeigt.

Ich bin davon überzeugt, dass man jede Jagdsequenz gemeinsam ausleben kann (siehe dazu weiter unten gemeinsames Hetzen und „Meuten“). Mit deinen Hunden könntest du auch viel mit Dummysuche gestalten (lass dich inspirieren von Frauchen). Spuren sind längst nicht alles und nur ein Teil des „Gesamtjagdportfolios“, wichtig ist, dass man aufmerksam bleibt, was die Bedürfnisse und Leidenschaften des Hundes sind.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sylvia
15. Feb. 07:38
Lucy leistet zwar tolle Nasenarbeit, geht aber auch hauptsächlich auf Sicht - auch da hat sie gelernt, anzuzeigen, statt direkt loszubollern, was das Handling bei Wildsichtung arg erleichtert. Nicht aufgeben! ❤️
Genau das habe ich versucht zu trainieren. Aber wenn sie wirklich ein passendes Objekt sieht, übergeht sie die, ich nenne es mal die Orientierungsphase, und startet sofort durch.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sylvia
15. Feb. 07:50
Der Hund meiner Tochter ist auch Hüter und scannt permanent. Wenn er was sieht, zB. in der Ferne Rehe die weiterziehen, aber auch Spaziergänger auf entfernten Wegen oder oder oder, lobe ich ihn und sage, dass er das toll gesehen hat und er ein guter Späher ist, dann schaut er kurz zu mir mit abgeklappten Ohren und einem Schwanzwedler, wendet sich nochmal kurz dem Objekt zu und stolz geht es weiter. Letztens habe ich tatsächlich was vor ihm gesehen, mich hingehockt und es ihm gezeigt, irgendwann ist sein Blick eingerastet und er sah es auch, dann hat er auch wieder dieses kurze „rüberlächeln“ gezeigt. Ich bin davon überzeugt, dass man jede Jagdsequenz gemeinsam ausleben kann (siehe dazu weiter unten gemeinsames Hetzen und „Meuten“). Mit deinen Hunden könntest du auch viel mit Dummysuche gestalten (lass dich inspirieren von Frauchen). Spuren sind längst nicht alles und nur ein Teil des „Gesamtjagdportfolios“, wichtig ist, dass man aufmerksam bleibt, was die Bedürfnisse und Leidenschaften des Hundes sind.
Dummysuche und Futtersuchspiele mache ich auch. Dummy wird relativ schnell uninteressant. Futtersuchspiele gehen gut, bis etwas aufspringt. Dann wird sofort ohne Vorwarnung durchgestartet. Wir haben ja trotzdem viel Spaß bei den Spaziergängen. Ich muss sie halt beschäftigen. Mein Rüde hat zum Glück nicht die Ambitionen eines Sichtjägers.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Babs
15. Feb. 08:02
Genau das habe ich versucht zu trainieren. Aber wenn sie wirklich ein passendes Objekt sieht, übergeht sie die, ich nenne es mal die Orientierungsphase, und startet sofort durch.
Ich denke wichtig ist, ein klares Bild im Kopf zu haben, wie weit man mit dem Jagdverhalten gehen möchte. Dabei habe ich darauf geachtet, aus welcher Motivation heraus das Jagdverhalten entsteht. Hütehunde haben eine andere Motivation als Jagdhunde. Hütehunde möchten in der letzten Sequenz hüten. Sie wollen in der Regel gar nicht töten, sondern kontrollieren. Es macht für sie mehr Sinn, auf Sicht zu "arbeiten" als mit der Nase auf dem Boden etwas aufzuspüren. Eine Maus lässt sich schwer kontrollieren, ein Reh hingegen ist ein tolles Objekt. Ich würde daher sagen:" Wir gehen nicht jagen." sondern: "Wir gehen hüten."(sagt nur keiner, weil der Hund fürs Hüten die jagdliche Motivation braucht). Vielleicht hilft Dir dieser Blickwinkel ein bissel weiter.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Petra
15. Feb. 08:42
Ich hab mir das Buch auch bestellt, bin wirklich gespannt 😀
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Doro
15. Feb. 08:50
Ich beneide euch wirklich um eure Nasentiere. Vergeblich habe ich, durch das „ Wege zur Freundschaft“-Buch inspiriert, versucht meinem Hund die Fährtenarbeit und das Anzeigen von Wild schmackhaft zu machen. Sichtjäger bleibt aber Sichtjäger. Wenn wir laufen wird nur der Horizont abgescannt. Echt schade, aber damit werden wir uns wohl arrangieren müssen. Ich finde den Ansatz toll, aber leider haben wir unser Glück dort nicht gefunden.
Bei uns sieht es ähnlich aus. Wenn wir in ganz abgeschiedener Gegend spazieren gehen, zeigt Mila auch schon mal Wildwechsel an oder geht (ich nehme an recht frischen) Spuren hinterher. Eher als Fährten nimmt sie noch Witterung auf. Dann weiß ich, dass was in der Nähe ist. Manchmal sind es aber auch nur die Reste der letzten Grillparty, oder irgendwas (für uns Menschen) ekeliges. Sonst ist sie auch nur am Scannen. Deshalb haben wir uns auf das Beobachteten von Wild, besonders Kaninchen, spezialisiert. Was mich da nochmals ein Stückchen weiter gebracht hat ist ein Buch von Ines Scheuer-Dinger. Ist ein ähnlicher Ansatz, aber etwas mehr Training.