Ich kenne dieses Verhalten aus meiner Kindheit/Jugend. Wir hatten damals neben Schäferhund und Spitz auch einen Langhaardackel. Immer wenn ich zum Briefkasten geschickt wurde, sollte ich unseren Langhaardackel Purzel mitnehmen. Der Briefkasten war drei Straßen weiter. Jedesmal setzte sich Purzel auf der Mittel des Weges hin und ließ sich nicht dazu bewegen, auch nur einen Zentimeter weiter zu gehen. Es half nichts, ich musste ihn hochnehmen und den Rest des Weges zum Postkasten tragen. Hat man nun gedacht, dass der Hund vom Postkasten aus, nun endlich wieder in Richtung nach Hause selbst gelaufen wäre, so liegt man falsch. Er ließ sich genau zu der Stelle tragen, wo er sich zuvor auf dem Hinweg hingesetzt hatte. Von da lief er dann wieder selbstständig nach Hause weiter. Jedesmal. Habe mich damals bei meiner Mutter beschwert und mich wie ein Aal gewunden, wenn es wieder hieß, dass ich Purzel mitnehmen sollte. Schließlich war Purzel schwer! Dann lief meine Mutter mit, weil sie mir nicht glaubte, und siehe da, der Dackel lief den ganzen Weg zum Postkasten hin und zurück ohne Probleme. Ich fühlte mich so verarscht von diesem Hund! Hab Ärger gekriegt und wurde dazu verdonnert, jedesmal Purzel mitzunehmen. Erst als mein Vater auf meine Bitte hin mir mal im Abstand von 50m folgte, sah er, dass ich nicht gelogen hatte! Meine Mutter hat sich in aller Form bei mir entschuldigt, das hätte sie nie gedacht! Mit ihr lief er ja überall hin. Gesundheitlich hatte der nichts. Tja, der Hund dachte wohl, ich würde allein ab da nicht mehr nach Hause finden. Wir haben dieses Verhalten allerdings nie aus ihm herausgekriegt. Auch als ich längst erwachsen war (Purzel wurde über 20 Jahre alt), lief er mit mir nur bis zu dieser Stelle.