Ich hatte verschiedene Trainer über die Jahre. Das waren zum Teil ihre Ideen, zum Teil auch meine, die nichts gebracht hatten:
- Feuerwerkvideos den ganzen Tag zu Hause laufen lassen
- Jedes Mal bei einem Knallgeräusch ein Leckerli schmeißen und ganz doll loben
- Tierärztliche Abklärung war natürlich dabei, Enna ist körperlich fit
- Gehörschutz (der hält bei ihrer Kopfform nicht und bei spontanen Knallgeräuschen kann ich damit dennoch nicht vorsorgen)
- Ruheübungen draußen, wenn es einen Auslöser gab, bis sie sich entspannt (Mir wurde von einer Trainerin dabei empfohlen, Körperkontakt zuzulassen, aber nicht zu verhätscheln, also nicht zu streicheln. Ein anderer Trainer meinte, dass ich dabei gar keinen Körperkontakt zulassen sollte.).
- Ihr Lieblingsspielzeug mitnehmen und genau dann die Angst lösen, in dem gespielt/getobt wird
Ich weiß nicht, ob ich gerade etwas vergessen habe. Aber es war bisher schon Einiges. 🫣
Danke, für Deine ausführliche Antwort.
Kurz zu meinem Hintergrund: Wir haben unsere Hündin mit 10 Monaten bekommen und sie kannte keine Haushaltsgeräusche. Das bedeutet, raschelnde Tüten, Topfdeckel auf Töpfe legen, Fernseher, Musik, fallende Plastikflaschen, zischende Flaschen, einräumen der Geschirrspülmaschine, Kartons die 10 cm woanders standen als am Vortag.... Alles ganz große Probleme für sie.
Wir haben jedes einzelne Geräusch aufgearbeitet, aber ... der Schlüssel war, ist und wird immer so bleiben ... Vertrauen. Gemeinsam das Problem bewältigen. Gemeinsam durch die Geräusche gehen. Letztendlich durfte sie darauf vertrauen, dass wir ihr die nötige Sicherheit geben, dass sie durch die Situation kommt. Wir haben u.a. versucht ihre Neugier zu wecken
Heute: Sie beisst in Plastikflaschen und findet die spannend, raschelnde Tüten erwecken Neugier, klopft jemand werde ich spannend beobachtet ...
Wir haben ihr keinen Raum des Mitleids gegeben, sondern die Situationen freudig und neugierig entgegengenommen, sie aber nie mit ihrem Gefühl alleine gelassen. Es war ein langer Weg mit viel herantasten...
Beispiel: Zzusammengeknüddeltes eitungspapier in einen Karton geworfen und darin Leckerchen versteckt. Ich habe dann in dem Karton rumgesucht, bis sie sich selber mal rantraute.
Tricks in Verbindung mit Kartons aufgebaut. Sie war soooo mutig, in den Karton zu steigen.
Raschelnde Tüten: Einen Advebtskalender mit Tüten gebastelt und im Durchgang zwischen Wohnzimmer und Esszimmer aufgehängt. Jeden Tag habe ich geraschelt und ein Leckerchen fiel von oben runter. Sie hatte anfangs das Problem, das dieser Kalender da schon hing und wollte nicht drunter durchlaufen. Irgendwann saß sie unter dem Kalender und wartete auf das Rascheln bis das Leckerchen runterfiel.
Bei den Plastikflaschen hat dann unser junger Rüde geholfen. Er biss überall rein und das hat sie sich wohl abgeschaut.
Während ich kochte und mit Töpfen klapperte, hat mein Mann mit ihr gekuschelt, sie gekämmt (Körperpflege betrieben).
Alles drehte sich um das Thema "Gemeinsam" und Vertrauensaufbau.
Es geht nie ganz weg, aber zwischen "in der Ecke verkriechen" und "wir schaffen das gemeinsam" liegen Welten.
Ich hoffe ich konnte erklären, worauf ich hinaus möchte.