Home / Forum / Spaß & Tratsch / 600€ für siebenwöchigen Hundekurs?

Verfasser-Bild
Julie
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 134
heute 14:29

600€ für siebenwöchigen Hundekurs?

Wir haben viele Verhaltensprobleme (bellen, pöbeln, hüten, beißen....). Wenn das nicht besser wird, werde ich auch nicht aus meiner jetzigen Wohnsituation ausziehen können (was eigentlich von nöten ist), weil kein Vermieter so etwas akzeptieren wird. Jetzt habe ich einen 7-wöchigen Hundekurs für 600€ gefunden, der sich wie für uns gemacht anhört. Ich habe mich selten so verstanden gefühlt. Ich könnte es nur in Raten abzahlen und es wäre verdammt knapp vom Budget her, aber ich sehe es als Investition für unsere Zukunft. Bekannte raten mir aufgrund des Preises davon ab. Was würdet ihr tun? EDIT: Der Kurs ist Online von einer Hundetrainerin, die sich auf bestimmte Hunde spezialisiert hat. Es gibt einmal die Woche 2h Gruppenzoomcall, es werden Videos zur Verfügung gestellt und man kann die Trainerin jederzeit erreichen und ihr Videos schicken oder Fragen
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Melissa
heute 14:08
Sicherlich hast Du teilweise recht aber man kann es so einfach nicht sagen. Wenn der Hund seinen Menschen anbellt dann hat es unter Umständen etwas mit Stress zu tun- muss es aber nicht! Es hängt vom Kontext und der Situation ab. Zudem ist die Bellfreudigkeit auch genetisch bedingt. Ein Wachhund wird sicherlich mehr bellen als ein Hütehund ohne dass er unter Stress ist sondern es gehört zu seinem genetischen Programm zu melden! Auch ein Herdenschutzhund der abends seine Bell Stunde hat ist nicht unter Stress sondern es ist seine Genetik. Womit du natürlich recht hast, ist, das die Kommunikation des Hundes und auch mit dem Hund in erster Linie über die Körpersprache erfolgt. Da unsere Hunde sehr vielfältig sind und auch zu unterschiedlichen Zwecken gezüchtet werden und wurden sollte man aber mit solch absoluten Aussagen vorsichtig sein denn das kann ziemlich daneben liegen.
Und was geht in dem Wachhund vor während er meldet? Oder macht der das einfach nur weil er halt bellt?

Lass uns gerne über Reiz Reaktion sprechen und darüber welche Abläufe im Hundekörper vor sich gehen noch bevor er einen Ton von sich gibt.
Ich bleibe dabei, dass bellen immer ein Symptom von Stress ist. Stress ist dabei nicht unbedingt negativ oder positiv zu werten sondern eine ganz normale Reaktion des Nervensystems. Eine bellfreudigkeit einer rasse zuzusprechen macht es einem einfach dieses Symptom als normal abzustempeln und ist tatsächlich meist nicht im Sinne des Tieres. „Aja, Hunde bellen halt!“ ist ne faule Ausrede.
Und ja, Wachhunde bzw HSH melden Gefahren aber auch in diesen Momenten sind sie, ob man es glauben will oder nicht, einem Stress ausgesetzt, der ganze Körper wird mit Adrenalin gefüllt und das Nervensystem reagiert. HSH die wirklich in einer Herde leben und ihrer tatsächlichen Aufgabe nachgehen melden tatsächlich nicht jede kleinste Bewegung oder Geräusch, sie sind unglaublich gut darin tatsächliche Gefahren zu erkennen und auch darin die Herde nicht zu verunsichern wenn es keinen triftigen Grund gibt, weil dafür sind sie gemacht. Und eine bellstunde(?) 1. noch nie gehört und 2. wenn die Hunde ihrer ursprünglichen Aufgabe nachgehen, dann machen sie das ja auch nicht 🤔 somit wieder der Punkt das da irgendwas nicht so richtig im Einklang ist.

Aber schauen wir uns doch noch einmal ne ganz andere Kategorie Hund an. Die Kleinstrassen. Auch diesen sagt man eine gewisse bellfreudigkeit nach. Aber auch bei diesen Rassen haben wir bellen als stresssymptom. Ihre individualdistanz wird ständig unterschritten, sie werden in ihrem ausdrucksverhalten nicht ernst genommen und nur belächelt. Zudem haben diese Rassen oft körperliche Missbildungen oder chronische Schmerzen (Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Gelenkschmerzen,etc)

Und jetzt schauen wir noch einmal auf die arbeitsrassen. Bei Schäferhunden und co ist in der IGP Arbeit auch vom Hund verlangt das er bellt. Und auch dabei haben die Hunde Stress und zwar eustress also positiven Stress, da sie diesem Sport gerne nachgehen. Trotz allem sieht man lange nach hinten gezogene Mundwinkel, viel Speicheln und weit aufgerissene Augen. Ein Hund der gar nicht abwarten kann, dass es weiter geht und anfängt zu bellen der freut sich zwar ist aber eben so gestresst.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Carola
heute 14:13
Und was geht in dem Wachhund vor während er meldet? Oder macht der das einfach nur weil er halt bellt? Lass uns gerne über Reiz Reaktion sprechen und darüber welche Abläufe im Hundekörper vor sich gehen noch bevor er einen Ton von sich gibt. Ich bleibe dabei, dass bellen immer ein Symptom von Stress ist. Stress ist dabei nicht unbedingt negativ oder positiv zu werten sondern eine ganz normale Reaktion des Nervensystems. Eine bellfreudigkeit einer rasse zuzusprechen macht es einem einfach dieses Symptom als normal abzustempeln und ist tatsächlich meist nicht im Sinne des Tieres. „Aja, Hunde bellen halt!“ ist ne faule Ausrede. Und ja, Wachhunde bzw HSH melden Gefahren aber auch in diesen Momenten sind sie, ob man es glauben will oder nicht, einem Stress ausgesetzt, der ganze Körper wird mit Adrenalin gefüllt und das Nervensystem reagiert. HSH die wirklich in einer Herde leben und ihrer tatsächlichen Aufgabe nachgehen melden tatsächlich nicht jede kleinste Bewegung oder Geräusch, sie sind unglaublich gut darin tatsächliche Gefahren zu erkennen und auch darin die Herde nicht zu verunsichern wenn es keinen triftigen Grund gibt, weil dafür sind sie gemacht. Und eine bellstunde(?) 1. noch nie gehört und 2. wenn die Hunde ihrer ursprünglichen Aufgabe nachgehen, dann machen sie das ja auch nicht 🤔 somit wieder der Punkt das da irgendwas nicht so richtig im Einklang ist. Aber schauen wir uns doch noch einmal ne ganz andere Kategorie Hund an. Die Kleinstrassen. Auch diesen sagt man eine gewisse bellfreudigkeit nach. Aber auch bei diesen Rassen haben wir bellen als stresssymptom. Ihre individualdistanz wird ständig unterschritten, sie werden in ihrem ausdrucksverhalten nicht ernst genommen und nur belächelt. Zudem haben diese Rassen oft körperliche Missbildungen oder chronische Schmerzen (Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Gelenkschmerzen,etc) Und jetzt schauen wir noch einmal auf die arbeitsrassen. Bei Schäferhunden und co ist in der IGP Arbeit auch vom Hund verlangt das er bellt. Und auch dabei haben die Hunde Stress und zwar eustress also positiven Stress, da sie diesem Sport gerne nachgehen. Trotz allem sieht man lange nach hinten gezogene Mundwinkel, viel Speicheln und weit aufgerissene Augen. Ein Hund der gar nicht abwarten kann, dass es weiter geht und anfängt zu bellen der freut sich zwar ist aber eben so gestresst.
Sicherlich hast Du teilweise recht und ja bellen kann Stress bedeuten. Und es gehört auch zu dem Leben des Hundes dazu und nirgendwo steht geschrieben dass ein Hund ein komplett stressfreies Leben zu führen hat. Ein Hund überhaupt nicht bellt kann z.B auch völlig verängstigt sein und der wagt es gar nicht zu bellen.
Ein stummer Hund muss kein glücklicher und zufriedener Hund sein!
Was die Bellstunde angeht: dann warst du noch nie in den Pyrenäen, den Picos de Europa oder Anatolien in den Bergen, wo es viele Herdenschutzhunde gibt die auf ihre Herden aufpassen.
Mit Einbruch der Dämmerung fangen diese Hunde an zu bellen und dann bellt der nächste und so weiter sie kommunizieren untereinander und das ganze Schauspiel dauert etwa eine Stunde.
Ich weiß im Endeffekt auch gar nicht was das hier mit dem Thema zu tun hat und finde auch dass alle Fragen beantwortet sind und es hier nichts mehr zu sagen gibt
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Melissa
heute 14:25
Sicherlich hast Du teilweise recht und ja bellen kann Stress bedeuten. Und es gehört auch zu dem Leben des Hundes dazu und nirgendwo steht geschrieben dass ein Hund ein komplett stressfreies Leben zu führen hat. Ein Hund überhaupt nicht bellt kann z.B auch völlig verängstigt sein und der wagt es gar nicht zu bellen. Ein stummer Hund muss kein glücklicher und zufriedener Hund sein! Was die Bellstunde angeht: dann warst du noch nie in den Pyrenäen, den Picos de Europa oder Anatolien in den Bergen, wo es viele Herdenschutzhunde gibt die auf ihre Herden aufpassen. Mit Einbruch der Dämmerung fangen diese Hunde an zu bellen und dann bellt der nächste und so weiter sie kommunizieren untereinander und das ganze Schauspiel dauert etwa eine Stunde. Ich weiß im Endeffekt auch gar nicht was das hier mit dem Thema zu tun hat und finde auch dass alle Fragen beantwortet sind und es hier nichts mehr zu sagen gibt
Ich bin zwar nicht der Meinung, dass alle Fragen beantwortet sind (vorallem nicht meine Fragen) aber belassen wir es dabei.
Ich gebe dir vollkommen recht, dass man nicht 100% stressfrei leben kann und das ist auch richtig so, sonst bräuchten wir ja gar nicht leben.
Und nein ich war noch nie in den Pyrenäen, danke für den reisetipp 👍
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Carola
heute 14:29
Ich bin zwar nicht der Meinung, dass alle Fragen beantwortet sind (vorallem nicht meine Fragen) aber belassen wir es dabei. Ich gebe dir vollkommen recht, dass man nicht 100% stressfrei leben kann und das ist auch richtig so, sonst bräuchten wir ja gar nicht leben. Und nein ich war noch nie in den Pyrenäen, danke für den reisetipp 👍
Gern geschehen es lohnt sich dorthin zu fahren!