Welpenhalter sind ja erstmal in der Position den kleinen Drop in ihre Welt einzuführen. Sie zeigen ihm ihre Umwelt und bereiten ihn auf ihr Leben vor.
Die Hunde sind nicht einfach nur dabei, sie stellen sich laufend auf ihr neues Leben ein, müssen neue Umgebungen verstehen und durch eigene Erfahrungen, Verhalten und Emotionen ihrer Bezugspersonen lernen wie ihr neues Umfeld funktioniert. Das ist eine enorme Anpassungsleistung.
Schaut euch mal Menschen an, die irgendwo neu reinkommen. Sie verhalten sich auch ganz anders, als solche die mit dem Umfeld tief vertraut sind. Im eigenen Zuhause legt man nochmal anderes Verhalten an den Tag.
Ist man irgendwo neu, orientiert man sich erstmal und passt sich an. Das ist aus Entwicklungssicht gar nicht mal so unwichtig, um zu überleben.
Neues zu erleben ist spannend und neue Reize sind wichtig für die Entwicklung. Genau so wichtig ist es aber auch nicht durchgehend in Spannung und Erwartung zu leben, sondern dem Körper in Ruhe und Stabilität die Möglichkeit zu geben, zu verarbeiten und zu regenerieren. Routine zu erleben, um zur Ruhe kommen zu können. Runterfahren, sowohl geistig, als auch körperlich.
Wird der Hund im Übermaß mit Neuem konfrontiert, lernt der Körper, dass es wichtig ist auf Zack zu bleiben. Die Hormone geben es ihm vor. Schöner wäre doch, wenn der Hundekörper langfristig über stabile, sich wiederholende Prozesse lernt, wann eine Aktivierung nicht mehr notwendig ist :)
Wie man sich selbst bezeichnet ist wohl erstmal egal, das sehe ich auch so ☺️
Einen anderen Charakter bekommt es für mich erst dann, wenn die Bezeichnung sowohl als Erklärungsmodell als auch als Lösungsansatz dienen soll. Dosenöffner ist erstmal ein neutraler Begriff.
Rudelführer oder Futterautomat implizieren bereits weitere Theorien, die sich dann auch im Kontext wiederfinden.
Wenn ich anfange Verhalten vermehrt danach zu beurteilen, ob es dazu dient am Chefsessel zu sägen, übersehe ich vielleicht an anderer Stelle Einflüsse und Motivationen, die mir weiterhelfen könnten.
Die Vorschläge von Sonja finde ich richtig klasse!