Home / Forum / Erziehung & Training / Welpe beisst nach Ausflügen an unterschiedliche Orte

Verfasser
Maik
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 85
zuletzt 21. Aug.

Welpe beisst nach Ausflügen an unterschiedliche Orte

Hallo alle, in der letzten Zeit waren wir mit unserem Zwerpudel Welpen oft unterwegs und in verschiedenen Unterkünften. Dort hat er gut gelernt, sich auch mal hinzulegen. Ob im Restaurant oder auf dem Zimmer selbst. Nur wenn er wieder nach Hause kommt, dann fängt er sehr sehr oft an uns zu beißen und dreht halb am Rad. Ist das normal, weil er vielleicht in der gewohnten Umgebung ist und zusätzlich (16. Woche) gerade am zahnen ist? Oder wie ist eure Einschätzung und Erfahrung ?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Susanne
18. Aug. 09:32
Ja bei dem Husky mix war es tatsächlich so das er einfach nie gelernt hat das ein Nein auch ein Nein ist und der mensch das Sagen hat er hat den ganzen Tag immer wieder atakiert erst nachdem wir ihn in der Erziehung beigebracht haben das der Mensch also eigentlich das so genannte Rudelführer was ja da Anders ist als. Beim Wolf bestimmt wo es lang geht wie weit er gehen darf hat es funktioniert war ein harter Weg aber er ist jetzt super auch der Kontakt zu anderen Hunden im Rudel hat ihm sehr geholfen. Ich meine das auch nicht böse aber meisten ist es so das der Hund der böse ist der alles falsch macht dann heißt es ach der ist ja noch so klein ein Baby das hört schon auf wenn er älter wird und wenn nicht dann landen die Hunde im Tierheim später wir vom Tierschutz erleben das Tag täglich obwohl meistens der Mensch versagt hat sei es weil er keine Lust hatte daran zu arbeiten oder aus welchen Gründen auch sonst und das ist einfach traurig
Wie habt Ihr ihm in der Erziehung beigebracht, dass der Mensch der Rudelführer ist.

Leider kommt bei keinem Kommentar das "Wie" hervor ...
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Susanne
18. Aug. 09:34
Magst Du das mal genauer erklären: "meistens ist es so das der Hund der böse ist der alles falsch macht". Einen Hund als vorwiegend böse darzustellen und ihm eine Intention zu zu schreiben, dass er mit Absicht alles falsch macht? Oder verstehe ich Dich falsch? Gerade für den Threadsteller und Ersthundebesitzer fände ich hier ergänzende Erläuterungen wichtig.
👍🏼
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Aga
18. Aug. 09:48
Hier kam da das Thema mit der Beisswurst. Ich war mal mit an einer Aufzucht von europäischen Grauwölfen beteiligt und da war es enorm wichtig, dass die mit ihren 10 Tagen direkt lernen niemals in Menschen zu beissen. Da wurde angeraten, denen direkt ein Stöckchen oder so ins Maul zu stecken damit sie da reinbeissen, da wurde auch nicht mit Dominanz gearbeitet, weil das nicht funktioniert hätte wenn sie erwachsen sind, leider haben sie doch irgendwann in Menschen reingebissen, aber so wurde das dort gehandhabt.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Susanne
18. Aug. 09:55
Joker hat auch von Anfang an geschubst, gepöbelt, gemeckert und "geknabbelt" in erreichbare Körperteile.
Von Haus aus, er konnte mit den Elterntieren absolut ungezwungen und unbegrenzt "spielen".

Mein "Ej, Schluss, absolut unerwünscht!" griff selten beim 1. Mal.
Gut funktioniert hat, ihn zu ignorieren, was natürlich eine Herausforderung war, bei einem Welpen, der schon von ziemlich jung über 40 Kilo schwer war.

Konsequent und geduldig. Ihn "auf Seite" zu legen und Ansprache zu halten, hat bei ihm gar nicht gefruchtet. Er drehte dann noch mehr auf ..."Ich hab hier das sagen, ich bin dein Rudel"Führer", sowas hab ich nie so deutlich "raushängen" lassen ...
Mag sein, dass ich das vermenschliche, aber dann erfolgreich.
Wir sind so ziemlich alles miteinander, aber ein "Führer" wollte ich nie sein ...

Er ist jetzt 16 Monate alt, 95 cm im Rist, 89 Kilo. Ich seh schon, wann er mal wieder "Lust" hat. Ein Blick, und ein "unerwünscht, Freundchen" reicht konstant seit Monaten. Auch nimmt er hin, wann ein ausgelassenes Spiel beendet ist, auch wenn es noch so schön ist, und er noch Bock drauf hat.

Der eine wendet dies an, und es hilft, der andere etwas anderes.
Manchmal ist nicht das Lehrbuch das einzige Gesetz sondern die Chemie zwischen 2 "Protagonisten".

Ich bin weder im Tierschutz, noch habe ich mich besonders und dauernd belesen, aber ich bin alt und seit Kind an hatte ich viele unterschiedliche Fellpartner/-freunde an meiner Seite ...

Im Einklang und in Liebe. 🙏🏼
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Mira
18. Aug. 10:29
Also wir hatten mit unserem Hund ähnliches. Leider hatte sie totale Schwierigkeiten zur Ruhe zu kommen und ist häufig überdreht. Alle gängigen Tipps haben nicht geholfen sondern waren meist noch Kontraproduktiv. Bei ihr hat nur geholfen sie mir auf den Schoß zu nehmen und so fest zu halten, dass sie mich nicht beißen konnte. Sprich mit den Händen an den Schultern fixieren, natürlich nicht zu fest. Dann hat sie sich meist 30 Sekunden erfolglos gewehrt und ist dann innerhalb von Sekunden tief und fest eingeschlafen und konnte auf ihren Platz gelegt werden. Die Maßnahme mussten wir zum Glück nicht lange ergreifen, hat ihr aber sehr geholfen. Und sie hat danach selbstständig einfacher zur Ruhe gefunden. Manchmal hat sie natürlich auch geknabbert/gebissen um sich auszuprobieren bzgl ihrer Kraft. Da hat sie nach einem quietschen meinerseits aber immer direkt abgelassen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Doreen
18. Aug. 10:30
Dieses Dominanzgedöns und Rudelcheff sein wäre bei meiner Hündin in dem Alter und auch jetzt noch das absolut falscheste gewesen was Mensch hätte durchdrücken können.

Bindung und Vertrauen entsteht so jedenfalls nicht! Und ich will auch keinen Hund, der aus Angst funktioniert.

Klare Regeln, die konsequent eingehalten werden. Die Bedürfnisse des Hundes wahrnehmen und möglichst artgerecht erfüllen, bringt deutlich mehr.

Den Welpen durch die Welt schleifen kann man machen, muss man aber nicht. Meine war mit dem Kennenlernen der näheren Umgebung schon fast drüber.
Deswegen ist Zuhause der sichere Hafen und Ruhepol. Aktion findet draußen statt. Wo sonst soll Hund zur Ruhe kommen? Das Pensum steigern geht immer.

Warum orientiert sich mein Hund an mir? Weil ich verlässlich für Sicherheit sorge. Weil wir draußen zusammen Spaß haben und immer wieder neues lernen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Aga
18. Aug. 10:43
Dieses Dominanzgedöns und Rudelcheff sein wäre bei meiner Hündin in dem Alter und auch jetzt noch das absolut falscheste gewesen was Mensch hätte durchdrücken können. Bindung und Vertrauen entsteht so jedenfalls nicht! Und ich will auch keinen Hund, der aus Angst funktioniert. Klare Regeln, die konsequent eingehalten werden. Die Bedürfnisse des Hundes wahrnehmen und möglichst artgerecht erfüllen, bringt deutlich mehr. Den Welpen durch die Welt schleifen kann man machen, muss man aber nicht. Meine war mit dem Kennenlernen der näheren Umgebung schon fast drüber. Deswegen ist Zuhause der sichere Hafen und Ruhepol. Aktion findet draußen statt. Wo sonst soll Hund zur Ruhe kommen? Das Pensum steigern geht immer. Warum orientiert sich mein Hund an mir? Weil ich verlässlich für Sicherheit sorge. Weil wir draußen zusammen Spaß haben und immer wieder neues lernen.
Ich bin absolut nicht für Dominanzgehabe und Rudelcheg durchführen, meine Hündin schläft im Bett. Aber darf ich mal fragen was würdest du machen wenn dein Junghund dir im Garten mit Anlauf in den Rücken springt und dir ins Fett beißt. Glaubst du wirklich dass kriegt man so hin. Meine Hündin hat eine 100 prozentige Bindung zu mir, vertraut mir absolut, trotzdem musste ich sie mal auf die Seite legen weils Zuviel wurde. Die Bindung ist besser wie bei 99 Prozent der meisten Menschen. Und ich bin echt null der ich muss Rudelführer sein Typ, aber durch meine Berufserfahrung mit Hunden und Wölfen erfahren. Das erste was ich mache wie gesagt ich versuchen Aua zu schreien, möglicherweise kennt er so ne beisshemmung noch nicht, danach drücke ich ihn vor mir weg, wenn alles nein und Getue nichts bringt, auch mal lauter werden nicht, hab ich’s schon mit nem besonders hartnäckigen Exemplar zu tun, dann leg ich die mal. Da ich das als TFA schnell und sauber beherrsche gibts da keinen Machtkampf und der Welpe oder Hund muss das früher oder später beim TA eh mal durchstehen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Doreen
18. Aug. 10:59
Ich bin absolut nicht für Dominanzgehabe und Rudelcheg durchführen, meine Hündin schläft im Bett. Aber darf ich mal fragen was würdest du machen wenn dein Junghund dir im Garten mit Anlauf in den Rücken springt und dir ins Fett beißt. Glaubst du wirklich dass kriegt man so hin. Meine Hündin hat eine 100 prozentige Bindung zu mir, vertraut mir absolut, trotzdem musste ich sie mal auf die Seite legen weils Zuviel wurde. Die Bindung ist besser wie bei 99 Prozent der meisten Menschen. Und ich bin echt null der ich muss Rudelführer sein Typ, aber durch meine Berufserfahrung mit Hunden und Wölfen erfahren. Das erste was ich mache wie gesagt ich versuchen Aua zu schreien, möglicherweise kennt er so ne beisshemmung noch nicht, danach drücke ich ihn vor mir weg, wenn alles nein und Getue nichts bringt, auch mal lauter werden nicht, hab ich’s schon mit nem besonders hartnäckigen Exemplar zu tun, dann leg ich die mal. Da ich das als TFA schnell und sauber beherrsche gibts da keinen Machtkampf und der Welpe oder Hund muss das früher oder später beim TA eh mal durchstehen.
Ganz ehrlich, so ein Verhalten kenne ich nicht und ist ganz sicher auch nicht bei diesem Welpen der Fall.

Klar, da muss eine deutliche Antwort folgen. Dein Hund ist mit Sicherheit das Gegenteil von meinem. Das was für euch richtig war in der Situation, wäre hier nach hinten los gegangen. Es hängt also auch vom jeweiligen Individuum ab, wie die Antwort aussehen kann. Es gibt da denke ich keine pauschale Lösung.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Aga
18. Aug. 11:02
Ganz ehrlich, so ein Verhalten kenne ich nicht und ist ganz sicher auch nicht bei diesem Welpen der Fall. Klar, da muss eine deutliche Antwort folgen. Dein Hund ist mit Sicherheit das Gegenteil von meinem. Das was für euch richtig war in der Situation, wäre hier nach hinten los gegangen. Es hängt also auch vom jeweiligen Individuum ab, wie die Antwort aussehen kann. Es gibt da denke ich keine pauschale Lösung.
Da geb ich dir Recht, ich glaube auch nicht, dass es bei diesem Welpen der gleiche Fall ist, meine kam aus schlechter Zucht mit aggressiver Mutter, das kann man sicherlich nicht vergleichen, deshalb würde ich es da auch harmloser versuchen. Es war so der letzte Weg bei uns, alles andere hatte ich schon versucht
 
Beitrag-Verfasser
Maik
18. Aug. 12:21
Ich weiß nicht ob es schon kam, habe gerade keine Zeit alles durchzulesen: Bei meinen beiden letzten Welpen hat es sich bewährt, den sanften Griff von hinten um die Brust zu machen, wenn die mega drüber waren. Also nicht einfach frustriert packen, sondern eher umschließend, aber liebevoll bestimmt. Ergänzend haben wir auch gerne etwas hin gehalten oder gegeben, wo reingebissen werden durfte. Daraus aber kein Spiel gemacht, nur gehalten oder überlassen, um diese Energie abzubauen. Das hat dazu geführt, dass einerseits der Impuls befriedigt wurde, anderseits aber kein hochdrehen mehr stattgefunden hat. Und es gab kein "falsch". Edit: ich bin übrigens auch bei überfordert/überreizt. Um das Verhalten zu reduzieren würde ich also auch den Alltag anpassen. Da das Verhalten in meinen Augen aber momentan eher ein Ventil ist, halte ich nichts davon, das einfach nur führermäßig zu deckeln. Natürlich darf der Hund nicht in den Menschen beißen und ihn jagen oder sonst wie attackieren. Deswegen die "Anleitung" zum körperlichen Stillstand und das zeigen der Alternative (Beißwurst etc., irgendwo muss der Impuls ja hin). Dabei so entspannt und verständnisvoll wie möglich bleiben. Ruhe überträgt sich. Unruhe entsprechend leider auch. Was macht ihr eigentlich aus Hundesicht schönes mit ihm? In verschiedenen Unterkünften sein und dort artig sein zu müssen ist für ihn ja nicht die Erfüllung. Ach ja: "sozial toben", rangeln oder gar kämpfen würde ich mit einem Welpen auch tunlichst vermeiden. Das sieht im Fernsehen immer so lustig aus, aber in der Realität führt das zu mehr Konflikten und Missverständnissen, als es irgendwem etwas nutzen würde.
Also wir machen viele Konzentrationsspiele , Schnüffelteppich und Denkspiele mit Futter, Training mit einigen seiner Mahlzeiten, wir versuchen ab und an mit Spielzeug mit ihm zu spielen , wir gehen mit ihm spazieren und lassen ihn ausgiebig schnüffeln (so 15 min ca) . Hast du da noch mehr Anreize ?