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Kathi
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 49
heute 20:15

Reizangel

Hallo zusammen, unser Golden Retriever kennt ein Platz auf Distanz. Gerade bei viel Dynamik fällt ihm das aber noch schwer. Wir wollen deshalb eine Reizangel als Hilfsmittel nehmen um neben der Impulskontrolle langfristig auch das Stoppen aus der Bewegung zuverlässig abrufen zu können. Habt ihr Tipps für gute Anleitungsvideos oder auch Trainer/Jäger/ambitionierte Hundehalter, die Input dazu geben? Die Grundlagen und der Aufbau von Kommandos sind klar, es geht mir eher um weiterführende Tipps, wie man die Reizangel noch besser nutzen kann. Und habt ihr Empfehlungen für bestimmte Reizangeln/Marken/Hersteller? Mit welchen Maßen oder Gewichten kommt ihr gut klar? Worauf würdet ihr beim Kauf achten?
 
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Li
heute 12:37
Hallo. Falls du dich für die Reizangel entscheidest, würde ich es damit nicht übertreiben.
Da Golden Retriever zu HD, überhaupt zu Gelenkerkrankungen neigen, ist die Reizangel eher weniger gut.
Schnelle enge Wendungen und plötzliche Stopps sind nicht so gut für die Gelenke.
 
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Kathi
heute 13:11
Etwas angestaubt, aber für mich immer wieder der Klassiker: https://youtu.be/FrJGVS7yJPs?si=d9JP4irmJEBJHQOQ Insbesondere wie er den Terrier „in Spur“ kriegt, find ich immer wieder faszinierend!😀
Danke für den Tipp! Über den Namen bin ich bei Google auch schon gestoßen, schaue ich mir an ☺️
 
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Tina
heute 13:12
Es hat alles sein für und wider. Ich selbst nutze zum Beispiel so eine Angel nicht und würde es bei uns aktuell nicht für nötig halten. Was aber lange nicht bedeutet, dass ein Hund nicht auch hohen Reizen ausgesetzt sein kann, wenn man das Gadget nicht nutzt.

Ich sag nur Kinder.... Da geht's nicht mit nur um die Dynamik der Kinder selbst, welche teilweise auch sehr herausfordernd sein kann, sondern auch was alles so davon fliegt, geschossen, geworfen und sonst was wird. Auch wenn ein Kind kein Hase oder so ist - es ist ein teilweise sehr anstrengendes Training, das im Alltag automatisch immer nebenher passiert. 🙈😜🤣
 
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Kathi
heute 13:12
Ich verstehe den Vorteil gegenüber der Reizangel nicht. Im Endeffekt trainiert man ja das gleiche, nur auf einem einfacheren Niveau. Der Hund ist bereits im Platz und es wird geradlinig eine "Beute" vorbeigezogen. Das ist sicher eine gute Vorbereitung, aber in Realität liegt der Hund ja nicht bereits und die echte Beute rennt auch nicht geradlinig und im gleichen Tempo am Hund vorbei. Die Steigerung und maximale Annäherung ist ja dann eh die Reizangel. Hund wird aus der eigenen Dynamik ins Platz gebracht, das erfordert schon eine sehr hohe Impulskontrolle und die Beute bewegt sich ebenfalls dynamisch, wird langsamer, schneller, "springt" usw. Mir fällt schwer nachzuvollziehen, wieso die gleichen Leute, die die Reizangel kritisieren, diesen motorisierten Koffer toll finden. Wenn man Bedenken hat den Hund als Belohnung in das Beute Objekt an der Reizangel beißen zu lassen, kann man das ja auch sehr einfach umgehen. Einfach eine Beißwurst in die Tasche packen und dann damit zergeln. Mit dem Hund nie in hoher Erregung zu trainieren bedeutet in der Regel, den Hund auch nie in hoher Erregung unter Kontrolle zu haben. Eigentlich ist es doch die Königsdisziplin einem Hund Erregung zu ermöglichen und "echte" Freizeit im Freilauf, in der er selbstständig und autark agieren kann, bis man ihn unterbricht. Genau das trainiert man mit der Reizangel. Und das ist ja nicht nur im Jagdkontext von Vorteil. Man kann einen Hund so auch aus einem wilden Spiel, oder sogar einer eskalierenden Interaktion abrufen usw. All die Nachteile, die hier der Reizangel zugesprochen werden, sind ja gerade die Vorteile. Natürlich kann man den Hund auch ein Leben lang versuchen in niedriger Erregung und konstanter Orientierung zu halten, so dass der Freilauf am Ende eigentlich eine Freifolge ist. Aber wieso soll man es kritisieren, wenn jemand einen Schritt weitergeht und seinem Hund maximalen Expressions und Handlungsspielraum ermöglichen möchte. Das erfodert allerdings Training in genau dieser Erregung. Abgesehen davon, dass das Training den meisten Hunden ja auch großen Spaß macht. Kontrolliert hetzen lassen zu können, weil man den Hund jederzeit unterbrechen kann, ist doch das Nonplusultra. Selbst wenn es am Ende "nur" Spaß, geistige und körperliche Auslastung wäre, ist das doch schon extrem viel Wert. Das ist es aber eben nicht, denn die Reizangel ist ja nicht umsonst ein bewährtes Mittel in der Jagdhunde Ausbildung. Und dient eben genau der Impulskontrolle, Ruhe, Festigung des Vorstehens, sowie Kontrolle des Hetztriebs. Wenn man Hetzen, Dynamik und Erregung aber immer nur vermeidet, wird man sie auch nie kontrollieren können. Das ist natürlich auch ok, man kann Reize meiden oder Verhalten nie zulassen. Aber eigentlich ist Kontrolle des Verhaltens am Reiz das größte, was man mit seinem Hund erreichen kann.
🙏🏻
 
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Kathi
heute 13:15
Hallo. Falls du dich für die Reizangel entscheidest, würde ich es damit nicht übertreiben. Da Golden Retriever zu HD, überhaupt zu Gelenkerkrankungen neigen, ist die Reizangel eher weniger gut. Schnelle enge Wendungen und plötzliche Stopps sind nicht so gut für die Gelenke.
Gesundheitlich ist alles abgeklärt und ich werde natürlich immer kurze Einheiten mit vorherigem Aufwärmen machen.

Ein möglichst großer Radius geht bei der Reizangel wieder mit mehr Gewicht einher, daher hatte ich hier auch auf Erfahrungsberichte gehofft, welche Längen/Gewichte im Handling gut funktionieren.
 
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Kathi
heute 13:17
Es hat alles sein für und wider. Ich selbst nutze zum Beispiel so eine Angel nicht und würde es bei uns aktuell nicht für nötig halten. Was aber lange nicht bedeutet, dass ein Hund nicht auch hohen Reizen ausgesetzt sein kann, wenn man das Gadget nicht nutzt. Ich sag nur Kinder.... Da geht's nicht mit nur um die Dynamik der Kinder selbst, welche teilweise auch sehr herausfordernd sein kann, sondern auch was alles so davon fliegt, geschossen, geworfen und sonst was wird. Auch wenn ein Kind kein Hase oder so ist - es ist ein teilweise sehr anstrengendes Training, das im Alltag automatisch immer nebenher passiert. 🙈😜🤣
Kinder, Jogger, Bälle etc haben wir bereits gut trainiert, aber Wild eben nochmal anders verankert und es riecht halt auch noch so gut für den Hund…
 
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Julia 🐾Nero
heute 13:24
Es hat alles sein für und wider. Ich selbst nutze zum Beispiel so eine Angel nicht und würde es bei uns aktuell nicht für nötig halten. Was aber lange nicht bedeutet, dass ein Hund nicht auch hohen Reizen ausgesetzt sein kann, wenn man das Gadget nicht nutzt. Ich sag nur Kinder.... Da geht's nicht mit nur um die Dynamik der Kinder selbst, welche teilweise auch sehr herausfordernd sein kann, sondern auch was alles so davon fliegt, geschossen, geworfen und sonst was wird. Auch wenn ein Kind kein Hase oder so ist - es ist ein teilweise sehr anstrengendes Training, das im Alltag automatisch immer nebenher passiert. 🙈😜🤣
Sehe ich genauso. Jedes Tool und jede Form von Training hat seine Vor und Nachteile.

Ich selber trainiere auch nicht mit der Reizangel. Zum einen hat mein Hund bei weitem nicht den Trainingsstand für Hetzsequenzen und kooperatives Training mit der Reizangel, wie Vorstehen, gemeinsam Ranschleichen usw liegt nicht in unserem Interessensbereich.

Ich kann aber die Vorteile und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten trotzdem schätzen.
 
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Kathi
heute 13:54
Kann ja jeder machen und halten wie er will, solange es nicht tierschutzrelevant wird. Aktivitäten, bei denen der Haltende komplett außen vor bleibt und der Hund alleine "sein Ding macht", würde ich mit meinem Hund nicht machen. Das Gemeinsamkeitsgefühl ist für mich das wichtigste. Die soziale Interaktion findet bei der Reizangel nicht statt. Und Hunde haben doch so ein großes soziales Potential! Nur der Abbruch vom Spaß kommt vom Haltenden. Das fördert sicher nicht die Beziehung. Dann sollte man auch mal überlegen, warum der Hund denn dann stoppt, wenn er es kann? Nicht weil er belohnt wird, denn die eigentliche höchstwertige Belohnung wird ihm ja genommen, sondern weil der Hund sonst gehemmt werden würde, durch Blocken, durch in den Weg stellen, durch körperlich bedrohendes präsentes Zurückschicken. Es fehlt also das eigentliche Lernverständnis des Hundes, weil es für ihn einfach keinen Sinn macht, selbst wenn er perfekt stoppt. Er stoppt aus Furcht. Das wiederum heißt für mich als Konklusion, dass der Hund, sobald er weiß dass er frei ist und der Mensch nicht mehr hemmen kann (und das wissen die Hunde ganz genau) weiter ihr Ding machen und das sogar verstärkt, in diesem Fall das Hetzen. Und jetzt weißt du auch, warum in der Jagdhundeausbildung (weil du die angesprochen hast) die Stomhalsbänder so "intensiv" eingesetzt worden sind (hoffentlich Präteritum). Auch physiologisch halte ich das Rasen in engen Radien für nicht gerade optimal (das springt einem doch ins Auge?), auch wenn der Hund gesund sein sollte.
Ich möchte das Potential meines Hundes nutzen und ihm möglichst viel Freiraum und auch Freizeit ermöglichen - genau deswegen muss ich auch mit einem hohen Erregungslevel arbeiten, sonst läuft mein Hund ja immer nur auf Sparflamme und ich muss ihn ständig einschränken.

Das kann ich unter anderem auch über einen Belohnungsaufschub trainieren. Der Hund stoppt, weil er gelernt hat, dass das seine Aufgabe ist, weil er gefallen will und weil er gelernt hat, dass er eine Belohnung bekommt (zb auch das Spiel mit mir zusammen). Mit Furcht oder Tierschutz hat das gar nichts zu tun. Nur mit einem guten Trainingsaufbau und der fördert dann auch wieder die Beziehung.
 
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W
heute 15:12
Ich möchte das Potential meines Hundes nutzen und ihm möglichst viel Freiraum und auch Freizeit ermöglichen - genau deswegen muss ich auch mit einem hohen Erregungslevel arbeiten, sonst läuft mein Hund ja immer nur auf Sparflamme und ich muss ihn ständig einschränken. Das kann ich unter anderem auch über einen Belohnungsaufschub trainieren. Der Hund stoppt, weil er gelernt hat, dass das seine Aufgabe ist, weil er gefallen will und weil er gelernt hat, dass er eine Belohnung bekommt (zb auch das Spiel mit mir zusammen). Mit Furcht oder Tierschutz hat das gar nichts zu tun. Nur mit einem guten Trainingsaufbau und der fördert dann auch wieder die Beziehung.
Dabin ich deiner Meinung! Was Jochen schreibt ist wohl seine Meinung und mit einigen Hunden kann man ja so zurecht kommen.
Mir reicht es so nicht. Es kommt auch auf den Hund an. Wenn wir die Lebensfreude unserer Hunde vergleichen würden wären die Ansichten wahrscheinlich auch unterschiedlich. Als Beispiel möchte ich mit meinem Hund zusammen Erfolgreich jagen. Ohne ein anderes Tier zu belästigen. Ich möchte im VPG Sport andere suchen bewachen und Flucht vereiteln ohne im Alltag irgend jemand zu belästigen. Die Anfänge sind dem Hund zu zeigen das wir zusammen zum Ziel kommen. Wenn wir das selbe wollen ist der Gehorsam nicht mehr so schwierig. Man erarbeitet sich alles in kleinen Schritten. Ich glaube das weil ich die Erfahrung nicht nur eimal gemacht habe. Es kann auch sein das ich mich nicht richtig ausdrücke. Es ist auf alle Fälle so das die Arbeit mit dem Hund dafür sorgt das mir das Herz auf geht wenn der Hund stolz und freudig seine Erfolge feiert wenn er meine Ersatzbeute im Maul hat.
Ich habe auch schon einiges Falsch gemacht, leider. Die Erfahrung wenn es auch für den Hund top läuft ist aber nicht mit einer Diskussion über Hundepsychologie zu ersetzen. Das kann man sich auch nicht anlesen. Lesen ja, Seminare ja, dann auch erleben.
Ich kann nur hoffen das viele Menschen mit ihren Hunden viel unternehmen und schauen was der Hund dazu meint. Sitz und Rückruf sind bestimmt nicht alles.
 
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W
heute 15:39
Die Angel nehme ich als meinen langen Arm. Anfangen kann ich auch mit der Beute oder Spielzeug in meiner Hand. Der Hund weiß schon genau wer was mit ihm macht. Meine Dominanz und Körpersprache sind definitiv nicht Tierschutzrelevant. Im Gegenteil sorge ich vorher für ein optimales und verständliches Verhältnis. Wer zwischendurch bremst kommt auch ans Ziel. Stop and go in vielen Variationen. Was du schreibst stimmt vielleicht manchmal!?
Ich bei da weit weg.