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Kathi
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 47
heute 17:27

Reizangel

Hallo zusammen, unser Golden Retriever kennt ein Platz auf Distanz. Gerade bei viel Dynamik fällt ihm das aber noch schwer. Wir wollen deshalb eine Reizangel als Hilfsmittel nehmen um neben der Impulskontrolle langfristig auch das Stoppen aus der Bewegung zuverlässig abrufen zu können. Habt ihr Tipps für gute Anleitungsvideos oder auch Trainer/Jäger/ambitionierte Hundehalter, die Input dazu geben? Die Grundlagen und der Aufbau von Kommandos sind klar, es geht mir eher um weiterführende Tipps, wie man die Reizangel noch besser nutzen kann. Und habt ihr Empfehlungen für bestimmte Reizangeln/Marken/Hersteller? Mit welchen Maßen oder Gewichten kommt ihr gut klar? Worauf würdet ihr beim Kauf achten?
 
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Jochen
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30. Mai 05:03
Also er kann gerade so Bobbycar fahren und soll nun mit dem Porsche auf den Nürburgring?

Er muss doch erstmal verstehen, was du von ihm willst, wenn du „stopp“ sagst. Dazu einfach erstmal eine Leine nehmen, stehenbleiben und wenn er auch stehenbleibt „stopp“ sagen und Leckerli. Wenn er es verstanden hat, das auch an längerer Leine/SL üben. Dann „stopp“ sagen und vorbei gehen, dann „stopp“ sagen und vorbei rennen, dann stopp und Dummy werfen, dann stopp beim Hinrennen zum Dummy und dann würde ich vielleicht mal über eine Reizangel nachdenken, aber „huch“ die braucht man gar nicht mehr.
 
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Babs
30. Mai 05:03
Hallo Kathi, mir ist zwar klar, dass Du das Thema "Reizangel" bewusst ausgewählt hast, aber gleichzeitig sprichst Du auch ein zuverlässiges "Stop" auf der Distanz an. Da aus meiner Sicht die Reizangel zwar eine Ablenkung und somit mal kurzfristig ein Hilfsmittel sein kann, verstehe ich, aber möchtest Du auch Tips für ein zuverlässiges "Stop" haben?
 
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Jochen
30. Mai 05:03
Also er kann gerade so Bobbycar fahren und soll nun mit dem Porsche auf den Nürburgring?

Er muss doch erstmal verstehen, was du von ihm willst, wenn du „stopp“ sagst. Dazu einfach erstmal eine Leine nehmen, stehenbleiben und wenn er auch stehenbleibt „stopp“ sagen und Leckerli. Wenn er es verstanden hat, das auch an längerer Leine/SL üben. Dann „stopp“ sagen und vorbei gehen, dann „stopp“ sagen und vorbei rennen, dann stopp und Dummy werfen, dann stopp beim Hinrennen zum Dummy und dann würde ich vielleicht mal über eine Reizangel nachdenken, aber „huch“ die braucht man gar nicht mehr.
 
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Ulrike
30. Mai 08:50
Meinen habe ich Stopp mit Bällchenwerfen beigebracht. Mehrmals in die gleiche Richtung werfen. Dann den Wurf abtäuschen. Hoffentlich rennt der Hund los, Sobald der Hund stehenbleiben und sich zu dir umguckt. Bällchen mit dem Wort Stopp rufen. Das oft üben, aber den getäuscht Wurf Nu 1 bis 2 Mal pro Übungseinheit verwenden, und dann Stopp rufen bevor der Hund beim angetäuschtem Wurf stehen bleibt. Wenn der Hund die Erwartungshaltung hat, bei Stopp fliegt der Ball, dann bleibt er jetzt stehen und guckt sich um. Dann muss der Ball fliegen. Als nächstes zögert man die Belohnung heraus un dann geht man ab uns zu zum Hund und belohnt mit Leckerchen oder wirft den Ball von dort aus. Das ganze geht natürlich auch mit fliegende Leckerchen, nur kann ich die nicht so weit werfen und die passen auch nicht in so eine Ballschleuder. Bei dem Verfahren hat man den Hund gleich auf Entfernung im Stopp. Wenn man direkt beim Menschen lehrt, dann besteht die Möglichkeit dass der Hund lernt Stopp heisst stell dich neben deinen Menschen. Oder auch, wenn dein Mensch stoppt, dann Stopp auch du, dann funktioniert Stopp auch nur, wenn der Mensch anhält und man muss seine Körpersprache wieder aus der Übung löschen.


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Sebbi
30. Mai 08:51
Also er kann gerade so Bobbycar fahren und soll nun mit dem Porsche auf den Nürburgring? Er muss doch erstmal verstehen, was du von ihm willst, wenn du „stopp“ sagst. Dazu einfach erstmal eine Leine nehmen, stehenbleiben und wenn er auch stehenbleibt „stopp“ sagen und Leckerli. Wenn er es verstanden hat, das auch an längerer Leine/SL üben. Dann „stopp“ sagen und vorbei gehen, dann „stopp“ sagen und vorbei rennen, dann stopp und Dummy werfen, dann stopp beim Hinrennen zum Dummy und dann würde ich vielleicht mal über eine Reizangel nachdenken, aber „huch“ die braucht man gar nicht mehr.
Das „Stopp“ ist für mich das wichtigste Kommando überhaupt – die Basis für alles Weitere. Im Optimalfall ist die aktuelle Aktion damit komplett eingefroren.

Sehe ich übrigens genauso – wozu überhaupt eine Reizangel?
(Du kannst das selbstverständlich halten, wie du willst. Ist ja dein Geld.)
Das gilt auch für den Aufbau eines stabilen „Stopps“: Ich habe es genauso aufgebaut, wie Jochen es hier erklärt.

Erstmal an der Leine direkt neben mir, bis es zu 120 % sitzt.
Ich habe das „Stopp“ in verschiedenen Tonlagen trainiert – von Flüstern über leise und normale Lautstärke bis hin zum energischen Kommando oder Rufen.
Beim Stehenbleiben habe ich selbst darauf geachtet, bei meinem letzten Schritt den Fuß kurz über den Boden zu schleifen. Wenn ich jetzt stehen bleibe, stoppt mein Hund auch. Da braucht es mittlerweile nicht mal mehr ein akustisches Signal.

Was noch wichtig ist:
Versuche niemals, ein Grundkommando (Sitz, Platz, Stopp usw.) in Kombination mit „Bleib“ aufzubauen.
Der Hund verknüpft das sonst falsch:
„Ok, ich soll jetzt stoppen. Wenn aber kein ‚Bleib‘ hinterherkommt und ich keine Lust mehr habe, gehe ich einfach weiter.“
Dazu kommt, dass „Bleib“ für den Hund total schwammig ist: Er ist sich dabei oft gar nicht zu 100 % sicher, worauf sich das Wort überhaupt bezieht – soll er in genau dieser Position verharren oder nur an diesem Fleck bleiben und darf sich z. B. auch hinlegen?

Das Wort „Bleib“ ist bei diesen Kommandos völlig überflüssig, weil es das eigentliche Signal entwertet.
Zudem ist es bei Prüfungen als Unterstützung eines Grundkommandos gar nicht zulässig.
 
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Guido
30. Mai 10:03
ich hatte damals bei der Reizangel darauf geachtet, dass sie kompakt und somit leicht tragbar war. Auch war die Robustheit mir wichtig. Daher hatte ich am Ende eine gekauft, die man per teleskop Funktion in jeder Position verriegeln konnte.

Am Anfang hatte ich mir etwas Sorgen gemacht, dass der Dummy vorne (Stoffball) von unserem Hund nicht angenommen wird. War aber unbegründet..

Als trainingsvideo kannst du auf Youtube von Martin Rütter dir das kostenlos Video anschauen

https://m.youtube.com/watch?v=vMVj81lr7kw&ra=m
 
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Jochen
30. Mai 10:53
ich hatte damals bei der Reizangel darauf geachtet, dass sie kompakt und somit leicht tragbar war. Auch war die Robustheit mir wichtig. Daher hatte ich am Ende eine gekauft, die man per teleskop Funktion in jeder Position verriegeln konnte. Am Anfang hatte ich mir etwas Sorgen gemacht, dass der Dummy vorne (Stoffball) von unserem Hund nicht angenommen wird. War aber unbegründet.. Als trainingsvideo kannst du auf Youtube von Martin Rütter dir das kostenlos Video anschauen https://m.youtube.com/watch?v=vMVj81lr7kw&ra=m
Was ich beim Reizangeltraining nicht so schön finde, ist, dass der Hund in der Hetzphase komplett autark agiert, überhaupt keine Verbindung mehr zum Haltenden hat, die Reizangel könnte auch motorisch betrieben sein, für den Hund wäre es das Gleiche. Überdies wird beim Hetzen noch jede Menge selbstbelohnendes Dopamin ausgeschüttet und der Halter zusätzlich "ausgeblendet", keinerlei bindungsförderndes gemeinsames Spaßhaben und die soziale Komponente wird komplett ignoriert.

Ich habe auch den Eindruck, dass sich die Rütterjünger langsam von dem Quatsch distanzieren.
 
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Sebbi
30. Mai 11:16
Meinen habe ich Stopp mit Bällchenwerfen beigebracht. Mehrmals in die gleiche Richtung werfen. Dann den Wurf abtäuschen. Hoffentlich rennt der Hund los, Sobald der Hund stehenbleiben und sich zu dir umguckt. Bällchen mit dem Wort Stopp rufen. Das oft üben, aber den getäuscht Wurf Nu 1 bis 2 Mal pro Übungseinheit verwenden, und dann Stopp rufen bevor der Hund beim angetäuschtem Wurf stehen bleibt. Wenn der Hund die Erwartungshaltung hat, bei Stopp fliegt der Ball, dann bleibt er jetzt stehen und guckt sich um. Dann muss der Ball fliegen. Als nächstes zögert man die Belohnung heraus un dann geht man ab uns zu zum Hund und belohnt mit Leckerchen oder wirft den Ball von dort aus. Das ganze geht natürlich auch mit fliegende Leckerchen, nur kann ich die nicht so weit werfen und die passen auch nicht in so eine Ballschleuder. Bei dem Verfahren hat man den Hund gleich auf Entfernung im Stopp. Wenn man direkt beim Menschen lehrt, dann besteht die Möglichkeit dass der Hund lernt Stopp heisst stell dich neben deinen Menschen. Oder auch, wenn dein Mensch stoppt, dann Stopp auch du, dann funktioniert Stopp auch nur, wenn der Mensch anhält und man muss seine Körpersprache wieder aus der Übung löschen. .
Laut deinem Profil hast du gar keinen Hund🤔
 
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Kathi
30. Mai 12:12
Vielleicht habe ich mich in meinem Ausgangspost nicht klar ausgedrückt: mein Hund kennt ein Stopp bzw Platz auch aus der Bewegung und kann bspw bei einem hochwertigen Futter aus dem Rennen dahin stoppen. Der Reiz ist zwar groß, aber eben statisch. Ich kann ihn auch stoppen, wenn ich Sachen werfe, die bewegen sich aber eben ab einem bestimmten Punkt auch nicht mehr. Ein Hase würde nicht stehen bleiben, nur weil der Hund stoppt, ich brauche also neben einem zuverlässigen Stoppen auch das Bleiben in dieser Position, selbst wenn sich etwas bewegt.

Bei der Reizangel geht es mir genau darum ihn erstens hochzufahren, damit er auch bei hoher Dynamik und Erregungslage denken und aushalten lernt und zweitens um einen Reiz, der je nach Bedarf auch über einen längeren Zeitraum dynamisch bleibt.
 
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Kathi
30. Mai 12:14
Hallo Kathi, mir ist zwar klar, dass Du das Thema "Reizangel" bewusst ausgewählt hast, aber gleichzeitig sprichst Du auch ein zuverlässiges "Stop" auf der Distanz an. Da aus meiner Sicht die Reizangel zwar eine Ablenkung und somit mal kurzfristig ein Hilfsmittel sein kann, verstehe ich, aber möchtest Du auch Tips für ein zuverlässiges "Stop" haben?
Danke für deine Nachricht. Die Theorie hinter dem Stoppen verstehe ich, mir ging es eher um Tipps/Empfehlungen wie vielfältig man eine Reizangel für so ein Training noch nutzen kann.
 
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Kathi
30. Mai 12:18
Das „Stopp“ ist für mich das wichtigste Kommando überhaupt – die Basis für alles Weitere. Im Optimalfall ist die aktuelle Aktion damit komplett eingefroren. Sehe ich übrigens genauso – wozu überhaupt eine Reizangel? (Du kannst das selbstverständlich halten, wie du willst. Ist ja dein Geld.) Das gilt auch für den Aufbau eines stabilen „Stopps“: Ich habe es genauso aufgebaut, wie Jochen es hier erklärt. Erstmal an der Leine direkt neben mir, bis es zu 120 % sitzt. Ich habe das „Stopp“ in verschiedenen Tonlagen trainiert – von Flüstern über leise und normale Lautstärke bis hin zum energischen Kommando oder Rufen. Beim Stehenbleiben habe ich selbst darauf geachtet, bei meinem letzten Schritt den Fuß kurz über den Boden zu schleifen. Wenn ich jetzt stehen bleibe, stoppt mein Hund auch. Da braucht es mittlerweile nicht mal mehr ein akustisches Signal. Was noch wichtig ist: Versuche niemals, ein Grundkommando (Sitz, Platz, Stopp usw.) in Kombination mit „Bleib“ aufzubauen. Der Hund verknüpft das sonst falsch: „Ok, ich soll jetzt stoppen. Wenn aber kein ‚Bleib‘ hinterherkommt und ich keine Lust mehr habe, gehe ich einfach weiter.“ Dazu kommt, dass „Bleib“ für den Hund total schwammig ist: Er ist sich dabei oft gar nicht zu 100 % sicher, worauf sich das Wort überhaupt bezieht – soll er in genau dieser Position verharren oder nur an diesem Fleck bleiben und darf sich z. B. auch hinlegen? Das Wort „Bleib“ ist bei diesen Kommandos völlig überflüssig, weil es das eigentliche Signal entwertet. Zudem ist es bei Prüfungen als Unterstützung eines Grundkommandos gar nicht zulässig.
Danke für die ausführliche Antwort! Sehe das genau wie du. Das Bleib ist bei uns kein Kommando, wir sagen Sitz/Platz jeweils nur einmal und die Position soll bis zur Auflösung gehalten werden.

Mir geht es beim Stoppen/Hinlegen aus der Bewegung vor allem um den Freilauf und größere Distanzen. Mein Hund soll perspektivisch bei einem rennenden Hasen an einem Ort bleiben, unabhängig davon, ob der Hase oder ich mich weiter bewegen.