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Julia 🐾Nero
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zuletzt 20. Juni

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Steffi
19. Juni 11:39
Das hast du schon oft erwähnt, dass du dich vom dem Begriff Fehlverhalten distanziert hast und ich finde das total gut, weil es die Emotionalität verändert. Ich bringe immer wieder das Beispiel des Chefs, der dich zu einem ernsten Gespräch heran zitiert. Wenn der mit hochrotem Kopf schreiend vor dir steht, geht das ganze anders aus, als wenn er dich freundlich, aber bestimmt bittet und sachlich und deine Seite berücksichtigend eure Themen bespricht .
Ich schöpfe daraus Kraft und Zuversicht und bin seitdem fest an ihrer Seite und vor allem nicht mehr angreifbar durch blöde Sprüche / Blicke andere Halter, gehe anders oder überhaupt wieder in Begegnungen. Das konnte ich eine zeitlang nicht mehr gut und das war eine sehr irritierende Erfahrung, da ich zwischenmenschlich keine Probleme habe..mit dem Hund nach einiger Zeit schon..
 
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Svenja
19. Juni 11:40
Ich schöpfe daraus Kraft und Zuversicht und bin seitdem fest an ihrer Seite und vor allem nicht mehr angreifbar durch blöde Sprüche / Blicke andere Halter, gehe anders oder überhaupt wieder in Begegnungen. Das konnte ich eine zeitlang nicht mehr gut und das war eine sehr irritierende Erfahrung, da ich zwischenmenschlich keine Probleme habe..mit dem Hund nach einiger Zeit schon..
Hunde können einen übermächtigen Einfluss auf uns und unser Leben, auch das soziale, haben. Aber es ist, wie du jetzt erkannt hast: wir selber sind es, die dem diese Macht geben 🙂
 
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Julia 🐾Nero
19. Juni 11:41
Das hast du schon oft erwähnt, dass du dich vom dem Begriff Fehlverhalten distanziert hast und ich finde das total gut, weil es die Emotionalität verändert. Ich bringe immer wieder das Beispiel des Chefs, der dich zu einem ernsten Gespräch heran zitiert. Wenn der mit hochrotem Kopf schreiend vor dir steht, geht das ganze anders aus, als wenn er dich freundlich, aber bestimmt bittet und sachlich und deine Seite berücksichtigend eure Themen bespricht .
Ich finde der Austausch von Begriffen ist ein zweischneidiges Schwert.

Es kann sicher vorteilhaft sein sich von emotional geladenen Begriffen zu trennen.
Gleichzeitig läuft man aber auch Gefahr sich ein Stück weit selbst zu belügen oder die Situation durch das eigene Narrativ nicht mehr unvoreingenommen zu betrachten.

Angst Dinge beim Namen zu nennen und "schönere" Begriffe zu verwenden fällt meist auf, wenn es um unangenehme Sachen geht.
Wie oft habe ich schon deftige Leinenrucke gesehen, die "Impuls" genannt wurden.
Denn ein Impuls ist ja ok, ein Ruck wäre schlimm.
 
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Jochen
19. Juni 11:42
Ich glaube nicht, dass es dir gefallen wird. Aber wenn du geduldig bist und noch eine Woche oder so wartest, dann kann ich dir mein Exemplar zum Lesen zuschicken.
Oh, das ist lieb von dir, ich lese aber nur elektronisch (außer es geht nicht anders).

Ich bin in alle Richtungen interessiert, was ich davon übernehme und gut und richtig finde, steht auf einem anderen Blatt.
 
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Svenja
19. Juni 11:44
Ich finde der Austausch von Begriffen ist ein zweischneidiges Schwert. Es kann sicher vorteilhaft sein sich von emotional geladenen Begriffen zu trennen. Gleichzeitig läuft man aber auch Gefahr sich ein Stück weit selbst zu belügen oder die Situation durch das eigene Narrativ nicht mehr unvoreingenommen zu betrachten. Angst Dinge beim Namen zu nennen und "schönere" Begriffe zu verwenden fällt meist auf, wenn es um unangenehme Sachen geht. Wie oft habe ich schon deftige Leinenrucke gesehen, die "Impuls" genannt wurden. Denn ein Impuls ist ja ok, ein Ruck wäre schlimm.
Interessant, dass du emotional geladen und sich selbst belügen so nah beieinander erwähnst bzw. gegeneinander stellst 😏
Wenn ich von meinen Emotionen Abstand nehmen kann - was weiß Gott nicht immer funktioniert 😅 - bin ich erst recht ehrlich mit mir selber.
 
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Svenja
19. Juni 11:46
Von dem habe ich seit seinen Videos, für die er vor bestimmt über 10 Jahren so kritisiert wurde, nichts mehr gehört. Aber von Nadin Matthews, die vor Ewigkeiten mit ihm gearbeitet hat, hielt ich damals live sehr viel.
 
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SandrA
19. Juni 11:49
Ich finde der Austausch von Begriffen ist ein zweischneidiges Schwert. Es kann sicher vorteilhaft sein sich von emotional geladenen Begriffen zu trennen. Gleichzeitig läuft man aber auch Gefahr sich ein Stück weit selbst zu belügen oder die Situation durch das eigene Narrativ nicht mehr unvoreingenommen zu betrachten. Angst Dinge beim Namen zu nennen und "schönere" Begriffe zu verwenden fällt meist auf, wenn es um unangenehme Sachen geht. Wie oft habe ich schon deftige Leinenrucke gesehen, die "Impuls" genannt wurden. Denn ein Impuls ist ja ok, ein Ruck wäre schlimm.
Da bin ich grundsätzlich bei dir, dass Sprache gern auch dazu benutzt wird, Dinge angenehmer klingen zu lassen, als sie tatsächlich sind.

Bei Führung und Kompetenzen aber zB würde ich nicht versuchen, etwas zu beschönigen, sondern einen sehr großen Begriff genauer zu fassen.

Wenn zwei Menschen von Führung sprechen, können sie damit etwas völlig Unterschiedliches meinen. Der eine meint Orientierung und Sicherheit, der nächste Konsequenz und Grenzsetzung und wieder jemand anderes Beziehung und Kooperation.
Der Kompetenzbegriff kann für mich nicht unbedingt freundlicher aber konkreter beschreiben, welche Haltung ich dazu habe.
 
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Alois
19. Juni 11:53
Das Wort 'Fehlverhalten' hab ich mir abgewöhnt..ohne das wertende 'fehl' bleibt mein Puls ruhig, mein Blick für die Situation klarer und das eigene Handeln wird entsprechend souveräner.
Das Wort Fehlverhalten ist leider die Interpretation aus menschlicher Sicht, ein Verhalten das den Halter stört!
Der Hund macht aus seiner Sicht nichts falsch😊
 
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Steffi
19. Juni 11:55
Das Wort Fehlverhalten ist leider die Interpretation aus menschlicher Sicht, ein Verhalten das den Halter stört! Der Hund macht aus seiner Sicht nichts falsch😊
ja genau, ein Hund verhält sich.
 
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Alois
19. Juni 12:04
ja genau, ein Hund verhält sich.
Aber auch wenn der Hund aus seiner Sicht nichts falsch macht,
wird oft dieses Verhalten als Fehlverhalten interpretiert da das Verhalten der Vorstellung des Halters widerspricht!
Ansonsten wäre es ja das einfachste dieses Verhalten zu akzeptieren 😊